Skip to main content

Full text of "Der Kinematograph (December 1927)"

See other formats


URAUFFÜHRUNG z.ZF. /V 








Die deutsche Filmindustrie 
hat seit ihrem Bestehen 
die größte Anzahl Films auf 
Agfa gedreht. — Vor Beginn 
der Aufnahmen ist sich daher 
jeder klar, daß nur 






NEGATIVnLM 


„SPEZIAL" 

„EXTRARAPID" 

„PANKINE" 


Verwendung findet. — Für 
Nachtaufnahmen bringt die Agfa 
neuerdings ihren 




-SUPERPAN 


auf den Markt. 


Man verlange Einzelheiten. 


GENERAL-VERTRIEF 

WALTER STREHLEN 

BERUN sw48, WILHELMSTRASSE 1 






Zar und Dichter 

Der erste russische Prunkfilm 


■d .■>; 


! Ein großer Kassenschlager! 


km: 1 . 111 . I iil.lil.iii.i v.-i,! ...1. i,.- \ACHTA('SCABE. 

> l.nnkl.lM. .l-r,.. «... | j , i i. .■ r 1 i , i-, I.. .,•! 

I rimklil'.i.-. .!.•• •...■r x .» i I .• -i- .... . 

Il.i.ixr h .• ... " ' 

WELT A/4 ABEND: 

® I- i. • .1- I. '••«lil" r y^. :.rlH-iI.'l.—. i.iil •ll■ll .\|i..i l.i , u- 

h. r. r..„..I xyrlx...! • « • !•. ' ••f'''"'- ....■.,W. rk. \V.....|.'... I. 

I..I.i. r.. .1:.. .M...k:... N.kn ,., 1 ;,;,. ,„.rr|i. |,.- . i., 

I .....I ..|.l..;:- I . ... ll..f v..r ...., , .j„ .i.-l I,..,. .li. .. .. l il.., 

liiUt. Nii lil w.iiiL'*r iH-.n lili-ii-u. rt i-i .In* Ih- .ri 

'•«•!/.Illi;r. |>;»^ •i«T .Mo-.k;»iMT 

iiiiil *li*- iS.-iiiti’ii A. Anij.tiU' •Irin Kiliii B* RSEN~COUR!ER: 

::l.iii/.*Miii*‘ii It*iil*liktitii :i|i|i|:iiiilirrii‘ K i ii \H ) k •> f i I in. 

MORCENPOST: t2 UHR: 

l.i.. ■.‘..^..-..ril.... il.T <li.- \.ir/,..;r.- r.if.-i'i-li.-r K.l...k.i..'i I •»••■-.•r Kil... i.. I.<>l.•■... .|:...k K.prt.i 

i. . >i<-l. \.T.-i 4 .iy.. 'Ii*' '1''' l.i.'...ri .....1 kii..!>.li-rj'>'l.”.. I *• . 

•'.■I.... M-l.:. rf .. ... r i > >•■.. .....1 ... - i <• I. k'•• i... .1. r I »;.r»..l..r. i.i- 

' I. I <• > .p. .•.. .lil' II I ..../. <li.- •l.-r l:i'ki".'»r ...it .X.ifK-.» •l'-r ll:...ill....;r ....-l ii. •l.-r /..<|ii‘/..i.k: .l.-. ....-i 

• l.-r >.i-.ik'i-.. .<..'ik''<T....k’ 'IpT Km.flik.i- ii. '■!>.•.. Koi.llik..- >.:.rk.- Ki...lr.it'k.-. .Ii.’ I.:.!..-.. l■l••ilM'll. 

.|.•....•r...l.•I.. KI..U .•rl.iil..'’l>i •• l-h... ..L'r:. .. I •• i - g z AM MH TAG. 

** * ' r \ II r r .1 ^ I II •! I Kiiii.-l «Iit ICii'kMMi. .Milnn inii 

8 UHR: .\|i..cl.. /.). /■•i.-l.k:i.... ••....•li l.i.-r - 

''••l....... lül.l.-r .rill. .•>. lk-.'>it..i|.-.> V.I.. ilc... Muff.'.«, ii.i U-n...»I.T... »vit- ili.- .I.t ir;.. 

'^|.ri...rl.r......)‘..|i:irk vi... l*<-..>rl...r. |.ii- Vor-l.-ll...."- v..... K'...riik.i‘. 

§ie brauchen diesen sldieren Gesdiäflsfilm! 

Terminieren Sie unverzüglich! 
I>rometr».evi$^Film, Berlin 









Nummer 1085 


Seite 2 


nuf tcöc s^SOOtrc nunimtt Hnft 30« gIcKh hobt ^cirmne gefallen, unö 
in (cn briben Bbteiliingen I uni 


7337 


Ainrmotostap4 


Fox till\rt die Saison! 

nrntlidie Prtt« 10 Relibbpftnntg 

60 toinnliftc 6 er 2 . ^lajje 

6er 3O.Prcußirch=0ü66eutrd)cn C256. Prcußifd^en) ßlaffcnlottenc 

Eichung am 1. un6 2. HoDcmbcr 102ö 


1. (Petoinne oon 100 000 Rcidiamprf bie 18i^cid)emarf 


Da§ Mäddien mU Ninf Nullen 


EIN FILM 


- Das ftro^e Los 


SCHWINDEL 


LÜTTEPH^ ^ 

Regie: Kurt Bernhardt Manuskript: B^la Balaz > 

mit 

Marcell Salzer • Viola Garden • Adele SandrocR • Blza Temar> 
Elsa Wagner • Veil Harlan • Jack Trevor • Paul Bildl 

VorauffUtnrung: Ab Freilag, den Vt. Dez. im Plccadllly 

'illl. J.,. Ill'', 

Für Jugendlldie freigegeben! 

Ein echter deutscher Publikumsschla^er! 

wie Sie ihn 

I gerade jetzt 

r ausgezeichnet braudien können VAWy 

EIN REX-FILM DER FOX EUROPA PRODUKTION 






1085 


KiiKfnotOQtflpQ 


Sei 



HENHY PORTEN-FßOELICH 
PRODUKTION SU 



Die Aufnahmen zu dem II. Film der 
Produktion 1927/28 

haben beftoi nen: 

Die Hotelraitte 

Detektivkomödic von Walter Wassermann und Fred Sauer 

Hauptrolle: 

HENN Y PORXEN 

Regie: 

ProeliclY 


Mitwirkende; 

Paul Bildt / Adolphe Engers / Kurt Gerron / Anton Poinlner 
Ferd. v. Alten, Orcste Bilancia, Karl Geppert 
Midiael Mar, Hubert v. Meyerink 


Gesamtaussiattung: Franz Schroedter 
Photographie: Gustave Prei$ 
Produktionsleitung. Dr. Wilhelm von Kaufmann 


Verleih 

[PflR^fTÜfi 

Weltvertrieb: Universum-Film A.-G. 




HENNY POßJEN-FIM)ELICH 
PRODUKTION S S 


m 


BERLIN SW68, FRIEDRICHSTRASSE 37a 

Telephon: Denhoff 2187. 9187 Teleprammadresse . Poiten'tlm 















fl-A HoSerii 


ALbett PduU^ 


feUii ftlor^ay. 


VaU^raeCi 


MATADOR 


DERUN W S 

HAMBURG / ntANKFURT A. M. / NQNCHEN / 



fri^grmnet 


1fl3n. £hHio%^ 


'ylick^e^ 


4jUde Jenning^ 


Oke 9ieüv 




fercL. Y.Aiten^ 


ugmr\A^ 


«1-VERLEIH GM5H 













kürze werd. 
t^ZEN R^ 


liintmatograpl) 


CONßAD 

VEIDT 

i*l d£r Tit^rclit^ 
er^cheiAt 
cUmnd^ckst ^ 


^ORFiW^UNGEN 

Stattfinden 


UNIVERSAL-MATADOß 

SONOERVERLEIH 


BERLIN W8. MAUERSTR. 83-84 
IR6 ^ DÜSSELDORF / MÜNCHEN / LEIPZIO 
’URT A M / KÖNIOSBERe I. PR / BRESLAU 







Rincmalograpfi 


Nummer lOS 


^er mH Cpannuttg ert^i 

erf^emi ai 

Der erste in sich abgeschlossene Teil 

trägt den Titel: 

^ie3udenb»er^omain£uife 

(i^ronprinjeffin lui'fc) 


Luise von McckleiibiirK. 

Ihre Schwester Friederike. . 

Prinzessin Georg Wilhelm cun tIessen-Oarmstudt. 

König F'riedrich VNilhelm II. 

Die regierende Königin von Prcnllcn tl-riedcrikc von Hessen-Darmstadt) 
Königin-Witwe (FFsahetli Clipstine von Braunschweig) . . 

Kronpr nz F'riedrich Wilhelm von PreuCen. 

Prinz Louis, Bruder des Kronprinzen. 

Prinz Louis F'erdinand von PreuUen. 

Gräfin Voß, Oberhofmeisterin. 

Madame Ritz . . . 

Gehen, trzieherin der Prinzessinnen. 

Köckeritz, Adjutant des Kronprinzen. 


Flady Christians 

.Anit« Doms 

. Hedwig VSancel 
Hans Micrend ril 

.Ida ii't 

. . . . Prasch-tirevenh- z 

.Matthias WIeiii. m 

.Fred IWiderl u 

.A. H. V. Schien w 

.Adele Saiidr' - k 

.Lotte I.orr IIS 

.Antonie JaccKel 

. . . Karl Fl/rr 


Manuskript: Ludwig Berger 


Bauten: HaPS 


Uraufführung 

TERRA n 

















.Ummer 1085 


Rinemotograpf) 


Seile 7 


he<e £ui'fe«$i(m 6er Jterro 
iSei^na^ten 


Der zweite in sidi abgesdilossene Teil 
trägt den Titel: 



I.iiise, Köiiiuin von Prciitic'ii. 

ricdrich Wilhelm III.. Koihk von l'rcrUer.. 

riedenke \oii PrcilUcii. PriiiZLssin Solms. 

' räfiti Voll. Oherliofmcisicrin. 

' »uis l'erdiiKind. Prinx von PrenUen. 

I »ise. Prinxessin Padxiwill. .seine Scliv.eMir. 

' 'rinxessin dcor« Williehn von Hesse i-Üaim.siadl. 

'• ipideon. 

' e.xander, Kaiser von KiiLland. 

I idicyrand, Napoleons Minister .... . 

Pertrand. 

' raf Hardenlx-TK. 

Praf Haiijcwitx. 

iierxoK von MeckIcnhurK. 

K'ickcritz, Adjutant des KüniKS. 

^ '«ix. Adjutant des Prinzen Louis Ferdinai d von Preußen . . 


Nady Clirlsflan§ 

. . Matthias Wiemaiiii 

■ . . . . Anita Dorris 

. . . . Adele SandrocK 

H. A. v. Schlettou 
IlelKa Molaiider 
. Hedwiic Wansel 
. . ( hartes N ane. 
Eüon V. Jordan 

.Alfred Cera.scl; 

. . . . . Ferd. v. Alten 

. . . . Theodor Loos 

. . Hans Waßmanii 

.Dr. Rothauser 

Karl Fixer 
ü. (jfirtler 


farl Grüne 


Produktion: Max Glass 


Arpad Viragh 


-Palast „fltrium** 


E R L E I H 


















Seite 


Kmematograpl) 


Nummer I08- 



BRIGITTE HELM 








21. Jahrflang, Nr. 1085 m Berlin, 4. Dezcniher l‘>27 

•F VII.M'F>mCH*BUTr ^ 


H,. 


enn man cs genau und Icidcnschaftslus iihcrsichl. 
ergibt sieh die erfreuliche Feststellung, daß ni*-- 
mals eine so einmütige Auffassung über die Regelung des 
K.intingcnts geherrscht hat. wie in diesem Jahr. 

t)er „Rcichsverband deutscher Lichtspiclthcatcr- 
bcsitzer" und der „ZentraUerband der Fümvcrleiher" 
sind restlos für die Ver¬ 
fügung des Rcichswirt- 
si haftsministers cinge- 
fteten. 

Von den Fabrikanten 
'ersuchen nur diejenigen 
n -i h eine Änderung, die, 

Vkic hier schon oft ausge- 
fii'irt wurde, in dieser 
F'^age eigentlich am we¬ 
nigsten mitzusprechen 

Was besonders erfreu- 
•iih ist, ist die Einheits- 
If nt zwischen dcut- 
»elicn und deutsch-ame¬ 
rikanischen Betrieben. 

Von denen nur einer, die 
Deiu. durch Hermann 
Ri'senfeld öffentlich Pro¬ 
test anmeldete. 

Wenn die First Na¬ 
tional gegen die Neu¬ 
regelung sich wendet, so 
®üg das daran liegen, 

•laß diese Firma sich 
erst verhältnismäßig spät 
«ntschließen konnte, in 
Deutschland in irgend- 
einer Form seßhaft zu 
'»erden. Man hat zu 
*Wge überlegt und viele, 
viele .Monate, die zwi- 
*ehen dem ersten Vor¬ 
schlag Fritsches und der 
^rundung der Defina 
•fien. ungenutzt ver- 
»•rcichen lassen. 

Bei Fox, der in zwei- 
Linie sich benachtei- 
*8* lühlt, liegen die 
‘^■nße, wenn man will 
"“ch tragischer. Sein 
«uropäischer Repräsen- 
aot Außenberg hat sich 
"»mer für große 

"®'asscndc Europapro¬ 


duktion eingesetzt. Er hat mit verhältnismäßig geringen 
Mitteln Qualitätsfilme herai sgehracht. die dem deutschen 
Film in der ganzen Welt nur forderlich gewesen sind. 

Jetzt muß sein deutscher Betrieb unter der langsamen 
Entschlußkraft und unter dem mangelnden Vt agemut de 
amerikanischen Zentrale leid.^n. Etwas, was an sich 
heute nicht mehr zu än¬ 
dern ist und vielleicht, 
wenn man sicht, wie 
sich die Neuregelung 
entwickelt hat. nach der 
einen oder andeen Rich¬ 
tung hin noch ausge¬ 
glichen werden kann. 

Aber diese Betriebe 
bilden bei all ihrer \X ert- 
Schätzung und Bedeu¬ 
tung keine intregicren- 
den Bestandteile der 
deutschen Filmindustrie. 

Die Gesamtheit hat 
sich in dieser Versamm¬ 
lung auf den Standpiinl'.t 
gestellt, daß die be¬ 
kannte Regelung gut und 
zweckmäßig ist. 

Diese Stellungnahme 
war klar, konnte nicht 
anders auslallcn. weil 
hier mit einem Schlage 
das Unwesen des Kon- 
lingentfilms beseitigt ist 
und trotzdem der Schutz 
des heimischen Marktes 
gesichert wurde. 

Wer über diese Dinge 
mit den Vertretern ame¬ 
rikanischer Firmen 
spricht, hört überall ge¬ 
nau so, wie das die Her¬ 
ren der Universal offi¬ 
ziell in der Versamm¬ 
lung erklärten, daß ganz 
selbstverständlich auch 
die Amerikaner im kom¬ 
menden Jahr in Deutsch¬ 
land weiter produzieren 

In welchem zahlen¬ 
mäßigen Umlang, ist na¬ 
türlich noch offen, aber 
cs macht sich doch 
überall das Bestreben 




Seite 10 


lüncnto togtopl) 


Nummer 108 


)<eitcnd. an Stelle d’r Quantität, die Qualität zu setzen 
und Bilder in Ant<rifi zu nehmen, die nicht nur aus Kun- 
tin)<cnt{<ründcn ifemacht werden, sondern die tatsächlich 
auf dem U ellmarkt eine Rolle spielen, ttenau so, wie 
das amerikanische Großfilmc tun. 

Das )<roBc Rätselraten '.>et<innt natürlich über die Ver- 
wendun^sm('>)<lichkcit und über die ZweckmaBi)<keit der 
neunzift Reservekonti itfente. 

ln den V'erleihervcrsammlun)<en wollte man mö)<lichst 
eine bindende Erklä-unj* des Rcichswirtschaftsminisle- 
riums, daß über die K<intin)!ente }>ar nicht oder nur be- 
)<rcnzt verfügt würde, eine an sich berechtit<te Forde- 
runj«, die aber nur schwer 


allein auf eine radikale Kur ankommt, die so intensi\ 
und )(|>indlich betrieben werden muß, daß sich die Sprei 
vom Weizen ein für allemal sondert. 

Aus all den Vorschlätfen und Dispositionen über ein> 
etwaitfe Verwendunj' der noch verbleibenden Reservi 
kontinifente erscheint uns, )<enau betrachtet, nur c 
Punkt beachtlich, nämlich der, der von der Exportpränr 
spricht, der also dem in irgendeiner Form eine bi 
schränkte Zahl von Sonderkontin)>entcn jjeben will di 
tatsächlich seine W'are in besonders ßroßem Maße 
schwer erreichbaren Bezirken des Auslandes unterbrinif; 

Wenn man hier Ausnahme - Bewilligungen erlauf 
so hat das seine größt 


zu verwirklichen sein wird. 

Man darf nicht vc 'ges- 
sen. daß »ich bei all diesen 
großen W irtschaftsfragen 
nur allzu häufig Momente 
ergeben, die zu Anfang 
nicht berücksichtigt v er¬ 
den konnten, die noch 
nicht einmal geahnt zu 
werden vermochten und 
die so oder so nun im 
letzten Augenblick doch 
in Betracht zu ziehen sind. 

In einer Unterredung 
mit prominenten V'erlei- 
hcin und Fabrikanten 
wurde dann derauf hirge¬ 
wiesen, daß gerade dieses 
Reservekontingent außer¬ 
ordentlich zweckmäßig sei. 
daß man es nur öffentlich 
nicht wahr haben will. 

Gewiß, an sich ist der 
Markt mit den zur Ver¬ 
fügung stehenden einhun- 
dertsiebenzig Filmen völ¬ 
lig ausreichend versorgt. 
Tritt zu dieser einge¬ 
dämmten Einfuhr noch 
eine eingedämmte deut¬ 
sche Erzeugung, so wird 
die Regulierung des Mark- 



Berechtigung. Ganz 
gesehen davon, daß hi. 
zunächst große Sumiii- 
zu uns fließen, d^rf m. i 
hier das so oft und \ 
erörterte Prinzip der (j. 
genseitigkeit als Ar'.^ 
ment ins Treffen führt ; 

(jerude wir haben i - 
für die Gegenseitigkeit 
F'ilmgeschäft seit Jahun 
immer wieder eingcscl : 
Wir betonen acch ger.i i- 
in diesem Augenblick 
scs Moment, um wi. 
einmal erkennen zu ge! 
daß sich die Neurege' 
nicht gegen Amerika ■■ ■■ 

einen anderen ausla¬ 
schen Staat richtet. iß 
vielmehr hier die Gi> 
läge geschaffen w' 
soll, auf der sich das dt 
sehe Geschäft mit ai 
Ausland in wahrhaft k.i .l- 
mannischen Bahnen 
richtet. 

Das scheinen am i 
Ausländer ein/usi ” 
denn es ist \or allen ”• 
gen erfreulich, lest.-; 
len. daß F'iimen 


tes, von der man schon 


United Artists. Parain 


monatelang schrieb, ver- FKITZ RASP Ph.iiiu Metro, Unixersal und 

hältn smäßig leicht. Sie tp.tii t. nc llaupirollc in „Der bei mm» volle Spi.«.:- ducers, die direkt odi 

wird auch deshalb nicht direkt auf der fragl 


allzu schwer sein, weil man in finanzieller Beziehung in 
vielen Dingen vorsichtiger werden wird. 

Es hat gar keinen Zweck, die Pferde scheu zu machen, 
indem man argumentiert, daß nun in den deutschen Ate¬ 
liers weniger Arbeiter beschäftigt würden. Ganz abge¬ 
sehen davon, daß das etwas ist, was augenblicklich noch 
garnicht zu übersehen ist, weil Qualitätssteigerung in 
vielen Fällen automatisch eine Verlängerung der Fler- 
stellungsdauer mit sich bringt, ist immerhin zu erwähnen, 
daß, so bedauerlich es ist, in W'irklichkeit aber, wenn 
es sich um die Gesundung eines ganzen Industriebereichs 
handelt, auf Nachteile in einzelnen Bezirken nicht un¬ 
bedingt und überall Rücksicht genommen werden kann. 

Oie Atelierbesitzer, die ja diese Dinge in erster Linie 
angehen, haben in dieser Richtung schon vor der Ent¬ 
schließung des Reichswirtschaftsministeriums ihre Mei- 


Tagung vertreten waren, den Beschluß des Reit! 
Schaftsministeriums für gut und richtig anerkannt h-'‘ 

Wir gehen sogar so weit, die jetzige Regelung 
die allein richtige auf den Wege der Ubcrgani;- 
Schaft zu bezeichnen. Wir sind un» alle, die die \v 
nisse auf dem Weltfilmmarkt wirklich kennen. d.ii 
klar, daß wir langsam dem freien Filmhandel wiedci vnl- 
gegensteuern. 

Wir wünschen nur. daß dieser Weg langsam gegangen 
wird, schrittweise, in dem Tempo, das nach der 
schaftlichen Lage des deutschen Films wirklich ange¬ 
schlagen werden darf. 

Wir wissen, daß die Einfuhrbeschränkung nur ein •»' ' 
tel zur Erreichung der Weltgeltung darstellt. Ein 
auf die Produktionsprogramme der nächsten Zeit ^ 
erkennen, daß man in Produzentenkreisen genau wei 


nung kundgegeben und sich auf den allein richtigen 
Standpunkt gestellt, daß die Erhaltung und Festigung 
der Gesamtindustrie in die allererste Reihe gestellt wer¬ 
den muß. — Gerade in den letzten Tagen, wo man so 
viel von Moratorien, Zahlungseinstellungen und Verglei¬ 
chen hört, sollte man erkennen, daß es jetzt einzig und 


was die Stunde geschlagen hat. 

Es hat jetzt keinen Zweck, gegen eine Verfügung, h'"' 
ter der die Majorität und die entscheidende Majori a 
der Industrie stehen, durch irgendwelche Winkelzüge auc 
nur indirekt zu kämpfen. Die Parole für die nächste u** 
für die fernere Zeit heißt: Arbeit. 



Nummer 1085 


Von unserem K.-K 


ipnndcnten. 



ie Sensation für Hollywood bedeutete natürlich die 
Preview von Charles Chaplins ..Zirkus", die. wie cs 
nun einmal üblich ist. vollkommen überraschend in einem 
mittleren Kino, diesmal dem Alexandertheater, stattfand. 
Da man in Eunipa diese Kinriclitunfi nicht kennt und auch 
n der ameriKanischen Fi'rm nicht nachahmen kann, weil 
das Puhlikun-. bei uns anders zusammenfjesetzt ist. so soll 
die Technik dieser Previews nicht weiter ausi^eführt wer¬ 
den. Selbstverständlich saden im Zuschauerraum des 
Iheaters. dessen Publikum zum sehr groben Teil aus 
I- rauen Ix-stand. mehrere 
Stenographen, die genau 
'en Eindruck jeder ein¬ 
einen Szene buchten, weil 
lanach der Film noch ein- 
iial geschnitten wird. Denn 
eder amerikanische Film. 

■rr einer l’review für wür- 
'ig gehalten wird, und 
ine gewisse Durchschnitts¬ 
produktion scheidet hier 
■m vornherein aus, ist der 
Zirkus" in der iin Alex- 
ndertheater gespielten 
' orm nicht die endgültige 
1 issung. Der ..Zirkus" 
ird in einer konzentrier- 
1 Art den Weg utn di n 
'dball machen. F's ist 
hade darum, denn auch 
der nebensächlich¬ 
sten Szene erweist sich 
Charles als Darsteller so- 
"hl als auch als Regis- 
ur als die genialste Per- 
'■'nlichkeit. die der Film 
I" Ute in der Welt aufzu- 
"‘■isen hat. Eine Kritik 
muß unterbleiben, solange 
mvht jene Form vorliegt. 

«fie Chaplin seinem Werk 
Ibst zu geben gedenkt 
^ ’ soll nur gesagt sein. L I L I A N 

d.iU die notwendigen Hi-hherü 

Sthrittc diesem Bilde eine 

Walt des Ausdrucks geben werden, die den „Goldrausch" 
■■ Schlagkraft noch übertrelfen wird. 

Chaplin, den die Angriffe seiner geschiedenen Frau 
"uhl zu verletzen wußten, jedem anderen als diesem 
Genie hätten sic in Amerika den Hals gebrochen, hat sich 
Wieder in das arbeitreiche und durchaus nicht so amü¬ 
sante f.cbep von Hollywood gefunden und bereitet als 
"•'ihstc Arbeit den ..Selbstmördcrklub" nach dem gleich- 
'‘^»nigen Roman von Robert Stevenson vor. Wie cs 
heißt, beabsichtigt er. dazu Aufnahmen in allen möglichen 
Städten der Welt zu machen, und er soll bezwecken, auch 
ein paar Szenen in Deutschland neben solchen in Frank¬ 
reich und England zu drehen. Aber da man bei Chaplin 
nie weiß, zu welchen Dingen er sich zuletzt entschließt, 
bleibt eben alles in der Schwebe. 

Mit Seinem „Zirkus" wird er allerdings der Serienfabri- 
^•'on einen neuen Stoß geben, denn augenblicklich sind 
Manuskripte von Filmen aus dem Milieu der Manege stark 
Refragt. Selbstverständlich werden die anderen völlig ver¬ 
schieden vom Chaplinschcn „Zirkus" angelegt sein. and. da 
sich der Kreislauf der F'ilmidcen wiederholt, zumeist mit 


Sensationen aufv/arten, die schon vor zehn .fahren einni.il 
Mode waren. 

United Artists haben nicht nur den „Zirkus" als Prunk¬ 
stück im Programm, sondern in diesen Tagen dm 
„Gaucho" mit Douglas Fairbanks u.nd die „Teufelslänzerin ' 
mit Gih'a Gray zur Kritik gestellt. Über Fairbanks hdil 
sich nichts Neues sagen. Er hat die Einmaligkeit semei 
Erscheinung, die Eleganz und Akrobatik seines Spiels, da* 
von Richard .lones hinreißend temperiert wird. Der 
..Gaucho" ist das übliene F'airbanksbild. nicht überwälti¬ 
gend originell in der Iv- 
lindung. aber leicht und 
flott im Ablauf der Sze 
nen. Daß es vorwiegerd 

auf die Fähigkeiten de- 
Stars zugeschnitten ist. 
versteht sich von selbst 
•Als f’artnerin ist diesmal 
l.upa Velez eingeste It 
worden, eine .Mexikanerin, 
die nicht weniger Feuer 
hat als Dolores del Rio. 
und die unter den gewöhn¬ 
lich matter. weiblichen 

Gegenspielern die erste 
Persönlichkeit von Form.it 
ist. Dem Film wird in den 
Fachkreisen ein großes 
Geschäft vorausgesagt. 

Gilda Grays Film ei- 
vvärmte weniger. Sie ist 
zu sehr Tänzerin und des¬ 
halb .Mittelpunkt eine- 

.Manuskriptes. wie es für 
Mae Murray in ihrer 

besten Zeit geschrieben 
wurde. Also eine Hand¬ 
lung. die in jedem Augen¬ 
blick Tänze oder tänze¬ 
rische Bewegungen erlaubt, 
Sentimentalitäten verstreut 
und mit einem erschrek- 
H A R V E Y kend hart hingesetzten 

■lim .Khcfcricn“ Happyend abbrichl. Fred 

Niblo hat die Regie mit 
sehr viel Umsicht und Feingefühl geführt, aber eine so ab¬ 
gewogene Ensemblekunst wie in der ,,Roten Lilie" hat er. 
trotz größter äußerer Erfolge, nicht mehr erreicht. Für 
Europa dürfte die ..Teufcistänzerin" nicht von besonderem 
Interesse sein. 

Emil .lannings hat sich recht schnell akklimatisiert. 
Jenem unwägbaren Fluidum, das alle Europäer zu guten 
Hollywoodleulen macht hat auch er nicht widerstehen 
können. Er macht viel weniger Einwände gegen die Dreh¬ 
bücher als anfangs und ist deshalb schon in der Arbeit 
zu seinem vierten Film. Solches Tempo besaß er in 
Deutschland nicht, aber in Kalifornien lernt eben jeder 
Mensch rascher arbeiten. Der Erfolg vom „Weg allen 
Fleisches" setzt sich auch in der Provinz fort und wird auf 
den künftigen Vertrag nicht ohne Einfluß sein. (In¬ 
zwischen meldet ein Telegramm, daß .lannings vom näch¬ 
sten Jahre ab auf drei weitere Jahie bei Famous Players 
bleibt und steigend 8000. 9000 und 10 000 Dollar in der 
Woche erhält. Von hier aus läßt sich nicht (••ststellen. 
ob die Zahlen zutreffen. Eine solche Gage bedeutet auch 



Seite 12 


Nummer 108 



in Amerika bisher njr eine von ganz wenigen allergrößten 
Namen erreichte Höhe. 

Conrad Veidt. der bisher noch ohne großen Namen in 
Amerika ist (Caligari wurde ohne einen Schauspieler¬ 
namen vorgeführt), arbeitet bei Universal mit jener 
Rastlosigkeit, die ..Onkel Carl" groß gemacht hat. Uni- 
• Versal hat zwar seir-i dicken Trümpfe. Hoot Gibson. Re¬ 
ginald Denny. Laur^. la Plante, aber es sicht mit origi¬ 
nellen Ideen auch in Universal City einigermaßen dünn 
aus. Sonst hatte man eine so talentierte Frau wie Mary 
Philhin nicht an Griifith ausgelichen. der sie für seinen 
neuen United-Artists-Film gebraucht und der aus dieser 
Künstlerin endlich das herausholen wird, was ihr den Weg 
in die Reihe der ersten Stars öffnet. Veidts nächster 
Film wird ..Grease Paint" sein, eine Originalgcschichtc. 
von der erwähnt wird, daß sie wirklich einmal etwas ganz 
Originelles sein soll. Hoffen wir das Beste, denn sehr gute 
Schauspieler sind 

schon Opfer 
schlechter Dreh¬ 
bücher geworden. 

So etwa die rei¬ 
zende Betty Bron- 
son. für die nie¬ 
mand das schrei¬ 
ben kann, was sie 
braucht.Und selbst 

dem famosen 
Adolphe .Menjou 
hat die Krit'k 
dringend geraten, 
sich nach besse¬ 
ren Manuskripten 
umzu.sehen. Frei¬ 
lich ist dieser Rat 
leichter gegeben 
als befolgt, denn 
trotz der sehr 
hohen Preise, die 
heule für ein gu¬ 
tes Drehbuch be¬ 
zahlt werden, ist 
es einfach nicht 

möglich, Arbeiten Trrppcubau« dc< muvii F« 

von hohem Ni- ' 

veau zu erhalten 

Man ist in Hollywood sehr gespannt auf die Manuskripte, 
die Carl Vollmöller für United Artists geliefert hat. 

Ob Max Reinhardt nun doch einen Film diehen wird 
oder nicht, wird in Hollywood sehr umstritten. Dieser 
Meister der Reklame hat unter allen Umständen dafür ge¬ 
sorgt, daß alle seine Pläne spaltcnlang durch die Zeitungen 
gehen. Sogar seinen Sieg über die Lustbarkeitssteuer und 
den Berliner Magistrat ließen sich die kalifornischen 
Blätter aus Berlin kabeln. 


Clara ßow spielt in ..Rotes Haar" die Hauptrolle. S>e i-' 
nämlich nicht, wie die Photographie erzählen m<>cht< 
dunkel, sondern rothaarig. Aber gegenüber dieser Nuani 
versagt die Kunst des Kameramannes. 

Bei einzelnen Firmen ist der Beschluß gefaßt wurde- 
die fest engagierten Stars häufiger als bisher zu hcschä - 
tigen. im Falle ihr Kontrakt nicht auf eine bestimn. 
Zahl von Filmen beschränkt ist. Die -Mehrzahl von ihn. i 
besitzt einen so günstigen Abschluß nicht, ln der letzt i 
Zeit war die Manier eingerissen, daß man sich unt 
c'-ander die Stars auslieh, weil die Meinung vorherrscht 
daß bestimmte Rollen nur von bestimmten Schauspiele: n 
durzusteller seien. Eine M.ahnung an seine Regisseure, d e 
Cccil B. de Mille sogar schriftlich herausgehen ließ. e 
fest beschäftigten Schauspieler auf die Verwendbarkeit auvh 
für andere sonst von ihnen vertretene Rollen zu prüf> i. 
hat freilich bisher noch kein Resultat gehabt. Übrig ^ 
hat de Mille n . h 
Famous - Plav > 
den größten 
Schauspielerst .b. 


der 


der 


besser ausgen: '/l 
•verden könnt. 
Famiius - Pl 

dings ihr 
r.emble noch r- 
größern oder Jtil- 
frischen zu 
len. Man sp; :ht 
davon, daß r 
schiedene K.'f.- 
trakte. die xh 
ihrem Ende nä¬ 
hern, nicht i->'hr 
erneuert ».Jen 
sollen, weii m- 
zelne Schai'.’ie- 

Publikum xht 
mehr so gef. tlen. 
wie es beim Ab- 

«-Thcvler« in Wxhinflnn Schluß dcs ^ er- 

>-///"» träges der Fall 

war. Es wii.i so¬ 
gar gemunkelt. daß Pola Ncgri einen Kontrakt, wie si> ihn 
jetzt besitzt, nicht wieder •■rhaltcn werde. Freilich hat sich 
der Klatsch immer an ihre Fersen gehängt, weil sie es 
merkwürdigerweise nie verstanden hat. sich populär zu 
machen. In ..Abie's Irish Rose", die nun endlich gedreht 
werden soll, wird Nancy Ccrroll die Hauptrolle spielen- 
Dieses teuerste aller Drehbücher wird den Parani.'unt- 
Leuten noch manchen Kopfschmerz bereiten; freilich dürfte 
der Erfolg in Amerika unbestritten riesenhaft werden. .Auch 


Claire Windsors nächster Film wird unter dem schönen 
Titel ..Das Weib und der Teufel" angekündigt, aber er 
wird schließlich nicht so schlimm werden. Mary Prevost 
hat ihre Beine für eine Million Mark versichern lassen — 
wenigstens heißt es in den Reklamcnotizen so, die aus 
diesem Anlaß mit den dazu gehörenden Beinen durch die 
Zeitungen gingen. Ihr nächster Film führt den pikanten 
Titel „Eine Blonde für eine Nacht". Es scheint die Ab¬ 
sicht zu bestehen, diese Schauspielerin auf die Pikante- 
rien festlegcn zu wollen, eine Absicht, die ihrem Talent 
cntgcgenkommen würde. In der letzten Zeit war auch sic 
nicht sehr erfolgreich. Lon Chaney wird in dem Film 
„Die große Stadt" unter der Regie von Tod Browning in 
noch mehr Masken als sonst erscheinen, und Victor 
Sjöström wird Pauletta E)üval mit Lars Hanson und der 
'<roßcn Greta Garbo in der „Göttlichen Frau" vereinen. 


„Gentlemen prefer blondes“, ein Wort, das langsam zu ver¬ 
blassen beginnt, ist noch nicht besetzt. Die feine und gra* 
ziösc Florence Vidor verläßt Paramount, da sie mit Jef 
Rollen nicht zufrieden war. Gewiß ein Verlust für d'*-' 
Firma. 

Lois Moran wird die Hauptrolle in Ludwig Berufs 
erstem Foxfilm „Ich will nicht heiraten" verkörpern. 

Film wird ein Lustspiel sein, da Berger nach dem Erfolif 
des „Walzertraums" für derartige Filme ahgestcmpelt '** 

Warner Bros., die anscheinend aus der schlechten Finanz¬ 
lage wieder heraus sind (ihr letzter Film „Die 
Sänger" sind durch den Varielestar Al Jolson die Sen 
sation von New York und Chicago) scheinen stramm pf*’ 
duzieren zu wollen. Rintintin wird in neuen Filmen «r 
scheinen sowie die halb vergessene Betty Blythe. Übrigen» 
wird House Peters wieder bei Metro auftauchen. 


Nummer 1085 


Seite r- 


V’on Günther Lenhardt. 



n der Tschechoslowakei, d. h. dem tschechischen Staalen- 
jtehilde. wie cs sich heute uns auf der Landkarte prä¬ 
sentiert mit den Gchicte-n des chcmalitfcn Böhmens, öster¬ 
reichischen Schlesiens, einem Teil Galiziens. Ungarns und 
Kumäniens, ist das Kinotheatcr zum Aus^an)<spunkt der 
pelitischcn Keikereicn )<emacht viurdcn. Fast unjflar.blich 
•*!mj{t es, zu erfahren, daß die tschechische Zensur ein 
jeheimes Verfahren ist. bei dem die h ilmindiistrie 
iiich nicht durch einen Vertreter repräsentiert wird daß 
die Zensur recht oft eine willkürliche politische Kichtunf> 
'Ksitzt und mehr oder wen-- 
■4er willkürlich Verbote aus- 
'prcchcn kann. f<c|<en die 
•lichts zu machen ist. Da ein 
■roßer und der weitaus finan- 
•iell stärkste Theaterliesitz 
in deutschen (fänden ist, hat 
man sich in Praß wenißstens 
iazu bequemt. deutsche Titel 
iizulasscn und auf ein zwei 
'prachißes System zu ver¬ 
ebten. natürlich nur soweit 
■c Filme in den soß. deut- 
hen Gebieten zur Vorfüh- 
Minß ßelanßcn. Wer in Praß 
I m Kino besuchen will, muß 
- hon der tschechischen 
Sprache machtiß sein .Mit 
iinißem Stolz erklären auch 
I n paar Verleiher, daß in 
f’iaß deutsche Filme nur 
'-hiecht zu plazieren sind 
ii 'd sehen cs als einen ßroßen 
Sieß an. dem i.mcrikaniscnen 
D"’'chschnitts(ilm den ßröße- 
'»n Platz ßesichert zu halien. 

Si'‘ kommt es. daß sich die 
ßiiißtcn Verlcihuntcrnchmun- 
ßen in amerikanischen Hän- 
‘l'-:i (Kfinden. Daß es auch 
bedeutende Verleihanstalten 
ßiht, die eine deutsche Pro¬ 
duktion bevorzußen. soll nicht 
in Ahrede ßcstellt we*rden. 
barher ßehört in allererster Linie neben der UfavertrelunC 
‘•■c Moldavia. die die Enielkaproduktion mit ßutem 

(rfoljie vertreibt. 

steht cs nun um die Produktion? Es sind eine 
S?nze Reihe Versuche ßemacht worden, eine tschechische 
Pioduklion aufzurichten. Aber mit Ausnahme von Lamac 
und der Ondra, die auch l>ci uns nicht unbekannt sind, 
konnten bedeutendere Filme nicht entstehen. Das hat 
^inen Ursprunß natürlich auch wieder auf politischem 
Jj*‘biet. Sicherlich hätte die Tschechoslowakei, die iibei 
‘■'orraßende landschaftliche Motive verfüßt, (lercits eine 
akzeptable Produktion. Filmtechnisch ist man natürlich 
^nt zurück, die A. B. Ateliers in Praß-Weinberße sind 
’e cinzißen. die sich noch halten konnten, und ktinnen die 
usprüche der heutißen Filmtechnik nicht im ßcrinßsten 
*^'^'edißen. 

Den schwersten Stand hat zweifelsohne der Theater- 
F *'*k*'^' ^“"*^**®* besteht für das Lichtspiclßewerbc keine 
■■nheit. d. h. die Eröffnunß eines Kinotheaters ist von der 
einer Lizenz ahhänßiß, die die Kreishauptmann- 
' att in erster Instanz zu prüfen hat. bis das .Ministerium 
'* cndßültiße Entscheidunß fällt. 


Die Lizenzen werden aber nicht Einzelpersonen, ^««n- 
eletn nur den betreffenden Gemeinden erteilt, die ihrer¬ 
seits einen Geschäftsführer anstclien können, d. h nur 
Irländer; Personen, die nicht tschechische Staatsbiirßei 
s.nd. di'rfcn nicht als Geschäftsführer funßicren. Diese l»e 
stimmunß läßt sich natürlich sehr einfach durch \or 
st hieben eines Strohmannes iimßchcn. wie es die .Air.-.-ri 
kancr in Praß auch ßetan haben, aber die Reßierunß hat 
etoch damit erreicht, daß ein Bürßer ihres Staates wiedei 
I ir r.inkommen hat. Die Gemeinde als die Lizenz 
inhalierin ulieriiimml natiir. 
lieh keinerlei Risiko ßih; 
weder Bauzuschiisse. noc i 
sonst irßcndeine l'nt'. isiu' 
zunß. Wenn also der so'^t 
nannte Gcschaftsfiihrei i i 
se nen Bau I oder 2 Mi:!i 
■ >iien Kronen inseslieri. 
k.inn er sich zur Sicherun-.^ 
einer .A:n< rti: ation nur eine.i 
ianßiährißen Anslellun'.;- 
sertraß ßtlicii lassen. Immei- 
hin ist damit ein ‘.^roße^ 
Risiko serbimden. denn letz¬ 
ten Endes ßiht es immei 
W'tße, einen solchen Verli.ij 
vorzeitiß zu lösen. 

In den deutschen Gehietea 
unterhalten allerdinßs die 
Thcalcrlresitzer so ßule pei 
sönliche Bezichiinßcn zu 
ihren Lizenzinhabern daß 
cißentlich Differenzen nach 
dieser Richtunß hin noch 
nicht bekannt ßeworden sind. 
Die Abßabcn des Theaters 
sind sehr ßroßc. Neben den 
allßeneinen Steuern und der 
Liistbarkcitssteuer hat das 
Theater noch jährlich eine 
bestimmte Summe als Invali 
dcnahßabc und eine solche 
.in das Rote Kreuz zu zah¬ 
len. Das hat seinen l rsprun-j 
aVer wieder in den politischen Geßensätzen. Das 

Kote Kreuz ist tschechisch, und die Deutschen konn¬ 
ten lis heute keinerlei Einfluß auf diese wichtißc 
Institution ßewinnen. Darauf fand man in Praß keinen 
■rideren Ausweß. als diese Lasten auf die Kinos 
al'.zuwälzcn. Wie hoch sich diese (iclaufen. sei dadurch 
darßc.kßt, daß z. B. das Elysiumkino in Auss.ß mit etwa 
75(' Plätzen jährlich 23C00 Krönet, an das Rote Kreuz zu 
zchlen hat. Man darf nun nicht übersehen, daß sich die 
Eintrittspreise zwischen 1 und 7 Kronen beweßen. nach 
deutscher Währunß 12—85 Pfennißen. Natürlich sind die 
leihmieten diesen Umständen anßcpaßt. Bezeichnend 
dafür ist der Umstand, daß vor zwei Jahren auch die 
ßroßen Kinos noch nicht die ßanzc Woche hindurch 
spielten und heute teilweise dreimal wöchentlich Pro- 
ßiammwechscl haben. Bühnenschau findet man ver 
cinzelt. Da die Bevölkerunß weniß oder ßar keine- Ab- 
wichslunß hat. nimmt das Lichtspie theater eine ßroß..- 
Stcliunß ein. 

Die deutschen Theater sind .sehr solidarisch, wepn es 
sich um ßroßc Fraßen handelt, und der Verband der 
diiitschen Theaterbcsitzer in der C. S. R. ist ein Faktor, 



Seite 14 


Nummer 1081 


mit dem jeder Verleih rechnen muß. Es ist schon vor- 
)<ckommen, daß ein Kciykott durchdeführt worden ist, der 
sehr erfnl){reich war Es werden natürlich die deutschen 
Filme in jeder nu- erdenklichen Weise bevorzugt, und 
gegen Harry Liealke kann 
kein Amerikaner an. Die 
deutschen Theaterbcsitzer 
haben auch einen eigenen 
Genossenschaftsvcrliih, als«> 
eine ähnliche Bildung wie 
bei uns das Deutscie Licht- 
spielsyndikat; allerdings wer¬ 
den die Filme hier nur gegen 
Festmiete und nient gegen 
Beteiligung gespielt. 

Bei den großen Schwierig¬ 
keiten, die insbesondere dem 
Theaterwesen in der Tsche¬ 
choslowakei gemacht wor¬ 
den sind, muß ni<.n sich 
wundern, in welcher Weis.' 
sich die Deutschen organi¬ 
siert haben. Sic besitzen 
heute sehr passable Theater 
mit 700 und 1000 Plätzen. 

Zur Zeit sind weitere Theater 
im Entstehen, von denen das 
bedeutendste das Schrecken- 
steiner Kino mit ca. 700 Plät¬ 
zen. das im Oktober eröffnet 
wurde, sein dürfte. Eine 
filmische Vcrbincung zu 
Deutschland würde man sehr 
begrüßen, und es ist ja be¬ 
kannt, in welcher Weise sich 
der Verband für die Syndi¬ 
katsidee eingesetzt hat. 

Es wäre überhaupt gut. 





wenn sich die reichsdeutschc Filmindustrie mehr um ihrer 
Nachbarn kümmern würde. Man muß bedenken, daß ge 
rade die Reichsdeutschen auch bei den Tschechen seh 
angesehen sind und einen großen Einfluß ausühen kiinner 
Die valutarischen Verhäl' 
nisse dürfen dabei nicht au' 
schlaggebend sein, denn ab¬ 
gesehen davon, daß hier; i 
sehr schnell eine Andern' 
eintreten kann, sind ja aui i 
die Unkosten in Krimen . 
begleichen. 

Die wirtschaftlichen V\- - 
hältnisse des Landes sind gi 
und das Theatergeschäit t 
noch sehr entwicklungsfäh . 

.Icdenfalls würde es f :r 
die r-richsdeutsche Filmind i- 
strie nicht schwer sein. ri:t 
Unterstützung der Deuts. ^- 
böhmen — ein Wort, d.iß 
man in Prag und im F m 
nicht gebrauchen darf — i m 
F'ilmmarkt der Tschec' 
Slowakei maßgebend beein¬ 
flussen zu können. Nicht nit 
Unrecht licklagen sich 
Deutschböhmen über das :c- 
ringe Interesse, das il'cn 
kulturellen Bcstrcbungc-i an 
seiten des Deutschen Realics 
cnlgegcngebracht wird. ■ a> 
Desinteressement das irh 
selbst aui die angrenzei .len 
Länder erstreckt. El-a' 
mehr Obacht aui die -h- 
men wäre hier doch an¬ 
gebracht. 



Glück 


P » 


Von unserem Budape 

er Filmklub — natürlich der von Budapest — ist von 
Amtswegen aufgelöst worden, weil in ihm dem 
Fiazardspiel stark gehuldigt wurde, was allerdings bei 
allen anderen Budapester Klubs an der Tages- bzw. Nacht¬ 
ordnung ist. Warum der Minister des Innern gerade den 
Filmklub maßregelte, ist unerfindlich, es sei denn aus Ge¬ 
wohnheit, alles, was mit Film zusammenhängt, zu drang¬ 
salieren. Die Behauptung, daß in keinem anderen Klub so 
wild gespielt worden wäre, ist durchaus unbewiesen, wie 
es auch weit übertrieben ist, wenn behauptet wird, daß 
viele Besucher des Klubs mit der Filmindustrie auf keinem 
anderen Boden zusammenstanden als auf dem des Spiel ■ 
fcides. — Nun wäre aber niemand mehr als der Minister 
des Innern berufen, eine Stütze für den Film zu sein. Bei 
der Institution des Filmfonds beweist er es allerdings 
auch nicht. Das ist auch so ein Schmerzenskind der unga¬ 
rischen Filmbranche. Endlich atmete man auf, als das 
Filmatelier Staaken mit dem Fonddirektorium einen Ver¬ 
trag tätigte, wonach Phönixfilm in Budapest mehrere 
Filme herstellen sollte. Man machte Witze darüber, daß 
mit „Naftalin" von Eugen Heltai der Anfang gemacht 
wurde, aber von weiteren Filmen hört man noch nichts, 
tiotzdem Erna Morena und Livio Pavanclli Budapest be¬ 
reits wieder verlassen haben. Allerdings. Vivian Gibson 
und Else Temäry filmen noch einige Szenen. Soll es 
denn immer nur bei einzelnen Versuchsaufnahmen bleiben? 
„Intensive ungarische Filmfabrikation“ bezweckte auch der 
mit großem Aplomb gegründete „Ungarische National- 
fümverein". Bis jetzt hat er nichts erreicht, wie in der 


ter Korrespondenten, 
letzten Generalversammlung bekanntgegeben wurde »eil 
die ihm gemachten Versprechungen nicht eingel Iten 
wurden. Nun hat aber der Ungarische Schauspielci »md 
eine eigene Filmabteilung gegründet, und es ist wahr¬ 
scheinlich, daß Verc n und Bund fusionieren werden zu¬ 
mal sie gleiche Ziele verfolgen. Eine gemeinschaf'üchc 
Kommission beratei bereits über die Modalitäten. 

Der Verband der ungarischen Lichtspieltheaterkonzcs- 
sionäre hat mit den bekannten Angelegenheiten zu k.iiuP' 
fen: Einheitseintrittspreise, Lustbarkeitssteuer, wobei 
Abgeordneten um ihre Hilfe angegangen werden, usw und 
hat einen Fortschritt zu verzeichnen, das Einhcitsplakat 
für Theater mit Erste Wochen-Programmen. Das erste die¬ 
ser Plakate ist geschmackvoll und künstlerisch aue'.:cfal' 
len, und .man will nun die Spieler von Zweiten Wochen zu 
einer gleichen Vereinbarung bewegen. Der Verband und 
der Filmindustriellenverband haben dieser Tage einen 
Akt der Pietät geübt, als der amerikanische Film .L«-* 
Lyon" seine Premiere in Budapest hatte. Der Stoff 
nach einem Werke des verstorbenen ungarischen Sehrift- 
stellers Alexander Brody entstanden, und so wurde 
Grabe desselben bei diesem Anlasse ein Kranz nicdcr- 
gelegt, unter Teilnahme des Schauspielerbundcs. des 
Autorenverbandes und der American Film A.-G. Ein der¬ 
artiges Zusammenwirken aller Faktoren wäre auch drm- 
gend nötig in der Frage eines Pensionsfonds der Branche- 
dir nunmehr ebenfalls eingeleitet wurde. Die 
Rr-hfilmfabrik in der Nähe von Budapest, die seit 1” 
untätig war, wird wieder fabrizieren. 



Nummer 1085 


Seite 1> 


und V o 1 k s f i 1 Ml 

Ein Di$kussions-Abend der Volksbühne. 


Ile Sprcchhiihncn stehen dem Film feindlich ßefien- 
übtr, weil sie spüren, daU in ihm ein neues, zeit- 
’t-mäUcrcs Element lcbcndi|( ist. Wenn sich also die ßer- 
.ner Volksbühne, die |<röBtc Orifanisation der Thcatcr- 
csuchcr. cntschlieüt, einen Diskussionsabend dem Film 
ni vtidmen. si. ist daraus zu entnehmen, wie brennend das 
’toblcm Film für die breite Masse wurde. Die Volksbühne 
• schon deshalb f<ezwun}ien. das Thema „Fii.-n" in alltr 
reite zu behandeln, weil auf ihren Brettern das Experi¬ 
ment des Kc|<isseurs Erwin Piscator auftauchte, dem ster- 
: V nden W'ortdrama durch das Lichtbild einen neuen Reiz 
. . jjeben. Der Ver¬ 
mach. ein Theater- 
'iick mit Hilfe 
' Films leben- 
m.ifer zu t>cstal- 
n. ist nicht neu, 

' n Piscator nicht 
erfunden Morden, 
iier von keinem 
deren bisher so 
I' nsequent durch- 
führt. Bei ihm 
U> ht die Ver- 
s ‘iwisterunj* fa 
- »»eit. daß der 
^ m die Hälfte 
dl- Abends um- 
s!>nnt. was — 

'»■■rauf der „Kine- 
ni.uodraph'' be- 
ri ts vor Monaten 

St ■ndpunkt des 
I lieaterbesitzers 
eine Nachprüfung 
cir Steuersätze 
ern.rdcrt. — Der 
Uiskussionsabend 
'erlief, wie nicht anders zu erM'artcn, ertfebnislos, Mcnitf- 
stins in seinen drei Hauptreferaten. Denn das unanifekün- 
■f'tite Resultat sollte für die Volksbühne natürlich das 
Jhikenntnis zum Theater sein. Es sprach zuerst der 
rhiatermann Heinz Hilpert, der das Theater als {«cistitfen 
laktor pries und dabei den Spielplan der Volksbühne ver- 
Äaü, über dessen Veraltun(< kein Wort zu verlieren ist. 
ts sprach der Filmrei^isseur Lupu Pick, der im Theoreti- 
*thLn bisher immer starker war als in der Praxis, und 
zuletzt kam Julius Bab zu Worte, der sozusaffen als Laie 
^dete und der den Spielfilm unter das Theater stellte, 
tine merkwürdijje AnschauunjJ. wenn man bedenkt, daß 
dieser viel umstrittene Literat einmal zu den Beisitzern 
*1 Eilmprüfstelle gehört hat. 

Lebendig wurde der Abend erst, als die Diskussions- 
'■eoiier einsetzten, unter denen die Worte des Drchbuch- 
**ilors Bela Balazs den Höhepunkt bedeuteten. Denn er 
^^e ganz klipp und klar, daß es kulturell von größter 
edcutung sei, vi-cithe Art Film jeden Abend die Menge 
^ ^'■ßötzen habe. Der Beifall, den seine Worte fanden, 
'**** ßanz deutlich, daß die letzte Stunde des Theaters 
^schlagen hat, und daß die Masse den Weg zum Film 
«men will. Freilich kam Balazs wie auch andere Dis- 
lj!^f®‘""*''edner nicht von der Vorstellung der Piscator- 
Auch ihm schien eine Vereinigung von Ruhne 
sind ®öfilich. Aber das ist ein Irrtum. Beide Künste 
*u verschieden voneinander, als daß sich ein gemein- 


s.imcs Ganze aus ihnen schaffen ließe. In einzelnen Fällen 
mag eine Erweiterung der Sprechbühnen durch den Film 
glücken. Im allgemeinen aber widerstrebt ihr Wesen > 
seht, daß sich eine ersprießliche Zusammenarbeit nicht 
ergeben wird. 

Da der Abend leider nur die Theoretiker, nicht aber 
die Praktiker zu Worte kommen ließ, so nahm cs schlie߬ 
lich nicht wunder, wenn einzelne Redner im W->lkcn- 
kuckucksheim landeten und die Tatsache übersahen, daß 
atr Film eine Industrie ist. .Man stellte nämlich wieder 
einmal die Forderung auf. Kinos für die Anspruchsvoller 
und für die große 
.Menge zu schaf¬ 
fen. wobei die 
drei Pariser Ki- 

Spitzenfilme ge¬ 
zeigt werden. aU 
.Muster für eine 
ähnliche Institu¬ 
tion bei uns hin- 
gcstcllt wurden. 

Vor einem hal¬ 
ben Jahre bereits 
hat der ..Kine- 
mato^raph " diese 
Forderung als 
einen Irrtum be¬ 
zeichnet. Wen 
diese Frage inter¬ 
essiert. mag nach- 
lesen. was wir 
damals über die 
Repertoire - Kinos 
gesagt haben. 
Heute sei nur kurz 
oemerkt. daß diese 
drei Kinos zu- 
sammcnnoch nicht 
StK) Plätze umspannen, also kleiner als ein mittleres l-icht- 
spielhaus bei uns sind. Garz abgesehen davon, daß unsere 
Zuschauer an eine Güte der Ausstattung, der Musik, der 
Vorführung gewöhnt sind, die selbst in den Pariser Luxus¬ 
kinos nicht bekannt ist. Gaston Thierry, ein bekannter 
fianznsischer Filmkritiker, ha', sich erst ganz kürzlich mit 
dieser Frage beschäftigt. 

Man kann ein Buch auf Subskription vertreiben. The¬ 
aterstücke vor Vereinsmitgliedern spielen, aber keinen 
Film auf diesem Wege hersteilen. Jeder Film verlangt 
nach Millionen von Zuschauern — anders hat er keine Be 
rechtigung und ist anders als industrielles Erzeugnis nicht 
denkbar. Der Film ist eine neue Volkskunst und ist im 
innersten Wesen international. 

Aber die Filmindustrie ■— und die deutsche zumal — 
braucht trotzdem nicht an den Wünschen vorbeizugehen, 
die von den Mitgliedern (nicht den Vereinsrednern) der 
Volksbühne geäußert wurden. Nämlich die Forderung 
nach Filmstoffen, die der Menge heute etwas zu sagen 
haben. Dieses Problem verdient sehr ernste Beachtung. 
Immer wieder ist im „Kinematograph' in Kritiken und 
Aufsätzen darauf aufmerksam gemacht worden, daß die 
Mehrzahl der zur Verfilmung gelangenden Themen in 
keinem Verhältnis mehr zu den W ünschen der Allgemein¬ 
heit steht. Wir haben immer wieder die Forderung nach 
zeitgemäßen Manuskripten erhoben und erfahren n<iii daß 
die Menge der Zuschauer genua so denkt. 



Seite 16 


fUnematograpI) 


Nummer 1085 


as ..Rttjenl-Cinema“ in Oran. das liriiUle l.iihtspielhaus 
Niirdafrika.s. hat unter der Direktion Seiherras die W in- 
tcrspielzcit mit ..Du Bruder Sehcllenherfj" eröffnet. Der 
Krfi.li« war sehr stark: besonders licfitl Conrad Ceidl in 
seiner Doppelrolle. Die beiden liroUen Kinos Orans. die 
unter Lcitunii von Seiberras stehen, veerden in dieser Spicl- 
>eit brinijen: ...Metropolis '. ..Apachen von Paris" iPaname). 
..Napolcan". ..Schachspieler". ...Madame wünscht keine 
Kinder". ..Eine Dubaiis »on heute". ..Siinya". ..Prinzessin 


.Mascha", ..Casanoi 
Scheidunt5srei.se". 
Tlerzotlin der Fo- 
lics Bcr)5eres" mit 
Mady Christians. 
..Die keusche Su 
sänne". ...luif Er- 
rant". ..DonJuan". 


n der Schreckliche". 
..Blit/zui5 der Liebe". 


von Rene Eaiich IS. Die Al)«erier werden auf der Bühn 
.1. Lvrner, den Schöpfer der Hauptrolle in diesem Stiicl> 
lind auf der Ixiinwand den Fox-Film, der nach diesei 
Stuck tfedreht vvurde. sehen. 

Pax-Film. die juniie franziisische VcrLihfirma wird duri 
ihren Direktor für Nordafrika, R. Touhol, eine Reihe deu' 
sih.cr Filme in den Verkehr brintien. besonders solche di 
Produktii n Fichberji und .Maxim. R. Toaboi verleiht die^ 
Filme für Aliftrien und .Marokko. 

Die Frstaufführuni« dieser deutschen Produktion woJ 
vermutlich im Splendid Cinema in Alftier stattfinde 
Da Pax - Fii n 

_NX^erke mit d- n 

Namen hier se .r 
beliebter de' 
scher Künsl r 
lind Künstlerinn n 





Seilschaft ist im 
Betfriff. in Oran 
ein Lichtspielhaus 
zu errichten, das 
den Namen 
..Odeon Cinema 
Theater' führen 

men. den sich Vorankuodijun* d. 

Param'.iuntfüralle (Lichupid-Pa. <i Gd 

noch zu errich¬ 
tenden Kinos gesichert ha*.. — Das Lichtspielgewerbc ent¬ 
falte*. im Innern des Landes eine große Aktivität. Neue 
Kinos sind im Entstehen, altere werden vergn'iBert und 
modernisiert. 

J. Sciberras, einer der unternehmendsten und tätigsten 
Filmleutc in Nordairika. der achtzehn Lichtspi^hauscr 
kontrolliert, und in dessen Verleih die bewährtesten 
Marken erscheinen, hat in Sidi-ßel-.Abbes ein neues Kino 
e. öffnet, das ..Empire ". Das mit allen modernen Einrich¬ 
tungen versehene Haus wurde mii dem Nikola Kolin-Lilni 
..bCOCCO Francs im Monat" eröffnet und wird im Laufe 
der Saison bringen: „Der Pilger" mit Chaplin. „Variete", 
„Ronde de Nuit". ..Lucrezia Borgia". „Pour l'Enfant". „Le 
.Maitre de Logis". „Die Brüder Schellenbcrg", 

ln Mostaganem wurde ebenfalls unter der Direktion 
Seiberras das ,,Cinema .^todernc" wieder eröffnet. Die 
erste Vorführung brachte den zum größten Teil in Berlin 
hergestellten Film „Fräulein .losette meine Frau" mit 
Dl lly Davis, Agnes Esterhazy, Pavanelli und de Perdrelli. 

In Philippeville wurde unter der Leitung von Leca und 
Cherry das luxuriöse „Femina Cinema" eröffnet, das in 
der nächsten Zeit ..Walzertraum", „Freudlose Gasse", 
„Die lustige Witwe", ..Die große Parade", ..Der schwarzs 
Piiaf, „Der Sohn des Zorn»'. „Maquillage". „Der Sohn 
des Scheik" und „So ist Paris“ herausbringen wird. 

Ein großes Theater in Algier bringt demnächst in einer 
Bi hnen- und Filmschau ,.Lc Singe qui parle", das Zugstück 


gen" (Peter Ostermayr|. cii 
Jude von Prag". 

Der deutsche F'ilm gewinnt erlreulichcrwcise in '' 
alrika mehr und mchi an Boden und ist ein wirk'-.or.cs 
Mittel zur Eindämmung der amerikanischen Filmhoi.i.!!ii< 
Von bemerkenswerten Aufführungen wären n<'i:!i zu 
niimen: ..Rosenkavalier" im Splendid Cinema in 
unter Anwesenheit des deutscher. Konsuls, im „Regent 
F'ifersucht“ von Grüne, „Tragödie" mit Henny Porten 
„Die Verufenen" von Lamprecht. , F'örstcrchristl " mit L>-* 
.Mara. ..Die rote Maus ". „Orlacs Hände ". „Hotel Imperial 
(Hotel Stadt Lemberg), „Der dunkle Engel“. 

ln Algier gab cs unlängst eine Art von Filmskand.ii. 
dem aber kein Angehöriger der Filmindustrie beteilig' 
war. Ein Mann namens Seloignes, angeblich Redakteur 
c:ner großen politischen Tageszeitung, wollte sich hier af 
großer F'ilmorganisator aultun. Er nahm mit Finanzicuten 
F'ühlung, denen er große Dinge von einer algerischen Pru- 
di’.ktion erzählte. Auch die Titel der Filme, die gedre 
weiden sollten, standen schon fest. Das scheint aber a»^ 
einzige gewesen zu sein, was feststand. Auch von der r 
riehtung von Filmateliers in Algier und einer Reihe andere 
Filmprojekte war die Rede. Aber eines Tages machte i« 
Polizei all diesen schönen Plänen ein Ende, indem sic 
Herrn verhaftete. Es lagen da etliche Schwindeleien vor- 
die noch außerhalb der „Filmtätigkc't" des großen Ln e 
rehn.ers lagen. 


dieser Sai" 
einige Filme ivr 

n.^dltrikam- --n 
Verleih gi 
Unter diesen er¬ 
den sein: ..L>r ' -cs- 
sels Verw..: i 
lung" )Osw -'.dl. 
„Was Kindci Je" 

Eltern verseheci- 
Martin" Berger-Film und Her 




Nummer IC85 


Aincmotogropiy 


Seile 



'•1‘alitchc Bcfilcilun^ 
‘ Schmidt-Centner 


wird von Schroidt-Gcnleer Jv- 
scbickt illustriert und i^nd bei 




United Arlists 

United Artisis 

Donald McGibncy 

I.ewis Milcsiune 

Mary Asior. W.lliam Boyd 

1750 Meter. 6 Akte 


Uraiiltührunii: Marmorhaus 


Manuskript: Tscherwiakow 

Rci(ic: Cardin 

Hauptrollen: Tscherwiakow. Wolodtka 


Urauffiihrunii: Phuebus-Palast 


m Rheinland ßibt es ein vicl|<cspieltcs Stück, das unzählige 
lausend .Mal über Theater und Varietes («ciianUcn ist. Es 












































Seite 18 


fUnetnatogropQ 


Nummer 108) 


Fabrikat: 

Carl Boese-Filiii 

Fabrikat : 

Helvctia-Filni 

Verleih: 

National-Film 

Verleih : 

Heivülia-Filni 

Manuskript: 

1.. Ileilborn-Körbit/ 

.Manuskript: 

MaxJungk u. Hanns Schwarz 

Rc^ie: 

Carl Boese 

ReÄie: 

Hanns Schwarz 

Hauptrollen: 

Fröhlich, .Arna 

Hauptrollen: 

Maly Delschaft. Dieterle 

Länite: 

2648 .Meier. 8 Akte 

Länge: 

2430 Meter. 6 Akte 

Urauffuhrunif: Primus-Palast 

Uraufführung. 

Beba-Palast ...Atrium’ 



IT Primus-Palasl sieh man den neuen Zille-Fil.u der National. 

Eine recht \olkstumliche Geschichte von dem reichen Ban¬ 
kiersrohn. der sich in eine Fürsori-cdame der Kctiuni>SMache 
verliebt und ihrclwei'vn den Kampf ums läßliche Brut ohne 
väterliche Hilfe aufnimmt. 

Der iunt>e Mann kommt trotz all seiner )<utcn Beziehungen 
nur als Bauarbeiter irvendwo unter, uird von einem kleiner. 
Arbeitermädel unsterblich üelieht und cntsch'ieUt sich zu 
ifuter Letzt doch, 
lieber im väter¬ 
lichen Betriebe 

weiteizuarbeiten 
als auf dem Bau¬ 
platz in Berlin N. 

Die Liebest-e- 
schichte, die ui- 
sprüntflich .Mittel¬ 
punkt des Films 
bildet, bleibt of¬ 
fen. Das ändert 
in diesem Fall 
nichts, vveil die 
entscheidende Wir- 
kuni< nämlich |<ar 
nicht von der 
Handlung, sondern 
vom .MUieu aus- 
tfeht, das natürlich 
Berlin so zeifft, wie 
die Bilder des be¬ 
rühmten Malers. 

Man hat eine 
tjanze Reihe von 
•Szenen nach den 
besten Zilicbildern ^ 
ifestellt und die 

entsprechenden LtSSY ARNA und CI 

Texle bciiSefültt. -Svt"»vrc Junten Kic 

die auch im Kino 

ihre Wirkun|t nicht verfehlen und starken Beifall ernten. 

Es ifab einen starken Publikumserfolft. Das Publikum war 
während der Vorstellung durchweif bei ausgezeichneter Stim- 
mun;;. Man amüsierte sich und bc)>iüOtc am Schluß Hein¬ 
rich Zille, der persönlich anwesend war. mit lautem Beifall. 

Mit dem Maler konnten sich der Rc)tisseur Carl Boese, seine 
Dramaturi>in Frau Heilborn-Körbitz und ein Teil der Dar¬ 
steller bei dem Publikum bedanken. 

Der Erfolfi des Films lief<t in erster Linie bei Fritz Kam- 
pers, Lissi Arna und Renate Brausewetter. Unter den an¬ 
deren Darstellern seien WolfiJana Zilzer und Karl Frochlich 
erwähnt, welch letzterer den juniien Herrn, der so resolut den 
Versuch macht, sich auf eiffene FüOe zu stellen, sehr frisch und 
sympathisch spielt. 

In dem Maurer Peter Spieß, der auf sein Selbstbcstimmunfts- 
recht nicht verzichten, d. h. immer noch einen „heben will, stellt 
Carl Falkenberif eine ausgezeichnete Type auf die Beine. Dieser 
Darsteller, bislan|{ im Film immer als Verkörperer von schwarzen 
Schurken etikettiert, zei|(t in dieser Rolle, daß er mehr kann, 
als nur schufti|(e Hochstapler zu spielen. 

Es ist im ifanzen ifenommen ein liebenswürdiifes Werk, das 
außerdem im Primus-Palast geschickt und routiniert begleitet 

Auf der Bühne sah man Clairc Waldoff, für Berlin sicher¬ 
lich eine ifroße und zu|{kräfti|{c Attraktion. 


er Film spielt in der Schweiz und hat dadurch den Vori. 
herrliche Landschaften zeigen zu können, eine Geleifenh) I 
die der Reifissetir Hanns Schwarz und der Kameramann -Mi -i 
Hansen weidlich ausnutzen. Freilich das Tempo der Ha. 
Iuni< kommt darüber ein wuniii zu k iiz. 

Es (fibt diesen sehr wirkuni<svollen Roman von .Maximil .n 
Schmidt, der „Waldschmidt ". in denen Alplvri<estalten. kr. l- 
volle, trutziife Buh'n und brave Dirndln, denen immer iri>enii in 
ein schwarzer I) li- 
böse wicht n,- 
V teilt. tjeschil. . rl 


Man schrei; 
Jahr 1801 
Truppen Nanoi 
durcnzicher 


Dörfchen 

sich die Eii-v- iH''' 
lieiien die '- 
nischen 1 n. , ■ “ 
..Petronella J- 

Glocke des O'l 
ehens d-*' 

Schicksal des I'.ir 
les ist nai h • ne"' 
allen Glauben eni; 
mit dieser l.loske 
verbunden 

vcrboriicn werden. Sic fällt at er in eine Schlucht, und seildem 
ilibl es in dem Dorfe Unheil über Unheil. Bis ein Bur-she. 
Josmarie Seiler, Jer des Landes verwiesen wurde, weil 
einen ihn mit dem .Messer bediuhendcn Widersacher 
Ceschlai<en hatte, die Glocke findet und nun im Lande bleiben 
und die brave Pia Schwick heiraten darf. 

Hanns Schwarz hat das Ganze im Stil des Bauernll" ater« 
inszeniert, in manchen Szenen aifierl das Volk wie der Chor 
einer alten Oper. Manches, wie der traditionelle Kami" 
cs wird, wohl eben der schönen Landschaftsbilder wecv" 
Kühe, und viele Einzciszenen sind recht )<ul ijeluniien. 

Sehr tlut war die Darstcllun|>; Maly Delschaft als P'.* 
Schwick blutvoll und fesch, ein prächtiifcr Josmarie. Dielerk- 
Homolka als der finstere Reiche sehr charakteristisch, sehr 
sympathisch Theodor Loos als Pfarrer. Frida Richard eine 
prächliifc Kurpfuscherin, aber in den Großaufnahmen z» 
schminkt. Geor|i John, der doch ein liulcr Schauspiele'’ « 

ein alter ..Filmhase" ist, hatte sich nicht eine so furchtbar» 
Maske zurechtmachen sollen. 

Das Publikum, das ja in seiner Gesamtheit das nicht Ä*" 
Echte, in der Art von Romantik, wie sic dieser Film zcii;l. k»“** 
sicht, läßt sich von den Schicksalen der braven Pia 'i"** 
starken Josmarie fesseln. . ■ i r 

Bei der Urauffübrung war dies der Fall, wie der Bci'all. " 
den die Darsteller danken konnten, bewies. 


Ntiiiimer 1085 


Rintmotoorapfi 


Seile 1' 


Fabrikat. 

Universal 

Fabrikat: 

Universal 

Verleih; 

Ufa 

Verleih: 

.Mal..dor-Film 

.Manuskript; 

Beatricc Van 

Dtsch Bearb.: 

L. W Jacobs 

Regie: 

Wesley Ruggles 

Regie: 

Millard Webb 

Hauptrollen; 

Laura la Plante. John Harron 

Hauptrollen: 

Laura la Plante. Tom 


18-15 Meter. 7 Akte 

Länge: 

1925 Meter. 6 Akte 

Urauffiihreng; 

U. T. Kiirturstendamm 

Uraufführung: 

laucntzien-PalasI 


, iilel euch \i>r dem Zunk. ihr Fhelrauen. predigt dieser Film. auia le Plante isl heute in Berlin populärer als in Ne» ^'»rk 

denn sonst iriißt ihr billerc Buße tun »ie Molly Tornhill wo i<m Broaduay noch niemals zwei ihrer Bilder in einn 

1 nd werdet selbst nicht l-ösc. wenn der Gatte ein paar seidene Woche I efen. Laura am Montai! und Freilaii ist ein bißcher 

' rtimpie aus der Tasche zieht, denn auch diese Angelegenheit viel. :clbst wenn man sich dem cigenartiiien Reiz dieser Schau 



er .ich zu Haii»e wieder daran 
erinnert glaubt seine Molly an 
gan.. andere Dinge und läßt cs 
deshalb an V'orwiirfen vor Ge¬ 
richt nicht fehlen. Selbstver¬ 
ständlich wird Sam als schuldi¬ 
ger Teil erklärt, obgleich .Molly. 
der die Sache leid wurde, sich 
im letzten Augenblick am lieb- 
'ten mit ihm versöhnt hätte: 
eins- Absicht, die der Onkel ver- 
eiteite. weil er -einer Nichte eine 
ganz energische Lektion w ünschte. 

Molly rci^i unlustig ins Seebad 
“nd wird erst wieder froh, als 
auch Sam eintrifft und in dem- 
‘elbcn Hotel absteigt. Jetzt ahnt 
ieder Zuschauer, der cs nicht 
*«hon von vornherein merkte, 
daß Molly schließlich ganz klein 
^igeben wird. Aber dazu I. AURA I.A PLANTl 

kommt es natürlich erst nach " <1 ■ Uiiiv.r«l-l'ilni der 

‘telen Abenteuern, in denen Ver¬ 
wechslungen die Hauptrolle spielen. Schließlich eine tolle Jagd 
Hotel. Man vermutet Kinbrccher im Hause. Jeder 
' ieden für einen anderen, als er eigentlich isl. Jeder endet 
kr"**"* anderen Zimmer als dem seinen. Und wenn sich 
I *je®l'ch das Ehepaar im Zimmer des Mannes zum glücklichen 
ndfcuB findet so hat es noch einen ur.freiwilligen Zuschauer 
"^uszuexpedicren. der Zeuge der Versohnund des F-hepaares 
““d der Sanftheit des Eheweibchens wird. 

Ip'e Hauptrolle ist vollkommen auf Laura la Plante zuge- 
**"nilten. die bei uns sehr schnell beliebt geworden ist. Man 
^vnnl ihre Fähigkeiten und kann nur leststellen. daß sie auf 
Hohe ihrer früheren Erfolge sicht. 


anders aus der Situation retten 
und Jil.HN IIAKROV kann. Daß sie sich schließlich 

a „Sridene Si am nächsten .Morgen in ihrem 

Auto mit dem Weltreisenden 
zu einem Kuil findet, sei noch verraten. 

Laura la Plante war in der glücklichsten Laune. Sie be¬ 
zauberte durch Humor und die Kunst der Darstellung, mit 
der sic diesmal die trauernde Witwe hinzulcgen hat und aus 
dem Lächeln ins Weinen übergehen muß. wobei cs verräte¬ 
risch um ihre .Mundwinkel zuckt. 

Tom .Moore war ihr sympathischer Partner, dessen Natur, 
lichkeit sich angenehm von dem krampfigen Spiel ßrvant 
Maschburas abhob. Jocelyn Lee zischte mit Talent als Salon- 
schlange über den Balllisch. 

Es wurde herzlich und viel mehr gelacht als seit lankcr Zet 
im Tauentzicn-Palast. 




















Seile 20 fUnemntOpravft _ Nummer 108 


Fabrikat : 

Grecnbium- Film 

Fabrikat' 

Rex-Film 

Fabrikat: 

Filmhaus Wilhelm Fcindi 

Verleih : 

Filmhav* Bruckmann & Co. 

Verleih: 

Deutsche Vereins-Film 

Verleih: 

Filmbaus Wilhelm Feind. 

.Manuskript; 

Walter Reisch 

Manuskript: 

BcIa Balazs 

.Manuskript: 

Willi Rath 

Regie : 

Felix Basch 

Regie : 

Kurt Bernhardt 

Regie: 

Hans Otto 

Hauptrollen: 

Liane H lid, Alexander 

Hauptrollen 

KlzaTcmary, Trevor, Salzer 

I lauptrnile: 

Cilly Fcindi 

Länge: 

1952 M ter, 6 Akte 

Länge: 

2660 Meter. 6 Alte 

Länge: 

2435 Meter. 8 Akte 

Uraufführung: 

Flora-Palast 

Uraufführung: Piccadilly, Charlu.tcnburg 

Sondervorführung 

aß sich e 

ine junge Dame für etwas 

chon in 

unzähligen Romanen. Theatcr- 

» ist keine 

Frage, daß Cilly hem 

anderes 

ausgibt, als sic ist und 

*btückcn 

und Filmen spielte das große 

eine starke Filmbci5abiirj< ist. L 

gerade dadurch an der richtigen, ihr vom 
Schicksal bestimmten .Mann kommt. 

Lrs, der W'unschtraum der Menschen eine 
Rolle. 

mit sich diese 
und auswirkei 

aber ^Airklicb entwick» 
n kann, muß ihr ?;• 


»feil, um das iui. 
Talent von Si' 
blonenhaficm. t ^ 
(■elcrnU-m lern. ^ 
hallen. 

„Cefahrdcle n 
i>end" hat VX 
Rath ein M . n 
Skript ;<eschrit' ■ n 
das mit seinem 1 


Itlauhcn. daO Bcia Balazs. der so ver- 
heiOunf^svnlle Ansätze genommen hat und 
so gut über den Film zu schreiben und 
zu reden versteht, das Manuskript ge¬ 
schrieben hat. dar eine durchaus scha- 
hlnnenmäQige Handlung enthäil. 

Auch Kurt Bernhardt, der Regisseur 
uich in nichts vom Schema ab. Man sah 
die Geschichte und die Schicksale der 
großen Losgewinner in schönster Oldruck- 
manicr. Von den bei der Herslcllerlirma 
so gern verkündeten Ideen des echten 
Films war nichts zu spüren — 

Aber der Film wird — besonders in 
der Provinz — vermutlich ein breites 
Publikum haben. Man wird sich da nicht 
an dem Loltcrieknilekteur. der mit seinen 
Kunden ein astrologisches Stündchen nb- 
hilt. stoßen, besonders weil ein wirklich 
Prominenter. Marcell Salzer, eine Haupt¬ 
rolle mit wirklicher Charakterzeichnur.g 
spielt. Er ist sich bei seinem ersten 
Filmversuch noch nicht ganz über die 
Ökonomie der Filmgestik klar, aber er 
gestaltet einen echten Menschen. 


richtig anzulegen und zu entwickeln, die 
Darrle’ler blichen sich seihst überl.i'sen 
i.nd rpielten hemmungslos drauf Io-. 

Margot Walter - Landa bewies 
Rolle einer kleinen, eifersüchtigen ras- 
zerin. daß sie echtes Filmhlut und eine 
besonde-c Begabung für Rollen im l-ie*’’ 
berg-Genre hat. 

Daß das Publikum in der Prosioe. *« 
Orlen, wo der Film bereits lief an den 
rührseligen Szenen, an den Schicksales 
der armen Hilde, die durch eine bo»t 
Stiefmutter aus dem Hause getrieben 
wird und vor allem an der Verkörperung 
des Mädchens durch die sympathiscnv 

Cil'y Feindt Gefallen fanden, ist 
glaublich. 

In Berlin wird der Film, der in einer 
Sondervorführung gezeigt wurde, in »er- 
'chiedenen Kinos gleichzeitig eingesetzt- 

Aber wie gesagt, nun wollen wir hof¬ 
fen. Cilly bald in Filmen mit besseren 
Manuskripten und von einem tüchtigen 
Regisseur betreut zu sehen. 


von No. 68. 
der sich im Gegensatz zu seiner Part¬ 
nerin als etwas Geringeres ausgibt, einig 
und glücklich. 

Natürlich kommen auch sechs Ehe- 
kindidalen, die die Dollarprinzessin 
treien wollen, vor, was den Titel „Die 
Dollarprinzessin und ihre sechs Freier" 
motiviert. 

Die Einfälle dieses Filmlustspiels sind 
dünn, zu breit ausgewalzt. 

Felix Basch, der Regisseur, versuchte 
so viel wie möglich Leben in die Ge¬ 
schichte zu bringen. 

Liane Haid gab das nette Fräulein 
vom Amt recht flott; ihr Spiel wirkte 
aber zu häufig routiniert und mit Gewalt 
auf Wirkung bedacht. 

Georg Alexander hatte einige sehr 
hübsche Szenen: Siegfried Arno und Al- 
bers tragen ihre drastische Komik etwas 
auf, Elisabeth Pinajeff, Jaro Fürth und 
Josefine Dora boten gute Episoden. 

























































Seite 22 


fttnrniotogropft 


Nummer 1085 


Material über M jsiktantieme. 

Diu Spitzcnorilanisa ion der Deutschen 
F-'ilmindustrie ist zurzcO damit beschäf- 
Material darüb'.-r zu sammeln. 
Hcichc VcrUütunii in den vcrschi .-denen 
Zeiten und Bezirken den .Musikautoren 
fiir die Benutzunti ihrer Kompositionen 
gezahlt Morden ist. Cie Spitzenoriiani- 
•ation bittet erneut die deutschen Thea¬ 
terbesitzer. ihi alle derartitien Ab- 
machuni<en. insbesondere solche aus der 
Vorkrie)<szcit. aber auc i aus der Krict<s- 
zeit. der Inflationszeit und der Zeit der 
Stabilisierunii der Währunif zu treuen 
Händen cinsenden zu m ollen, soMeit die¬ 
ses nicht bereits i>cscli-;hen ist. Beson¬ 
deres GeMichl uird auf Verträtie aus der 
Vorkrie)(szeit i<cle|<t; mo solche nicht 
mehr auffindbar sind, st die Mitteiluni> 
des Vertra)<sinhalte$ erMünscht. Die 
Spitzcnorilanisation bitte' ueiter, bei der 
.Mitteilung derarticter Ahmachuneen die 
uenaue Zahl der Sitzplätze pro Theater 
zur Zeit dieser Abmachuni*en anzuiiebcn. 
damit leichter fcst)<estellt Merden kann. 
Mie hoch die BelastuR)< der Lichtspiel¬ 
theater mit der .Musiktantieme pro Sitz¬ 
platz Mar bzM. ist. 

★ 

Preisausschreiben. 

Im Kampf i!e)<en die Lustbarkeilssteuer 
brinift die Spitzenurifarisation der Deut- 
■-chen Filmindustrie e. V. auKenblicklich 
eine Broschüre i.i einer ^ uflai«e von t'r 
Millionen Exemniaren an sämtliche deut¬ 
sche Lichlsp-eltheater zu- Verte.lunji die 
in den Berliner Theatern am Sonntaif, 
dem 4. Dezember d. J . uid in den Licht¬ 
spieltheatern im Reiche am Sonntaii, 
dem II. Dezember d. J.. an das Publikum 
verteilt werden soll. Die Broschüre brin)<l 
••nlrr dem Titel ..Fort mit dem Unrecht! 
Helft uns die Lustbarkeilssleuer zu be- 
reitiilen". schlatiendes .Material |<e)>en die 
L'nbilliiikeit der Lustbarkeilssleuer. Um 
dem Publikum einen Anreiz zum .Aufbe- 
Mähren dtr Schrift zu ({eben, ist in ihr 
ein Preisausschreiben von 3500 Reichs¬ 
mark Barpreisen und M-eitercn Trostprei- 
•en in Form von Kinofreikarten enthal¬ 
ten. ZMccks Hrlaniiuni! eines treffenden 
Kernspruchs {!e|<en die Lustbarkeits- 


Quer durch Europa. 

Joe Friedman, der Genera'manaijcr der 
Universal für Europa, ist von einer Mich- 
titfen Geschäftsreise durch Frankreich 
lind T alien nach Berlin zurück|<ekehrt. 
.Mr. Friedman hatte in Rom sehr M-ich- 
lide Verhandlunifen mit Pittaluifa. deren 
Krfolde sich demnächst ausMirken Mer¬ 
den. Er rchloO außerdem mit ..Societa 
Eserzizio Cipema" f.Mariolti) einen öro- 
ßen. für die Universal überaus itünslijten 
Vertrad ab. Mr. del Papa — bisher in 
Italien hei der Universal in leitender 
Stcliund - - Murde nach Berlin versetzt, 
und Herr Biancini Murde zum Kontrol¬ 
leur der Universal-Geschäfte in Italien 
bestellt. Die beabsichtidte Weiterreise 
Herrn Friedmans nach Spanien unter¬ 
blieb. M-eil er zu dem am Sonnabend, 
dem 19. November stattdefundenen Mata- 
dor-Mcctind in Berlin anMesend sein 

★ 

Ein holländischer Java-Film. 

Im Roxy-Theater in Amsterdam fand 
vor kurzem die Erslaufführund des 
neuen Films ..Mataram" statt, der ein 
auOernrdentlich interessantes und farben- 
freudides Bild von dem Leben der javani¬ 
schen Bevölkerund und von den zere¬ 
moniellen Gebräuchen an den iavani- 
schen Fürstenhöfen entwirft. Tassilo 
Adam, der den Film herstellte, war vier 
Jahre in Java, um die Aufnahmen vor¬ 


zubereiten und auszuführen. Nach vielen 
Remühunden setzte er es schließlich 
durch, daß ihm die Erlauhnis erteilt 
wurde, in den Palästen der javanischen 
Fürsten zu filmen. Seine Arbeit wurde 
aber dadurch erschwert, daß verschie¬ 
dene Fürstlichkeiten die demachten Auf¬ 
nahmen immer sofort besichtidei woll¬ 
ten. Tassilo Adam war also dcs'vunden, 
selbst bei der dröBten und u lerträd- 
lichsten tropischen Hitze fast alle Film¬ 
streifen sodleich zu entwickeln und zu 
kopieren, lindeachtet aller dieser Schwie- 
ridkeiten ist jedoch ein prächtides Werk 
entstanden, das bei der Uraufführund 
mit droBem Beifall auldenommen wurde. 


Staatlicher Filmdienst in Polen. 

Das polnische Innenministerium hat 
kürzlich ein Projekt ausdearbeitet, das 
die Schaffund eines Staatlichen Film¬ 
dienstes vorsieh'. Dieser Staatliche 
Filmdienst soll die Aufdabe haben, den 
polnischen Filmhandel und die polnische 
Filmindustrie zu überwachen, die Ein¬ 
fuhr fremder Filme zu redcln sowie die 
Zolltarife und Steuern festzuselzen. Vor 
allem aber — und das ist wohl der 
Hauptzweck der neuen .'.inrichtund 
soll dadurch die nationale polnische 
Produktion ddurdert werden. Die 
Summen, die Polen jährlich für impor¬ 
tierte Filme zahlt, sind nämlich von so 
beträchtlicher Höhe und bilden in der 
Handelsbilanz des Staates einen so be¬ 
deutsamen Nedativ Posten, daß man mit 
allen Mitteln versuchen will, für diesen 
Übelstand Abhilfe zu schaffen. 

t200 Filme in einer, zwei und manch¬ 
mal auch drei bis vier Kopien werden 
alljährlich nach Polen importiert. Da 
der Durchschnittspreis für diese Filme 
iindefähr 1000 Dollar beträdt. so ist die 
Gesamtsumme, die für eindeführte F'ilme 
bezahlt wird, mit I 2.10 000 Dollar zu 
vcranschladen. Rechnet man dazu noch 
den Preis für die doppelten resp. mehr¬ 
fachen Kopien, so kommt dabei eine 
Summe von annähernd 1 500 000 Dollar 
heraus. Das sind nach polnischer Wäh- 
rtind rund 15 000 000 Zloty. Da dieser 
immerhin d>n'^ stattliche Betrad der 
polnischen R,.dierund heftidc Kopf¬ 
schmerzen verursacht, will man also nun 
die Einfuhr erschweren und als Ersatz 
für ausländische Fabrikate mödlichst 
viele polnische Filme hersteilen, was 
leichter dcaadl als delan ist. 


Filmcinfubrzöllc in Judoslawien. 

Das neue Finanzdesetz in Judoslawien. 
das vor cinider Zeit in Kraft detrelcn 
ist. hat auch die Einfuhrzölle für aus¬ 
ländische Filme neu dercdelt. Nach 
diesem Gesetz wird für jeden 'mporlier- 
ten Spielfilm eine Taxe von 3 Dina.-en 
pro Meter erhoben. Für Unterrichts- 
ßlme und wissenschaftliche Filme, die 


Oie 

DeullO'Wodie 

immer aktuell 
immer interessant. 


aus dem Ausland eindeführt werden, is' 
dadeden nur eine Taxe von 1.5 Oinan i 
^u zahlen Bei ausländischen Filniei' 
die nicht in öffentlichen Theatern, son 

führund delanden, beträdt der Kinluhr 
z itl 1.5 Dinar pro Meter (Spieifilml um' 
0.75 Dinar pro Me'-r (l'nte’richtsfil’ 

Aus der tropi ^han Heimat des Gol! 

Die Hamburd-Amerika-Linie stellt 
ihren- eidenen l'ilmdienst Reisefilnie hv 
die über den Wert der Propadienind " 
Verdnüdund-reisen mit den Schiffen d 
H.i-vad hinaus eine Bedeutund a!-. K.;. 
turfilm beanspruchen dürfen. 

Die Fahrt über den Atlantic. Trinid.i 
mit Volksleben, die Asphaltdcw inntind .u 
d. n Antillen Vene .ucia mit «einer lla ip 
siadl Caracas die Kultur der Koko-.nu. 
dann Puerto CttSclIo. Curacao. ölquvM. 
im Golf von .Mj-acaibi Kaffecpflanzui 
den in Puerto Columbia die Indiane- 
inseln von St. Blas, das alles zieht ■ 
interessanten, jfut auftfcnonin-eren Bilde' 

' orüber die durch Trickbilder von lU 
l'ntste'iund des Golfstroms erdänzt vvei-! 

Helipa in Herford. 

Die Stadt Herford in Westfalen I 
ein n-i.es modernes Lichtspielhaus . 
halten den Herforder I ichfspiel-P.il.' 
kurz ..Helipa" denannt. Das sehiine ne 
Haus, da.s der Bauherr Ernst Muern-■■ 
durch den Architekten Dr. Audust Ohi 
mever errichten ließ, bedeutet für Il¬ 
ford und den westfälischen Bezirk er 
hedeute-nde Stärkund des Liehtsp'. 
wesen.«-, weil durch solche mit ktin-“' 
rischem Gefühl und Geschmack err-- 
tete Kinnhauten das Interesse auch d- 
jeniden Kreise des PuhÜkiims de»', t 
wird, die bisher immer noch naserai. 
fend beiscitestanden. 

Die Eröffnundsv orslelliind winde i 

einem dc-'ellschaftlichcn Ereignis für 'I 
ford. Direktor Emil Coppel. der 
schäfilichc Leiter, brachte als Haiip: - 
den mit stärkstem Beifall aufaenoiia 
iien . .Meister von Nürnberd" und ' 

außerdem rin d^^chickl dcwähltcs ' 
prodramm ziisammendestelll. Einen 
dczcichnctcn Eindruck machten auch 
Darhic-tunden des Orchesters des ..Hel: 
unter Lcitund von .Musikdirektor Kr e 
necke. 


Tadund des Deutschen Lichlspielsyndik.-Iv 
in München. 

Zwecks '.'erhandlund über die N 
brindund der für die weitdcslecklen l'iu- 
duktionsplänc des Lichtspiclsyndikal« ' 
wendiden Mittel aus den eii'encn Re- e" 
fand am Donnc-rstad in München - 
Tadund des Lichlspielsvndikats stall I 
waren erschienen sämtliche Präsidiali"''- 
i'licdcr, Generaldirektor Fett und dvf 
Syndikus Herr Sander. Am Vornn'U-; 
wurde aus Anlaß dieser Tadund für Pr> «w 
und Interessenten im Gloria-Palast der 
..Fröhliche Weinberd" vordeführt. 

An der Tadund nahmen teil die Be¬ 
zirke Bayern und Württembcri*. ü'* 
l'mwandlund in eine A.-G. wurde eben- 
.ro wie in Düsseldorf. Leipzid. Fraiikuu- 
abdclehnt und Geldbescbaffund 
dort beschlossen. Der Beschluß 
auch den dleichen Wortlaut. Eben«", 
schloß man sich in Sachen der Gewa 
den auswirtiden Beschlüssen an. die 
einen eidenen Miisikverlad befürworten 
Für die für den 24. Januar projektierte 

Generalversammlund stellte sich Mün¬ 
chen zur Verfudunif. Dem vorbcreiten^ 
den Ausschuß dekören an die Herrv' 
Wctnschenk, Sensburd. Pietsch. 
und Schulz. 














































































Seite 24 


fUncmotogcopI) 


Nummer 1083 


man ütritht 


Paris in der -lasenheide. Aaia>Filme in Wien. 

I in Phoebus-Atelier ir. der Hasenheide ^eichen Anklan)! Aafa-Filme auch im 

ist unter der Leituns; des Architekten Ausland finden, beweist die Tat- 

Franz Schroedter ein; Hotelhalle er- Sache, dall in dieser Woche 35 W'iener 

standen, die calur)>etrcu den Vorraum Kinos Aafa-Filme in ihrem Protiramm 

eines der bekanntesten Pariser Hotels wie- laufen haben. Besondere Zu|<krift ver- 

derifiht. Lebhaftem Tre ben. Kommen und matf Harry LiedtKe in r ’--‘ “ 

Gehen von Gästen. .Mjsik im Tccraum. Filmen mit österreichisch 


Oer Märchenprinz. 

e auch im In einem neuen Film „Am Rudesheimv 

dic Tat- ■ SchloQ steht eine Linde ', der nav 1 

15 W'iener dem eieichnami|<en Schla)<er her(>estell 
Protiramm wurde und jetzt im Verleih der Lefa er 
krift ver- scheint, spielt Werner F'uetterer du 
neuesten Rolle des .V\ärchenprinzcn. der diesm.i 
ilicu, dem als junger Student erscheint und nc;. 



Präsident von Costa 
Nueva". von Ludwi)i von Wohl, wurde 
von L'niversal-Matador zur Verfilmung 
erworben. Der Film — der vom Grecn- 
haumfilm hergcstellt wird — erscheint 
unter dem Titel „Der Präsident" mit 
Ivan Mosjukin im Universal-Matador- 
Sonderverleih. 

Die Sintflut. 

I'äu Ules-Film-G. m. b. H. bereitet als 
nächste Neuerscheinung einen in 
technisch und darstellerischer ^Hinsicht 
in großem Format projektierten Film un¬ 
ter obigem Titel vor. Die technische so¬ 
wie die künstlerische Regie führt Eugen 
nies. Der Film erscheint Ende Februar 
1928 


ist unter größten Schwierigkeiten von 
den drei Kameraleuten S. Allgeier, 
A. Benitz und R. Angst aufgenommen 
worden, die Regie führten Dr. Asagaroff 
und Dr. Villinger. An Darstellern wirkten 
mit: Ruth Weyher, Lotte Lorring, Ins 
Arlan und die Expeditionsteilnehmer Or. 
Villinger, Waldemar Costc und Harry 
Bellinghausen. 

Kapitän Schneider bei der Ama. 

D ie Ama-Film engagierte für ihren 
Großfilm „Alraune", nach Hanns 
Heinz Ewers. Manuskript und Regie 
Henrik Galecn, Kapitän Schneider mit 
seinen berühmten Löwen. „Alraune" ist 
für Kapitän Schneider ein Jubiläumsfilm, 
denn er ist szin 100. Film. 


hackerkönig erstaunliche Kraft zeig). 1° 
Davos werden die Kinder in Licht, l-“'' 
und Schnee zu gesunden und starken 
Menschen erzogen. Technische Schön¬ 
heit ist im Z. L. 127, der von der Eckencr 
Spende erbaut wird, zu bewundern, aber 

auch in der kühnen Brückenkonstruk^tion 

in Ober-Savoyen (Frankreich!. Line 
technische Neuheit ist die Schnee- 
Walze, ungeheure Zerstörung sieht m*“ 
an den Gaswerken in Pittsburg, die |» 
die Luft flogen. Ein verwirrendes BiW 
der tollen Uollarjagd in New York, neu 
Wintermoden für die Damen und 
Tellerwasch-Wettbewerb (bei dem 
Siegerin in 5 Minuten nur 19 Teller zer¬ 
schlug, aber 60 sauber abwusch) ?*• 
schließen die neue Wochenschau der Lis 










































































1085 


Sintmotogtop4 





' ^roße 

^JParadQ 


\^roß^>^un^ 

L A 


[iioLie Namvn, groljf Filme |jrin<»en t»n)üe Gesi hüll 

lier sind (} grolle Filme, die für ein sieheri 
(losehüll hin gen; 

„DKH WKd ALLKX FLKISCHKS". 1)11 
IJKHI:: DFHJKAXXK XKV -. „DIK (IIU)SSI 
PAHADlv-, ,.l\M niMMKLSWILLEX - 
HAHOIJ) LL()VI)‘. ..DKK (IHOSSE 
. SlMll’X(i" und ..MH. WT'. 


Wollen .Sie große (iesehülle 
nuielien - spielen Sit nur 



Seite 2b 


funcmotogropQ 


icr 1083 


DER GRCCNBAUmi-riLra 

tli'r l iiivtMsal Pk tiires (lorporation (\frlfih: Matador 

WIIIEIM. QU STAOT 

(i<i 

MIEIINIEIR TRAUME 


LIA^E HAID 

Viktor Janson 

I ) r e li h c}»i n n : 12 . 1) (‘ / c* in l> v r 

tV 

\tiU<‘rtl('iii rrsdioini iin 

L niversal-Mafaclor-Sonclerverleih clor l nivorsal Pioturc's C'orporaticHi 

Iwan raosfukin 

Suzy Vernon 


DER DRÄSIDENY 

Kogio: Righelli 

I) r c h I) t* j; i n n : 5- D o z o in h e r 



GREENBAUM-FILM G. M. B. H. 

Berlin SW @8. Kochstralse 64 





Nummer 1085 


Rinematogriip^ 


Seite 27 


BELPHEGOR 

L TEIL; 

DAS RÄTSEL VON PARIS 


BELPHEGOR 


11. TEIL: 

DER KÖNIG DER DETEKTIVE 

Verleih für Deutschland: 

DEUTSCHES LICHTSPIEL-SYNDIKAT 


BERLIN SW 48, Friedrichstrafee 238 


Vcrlcihvcriretungen : 

Berlin — Osten: Mitteldeutschland: Süddeutschland: 

Berlin sw 40 . FriednehstraSe 23Ö LEIPZIG, Taudiocr Strafe« 9 FRANKFURT a. M., Taunusstrafee 52-60 
^ersandstellc: Versandstelle: Versandstclle: 

KÖNIGSBERG Pr!"149 BRESLAU, Tauentzienstr. 55 MÜNCHEN, Bayerstrafee 9 




Norddeutschland: 

HAMBURG 
Ernsf-Merckstrafee 12-14 


Westdeutschland: 

DÜSSELDORF 
Oststrafee 103 a 







Seite 28 


KincmotogropI) 


Nummer 1085 




Nummer 1(J85 


Rintmolooropli 


Zum Ausbau der Modelltechnik 


A ls das Sehilfftan-Vcrfahren auf tauchte, waren du- 
diiran tteknüpften liiif{nuni<en riesenjiruU. Nicht nur 
versprach man sich davim eine i<ew'alti(<c V eihilli|<unti 
der heute beinahe die ;<ri>Utcn Summen \ ersc!ilini<enden 
Kosten für die Filmbauten, sondern man t<laubtc auch 
insbesondere an eine Aiisnutzuni< der phantastischen 
Müjtlichkeiten. |<luubte an das Hntstehen einer 
neuen Kichtunu der Filmkunst, di ja durch diese l'cch- 
mk sich vollijS unwirkliche Uinfie ..erb-auen " licUen, die 
lein architektonisch schon allen Gesetzen der Statik 
widersprachen. Was aber ist nun bisher aut diesem Ge¬ 
biete iteleistet wurden? So aut. wie nichts! Und das. 
trotzdem man immer mehr nach ncuarti)<en Stoffen .sucht, 
trotzdem man weiß, wie iferade absolut HiiJenartijfcs 
■mmer seinen >X’e(J ffcmacht hat. VX'oran liejjt daf ? 

Zunächst wohl an einem nicht ahzuGuifnenden und 
großenteils auch berechtigten Vorurteil tjetjen Modcll- 
.oifnahmen überhaupt. Man furchtet, daß Fachleute. 
Fresse und Publikum sofort erkennen, daß hier mit 
Modell ifcarbeitct wurde, und hat leider lecht mit dieser 
licfürchtunif. Stets fast ist bei diesen Rildern ein ife- 
wisses Ftwas. das AhweichunjJen von der Natur, ich 
mochte beinahe saifc-n: im Untci bewußtsem. erkennen 
l.ißt. Bei näherer Untersuchuna, die ; IlerdinjJs beim 
schnellen Vorüberhuschen des Bildes and bei der Ab¬ 


lenkung durch die darffestellten \’<>rj<anj‘c nicht imnui 
leicht ist. ist dann auch ohne weiteres festzustellen. w.- 
die Ursachen liefen. Grundlegende Fehler h.it mt -! 
schon der Erbauer des Modells bet>ani<cn. Da sind di- 
Abmessungen der einzelnen Geaenstände fast niemaU 
richtijfsn Verhältnis zueinander; da ließ die Grobheit de 
verwandten Materials vielfach ein F’inijehcn ins i)et i 
var nicht in dem .Maße zu. wie cs die Natiirtreiihcit ei 
forderte. Was für das AujJe ..so von weitem /lemlo ! 
entfernt" der Natur ähnelte, wird durch das unerbittliiiu 
Iferanholen mit dem Objektiv plump und widcrn.ilin li 
F's kommen aber noch andere Faktoren dazu /-■ 
diesen ffehört in erster Linie eine durchaus falsche B*-- 
1euchtun((. besonders be künstlichen Außenszenen, d e 
ja die Mehrzahl der .Modellaufnahmen ausmachen Sob. ' 
mehl als cm einziger Sih.'tlen sicFitbar wird, ist lede 
Illusion restlos zerstört, ajch wenn der Beschauer sk 
(Jar keine Kcchcn.schaft von den Gründen jfibt. \X enn 
also auch nur zwei Fiammbo<ten von einer Seite her da- 
Modell beleuchten, so ist es aus mit der Hcrrlichkc' 
einer Vortäuschiinif von wirklicher Natur. DajJejJen kann 
mar. tfetrost die Lichtseite mit einem w enn m<'>|>L< ' 
parallel ifemachten Strahlcnbündel eines Scheinwerfer- 
erhellen und nun die Schatten vom entifcjfentcsetriv :> 
Ende aus mit diffusem Licht, also etwa Scheinwerfer mü 



KINO und PHO T O 

I OSRAM'kinoiampen_| 

fürfdeim .tö<’fer-,5chul-.V\fcirxjer urxjTheaierkiros ■ 

OSRAM*£piskoplampen. | 

für dpiSWop und dpidiOSkop I 

OSRAM'Prqjelctionslampen | 

für Dia - PnojekTion I 

OSRAM'ProjeIctionslampen | 

fürilufnahme - Beleuchtung I 

OSRAM'Photolampen— | 

für Dunkelkammerbeleuchtung H 


Seite 30 


er 1085 


.Mattscheibe oder ii.ch üips- oder Silberrcflektor, hin- hrin}(en. Ich habe sie bereits mehrfach in diesen Blättern 

reichend aufhclien. vurfteschlaffcn, ohne bisher von ihrer Anwendun}» etwas 

Immer aber (<enü}<t selbst diese natürliche Beleuchtunji (fesehen zu haben. Man tfestatte mir deshalb, sie in 

noch nicht, wobei wir schon voraussetzten, daU vor diesem Zusammenhant<e noch einmal zu nennen- 

allem der Himmel über dem Modell strahlend hell und Das Geeitfnetste ist die Aufstelluntf präparierter Glas- 
}i|cichmäßi{< erleuchtet wurde. Wie oft sieht man da scheiben. Bei kleinen Modellen t<eniit<en da/u jfroU- 

Falten auf der Leinwand, die den Himmel ersetzen soll. formatige alte Photoplatlen, aus denen man das Silber 
ia wohl gar Schatten, die das Modell darauf wirft! Er- hv rausfixiert oder abgeschwächt hat. so daß nur noch 

hehlich zur Illusion leitraffen könnte die ffeschickte Pro- die unverletzte Gelatineschicht übriff|<ebliehcn ist. Diese 

jektion von Wolkendiapositiven auf diesen ,.Himmel". badet man in irgendeiner fluoreszierenden Lösunß. wie 

die man so)<ar je nach der verschiedenen Stimmunj« der sie jeder Droffist anfertiift, und hat nun „Luft", soviel 

Szene vom lusti^n Lämmerwölkchen bis zur finsteren man haben will. Je nach der räumlichen Tiefe dc^ 

Gewitterkumuluswolke variieren lassen könnte, und die Modells kann man zwei bis vier solcher Platten in )<e 

man lan|<sam über den Prospekt (besser noch ist ein wissen Abständen hintereinander aufstclien und erhäl: 

Kuppelhorizont) vorü verziehen ließe. Nur muß man dann dadurch Entfernuni<sabstufun|<cn. die ]<enau denen der 

auch bedenken, daß die Projektionsoptik jjanz erheblich Natur entsprechen. Bei i<roßen Modellen wird man sein' 

Licht frißt; muß also oafür Sorjfe tragen, daß eine knaliige Zuflucht zu Platten aus fehlerfreiem Spiegelglas nehmen 

Amperezahl nebst Kiihlküvette zur Verfügung steht. auf die man eine dünne Gelatineschicht aufgießt und df 

Gesetzt nun. alle diese Vorbedingungen wären gegeben. man dann im Bade ebenso behandelt. Wem das zu um 
so erfüllen auch sie noch nicht restlos den Zweck, denn ständlich sein sollte, der mag schließlich auch zu gan 

- und nun kommt der häufigste und gröbste Fehler — z,irtcn Schleiern greifen, die in festem Holzrahmen rech! 

allen diesen Kunstlandschaften fehlt die . . . Luft! Was glatt ausgespannt werden. Nur 'st zu beachten, daß bi 
jedem Maler und doch auch den meisten Photographen Ve.-wendung dieser Luftplatten oder Schleier eine Wo! 

bekannt ist, scheint manchen Filmleuten unbekannt oder kerprojektion nur von hinten her auf einen dann tran-^ 

zum mindesten doch unwichtig zu sein. Man versteht parenten Prospekt möglich ist! 

unter d.eser „Luft" den leisen Dunst, der sich mit zu- Würde auf solche A.rt bei Modellen verfahren, so wä 

nehmender Entfernung über alle Gegenstände legt, der auch das Vorurteil gegen S’e bald verschwunden. Vicifai > 

Konturen und Farben zart '-erwischt oder ändert, je wei- aber brauchen wir heute das Modell überhaupt nici 1 
ter sich der Gegenstand von unserem Auge entfernt be- mehr, da Schüfftan selbst neuerdings den Wert mehr ai.i 

lindet. Im Modell aber stehen Nähe und Ferne unver- die Verwendung photograph-.scher Diapositive legt. Nici ! 

mittelt hart gegeneinander, mag auch die Perspektive in nur sind sie natürlich weit billiger, als das teure Modv . 

den kleinen Bauten noch so geschickt nachgeahmt oder da sie ja einfach ven der Natur oder echten Innenräumen 

gar übertrieben worden sein. Dabei gibt es einfache aufgenommen werden können, sondern sie machen aiii h 

Mittel, um auch diese „Luft" künstlich ins Bild zu nicht mehr die Schwierigkeiten in ihrer ßcleiichlu; 


//^u^ccgetpotinlirfi m rcinct HJicfung/ nirf|t mct?c gu ubeetteffen.'^ 

-do urteilt erft Öicrct ?ogc tuicdct unaufgeforöert 

ein $Qd)tnonn u6er 



mit Hohlspicgcl'Bogcnlampcn und Halbwatt-Lampcn. 

3ie toerden ebenfo ucteilen/ fobolb 5ie Ö 06 i neofino^'Obieftto in (Sebtoutb baben. 

SpezioI'Prospekfe und Kaf q 1 og über unsere übrige Prcjeklions-Opfik koslento“" 


EMIL BUSCH A.-e., RATHENOW. 








Nummer 1085 


Seite 31 


liier i<ab die Natur selbst das richti|<c Licht, f<ab es nach 
heliebi)! zu wählender Stimmiind und in einer Feinheit 
auch der Luft, wie sic künstlich doch nur mit droBcr 
Mühe za erreichen wäre. Und vi>r allem; hier stehen uns 
die Wunder der tJanzen Welt offen, denn ein ^utes 
Photo lälit sich überall mit verhältnisnial3i)> jferinfisten 
Kosten anfcrti)<cn. Wie manche teure Filmreise wäre 
überflüssig, wenn diese Methode erst ausgiebiger ange¬ 
wandt werden würde. 

Und gerade mit Hilfe des Dias wären nun auch alle 
nhantastischen Möglichkci'.en beinahe restlos zu er¬ 
schöpfen, die in erster Linie dazu berufen wären, unseren 
Filmen eine neue Richtung zu gehen Wie unendlich 
■.■roB ist allein die Wunderwcit des dem unbewaffneten 
\iigc Linsichtharen. Ein Blick in Haeckels „Kunstfornicn 
in der Natur”, und unsere Architekten, Regisseure und 
Autoren bekämen die herrlichster Ideen für Paläste, 
Kunstgegenstände und .Märchentcmpel. wie sie auch ihre 
'lühendstc Phantasie in solcher Schönheit. Filigranarbeit 
ind Akkuratesse niemals ersinnen könnte. Eine .Mikro- 
iiifnahmc im gehörigen Format ist in ein paar .Minuten 
;emacht. Mittels Zwischenphotos konnte man sogar 
■ ine ganze Reihe solcher Kunstformen vereinigen, mittels 
-xiinstlerischcr Rctu.schc sie ausbauen und umwandeln zu 
ilen Dingen, die sie im Film vorstellen sollen: ja. man 
'••nnte überhaupt hier einmal ganz allen den Maler 
Aalten lassen, dessen Phantasie dann niiht mehr gc- 
lemmt wird durch statische und konstruktive Gesetze, 

:c sic ihm die Massen-unserer ßnumatcria icn sonst vor- 


schrciben, wenn er baufähige Dekorationen zu entwerfen 
hätte. Hier könnten echte Luftschlösser entstehen, leicht 
beschwingt und zeitlos unwirklich, wie sic der Film sich 

.Man sollte glauben, daß solche Ideen recht nahe lagen. 
Weshalb also verwirklicht man sie nicht ^ \X eil bisher 
niemand danach verlangt hat! Ueil einfach die .Mani'- 
skripte dafür noch nicht geschrieben wurden. l nd 
weshalb nicht? Weil unsere Autoren keine Ahnung haben. 
daB unsere Technik auch solche Dinge und Gedanken ir 
Wirklichkeit umsetzen könnte. Wir kommen aber nicht 
einen Schritt w-citcr. che die Autoren nicht die .Möglich¬ 
keiten der Technik kennen. Ich möchte mir da einen 
Vorschlag erlauben, von dem ich mir viel für die Zukunft 
des deutschen Filmes verspreche: Schafft technische N or- 
tragskurse für die Filmautoren! Wenn auch viele unter 
ihnen sein werden, die angeblich schon alles kennen 
sehr viele andere würden dankbar sein, wenn man ihnen 
praktisch und theoretisch zeigte: Das geht, und das geht 
nicht. Hier sind neue .Möglichkeiten, das aber ist abge¬ 
droschen bis zur Unmöglichkeit! 

Bestimmt würden solche Vbi.-trägc auch neue Krall- 
anl-scken. Denn so manchen großen Künstler hält nur die 
Tatsachc vom Filmeschrcilien ab. daß er leider zu wenig 
von der Technik \ ersteht. Wir alle sind uns doch einic. 
daß neues Blut unter den Autoren, daß neue Ideen uns 
bitte-- not tun. Sollte hier nicht eine .Möglichkeit gegeben 
sein ? Es gibt ja wohl einer Klub der Kameraleute und 
mit ihm verbündet eine Vereinigung der Architikten. 


Messiers Ehrung durdi die D. K G. 


Ir den Räumen des V. D. 1. - Hauses fand am I. Dezember dir 
* 64. Sitzung der D. K. C. statt. 

.Nur eine ordentliche Sitzung der Deulschi n Kinotechnischen 

'■••Seilschaft, aber ein außer- _ 

' rdentlicher Abend: denn es 
die Verdienste Alt- 
r • isters Messters zu ehren. 

I me \on Bildhauer Frilscn 
irodellicrtc Medaille, die 
vorigen Jahre geslifte! 

«•n Namen Oskar Messters 
loigt. wurde dem Jubilar am 
Srhlufse seines ungewöhn¬ 
lich reichen Vortrages von 
P'ol. Lehmann, dem Ver- 
•.immliingsleiter. überreicht. 

Messter bat in ergriffenen 

orten alle Anwesenden, 
auch die abwesenden Film- 
I ö'rikanlen. stets an die 
horderung der deutschen 
Kinolechnik zu denken und 
nicht durch Bevorzugun*.; 

■uisländischer Apparate die 
drutschen Konstrukteure zu 
lähmen und ihnen jeden 
Mul zu neuen Arbeiten zu 
'■'•hmen. 

Lebhafte Zustimmung aus 

"cr Schar der Erschienenen 

"•«r ihm sicher. Sein Vor- 
trag brachte viel Neues, und 
'nr allem war der Zusam- 
•"c-nhang — er begann um 
ipilS und ging bis in die 
^cuzeit — sehr klar, auch 
lur diejenigen, die sich noch 
“'vht mit der Historie der 
Kinematographie beschäftigt 
n*l>en. Eine große Anzahl 
^on Lichtbildern und zum 
toJSli“® ö**’ “'1® Filme. 5 0 um 
898 und 1900. bildeten eine 
's ert volle Ergänzung des 
'‘•rlrages. Wertvolf waren 
•uch die Hinweise .Messters 
auf die verschiedenen Mo- 
“«Ue und Vorbilder, die er 


gehabt hat. Außer dem englischen R.-W.-Paul-Projektor ' 
er ja alles aus sich selbst heraus erfinden müssen. Was iinc 
heute so gewiß erscheint, war Jama!s für ihn neues Land, .-hnc 



NEG/ 


ORIGINAL 

für A-kelieraufnahmer^ 

PANCHROMA 

gelbgrun-u roiempfindlich 


JIVE 


GENERALVERTRETER: 

BOLTEN-bAECKERS 
BERLIN SW 66 

LI NDENSTR-32-34 


Das 


ohne Vi'ogwei 


heuren Verdienste klar ei 
kennen Die Verleihung de 
Medaille an ihn stellt iin-. 
so gleich vor die Schwierig 
keil: Wer ist der nächste, 
der ihrer würdig ist'* Unser 
Nachwuchs muß sich scharl 
heranhalten, die Messter 
.Medaille zu erstreben muli 
sein höchstes Ideal sein. Da . 

kann man nur aufrichti: 

wünschen. Der Siegeszu" 
deutscher Kinotechnik be- 
uann damals, als auch die 
Rontgcnslrahlen erfunden 
wurden sic hat sich dem 
Triumph dieser Schwester 

•-ndung würdig an-.;. 

Auf dem Tisch des Ifati-.- 
war eint kleine .Ausetelliir. 
.lufgcbaut. die viel Inter 
cssantes zeigte. Man -j 
divrl Origiralzeichnung—■ 
■Meßler nach dem 
.Modell angefertigt. erk.mnte 
die doppelte eigenartiee Mal- 
lescrkreuzrollr. 


den alter. 




n Isolar fr^rs 


. Par.-! 

heute noch mtwlern ar- 

mutende s-rste Mel'ter- 
Kamera, eine Kopierma-i hine 
eigener Konstruktion Photos 
von Strrhmaschinm iur di- 
kleincn Mulfiskopbilder. t t 
denrr. la Skladanowsky spa 
ter «o gute Geschäfte 
machi h.st. Ferner 

MtHlelle son M.i'lrse,'.r. . 
.•en. fünf- und dreite-Iig 
die Meßler zuerst 
waren la von Anschul.-- 
















Seite 32 


Rinemotogtopft 


Nummer 108 


SchnclUeher her bei ä inl, auch Meliter kannte nie von Spiel¬ 
uhren her mit tangentialem Kiniiriff konstruierte. Kine 
Kodakfilmrolle aus dem Jahre 1895. die MeÜter für seine Kamera 
einfach zerschnitt, uar auch noch zu sehen. Jedenfalls war 
Oskar .Meliter so ve'tieft in die Arbeit, daß er -- das im .Mai 
1986 Unter den Linder 21 eröffnetc -- erste Kinn kaufte. Kr 
hatte aber keinen Krfol|< damit. Meßter kann von sich be¬ 
haupten. am 3. Juni 1896 den Grundstein zur deutschen Film¬ 
industrie lielegt zu haben, denn er hatte an diesem Tage eine 
regelrechte Fabrik fi r Kinokameras und Projektoren eröffnet. 
Im November hatte e- die ersten Filme gedreht, also a'ich die 
Filmherstellung begründet. In seinem Laden. Friedrichstr. 95. 
hatte er sogar den ersten Filmbrand in Deutschland! - kr 
verkaufte in kurzer Zeit über 40 Apparate und für über 60 01X1 
Mark Filme, steckte aber alles verdiente Geld gleich wieder 
in neue Kxperimente. die oft fehlschlugen. So hatte er sogar 
einen interessanten Prozeß in Italien. Ein Herr .Michaelis halte 
ein .Meßter-Kino von ihm gekauft und — ohne eine .Ahnung 
davon zu haben — in der .Mailänder Scala vorgeführt, aber 
einen furchtbaren Durchfall erlitten. Ein italienisches Gericht 


verurteilte .Meßter zum Schadenersatz für schlechte Ware, sei 
urteilte ihn in .Abwesenheit dazu, so daß er sich nicht vertei 
digen konnte! Daß Meßter schon früh die ersten Zeitraller 
.Aufnahmen drehte, ist auch nicht so bekannt, es waren Bliimer 
die aufblühten und alle 55 Sekunden mit zusammen 20(HI llil 
dem gedreht wurden Bald war sein ..Kosmograph" über 
beliebt, er drehte Aktuelles. Mikro-Aufnahmen, ballistische Ver 
suche usv. iisw. In Frühjahr 1897 richtete er sein erst« 
Atelier in der F'riedrichstraße Nr. 94 ein. zur selben Zeit ga 
er schon einen 116 Seiten starken Katalog heraus mit sef 
Kino-App.iraten. es war der Katalog Nr. 32 seiner Firn>. 
Kd. Meßter. Er enthielt alle möglichen Typen, schon v.. 
150 Mark an bis 670 Mark und mehr, man sah davon viel 
Lichtbilder während seines Vortrages. Sein erster Film w. 
übrigens ..Auf der Westeisbahn am Zoo", der sei' 
viel F>folg hatte. Interessant ist sein erfolgreichster F:' 
..F'riedrichsruh". der mehrere Jahre lang lief. Leider w.^r • 
gar nicht Bismarck, der hier gefilmt wurde wie .Meßter ;*'i 
verriet —, sondern ein Schauspieler, der mit Meßters Doev 
den großen Kanzler mimle. KIcinigkeilcn aus verklungenen Zc;' 


Herstellung von Rönigendurdileuchiiiiigen und -Aufnahmen in rascher Folge. 


L’m mehrmals hintereinander durchleuchtete Körper- 
steilen unmittelbar nach der Durchleuchtung aufnehmen 
zu können, sind Plattenkassctten in ReniTtzung. die vier 
.Aufnahmen zulassen. Die vier Viertel ein und derselben 
Platte werden nacheinander durch entsprechende Kanten 
der Plattenkassettcn vor die Blende gebracht. Die Be¬ 
trachtung der Bilder ist erschwert durch ihre verkantete 
Lage auf der Platte. Außerdem w ünscht man in vielen Fällen 
mehr als vier .Aufnahmen rasch hintereinander zu machen. 

Die .Mange' der bekanmen Einrichtung werden mittels 
einer Erfindung der VeifaWerke, Akt.-Ges.. Fankfiirt- 
Main, D. R. F. 439 297, in einfachster Weise dadurch be¬ 
hoben, daß eine Rullfilmkassette Verwendung findet, die 
nach jeder Durchleuchtung zwecks Bewirkung der Auf¬ 
nahme rasch in einer durch Anschläge begrenzten Füh¬ 
rung vor die Blende geschoben und nach der Aufnahme 
von der Blende nach der Seite gezogen wird. Während 


eine weitere Durchleuchtung gemacht wird, bringt m- 'i 
ein neues Filmstück vor die Blende oder Kassette. 1 ■ 
s.ämtliche Handhaben im Dunkeln erfolgen, ist eine sa, 
gemäße Betätigung des Rollfilms mittels bekannter E 
richtungen nicht möglich. Erfirdungsgemäß ist daher (i v 
Rollfilmkassctte mit einer Sperrvorrichtung für den Fi m 
versehen, die aus einem in eine Öffnung des Films feder id 
cinfa'ilenden Taster besteht, der heim Einfallen mit ■ - 

nem anderen Ende die F.lmaufwickelroüe sperrt. Dui '■ 
diese selbsttätige Blockierung des Films in seiner jewi v 
richtigen Lage wird die Einrichtungszeit für eine ni e 
.Aufnahme in kleinsten Grenzen gehalten. Fis könr. n 
daher beliebig vie' Durchleuchtungen und Aufnaliinvn 
rasch hintereinander gemacht werder. so daß man '■■■ 
wegungsvorgänge vom Magen-Darm Kanal. Bewegtin' 
des Zwerchfells, des Herzens oder dergleichen fortlaiif; ■ ■ 
auf dem Filmband festhalten kann. 


Ohne Ouies LIchf Keine gufe ProJeKiion! 



Das wird immer noch viel zu wenig beachtet. Oft werden 
völlig ungeeignete Kohlenstifte für die Lampen der 
F’rojektionsapparate benutzt, Kohfenstifte, die in 
ihrer Zusammensetzung den zu stellenden Anforde¬ 
rungen bei weitem nicht entsprechen, deren Licht 
deshalb nicht den geeigneten Farbton hat, ja, die 
sogar oft nicht einmal ruhig brennen. Es ist dann 
kein Wunder, daß auch gute Filme, von denen man 
sich besonders viel versprach, beim Publikum keinen 
Anklang finden. 

Verwenden Sie daher nnr 
die besfen Kohlenslille! 

Wir stellen Kinokohle auf Grund langjähriger F.r- 
fahrungen her, prüfen sic vor dem Verlassen unserer 
Werke laufend auf ihre Güte und Gleichmäßigkeit 
und arbeiten in unseren Laboratorien ständig an 
ihrer Verbesserung. Unsere Erzeugnisse erfüllen 
alle Anforderungen, die man an Kohfenstifte stellen 
muß, auf das beste. Unter den vielen Arten, dic 
wir Ihnen zur Auswahl bieten können, finden 
Sie bestimmt die für Ihre Zwecke geeignetsten. 
Auskunft unverbindlich und kostenlos 


GEBRÜDER SIEMENS «& Co. 

BERLIN'LICHTENBERG 






1085 


Rincmotogcnp^ 




KINO? 


ca. 600 Plätze 

lanitl bill. Mirlsvrrl-aii. nwKlrrnr» Thtoirr mit Oohne 
und Kabarfi<konzrs»iun in Wrsll . SiodI mil ca. 100.000 

kinw. «-»il mit Wohnung. Gut«- KonkurrcnzvrrhAlt- 

nis^r. kumpl. rr»lkl Inventar, alle» blgentum. M 40 OOO. 

ObleK« ..Mama** 

Kino-Zentrale Brockhausen, Berlin SW 68, 

Frirdrichttrd^c 207 Telephon: Zentrum Nr. 10705. 


Eintrittskarten 

Bücher. Block«. Rollen 


I Otto Prflfer Zi Co. 


K 1 fN O 


KINO WERNER, 


SarrasaniBao Dresden 


aru ver 

l>lr«-KIU>n ^ri 


nieic'rs. 

I..T Kino i H.n.. 

kMftnI. L.crl|>.rl 


\lleiDteffliirles 


Geleleiheitskiul. 

Adihmgl RrUrklaobr 
•Itlrr Augen out 


Sdaladertllm« 

. »ehr blil g zu vermieten. .Sur prttna —,. 

I .. ..Lhf.i; S.i.r.« univr K. T. M44 

V, ^vx M. ZimmertlreSc J. tl 

K. 1 £K i> I> s 1 ti 1 e 

Fllnit>ScKränk.e 

läMscklili i SahB / Harakurt-WaDdsiiek ' 

'ilftiiaar •Ukuaiit Satfikrk • TelestM WutiM IS?« 

Neue ica- LictiireklfliBekaslen 

Reisekinoboi 

iT.-ÄrrK*’'Filmsclranke 

l':::’-/- " Rid.m. 

K«i avrlm. 

_DIriB. 

Pboloheos MemeUdorf. 
OertiB, h ned« tch%trj " 

Wer verbauH 


IICHIREKLAME 

^ ELEiTHISCBE LEIBBBCBSTlIBEk D.R.B M 

, Leicht auswechselbar ■ Buchstaben a 

Art im Verleih odet Kauf ■ Illumination^ 
Leisten, auch bewegliche. 

NEON-LEUCHTRÖHREN 

OZONAR-LUFTREINI6ER 

FAUST GES. M. B. H. 


Roisupiel Piano, 



Vorhang- 

SaVePiiT^e Für llthtsplel 
theoter! 


Manch cster^‘’'£'JS 


Homol. MnoelDridiiüno k , - 











































































































































































Die deutsche Filmindustrie 
hat seit ihrem Bestehen 
die größte Anzahl Films auf 
Agfa gedreht. — Vor Beginn 
der Aufnahmen ist sich daher 
jeder klar, daß nur 




W/ NE' 


NEGATIVFILM 


„SPEZIAL" 

„EXTRARAPID" 

„PANKINE" 


Verwendung findet. — Für 
Nachtaufnahmen bringt die Agfa 
neuerdings ihren 




-SUPEßPAN 


auf den Markt. 


Man verlange Einzelheiten. 






GENERAL-VERTRIEBj 

WALTER STREHLEfS 

BERUN SW48. WILHELMSTRASSE 106 





AMviren iarwtUßtkaimien OpvrHe 
vcnAliMöeker 

Memuskiripi: Walter Reisch. 

RE&IE: J-iW L FLECK 


WU/TtN: HOfEitw.MllßU>rF 
nvTooMme: 6viooiuBuiu£.uHBmi 
KäMStUOBEHlSnOiWOOlFWAaUBltniN 
HAUPrOARSTELLBR: 


HARRY LIEDTKE 
ACNES ESTERHAZY 
MARIA PAUOLER 
ERNST VEREBES 
HAN$JUNKERM4NN 

IDA wOsT’KUPn’VESPEBmtW 
HCAMAMM PICUA 






Seite 2 


Rmctnatogtopl) 


Nummer 1086 



^QAXSCLiionßJJid 

(SmaUCeL^^daxt ^ 


^o^pdpumlkrtMrfbl^ 
^d\suxbiv^ Aetliy\0 



Deufsdi'Nordisdie film'l)nionG.in.b.ll. 

Berlin SW 48, FricdridistraGe 13 
Hamburg / München / Düsseldorf Leipzig 



Nummer 1086 


funcmotogtopl^ 


Seite 3 


f. A. DDPONT’S 

MOBLIN R0U6E 

mil 

OLGA TSCHECHOWA 

JEAN BRADIN LOUISE LAGRANGE 

erscheint bei uns im Januar 

Tir 


deutsches LICHTSPIEL-SYNDIKAT 


BERLIN SW 48, Friedrichstrafee 238 


Vcrleihvcriretungen : 

Berlin sw 4», Fnedridistrabe 238 LEIPZIG Cl, Toudiaer Strafe 9 HAMBURG. Ernst-Merckstrafee 12-14 
Königsberg Pr.. Steindamm 149 BRESLAU, Tauentzienstr. 55 


FRANKFURT a. M.. Taunusstrafee 52-60 
MÜNCHEN, BayerstraSe 9 


DÜSSELDORF. Oststr. 103a 






fUntmatostopl^ 



teilen t)öflid)ft mit, öaft ab 
2<». Dezember »<927 öas 

Drutfdjr iLtd)tfpifI-^i>ntiil\(it 

O. ni. b. Jb. 

DenT^ertrieb unferer lyocbenfdiauen 
übernommen bat. 

Opels jFilm O. m. b. %). 
(Trianon s ?2>ocbenCtbau 


Rinttnotogtopiy 


^IStr ahturUCtrn 
?i>oil)cnfd)aucn. 


imD intcrcDfaiiteCtcn 


(Dpd=lDod)rufd)au. 

Crianon'lI>od)rufdj<nu 


crfdjcincn ab 2*9. Uc>cmbcr 1^27 in 
unfrrcm T^crlcib. 


Drutfdjrs Hidjtfpid'^PuöibAt 



IWAN 

MOSJUKIN 

in den beiden Grobfilmen 

HINGABE 


MARY PHILBIN 


Regie: Edward Sloman 

Dtsch. Bearbtg.: L. W. Jacobs 
Produktion: Universal Pictures Corporation 
Präsident: Carl Laemmle 


DER 

PRÄSIDENT 


SUZY VERNON 

Produktion: G r e e n b a u m f i I m 

Regie: Gennaro RhigelH 


VERLANGEN SIE SPEZIAL-OFFERTE 


UNIVERSAL MATADOR M 

SONDER-VERLEIH ® 

_ BERLIN / MÜNCHEN / LEIPZIG _ 

DÜSSELDORF / HAMBURG / BRESLAU 
FRANKFURT AM / KÖNIGSBERG I. PR. 









Nummer 1086 


Kinematograpfl 


Seite 7 





Uraufführung 

DonnerstaSf 15. Dezember 1927 

im 

CAPITOL 



UNITED ARTISTS FILM VERLEIH e. M. B. H. 

Berlin SW 48, Friedrichslr. 19 

Dönhoff 50M/t7, 8290/91 Telegrammadr.: Unitedfilm 

Filialen: Berlin / Düsseldorf Frankfurt a. M. / Hamburg . Leipzig 




Seite 8 


lUtumalogtiqiQ 


Nummer 1086 



Fritz Kortner 
Magda Sonja 

IledMig Wangel / W oH'gang 
/ilzer ✓ Werner Pittsehaii 
Eberhard I.eitholY / Robert 
(parrison \ribert W ästber 
Otto Wallburg / lleinridi 
Witte ✓ Alexander Murski 


in tlen I lanplroiU'n drs 
Mngclu Soiiia-I iliiis 
der \aliniial(ilni \-C.. 


Die Gel iebte des Gouverneurs 


IlCJIK“. 

Friedrich Feher 


Plinto^raphic: C'arl llasscimaiin 
Ausstattuii}!: Max Knaakr 
Auinalimeleitun);: l'rit/. Bruner 


Lraufführun^ 


Freitag, den l6. Dezember 

5 F hr nachmittags 

PRIMUS-PALAST 




21. Jahrgang. Nr. 1086 - n i- ,, r» . 

^ Berlin, 11. Dezember 1927 

V VH.M'FACH'BUir 


Von A r o s. 



ic Spitzenurganisation der deutschen Filmindustrie 
hat sich nunmehr mit einer Eingabe an das Plenum 
.'es Rcichst.igs gewandt, die genau so wie die Dcnkschritt 
in den Steuerausschuß die Forderung aufstellt, daß Vor- 
■ ihrungen der Lichtspieltheater von jeder Steuer zu be- 
'tien sind. 

Der Anstoß zu dieser erneuten, ausführlichen Dar- 
egung wird nicht 
uletzl in einer 
ngabc des deut- 
hen Städtetages 
»m 6. November 
I suchen sein, 

"le in recht merk- 
'irdiger Weise 
'C Kinostener 
: r die deutschen 
kommunen zu 
' tten versucht. Es 
ein gewiß nicht 
genehmer Zu- 
^ ‘nd. im Rch- 
•Jivn einer Fach- 
'tschrift immer 
V eder von Nöten 
Und Sorgen zu 
'‘■‘gen, unter dc- 
"tn wir seit Jah¬ 
ren leiden. 

Aber es muß 
immer wieder ge¬ 
stichen, weil lei- 
‘'‘•■r bei den maß- 
fici.enden Stellen 
immer nicht 
Uas Gefühl dafür 
Vorhanden ist. 

***8 an der ge¬ 
radezu ungeheuer- 
hchen und un¬ 
gerechten Bcla- 
durch die 
Lustbarkeits¬ 
umsatzsteuer 
^•''ießlich der 
Putsche Film zu¬ 
grunde geht. 

. Recht wird 
p. ‘^er fraglichen 
^‘»gabe darauf 
"mgewiesen, daß 
S *>eute gar kei- 

Zweck mehr d “ 


hat, England, Frankreich. Italien oder Belgien in Ver¬ 
gleich zu stellen. Denn in diesen Ländern ist das her. 
cir.getreten, was man hier befürchtet. Die Fabrikati..n ist 
so gut wie verschwunden. Das steuerfreie Ausland. \..r 
allem Amerika, hat die heimischen .Markte erobert. Der 
K mpf um die Erhaltung einer Industrie braucht in den 
fraglichen Ländern nicht mehr ausgcfiMrhlen zu werden. 

weil die Film¬ 
industrie in ihne.i 
schon zugrunde 
gegangen ist. 

Wenn die Keichs- 
tagsabgeordneten. 
die verantwort¬ 
licher Leiter dc^ 
deutschen Ge¬ 
schickes. nur die 
Schlußfolgerun¬ 
gen genau ocach- 
ten. die die Spit¬ 
zenorganisation 
geschickt am 
Schluß ihrer Ein¬ 
gabe zieht, müs¬ 
sen sie den deut¬ 
schen Kinos hel¬ 
fen. — Die deut¬ 
schen Sprechthe- 
ater sind höch¬ 
stens als Erhei- 
terungsstätten 
der Oberschicht 
anzusprechen, mit 
verhältnismäßig 
hohen Eintritts¬ 
preisen. für div 
man Dinge zeigt, 
die man, gewählt 
ausgedrückt, als 
„Kinder der leich¬ 
ten Muse" be¬ 
zeichnet. Dafür 
erhalten sie eine 
Subvention von 
sechzig Millionen 
Mark. 

Dem Lichtspiel¬ 
haus — mit sei¬ 
nen kleinen Frei¬ 
sen, das Theater 
der Masse — da- 
eterle aw.»*, H«Äcn entzieht 

chi ticbea darf- man vierzig Mii- 




Seite 10 


fUnttnotogtapiy 


Nummer 1086 


linnen Entscheidend.* Summen, weil sie uns für den Auf¬ 
bau und Ausbau de^ deutschen Films fehlen. 

.Man kam ruhi)< d.irüber streiten, ob der Film im Prin¬ 
zip («ut oder böse is', eins ist nhne Fra^: er stellt einen 
Kuiturfaktor ersten Hannes dar, bildet auf dem Gebiet 
cer internationalen Verstandigunji ein .^\ittel allererster 
Oianunji. 

Er ist für kulturell und Wirtschaftspropafjanda unent- 
K hl lieh und tut, ohne ÜbertreibuntJ ]<esa)it, für die Ver- 
brt'itun)* deutscher Arbeit und deutschen Ansehens m der 
\X rit mindestens soviel wie Zeitunt<cn und Bücher, 

Es sei nur daran erinnert, daß Enjfland jetzt mit )<ewai 
ti};en Mitteln eine nationale Filmindustrie aufbauen will, 
weil sich (fezei^t hat, aaß durch die indirekte Wirtschafts- 
piopa^anda in den amerikanischen Spielfilmen wichtige 
Märkte für den britischen Handel verlorent>ingen. 

Das sind amtliche 
Feststellungen, die 
hier nicht mehr zu 
beweisen sind, über 
die öffentlich dis¬ 
kutiert wurde und 
die von den höch¬ 
sten Beamten Groß- 
Bntanniens in öffent¬ 
lichen K7der. und in 
den Parlamenten zu¬ 
gegeben wu'dea. 

Dabei ist die Si¬ 
tuation für uns ge¬ 
rade in diesen Punk¬ 
ten noch viel pre¬ 
kärer, Nltir können 
uns den Luxus, 
irgendwo in der 
NXclt Absatz zu ver¬ 
lieren, überhaupt 
nicht erlauben, tseil 
wir heute nach 
Kriegsende noch mit¬ 
ten im Kampt um 
die wirtschaftliche 
VC ledcreroberung sind, weü für uns die Erhaltung ’ind 
Entwicklung Deutschlands überhaupt entscheidend beein 
fluBt wird von der Möglichkeit einer Steigerung des Welt¬ 
absatzes, 

ln der fraglichen Eingabe wird überzeugend nach- 
gewksen, daß es sich, wenn man überhaupt schon von 
Verlusten redet, im besten Falle um einhalb Prozent der 
kommunalen Etats handeln kann. 

Demgegenüber steben die indirekten Vorteile, die das 
\ i.lksvermögen dadurch hat. daß wir im eigenen Lande an 
einen vernünftigen Wiederaufbau — vor allem der Kino¬ 
theater — gehen. 

Man renommiert so gern mit den dreitausendsechshundert 
Theatern, über die Deutschland verfügt. Eine genaue und 
gründliche Statistik zeigt zunächst, daß rund zweitausend 
Theater, wenn man die Angelegenheit von großen Ge¬ 
sichtspunkten betrachtet. überhaupt nicht in Frage 
kommen. Es sind das in der Hauptsache die sogenannten 
Sonntagsspiel er. die selbstverständlich weder dem Ver¬ 
leiher noch dem Fabrikanten irgendwie für eine rationelle 
Ausnutzung seiner Produktion helfen können. 

Die eintausendsechshundert Häuser, die da bleiben, ver¬ 
fügen zu fünfundsiebenzig Prozent unter vierhundert 
Sitzplätze. Was diese Tatsache wieder für die Leihmiete 
bedeutet, braucht in einem Fachblatt nicht erörtert zu 
werden. 

Bleiben genau besehen vierhundert Lichtspielhäuser, die 
die Last der Riesensteuem aufzubringen haben, denen man 
auch nach der letzter. Steuerermäßigung alles fortsteuert. 


was irgendwie für eine Hebung des Lichtspielgewerbe< 
vci wendbar wäre. 

Die letzte Zeit mit ihren Zahlungseinstellungen, Liqui¬ 
dationen und Fusionsbestrebungen hat mit erschreckender 
Deutlichkeit gezeigt, wohin wir gekommen sind. 

Mag sein, daß hier und da im einzelnen kaufmännisch 
nicht richtig vorgegangen worden ist. Das alles aber hin¬ 
dert nicht, klar und eindeutig darauf hinzuweisen, daß 
diese groEen Unternehmungen Opfer der Konjunktur 
geworden sind. Glatt und deutlich gesagt: letzten Endes 
Opfer der Lustbarkeitssteucr, die jede Rentabilität un¬ 
möglich gemacht hat. 

Die schlechten Geschäftsergebnisse sind zu einem Tei! 
herbeigeführt worden, weil man sich nicht entschließen 
konnte, die Qualität der Fabrikation so tief zu sei ken 
wie es unter den heutigen Verhältrissen notwendi: 

gewesen wäre, un 
überhaupt nur au' 
die Kosten zu kom 
men - Man könnt, 
die Qualität nich 
senken, weil da 
Publikum zu ar 
spruchsvoll ist. un 
wollte sic nicht sei 
ken, weil die große 
Wirtschaftskreise' 
Deutschlands, di 
heute am Film inte 
essierl sind, nie 
die Hand dazu geh» i 
wollten, das Lieh, 
spielhaus wieder 
degradieren und 
das Niveau her., 
zudrüeken, auf dein 
es stand, als n< 
der Kirmesplatz 
Heimat der Ki 
matographic wa** 
Gerade in dicM n 
Tagen beschäl ti'.>'i' 
sich große und ernste deutsche Kreise, die in erster I.'i c 
die W'ahrung der kulturellen Güter auf ihr Panier 
schricben haben, mit dem Kino. Wir gehen auf diese i >■- 
Strebungen, auf ihre Absichten und Aussichten an andeer 
Sülle ein. Es sei hier nur bemerkt, daß es gar keinen 
Zweck hat. sich über die kulturelle Mission des leben.icn 
Bildes, über die Zensur, über die Jugendpflege den K-'pl 
zu zerbrechen, solange man nicht die geordneten, k. nt- 
mannischen, volkswirtschaftlichen Grundlagen hc,Ix,i- 
geführt hat. auf der eine Indus*ric sich aufbauen kann. 

Ein einziges I,and in der Welt hat eine starke, .-le- 
schlossc.-ic Filmindustrie, das ist .Amerika. Hier gibt e< 
die größten Konzerne, die meisten Theater und — sicher¬ 
lich kein Zufall — praktisch so gut wie überhaupt keine 
I iistbarkeitssteuer. 

Der amerikanische Film hat die Welt erobert. Er he- 
streitet in Deutschland einen erheblichen Teil der Spi«' 
plane. Man hat so oft über das leichte und seichte Nocai- 
dieser Amerikaner geschrieben, hat sich darüber ent¬ 
rüstet und die Forderung erhoben, daß diese Ware durch 
bessere, wertvollere deutsche Arbeit zu ersetzen sei. 

Was die Spitzenorganisation jetzt im Namen des deut¬ 
schen Films fordert, ist die Grundlage, von der aus diese 
Arbeit geleistet werden kann. 

-Man hat gerade in letzter Zeit im Anschluß an gewisse 
Vorgänge bei größeren Gesellschaften dem Film 
geworfen, daß er schlecht organisiert sei, daß er seine 
Kiäfte überzahlt, daß das Geld zum Fenster hinaus- 
geworfen werde. (SchluB crUc Snt« KUm.. Noii«l»*W 



Nummer 1086 




Von unserem ständiiien J. J. - Korrespondenten. 



er Anfantl wäre also {gemacht! Pas erste CiroOkino 
Wiens, das Lichtspielhaus. ..Lustspieltheater", konnte 
endlich -- nach hartem Kampfe, der t<e)<en diese Ncu- 
eröffnunif seitens des Bundes der Wiener Lichtspiel¬ 
theater geführt v.’urde —, am 1. Dezemher, in Anwesenheit 
der Re|<ieruni<svertreler und zahlreicher offizieller und 
künstlerischer Persönlichkeiten, feierlich mit dem sehr 
repräsentativen deutschen Bild ..Der Meister von Nürn- 
berjj" neu eröffnet werden. 

- Das von der Konkur¬ 
renz so sehr ffcfürchtcte 
erste Uraufführun^skino 
Wiens ist also endlich er¬ 
standen. zur ifröBten Ge- 
nufituunif aller Kino¬ 
freunde. 


Herr Direktor Jarno hat 
das Lustspieltheaterkino, 
dessen Konzession er von 
Stadtrat Breitner als be¬ 
sondere Ehrunj* ziijjcspro- 
chen erhielt, an die Firma 
Mu({o Enifei weiterver- 
pachtet. die mit dem In¬ 
haber der Konzession 
einen lanifjähriften Pacht- 
ertraft abschloß. 

Das Lustspielthcatcr ist 
•lach monatelan)<em Um- 
liau mit einem Kostenauf- 
.vand von 400 000 Schil- 
inf< in ein mit modernsten 
'iehelfen aiisifestattctes 
• roUkino umifers-andeit 

Der Zuschauerraum des 
^ustspieltheaterkinos. der 
rsprünjilich einen Fas- 
unffsraum von 700 Per- 
■nen halle, ist durch eine 
teilweise Einbeziehunif der 
< hemaliffen Bühne des 
1 heaters erweitert worden 
und bietet für 1118 Per- 
S'>ncn Plätze. Der erste Ran^ wurde, damit die Säulen 
des Parterres wejffallen können, beim Umbau auf Tra- 
'ersen )<ele{<t. Das Parkett ist jetzt 33 Meter lanjJ, ai.so 
füst doppelt so lang als der bisherige Zuschauerraum 
'«ar. Das Haus ist in weiß und gold anheimelnd gehalten 
und weist sehr bequeme Sitzgelegenheiten auf. Die Be¬ 
leuchtung erfolgt zur Erzielung von Stimmungseffekten 
in drei Farben: weiß, rot und blau. 

Der Operationsraum und die Scheinwerfer sind in den 
zw-citen Stock eingebaut worden. Dort sind zwei Vor¬ 
führungsapparate, eine Beleuchtungsorgel und zwei 
Schalttafeln angebracht, die als neueste Modelle in ihrer 
Art angesprochen werden können. Drei Bildwerfer (wie 
hier die Operateure in Amtsdeutsch genannt werden) 
'»'erden an den ..Bildwurfmaschinen" tätig sein. 

Eine besonders begrüßte Einrichtung für Wien ist der 
''Icgante Rauchsalon, der die dankbare Zustimmung des 
Publikums der Festvorführung fand. Die Sicherheits- 
Vorkehrungen bei diesem modernen Kinobau sind vor¬ 
bildlich. so ist die direkte Verbindung des ehemaligen 
f-ustspieltheaters mit der Fcuei wchrzcntralc erhalten ge¬ 
blieben. Für etwaige Spieleinlagen wurde eine schmalere 


Bühne mit zwei Zugängen errichtet. In ihrem Hinte: 
gründe befindet sich die Projektionsleinwand, die mit 
ihren 6'.'»<5 Meter zu den größten Wiens zahlt 

Das Orcliestcr ist 18 Mann stark und wird von dem 
führenden Kinomusiker W'iens. Kapellmeister Karl Kr.ill 
geleitet werden. Die Orgel, die neben dem Orcheslc: 
eingebaut wurde, ist dieselbe, deren sich Reinhardt bi i 


den Mirakelaufführungcn ii 


Salzburg bediente. Ein ge¬ 
mischter Chor wird fall¬ 
weise auftreten. Er wurdc 
bereits bei der Eroffniinc- 
vorstellung zu dem Fi m 
..Der .Meister von Nürn¬ 
berg" verwendet. Dieser 
Film, der für die Fcslvor- 
führung von der Firma 
Engel mit vielem Glii.'k 
gewählt wurde, fand s,,. 
wohl bei der maßgeben¬ 
den Tagespresse, die die¬ 
sen deutschen Film sehr 
anerkennend beurteilte, 
als auch bei dem an¬ 
spruchsvolleren Premii - 
renptiblikum eine über.iiis 


Die Sitzpreise, die in 
15 Kategorien eingeteill 
Sind, bewegen sich zwi¬ 
schen 90 Groschen und 
2 Schilling. 

Gleichzeitig mit dem 
ersten Großkino U lens 
wurde auch in dem öster¬ 
reichischen Kurort Baden 
bei Wien cm neues Licht¬ 
spielhaus. das Beethoven¬ 
kino. gleichfalls mit dem 
..Meister von Nürnberg" 
eröffnet. Auch diese Er- 
i'iffnung vollzog sich unter 
entsprechenden Feierlich¬ 
keiten. denen der Bürger¬ 
meister der Kurstadt. 
Kollmann, und Delegierte des Zentralverbandes der 
österreichischen Lichtspieltheater, Präsident. Sektionsrat 
Herr Theodor Petzl beiwohnten. 

Wie uns aus den Kreisen der Fanamet mitgetcilt wurde, 
bewahrheitet es sich, daß die Fanamet „in absehbarer 
Zeit" sich wieder in die drei selbständigen Gesellschaften, 
aus denen sic zusammengesetzt wurde, auflösen wird. 
Die drei Firmen werden aber sowohl in Österreich als 
auch in allen Ländern, in denen sic Niedcrlassungci. 
haben, weiter ihre Filme vertreiben. 

Für die Kinobesitzer Wiens entsteht durch diese 
Sezession vorläufig keine Änderung, da die Fanamet alle 
bisher getätigten und noch abzuschlicßenden Verträge 
erfüllen wird, da ja nach österre.chischer Gepflogenheit 
nur bis Ende der Spielzeit, das ist bis Mitte August 1928. 
terminiert wird und die Liquidation der Fanamet bis 
dortbin voraussichtlich noch nicht beendet sein dürfte. 

Infolge der geringeren Produktion in der ersten Hälfte 
des Jahres 1927 ist der österreichische Kontingent- 
schlüssel, nach dem alle Interessenten des K-mtingents 
eine Vermehrung der Kontingentscheine von 1 : 10 auf 
1 : 16 bei der Handelskammer befürwortet haben, auf 



Seite 12 


Nummer 108<' 



1 : 14 erhöht worden. Gefjen 22 Filme im Vorjahre .sind 
nämlich heuer bisher nur 12 Filme produziert worden, 
zu denen aber die jetzt in Arbeit befindlichen und bis 
Ende des .lahres projo itierten zu|<czählt werden müssen, 
so daQ die Endzahl bei!äufi(i IS sein dürfte. Zu dem 
Schlüssel 1 : 14 wurde aber bei dieser Erhöhung zu¬ 
gunsten einer notwe idig gewordenen vermehrten Ein¬ 
fuhr von der Hände skammer der Vorbehalt gemacht. 
Ende Dezember, zu v.elchem Zeitpunkte die Gesamt¬ 
produktion des Jahres 1927 endgültig zusammengerech¬ 
net werden kann, erst die endgültige Festsetzung der 
Kontingentquote vorzunehmen, wobei auf eine neuerliche 
Erhöhung des 
Kontingents — 

wahrscheinlich 
auf 1 : 16 - ge¬ 
rechnet werden 
muS. 

Vi'ie ich bereits 
berichtet habe, 
hat die hier eta¬ 
blierte amerika¬ 
nische Gruppe, 
unter Führung 
des Direktors 
.Max Wirtschaf¬ 
ter von der Fa- 
namet. den An 
trag gestellt, zehn 
Filme jährlich in 
>X’ien zu erzeu¬ 
gen. wenn das 
Kontingent von 
1:14 auf 1 : 20 
erhöht werde um 
den amerikani¬ 
schen Konzernen 
die Hcre.nbrin- 
gung ihrer ^X’a^en 
zu erleichtern. 

Auf Anregung 
der Handelskam¬ 
mer werden über 
diesen Antrag sei¬ 
tens der Indust’-ie 

Besprechungen 
gepflogen. bei 
welcher Gelegen¬ 
heit der Vor¬ 
schlag gemacht 

wurde, die Kon- llisabeth 

tingentscheine >» a«" Po. iic- Film d< 

nach dem Wun¬ 
sche der Amerikaner auf die verlangte Summe zu er¬ 
höhen. jedoch auf eine geringere Anzahl der Kopien — 
zwei bis drei etwa — zu beschränken. 

Der Bund der Filmindustriellen, welcher die Führung 
dieser Angelegenheit übernommen hatte, gab sein Gut¬ 
achten darüber in dem Sinne ab, daß das Angebot der 
Amerikaner im Interesse der heimischen Fabrikation zu 
begrüßen sei. die bestehenden Kontingentvorschriften 
aber dahin abzuändern wären, daß in der Zukunft der 
einzelne Kontingentschein nur für den Bezug einer be¬ 
stimmten Anzahl von Kopien — etwa zwei — Geltung 
haben soll, beim Bezüge einer größeren Kopienanzahl 
aber weitere Kontingentscheine erworben werden müßten. 
Die so lang erwartete Produktion der Amerikaner in Öster¬ 
reich wäre auch nach diesem Modus, im Interesse der hei¬ 
mischen Filmwrirtschaft. auf das freudigste zu begrüßen! 
ida Jenbach schreibt die Drehbücher „Gefallene Engel' 


nach Richard Nordmann für Hegcwaldfilm und „Der 
Leiermann und sein Pflegekind" für das Filmhaiis Fe.ndl 
W'ie ein zweiter Harun al Raschid wandelte diese- 
Tage Regisseur Paul Czinner unerkannt durch du 
Straßen Wiens, wo er Elisabeth Bcrgner (das „Fräulcii 
Else " von Schnitzlerischcr Herkunft) unbemerkt »on de 
Menge — damit sie nicht zur freiwilligen und darum iin 
so Störendeicn Komparserie werde — in die wienerisch! 
ungestellte Atmosphäre unseres besonders geartete 
Siraßenlebcns untertauchen ließ, um die Heldin seine 
Spieles gleichsam der Wienerstadt einzufügen und si' 
damit stilecht zu verweben. Neben Elisabeth ßergn« 
nahm auch Albe 
ßassermann 
dieser vcrhcim 
lichten Filmar 
nähme teil, b- 
der Czinners K 
meramann. K. 
Freund, unsici 
bar für das Pul 
kum.dasahnun 
los als Staff.i 
mitspielte, sc 
vom Stativ I 
gelöste Film’ 
mera durch 
belebten Sli_ 
der Inneren St 
trug. 

Die Wie 
aber, die dad 
um eine gewoh 
..ifetz". das h- i 
um den -äbli' 
Bahnhofsemp' 
Elisabeth B> 
ners — die 
auch bei 
künstleri.sch 
heimatet ist 
gekommen ■ 
werden sich 
wiß bei dem 

ziellcn Besiu 1' er 

Künstlerin. ' 
zur Prem erc 

ihres Films ..n '"- 
na Juana". ' 
Mitte Ja. -r 

stattfindet. b’cT' 

__ _ herkommt. ent¬ 
schädigen und die 

Bcrgner um so stürmischer begrüßen und feu-m. 

Der Bund der Wiener Lichtspieltheater hat mit dci« 
Figaro-Verlag ein Abkommen getroffen, nach dem 
genannte V'crlag sich verpflichtet, den Kinobcsilz.m 
tantiemenfreie Musikstücke zu liefern, wogegen in 
Fachzeitschriften der Musiker Protest erhoben "^ 
weil die lebenden Komponisten cinzusehen beginnen. * 
es schließlich auch ohne sie geht. 

Die vom Bund der Wiener Lichtspieltheater 
schlosscne Erhöhung der Sitzpreise ist von 
Teil der Kinobesitzer, und zwar ohne jeden Schaden 
die Einnahmen, vorgenommen w-orden. Dieser zwei 
lose Erfolg wird die noch zögernden Theaterbcsitzer 
anlassen, die für die Lebensfähigkeit der Wiener 
so notwendige Erhöhung der Sitzpreise, die nur 10 
Groschen (also sechs bis zehn Pfennig pro Sitz) be ra 
ebenfalls vorzunehmen. 






Nummer 1086 


^ttnotogtopl^ 


Seite I 3 


Von E. A t h a n a s s o p o u I o. 



as Filmwesen Ä|<yptens hat sich in letzter Zeit bedeu¬ 
tend entwickelt und ühertrifft in seiner Entfaltung 
den ühriilen Orient Allerdings besitzt Ägypten mit sei¬ 
nen 14 Millionen Einwohnern auch heute erst 60 Kinos, 
iher es ist vorauszusehen, daß sich die Zahl der Kinos 
n nicht zu langer Zeit verdoppeln und verdreifachen 
wird, da die Bevölkerung jetzt 
l>eginnt, ein lebhaftes Interesse 
fiir dieses Vergnügen an den 
Tag zu legen. 

Trotz dieser geringen An¬ 
zahl von Kinos ist Ägypten 
■chon jetzt ein reiches Absatz- 
iebiet für die ausländische 
I'ilmindustrie. Es werden hier 
'cdeutcnd höhere Stimmen als 
>nst in Europa üblich für den 
lim verlangt und bezahlt. 

In Kairo, der größten und 
hönsten Stadt Afrikas, mit 
inen über eine Million Flin- 
;hncrn, befinden sich auch 
’e schönsten Kinos Ägyptens. 

' ngefähr zwanzig an der Zahl, 
ic sind groß und geräumig 
ad meistenteils in sehr mo- 
■ rner Aufmachung gebaut, 
is größte und älteste ist der 
\n;crikan Cosmograph". Es 
V -hört der sehr bekannten 
I inzösischen Schokoladcn- 
! ma Poulain und faßt zwei- 
' isend Plätze. Dieses und 
e;n derselben F'irma gehören¬ 
des in Alexandria, machen die 
t: 'ßten Geschäfte in Ägypten 
Das „Kino Gaumont" gehört 
t 'nfalls einer französischen 
I atemehmung. den Etablisse¬ 
ments Gaumont. Es faßt 800 
Zuschauer. Dann folgen Tri- 
umpf-Kino mit ebenfalls 800 
Zuschauerplätzen, es gehört 
fJ'-'' Kino-Union. Diese drei 
*ci'onstcn und größten Kinos 
Kairos befinden sich im Zen¬ 
trum der Stadt in der Emad el 
D'.n-Straße. Zu diesen erst- 
.'angigen Filmhäusern gehören FRED Lou l S^^LERCH^^ 

^"^h „Kino Metropol", „Jozy .Ehokaaiial im IUa>c Fro 

“alast" und ..Cinema Empire", 

ihnen faßt gegen tausend Zuschauer. In diesen 
^«■hen Kinos werden zumeist Uraufführungen vorgefuhrt. 

■ alürlich nur im Winter, weil im Sommer die Kinos 
Meistenteils gcschli >ssen bleiben. Bei einer Temperatur von 
uis 45 Grad Celsius ist es unmöglich, im Kino zu sitzen. 

1 den geschlossenen Räumen ist es wahrhaft erstickend 


heiß. 


und daher verwandeln sich auch einige ' 


- ..i Freiluft-Kinos. Das „Kino Ideal" sowie das 
•• ino Olympia" mit 700 Plätzen sind Kinos zweiten Ran- 
p.' folgen noch eine Reihe dritlrangiger Häuser; 

Bellevue", „Chubra", „Chedival". ..Boulac" und 

•Eshekieh". 

K-k“'* ^'f*>*l'äuser der Metro-Gesellschaft, die sich in dem 
önsten Vorort Kairos, in Heliopolis, befinden, sind in 


einem arabischen Stil gebaut und tragen die Name;' 
..Amphitrion" „Heliopolis" und „Sould". Auch diese sind 
im Sommer last immer außer Betrieb. 

In Alexandria, der zweitgrößten Stadt Ägyptens mit 
450 000 Einwohnern (wovor. 60 000 Griechen, 30 000 Ita¬ 
liener. 3000 Franzosen. Syrier. Engländer usw. sind), g ht 
es nur 13 Kinos. Der ...Amt-ri- 
kan Cosmograph" mit einem 
Zuschauerraum von 1200 Sitz 
platzen und der ..Mohamcti 
Aly" mit 1000 Sitzplätzen sind 
die größten unter ihnen. Dann 
folgt als schönstes Kino von 
Alcx.indria der ..losy-Palasl . 
aber nur mit 800 Sitzplätzer 
Es gehört der .losy-Film-Gc- 
selUchaft. Vor zwei Monaten 
A'u -de dann noch ein neues 
Kino eröffnet. Es ist architek¬ 
tonisch hemcrkensw'crt und 
weist in dem sehr modern ge¬ 
haltenen Zuschauerraum 1000 
.Sitzplätze auf. Se'n Name ist 
„Royal". Es liihrt? gleich zu 
Beginn eine Reihe deutscher 
und besonders Ufa-Filme auf. 
Dann gehört noch das ..Kino 
des Ambassadeurs" zu den 
erstrangigen Filmtheatern in 
Alexandria mit 600 Plätzen. 

„Cinema Majestic" und 
..Belle \-uc et Cursal" mit 800 
Sitzplätzen sind Kinos zwei¬ 
ten Ranges, während ..Cinem.i 
Libcrte", ..Cleopatra", ..Ab¬ 
bas". „Mignon". „Bacos" und 
„Esperia" mit .tOO bis zu 60t) 
Sitzplätzen dem dritten Range 
angchören. 

In Port Said sind nur die 
l'rauf fuhrungshäuser nennen'.- 
wert und von ihnen nament¬ 
lich „Kino Eldorado". ..Ci¬ 
nema Empire" und „Palhe" 
mii einem Zuschauerraum von 
je 600 Plätzen. Die anderen 
Kinos in Port Said sowie in 
den kleineren Städten sind 
..d LUCY DORAINE drittrangig und haben in der 

■toBi 'ir*" ynd Ri»lcr »»n “ Regel 600 bis 300 Sitzplätze 
Sehr viele Städte, manche 
sogar mit über 45 000 Einwohnern, entbehren das Kino aus 
dem Grunde, weil die Stadt noch nicht mit Elektrizität 
versehen ist. Nun hat sich eine Gesellschaft entschlossen, 
das wandernde Kino cinzurichten. Sie fährt mit vier 
gioßen, eigens dafür eingerichteten Automobilen durch 
ganz Ägypten und besucht viele kleine Städte und Dörfer. 

Da es die Gesellschaft aber größtenteilr mit Analpha¬ 
beten zu tun hat. denen die schönsten Titel nichts sagen, 
weil sie sie doch nicht lesen können, su führt sie eine.i 
I autsprccher mit sich, durch den während der Vorstel¬ 
lung den Fellachen der Text des Films erläutert wird. 
Die Regierung unterstützt diese U'anderkinos durch Ab¬ 
gabe von Kulturfilmen und Propagandafilmen auf dem 
Gebiet der Gesundheitspflege. Die ägyptische Regierung 


Seite 14 


Nummer lOSt. 


hofft dadurch den Bauern notwendijfe Sauberkeit und ge¬ 
sunde Lebensführunf!, beizubringen. Dann führt das 
\X'anderkino auch Reklamcfilme mit sich, es ist wohl die 
einzige Art des Reklamemachens in dem ländlichen 
Ägypten. 

Die Eintrittspreise iür eine Kinovorstellung in Ägypten 
betragen in den erst-angigen Theatern von 0.60 .M. auf¬ 
wärts bis zu 2 Mark. In einigen Kinos gibt es auch Ein¬ 
heitspreise (außer der Loge) von einer .Mark. Bei her¬ 
vorragenden Großfilnen werden die Einheitspreise um 
50 Prozent erhöht. Die Kinos zweiten und dritten Ranges 
haben Einheitspreise von 50 Pf. an bis hinauf zu 80 Pi. 
einschließlich der Vergnügungssteuer. Da das Filmver¬ 
leihgeschäft sowie die größte Zahl der Kinountcrnchmun- 
gen in Händen von Ausländem sich befindet und diese 
auf Grund der seit jeher den Ausländem eingeräumten 
..Vorrechte“ keine Steuern zu zahlen haben, so ist es 
ihnen trotz der niedr.gen Eintrittspreise möglich, größere 
Preise für die Filme zu bezahlen, als es in Europa mög¬ 
lich ist. und tri.tzdem noch einen guten Gewinn herauszu¬ 
schlagen. 

Jeden Tag. außer Donnerstag und Sonntag, werden 
zwei Vorführungen dargeboten, um 6 und um 9 Uhr. 

Es lassen sich zwei Geschmacksrichtungen für Filme 
beim Publikum unterscheiden. Die Europäer und die ge¬ 
bildeteren Eingeborenen bevorzugen mehr Dramen und 
Lustspiele, während cic minder gebildete Masse, zu denen 
auch Kinder und Ha bwuchsige gehören, die spannenden 
Detektiv- und 'X'ildwcstfilme bevorzugen. 

Der Sitz aller Filmgesellschaften sowie aller Vertreter 
der ausländischen Film-Firmen ist Alexandria. 

Die bedeutendsten Verleihe sind die Universal Picture 
Corporation, die den größten Filmabsatz besonders der 
Serienfilme hat. der Foxfilm, der ebenso gute Geschäfte 
macht, die First National, die durch R. Barky vertreten 
wird, die Producers Distributing Corporation, vertreten 
durch den Plutusfilm. und außer diesen den ersten Platz 
einnehmenden amerikanischen Filmen noch die Politi 
Cohen, die in diesem Jahre auch die Vertretung der Aafa 
übernahm. Amerikan Cosniograph. einer französischen 
Firma gehörend, die außer sehr wenigen amerikanisenen 
und deutschen fasi nur französische Filme führt, und Gau¬ 
mont Metro-Goidwyn. 

In Kairo befinden sich die Büros von Paramount und 
.Amerika-Film-Konsortiuri. Letzteres führt auch die Ver¬ 
tretung der Universalfilme und verleiht auch deutsche 
Filme. 

In der vorigen Saison sind allein von ihr 14 Utafilme 
verliehen worden, darunter auch ..Variete". 

Die Josy Film-Gesellschaft, eine der größten Film¬ 
gesellschaften, die auch vier eigene Kinos in Kairo und 
Alexandria besitzt, importiert meistenteils amerikanische 
Filme der United Artists und einige französische und 
deutsche. 

Alexander Aldekmann. früherer Direktor der Westi 
Filmgesellschaft, besitzt nun ein eigenes Büro und im¬ 
portiert deutsche, besonders Ufafilme (für die kommende 
Saison hat er vor. eine ganze Serie deutscher Filme, 
darunter „Faust“. ..Metropolis" u. a. zur Aufführung zu 
bringen). 

United Film Service ist eine englische Firma, die zum 
größten Teil mit den Kinos der englischen Armee in 
Ägypten arbeitet. Dann sind noch die Baissi fräres. 
Pardo und Volt zu erwähnen. 

Die Kino-Saison beginnt am 15. Oktober und endet 
Ende Mai. Wie schon gesagt wurde, bleiben die Film¬ 
theater während des Sommers geschlossen. 


Der Verleih der Filme an Kinos, die keiner Filmver 
leihgesellschaft angehören, geschieht für die Erstcuffüh 
rungen gegen eine auf den Bruttogewinn gezeichnet 
Zahlung. Gewöhnlich beträgt der Bruttogewinn der Ur 
aufführungen 6—10 000 M. pro Woche, wovon der Filn; 
Verleiher je nach der Qualität der Filme 30— 50 Prozer 
der Summe erhält. So siel wird für die Uraufführung bi 
zahlt, und zwar nur in Kairo und Alexandria. Dann wir. 
der Film gegen eine Entgeltung von 5—10 Pf. pro Met- 
an kleinere Kinos verliehen. 

Die einheimische Filmindustrie Ägyptens befindet sii 
noch im Anfangsstadium. Es wurde sehr oft versucht. 
Ägypten Filme zu produzieren, doch blieb dieser Versiii • 
ohne Erfolg, da die einheimischen Kapitalisten fürchtete: 
in einer neuen, ihnen fast unbekannten Sache ihr Kap ■ 
tal zu riskieren. 

Außerdem fehlte es auch an Persönlichkeiten, die 
einem künstlerischen Aufbau eines Films notwendig sir 1 . 
1916 wurde eine Filmgesellschaft mit einheimischem K - 
pitai vor 400 000 Mark gegründet. Sic errichtete >■ n 
600 Quadratmeter großes Atelier Aber kaum war i t 
der Aufnahme des ersten Films angefangen worden. . 
mußten die Künstler mit der Arbeit wegen Uncinigk- t 
der Unternehmer unter sich wieder aufhören. Aug* 
blicklich gibt cs nur kleine Filmgesellschaften zur A 
nähme von Aktualitäten und Wochenschauen. Die .s 
sind der Prospery-Film. Coroncl-Fiim. Fiorilo-Garin-h m 
und Dores-Film. alle in Kairo. 

Die Dorcs-Filmgcscllschaft hat einen 8000 Meter gr<‘f -n 
Kulturfilm von der Geschichte und den heutigen S.t..n 
in Ägvptcn geschaffen, den die Geogrephical Comp ' 
of Amerika gekauft hat. 

In diesem Jahre haben wir wieder einen neuen \ ' 
such in der Gründung des Kondorfilms c.-hlickl. '' ''n 
ist unter der Regie der Gehr. Lama eine FilmgcscUsi i '1 
aus Chile hierher gekommen, die versucht. Spielfilm :n 
ägyptischer Landschaft aufzunchmen. Sic hat im ti: 
her einen Film, betitelt ..Der Kuß in der Wüste". >* ' 
gestellt. Dieser F'ilm ist dem Valcntino-Film ..Der Sohn 
des Scheichs“ sehr ähnlich. Nun beschäftigt sich < >.sc 
Gesellschaft damit, einen ägyptischen Kulturfilm .'U 
drehen. 

Das Geschäft scheint sich als rentabel erw -en 
zu haben, und sie will jetzt größere Arbeiten in Äg\'’tcn 
drehen und sich daut.rnd in Kairo niedcrlasscn. 

Außer dieser Gesellschaft haben viele ausländi'-hc- 
darunter auch deutsche Firmen. Aufnahmen von be¬ 
stimmten Szenen in Ägypten drehen lassen. 

ln Ägypten gibt cs eine streng funktionierende Zensur 
welche die Aufführung von Filmen verbietet, die sich 
irgendwie gegen die Religion oder die herrschende Mo¬ 
ral richten. Selbstverständlich ist auch alles \ erboten, 
was sich als eine Anspielung gegen die Politik oder die 
Gesellschaftsform des Landes erweist. In letzter Zeit 
ist mir zu Ohren gekommen, daß die Zensur den hd*" 
..Metropolis" entweder verbieten oder ihn wenigsten* 
bedeutend kürzen wird, ebenso wird wohl der Film .1 
Faust“ dieses Schicksal teilen müssen. Der Film ..I ' 
Wolgaschiffcr“ ist gänzlich von der Zensur vcrb.'tcn 
worden. 

Das wäre die heutige Situation des Filmes in Ägypte"- 
ln einigen Jahren wird Ägypten als Filmmarkt des ganzen 
Orients für den Absatz der amerikanischen und curopa 
ischen Filmindustrie eine große Rolle spielen. Also s»> 
ten die deutschen Filmintcrcssenten nicht so lange zöge 
sich dem Orient zuzuwenden, da ihnen sonst von 
rika und anderen Staaten ein gutes Absatzgebiet vor e 
Nase weggeschnappt wird. 



Nummer 1086 


Xfnttnafogtap!) 


Seile 15 


crcits vor Monaten hatte der „Kinematotlraph“ darauf 
aufmerksam gemacht, daß aus verschiedenen Teilen 
der Provinz, die sich politisch in den Vordei|<rund dränjj- 
ten, Tendenzen lchcndi|( wurden, die darauf ahzielten, 
eine Verschärfun»* der Filmzensiir zu verlan(<cn Rcreits 
damals hatten wir die Filmfahrikantcn ffeheten, sowohl 
in den Titeln als in den Kcklameplakaten alles zu unter¬ 
lassen, was diesen Kreisen Veranlassunif |<ehen künntc, 
ihre auf eine weitere Knebelung des Films iferichteten 
■Absichten zu unterstützen. In 
nicht allen Fällen ist dieser 
P.itte Gehör jjeßeben w€#rder. 

Man hat an sich sehr harmlose 
Filme unter Titeln losifelassen, 
lenen zum mindesten nicht eine 
.;cwisse Zweideutit<kcit ab){e- 
prochen werden kann, daß sich 
m heutiffen Filmlebcn kein 
NX'erk einschleichen kann, 
lessen moralische Auffassung 
ehr weit von der heutifjer 
'i'.tc abweicht, ist bei der Zu- 
immensetziinil der Prüfstellen 
I Berlin und München selbst- 
' erständlich. Wir haben hier 
lehr als einmal nach(<ewiescn, 
aß es die Filmindustrie in kei- 
om Fall ijewaftt hat. Themen 
nd Szenen auf den Filmstrei- 
' n zu hrin{(en. wie sie heute 
(zensurlose!) Sprech- und 
hevuebühne unbeanstandet auch 
'■•r solchen Besuchern vor- 
I hren kann, die noch nicht als 
I mreif anerkannt werden. 

Mehr als e'nmal haben wir 
d.irauf aufmerksam (gemacht, 
d.tß es für die Filmdramaturtiie 
em iJroBcs, bisher unbenutztes 
Gebiet Jjibt, das die Aktuali¬ 
täten des Ta|{es~ verwendet, 
ohne irjjendwie anstößig zu 
*ein. Es liejjt im Wesen einer 
Industrie, wenn sie Dinjie, die 
s'ch als crfol)(reich erwiesen, 

•nehr als einmal in den Kreis .MARY 

’hrcr Ahwandluni« zieht. in dem F. v -Film 

'X'ir wiesen bereits vor Mo¬ 
naten darauf hin, daß einzelne Zentrumskreise, die 
^''ar nicht ausschlajiiiehend in der Partei sind, aber doch 
“her einen fjewissen Einfluß verfüßen. nach einer bedeu¬ 
tenden Vcrscharfunil «fer Zensur riefen. Leider tauchte 
‘n der Gefol|(schaft dieser Leute, mit denen eine sach¬ 
liche Diskussion ffewiß am Platze gewesen wäre, auch 
der Gedanke einer lokalen Zensur auf. wie er dem be¬ 
rüchtigten Schmutz- und Schundgesetz angchörtc. ln 
einem Blatte, das in den betreffenden Kreisen viel Wider¬ 
hall findet, konnte man in den letzten Tagen die folgenden 
Au.sführungcn lesen: 

• Das heutige Kino steht im Zeichen der Erotik, der 
übersteigerten Sexualität. Daß hier die Zensur nicht Ab¬ 
hilfe schafft durch konsequentes Vorgehen, ist ihre große 
Schuld, gegen die wir angehen müssen. Nach dem Licht- 
*Piclgeset2 ist einem Bildstreifen die Zulassung zu ver- 
^®n. wenn er geeignet ist, entsittlichend zu virken. 
^trachten wir nun aber die Kost, mit der unser Volk im 
Kino gefüttert wird! Zucht und Sitte, Schamgefühl. Ehr- 
“rcht vor der Frau und vor der ehelichen Treue, jene 



alten Erbgüter unseres Volkes, werden hier svstcmatisch 
untergraben. Alle einsichtigen Kreise erheben warnend 
ihre Stimme. Allein die Beisitzer und Vorsitzenden 
unserer Prüfstellen scheinen diese Proteste nicht zu höre v 
und lassen die Schlammflut sich weiter über unser Land 
ergießen, obwohl sie das Recht und die Pflicht hätten, 
ihr einen Damm entgegenzusetzen. Weshalb ergreifen 
die Vorsitzenden nicht die Partei der wenigen Beisitzer, 
die immer wieder unentwegt den Finger auf diese VI unde 
legen und \bhilfe verlangen' 
Der Prozentsatz der verbotenen 
Filme ist gering, er schwankt 
zwischen zwei bis vier Prozent. 
Ein Teil davon wird noch in dv r 
F-terufsinstanz ohne weiteres oder 
nach geringfügigen Abänderun¬ 
gen zugelassen. Stehen etwa 
unseren Prüfstellen die wir:- 
scha'tlichen Belange der Film¬ 
industrie höher als die sittlichen 
Int( ressen unseres Viilkes? Gv- 
will, wir wollen gerecht sein und 
z'jgeben. daß die schlimmsten 
Auswüchse, wie sic sich in den 
Revuen und ähnlichen Untemeh- 
n-cn unserer Großstädte breit- 
Tiachcn. durch die Zensur fern- 
gehalten werden. . . Wann 
-■ndlich wird die Zensur begrei¬ 
fen, einen schärferen Maßstab 
anzulcgen?" 

Hierin wird, ohne Widerrede, 
der Ruf nach der Geschmacks¬ 
zensur laut. Es ist anerkennens 
wert, daß dem Film bestätigt 
wird, daß er es niemals wagte, 
die Entgleisungen der Bühne zu 
Fopicren, aber was der eben zi¬ 
tierte Aufsatz behauptet, geht 
ganz entschieden zu i^eit. Wir 
haben mehr als einmal aus den 
Zensurkarten Zitate aufgeführt, 
die beweisen, wie streng heute 
die Vorschriften bereits gehand- 
iiabt werden Wir haben manch¬ 
mal sogar die Entscheidungen 
iioaischo Blui - kritisieren müssen, die uns zu 

scharf zu sein schienen. 

Der „Kinematograph“ hat stets gegen Filme Stellung 
genommen, in denen eine leichtsinnige Lebensauffassung 
vertreten wurde. Aber es geht entschieden zu weit, 
wenn behauptet wird, daß das heutige Kino im Zeichen 
der Erotik stehe. Leider ist das Wort Erotik eine der 
vielen verschwommenen Bezeichnungen, die mancherlei 
Deutung zulassen. Leider hat es in der vorliegenden 
Form den Sinn von Unsittlichkeit — und diese Kenn¬ 
zeichnung muß energisch zurückgewiesen w-erden. 

Wir haben uns immer gegen die politische Filrazensur 
gesträubt — und haben nie außer acht gelassen, daß das 
Kino eine Stelle der Unterhaltung sein muß. Aber noch 
weit gefährlicher als politische Tendenzen scheinen uns 
solche religiöser Natur. Wenn ein Kreis ganz bestimmter 
Gläubiger einen Film aus seiner Weltanschauung heraus 
schaffen will, so ist das sein gutes Recht. Nur darf er 
dann nicht verlangen, daß die Filmindustrie der Welt 
allein nach dieser Fasson selig zu werden habe. Und es 
geht zu weit, eine konfessionelle Zensur zu fordern, W'e sie 
aus dem Ruf nach lokalen Zensurstellen spricht 


.STÖR 


Seite 16 


Kfnf matogro rt 


Nummer 1086 


Zorn Tode Sascha Kolowrats. 



n Wien hat man den Grafen Alexander Kolowrat-Kra- 

kowsky zur letzten Ruhe getragen, den Begründer der 
österreichischen Filmindustrie, noch jung, eben erst das 
vierzigste Lebensjahr überschritten. 

Mit ihm geht der P onier des österreichischen Films 
von uns. ein Mann, de • auch in Deutschland beliebt und 
angesehen war, der sich stolz zu den Wenigen zählen 
konnte, die im Film und durch den Film zu Erfolg kamen. 

Sascha Kolowrat hat schon um das Jahr 1910 seine 
ersten Filmaufnah¬ 
men gemacht. Nicht 
im Rahmen einer 
Firma, sondern auf 
seinem Schloü 
Frauenberg in Böh¬ 
men, wo er das 
erste Filmlabora¬ 
torium, das über¬ 
haupt im alten 
Österreich - Ungarn 
entstand, errich¬ 
tete. 

Seine Liehe galt 
dem Film und dem 
Auto. So war es 
klar, daß zuerst 
Sportfilme entstar - 
den. Kleine, inter¬ 
essante Einakter. 

Später kam eine 
Freilichtbühne da¬ 
zu. Es wurden Spiel¬ 
filme gestellt, und 
schließlich grün¬ 
dete er sogar in 
Wien eine eigene 
Gesellschaft. 

Kurz vor dem 
Weltkrieg begrün¬ 
dete der Senior 
des österreichi¬ 
schen Films mit 
dem Nestor der 
deutschen Kine¬ 
matographie, mit 

Oskar Meßter die „Sascha-Meßter-Film-Gesellschaft". 
Aber diese Vereinigung hielt nicht lange. Der alte 
Meßter gab die praktische Tätigkeit ganz auf, und 
Kolowrat führte die „Sascha" allein weiter. 

An die Stelle Meßters trat die Firma Philipp & Preß- 
burger. Kolowrat blieb der künstlerische Leiter des 
Ganzen, wurde Präsident des Verwaltungsrats, während 
Preßburger in erster Linie den kaufmännischen Teil 
erledigte. 

Später ging dann der kaufmännische Direktor von 
Wien, aber die „Sascha" blieb weiter. Sie war ein be¬ 
sonderer Liebling Kolowrats, der nebenbei noch an einer 
Motorfahrzeugfabrik beteiligt war und der auch selbst 
eine kleine, sehr schnelle Autotype für die österreichische 
Daimlergesellschaft konstruierte. 

Dieses Fahrzeug hieß natürlich auch <«rieder „Sascha", 
gewissermaßen, um die Verbindung zwischen Film und 
Auto, den beiden Lieblingskindern des Toten, zu ver¬ 
körpern. 

Sascha Kolowrat war lange krank. In eingeweihten 
Kreisen wußte man schon seit Monaten, daß er dem 


Tode verfallen sei. Er aber glaubte an seine Genesunv 
schuf neue Pläne. Bi.> ihn ein gemeiner Streich über d:. 
Situation aufklärte. 

Währenc seines Erholungsaufenthaltes auf dem Sem 
mering rief ihn eine Dame aus Wien an, sagte ihm, wie i 
um ihn stand, höhnisch, hämisch. Er wollte zunäch' 
nicht glauben, daß ihn seine ganze Umgebung belogt 
habe, daß man Zeitungsnotizen lancierte, die von sein> 
neuen Tätigkeit sprachen, nur um ihm eine Freude . 

machen. — Dai 
aber kam der net 
Anfall. Zu de ’ 
Leiden s.'^lbst tr : 
eine seelische D, 
pression. Der I. - 
bensfrohe Ma- i 
merkte, daß d - 
Ende kam. 

Er bestellte st ' 
Haus. Er ernan 
den Grafen Hc .- 
rieh Kolowrat 
seinem Nachfol 
bei der „Säst' 
und ließ sich r 
allem das '• 
sprechen geh 
daß die Firma v 
tergeführt, daß < ■ 

mand von den 
gestellten er.i - 
sen werde. 

Dann starb r 
Um ihn tr.i 
nicht nur die <' 
reichische t m- 
industrie, tra rn 
nicht nur wir icr 
in Deutsch i'id. 
sondern auch m 
Hollywood, ' sin 
Herzen der I im- 
■ und MICHAEL KERTEZS Welt, wird man die 

-Atelier Nachricht mit ’f* 

dauern vernehmen. 

Alexander Corda und Michael Kertesz, zwei ungan-- hc 
Regisseure, die heute in Hollywood erfolgreich arbt ten, 
sind durch ihn groß geworden. 

Er hat um nur einen Namen zu nennen, Lucy D<>i ainc 
zum Star gemacht. 

Er hatte noch allerhand Pläne, und cs ist noch 
nicht so lange her, daß er uns in Berlin davon erzählte, 
wo ihm im Adlon so mancher deutsche und amerikanisthc 
Filmmann freudig die Hand hinstreckte. 

Als man von Wien aus die Leiche zur letzten Ruht i" 
die Tschechoslowakei geleitete, hielt ihm der Filmhund 
Österreichs einen warm empfundenen Nachruf. Was dort 
zum Ausdruck kam. unterschreiben wir und alle seine 
deutschen Freunde: 

„Die Arbeit im Film und für den Film war Dir Lebens¬ 
freude und Lebensglück. Sie bedeutete Dir mehr ab 
Abstammung und Name. Arbeit war Dein schönster un 
größter Adel. Unsere Liebe, unsere Dankbarkeit, die 
Dir im Leben zeigten, werden Dir auch in Deine neue un 
letzte Heimat folgen, wo Du Ruhe findest von schwerster, 
aber auch schönster Arbeit." 



Nummer 1086 


lUiuntotootopii 


Seite 17 


w^; .^—~ • 


Fabrikat; 

Richard-Oswald-Film 

Fabrikat : 

Snkal-Film 

Verleit.: 

Matador-Film 

Verleih: 

National-Film 

Manuskript: 

Klaren und Jutlke 

Manuskript: 

Kurt J. Braun 

Regie : 

Richard Oswald 

Regie: 

Graham Cutts 

Hauptrollen; 

Esterhazy. Stüwe 

Hauptrollen: 

Esterhazy, Liedtke. Temary 

Länge: 

3148 Meter, 7 Akte 


2250 Meter. 6 Akte 

Uraufführung: 

L'fa-Palast am Zoo 

Uraufführung: 

: Primus-Palast “ 



as um die Matador aN ihr neuestes Werk im Ufa>Palast 
am Zoo zeiiit. befricdi|!l aus zuei Gründen 
Kinmal kann fest|teslelll werden. daO Richard Oswald sich 
lan|(sam wieder zu sich selbst zuriiekfindet und anscheinend 
wiederum eine Reihe von Filmen herstellen will, die genau so 
wie früher ein sicheres Geschäft bedeuten. Zum andern aber 
üil an dieser Kriegsge¬ 
schichte erfreulich, daß 
man den Kampf und 
»eine Nebenerscheinun¬ 
gen nur nebenbei be¬ 
handelt und das Dra¬ 
ma in den Vorder¬ 
grund stellt. 

Allerdings schreitet 
die Handlung etwas 
angsam fort. Tempo 

Si-hluO, so daß der Be- 
'chauer wahrscheinlich 
n der zweiten Hälfte 
■ rst mitgeht und mit- 
mpfindet. 

Aber schließlich ist 
s so immer noch bes- 
er als umgekehrt. Der 
l)r. Bcsscl. der im Film 
eine Krkennungs- 
xiarkc vertauscht und 
un aus Gram über die 
I ntreue seiner Frau 
•'Is Franzose in Fein- 
‘iesland geht, wird von 
Hans Stüwe darge- 
'^elll.eine auBcrordent- 
••eh ansehnliche Lei¬ 
tung, routiniert, gut 
gesehen und auch in 
^inzclhci:en ausge¬ 
zeichnet durchgeführt. 

Die Frau, die schein- 
ojr untreu, aber in 

irklichkcit treu ist. H A R R Y LI E D T K E und 

gibt Agnes Esterhazy. «„Die S p 

' 'elleicht etwas zu 

zoMtiniert. etwas zu gleichgültig. Aber für den Film selbst 
"hne jeden Einfluß, weil diese F'iguren genau so wie der .Maler 
Angelo Ferrari nicht entscheidend in die Handlung ein- 


aß eine Frau um die Liehe eines .Mannes kämpft, wenn .i'n.'^ 
die ganze Umwelt dies« n M.inn als einen Lnwiirdiecn vr 
kannt hat. das kommt ipi Leben immer und immer wieder \'ir. 

Von einer solchen F'rau handelt dieser Film. Ellen wi-iU. 
daß Alan, der V'ater ihres Kir.des, ein Spieler, ein haltloser 
'lensch ist. der von seine' Tarte. \on der er fin. n/iell abhän¬ 
gig ist. gedrängt, »ich 
nach einer reichen Par 
lie umsiehl. .Als Ellen 
die .viitteiiung erhalt, 
daß sie 10 000 Dollar 
geerbt hat. reist ".le 
sofort nach .'tonte 

Carlo, dem ständigen 
Aufenthaltsort de» 
Taugenichts, den sie 
liebt, um dort zu er 
fahren, daß ihre ttiOttü 
Dollar den Schulden 
ihres Erwählten i;e 
genüber ein Nuht» 


wird 

sie zur Spielerin. E» 
stellt sich inzwischen 
heraus, daß sie nicht 
tOOOO Dollar, sondern 
10 000 Pfund gew m 
nen hat. Der Notar 
hat sich nämlich \ci 
schrieben. .'til solch 
naiven .Mitteln ope¬ 
riert der .Manuskript 
Verfasser Curl I. Braun. 


«reifen. 

Die Frau, die die größte Rolle spielt, ist die Germaine. dar- 
«ptellt von Agna Petersen, einer jungen Schauspielerin, die 
“ * eine wertvolle Bereicherung unseres Darstellerslabes anzu- 
‘Prechen ist. 

Dbetraschend wiederum Kurl Gerron als der Grieche Georga- 
“poulo. Genau gesehen vielleicht die gioOte darstellerische 
Pistung und sicherlich etwas, was am Erfolg des Ganzen 
I^STOllichen Anteil hat. Die Photographie von Axel G.-aatkjär 
' ^‘•“zchweg gut. Die Bauten sind ansprechend. 


Das 


tranzosische Milieu ist so gut getroffen wie das deutsche. 


t;g gewonnen und 
noch tüchtiger »er¬ 
spielt. Immer, wenn 
sie gewonnen hat. ist 
die Tante Alans für 
die Heirat, wenn sie 
verspielt hat. will die 
Tante wieder nicht» 
von der Heirat wissen. 

Zum guten Ende gibt cs doch eine Verlobung, aber nicht 
mit Alan, sondern mit Ryvers. einem jungen 'tanne. der Ellen 
ob ihres Kampfes um den anderen Mann liebgewonnen hat. 

Es spricht sehr für die darstellerischen Qualitäten Agne» 
Esterhazys, daß sie sich gegen dieses .Manuskript und die zäh 
flüssige Regie Graham Cutts durchsetzen konnte. 

Harry L=edtke spielt den Mann, den die schime und liebe 
Ellen heiratet, als aus der Ehe mit dem andern nichts wird. 
Liedtke sollte sich für solche ,.Reifenhulter''-Rollen zu gut sein. 

Frida Ricrad hat als .Mutter der Ellen eine kurze Szene auf 
dem Hotelkorridor. Aber das ist die Szene des Films Herrlich, 
wie die Richard das innere Widerstreben ausdrücl.t. mit dem 
sie der auf Vorteil bedachten Tante des in Aussicht genommv 
nen Bräutigam folgt. Hier ist große Schauspielkunst. 




Seite 18 


Nummer 1086 


Fabrikat: First National 

Verleih ; Deiina 

Länge: 1686 Metei, 6 Akte 

Uraulführung: Taucntzien-Palast 


m Tauentzicn-Palast zeigt man einen 
Film der First Nationzl mit Milton 
Sills. Spanisches Milieu. Eine inter¬ 
essante Liebesgeschichte. Der Streit 
zweier Brüder um eine Frau. Da¬ 
zwischen eine kleine VirietckOnst- 
lerin, die alles durcheinander bringt. 
Die das spanische Blut bis zur Siede¬ 
hitze treibt. 

Dann der Abklang. Eine wag¬ 
halsige Fahrt auf dem .Meer durch 
Wetter und Sturm. Der eine Bruder 
setzt sich für den anderen ein. Beide 
kommen glücklich nach Hause, und 
die spanische Jungfrau rechnet mit 
der kleinen Tänzerin ab. gründlich, so 
daß ihr die Lust vergeht, noch einmal 
mit den derben Seeleuten Scherz zu 

Das Ganze aulierordcntlich ge¬ 
schickt, feine Mischung v<.n Natur¬ 
aufnahmen mit Spielszenen. Ver¬ 
hältnismäßig große \usstaltung. 

Neben Milton Sills in erster* Linie 
Mary Astor dann in zweiter Linie 
Larry Kint und Alixe White. 



Fabrikat : Prometheus-Film 

Verleih: Prometheus-Film 

Manuskript: Bela Balazs 

Regie: Felix Basch 

Hauptrollen: Rommer, Harlan, Alexander 
Länge: ca. 2163 Meter, 6 Akte 

Uraufführung: Tauentzien-Palast 


ela Balazs, der Reformator des Filmdramas, 
hat diesmal gemeinsam mit Hermann 
Kosterlitz einen Filmscherz geschrieben. Ein 
lustiges Spiel, bei dem zwei Männer um eine 
Frau herumwirbeln. Die Herrlichkeiten aus¬ 
gezeichnet gespielt von Veit Harlan und 
Georg Alexander. 

Eine etwas obskure Geschichte von einem 
jungen Mann, der über Nacht reich wird, aber 
sein Geld nur behält, wenn er led-g bleibt. 

Natürlich allerhand Eifersichtsszenen und 
zuletzt eine Scheintrauung mit dem Freund, 
die aber dadurch ausgeglichen wird, daß im 
Testament eben steht, daß er kein Mädchen 
heiraten kann, aber schließlich doch eine ge¬ 
schiedene Frau. 

Die Handlung ist nebensächlich, alles kommt 
auf das Spiel an, und neben den beiden 
Männern, die wirklich gut gesehene und aus¬ 
gezeichnet geführte Leistungen wiedergeben, 
stehen Claire Rommer, Margarete Kupfe-, Lissi 
Arna und Siegfried Arno sowie Karl Platcn. 

Regie führt Felix Basch. Es mag nicht ein¬ 
fach gewesen sein, gerade dieses Thema er¬ 
folgreich zu verfilmen. Jedenfalls ist das Pro¬ 
blem gelöst, und der herzliche Beifall am 
Schluß, das laute Lachen während der Vor¬ 
führung zeigt, daß die Wirkung beim Publikum 
nicht ausbleibt. Die gute Photographie von 
Edgar Ziesemer. die Bauten stellte Heinrich 
Heinrich Richter. 

Das Orchester wurde von Pasqual Perris ge¬ 
leitet. Er schuf e. ie nette, gefällige Instru¬ 
mentation und unterstrich die filmischen Poin¬ 
ten durch populäre Schlager. 

Bela Balazs. von dem die Idee des Films 
stammt, nennt das Ganze, wie bereits oben er¬ 
wähnt, einen „Filmscherz". 

Das könnte ein im Film wenigstens in diesei 
Art — noch nicht kultiviertes Genre andeuten. 

Aber die Bezeichnung ist wohl mehr aus dem 
gleichen Grunde gewählt, aus dem Bühnen 
autoren ihre Stücke, von denen sie sich nicht 
trauen, sie „Lustspiel" zu nennen und für Jie 
ihnen die Bezeichnungen „Schwank" oder 
„Posse" zu gering erscheinen, „heileres Spiel" 
nennen. 

Balazs hätte sich nicht zu genieren brauchen: 
er hätte ruhig „Filmschwank" firmieren können. 
.Man hätte darin sicher keine Herabsetzung er¬ 
blickt. 

Sei es, wie und was es sei. 

Die Sache ist leicht, flott und flüssig gemacht 
und wird überall lachfreudige Zuschauer finden. 

Von Balzac aber dürfen wir erwarten, daß 
er in Umsetzung seiner so geistreich und gleich¬ 
zeitig aufrichtigen Herzens formulierten Film¬ 
thesen uns bald wieder Filmmanuskripte be¬ 
schert, in denen das Tempo und der Pulsschlag 
unserer Zeit stark vernehmbar sind. Stärker als 
es in einem Filmscherz, gegen dessen Berechti¬ 
gung und Wirksamkeit übrigens nichts gesagt 
sein soll, der Fall sein kann. 


Fabrikat: Charha-Film der Nordisk 

Verleih: Deutsch-Nordische 

Länge: 2205 Meter. 6 Akte 

Uraufführung: Emcika-Palast 


:e Geschichte ist nicht neu. Ein 
katholischer Geistlicher liebt die 
Frau seines verstorbenen Bruders, sie 
die fühlt, daß sie um der Ahnlichkei' 
willen den Pfarrer liebt, reicht, um 
den Konflikt ihres Herzens zu lösen 
ihre Hand einem Unwürdigen, der von 
dem Abbä als Mörder entlarvt wird 
Stille Resignation ist der Schluß. 

Dieterle. den wir als frischen Krafi 
manschen kennen, fühlte sich, wo) 
nach dem Gesetz der Gegensätze, voi' 
dem Stoff und von dzr Rolle des ent 
sagenden AbS6s angezogen. — 

Der Fluß der Handlung ist schwi 
und zäh. und hemmt Dieterle in seine: 
guten Regieabsichten. Herrlich d.< 
l.andschaftliche des Films. Die 
prachtvollen Bilder haften. Dieter 
als Darsteller des Abbe von verh.' 
tener Kraft und echtem Gefühl. 

Marcella Albani, die Schloßherr 
d e den .Abbe liebt und einen .Mit:., 
jäger heiratet, war selten so geh 
und frei im Spiel we hier. Sehr 
der kleine Rive. 






r mit der Rolle 


0(fenlli< 



















Seile 20 


Nummer 1086 


KimniotoB r op ^ 


Die Dame und ihr Chauffeur 

Ein pikfeines. m<in<fänes Vergnii- 
^unt<sli>kal. von de i Architekten 
Sohnle und Erdmann im Grunewald- 
atelier errichtet. 

Die Szene, die der Presse iiezei><l 
wird, ist eine Modenschau mit allen 
Schikanen. 

YVeite Darlys. die bekannte Tän- 
;erin des Berliner Edert<»tels. schwebt 
an der Spitze einer Reihe 
hildhiihsener .Mannequins 
durch die Räume. 

Ein eleganter fuiiuer Mann. 

Antfelo Ferrari, der mit einer 
hübschen. reichen, jiinften 
Amerikanerin (Elisabeth Pi- 
nafeff) verlobt ist. weiß <»f- 
fenbar die VtirzüjJe dieser 
beneidenswerten Partie nicht 
recht zu schätzen, denn er 
widmet der schönen Yvettc 
mehr Aufmerksamkeit als 
einem Verli>bten billij; ist, 
was zu unangenehmen Wei¬ 
terungen führt, wenn ihm. 
wie hier, die Braut auf die 
Sprünge kommt. 

Die Szene ist ein Teil des 
Noa-Films ..Oie Dame und 
ihr Chauffeur", der unter der 
Regie von Manfred Noa für 
die Südfilm gedreht wird. 

Der Chauffeur war nicht im 
Atelier, er war an die¬ 
sem Aufnahmetage gerade 
„diens'lrei" (Jack Tievor). 

Man erfährt über ihn die¬ 
ses: Der junge Mann hatte 
sich bislang keine Sorgen 
um das tägliche Brot zu 
machen. Er konnte das 
Geld mit vollen Händen hin¬ 
auswerfen, was er sehr gern 
besorgte. Plötzlich arm ge¬ 
worden. wie eine Kirchen¬ 
maus, wird er Chauffeur bei einer 
entzückenden jungen Dame, deren 
Vater den Wagen des ehemaligen 
Nichtstuers für sie gekauft hat. Wie 
sich die Sache dann weiter ent¬ 
wickelt. kann man sich ohne Hell¬ 
seherei vurstellen. 

In die Angelegenheit verwickelt 
sind noch Charlotte Ander. Kampers, 
Alberti, Arno, Fürth, Wäscher, Man- 
ning. Aufnahmeleitung: Schön-Metz- 
ler. Photographie: Alfred Hansen. -- 
Die Außenaufnahmen in Triest und 
Ragusa schiießen sich unmittelbar an. 

Die Mannequin - Präsentierung und 
die mit ihr verwobene Spiefszenc wird 
von Manfred Noa regictechnisch sehr 
geschickt behandelt. 


Schinderh annes 

Die Ateliers in der Jofa in .lohan- 
nisthal sind in ihrer ganzen A.isdeh- 
nung in eine Hunsrück-Landschaft 
verwandelt. 

Der Architekt Heinrich Richter hat 
dem ganzen Aufbau das gegeben, was 
Atelierbauten ao oft fehlt: Lehen. 
Atmosphäre. 

Viele Menschen sind aufgeboten 


ACNES ESTEKHAZ-Y 
n ..Dr. Bci.cl. \cr».»dlMne- 

für die Szenen, die Kurt Bernhardt, 
der junge Regisseur, dem echte Film- 
begahung eignet, mit dem ausgezeich¬ 
neten Operateur Günther Krampf 
dreht. 

Bernhardt und Krampf arbeiten fie¬ 
berhaft. Es hegt ihnen daran, Bilder 
herauszubekummen, die nicht nach 
photographiertem Theater schmecken. 

Der Aufnahmeleiter Fritz Brunn, 
von einer Reiteraufnahme noch ge¬ 
stiefelt und gespornt, paßt scharf auf. 
daß sich die Komparserie „beteiligt". 
..Schindcrhanncs": Hans Stüwe. 

In großen Rollen in dem Film sind 
noch beschäftigt: Lissy Arna, Albert 
Steinrück, Frida Richard, Fritz Ri¬ 
chard. Herstellerfirma: Prometheus. 


Der Pikkolo v. Goldenen Löwen 

Der Darsteller dieses Pikk(»l«i ist 
kein künstlich auf ganz jung herge- 
richleter Schauspieler, sondern cii 
junger Bursche, der das richtig* 
Pikki.loformat und -alter aufweist. 

Gusti Gstettenbauer, den sich Car 
Bocsc für diesen Film, den er für da- 
Produktionsprogramm der National 
Film A. G. dreht, geholt hat, präser 
tiert sich bei der Aufnahm 
im M.->rienfclder Atelier a' 
ein putziges, nettes Bürscl 
lein, das sich als riesig anstv 
lig erweist und den Regieai 
Weisungen Boeses mit sich 
liehe- Filmbegabung folgt. 

Vicrzehneinhalb Jahre i t 
der Kleine Gstettenbauer. t 
ist gegenwärtig bei einen 
Artisten in der Lehre: d- 
.Meister ist mit im Ale' 
und freut sich, daß sich si n 
Lehrling als geschickter Fii 
dar.steller erweist. 

Gedreht wird eine Szi - 
vor dem , Hotel zum gol- 
nen f.öwen . Der Pikkolo -I 
der Held des Tages. Er ' 
eine Million Dollar gc- ■' 
und steht so mit ein m 
Schlage im .Mittelpunkt ‘ 
Interesses des ganzen S’ 
chens und der IJmge.;* 'id- 
Aber der Pikkolo hat bei • ' 
Bürgerschaft noch aus ei '.i" 
anderen Grunde einen Sum 
im Brett: Es ist ihm gc 
gen, eine Hochslaplei’n zu 
entlarven, die im Bei;- Je 
stand, mit den für ein 
Schwindelunlernehmcn 
ausgelockten Spargros* licn 
de Bürger zu verschwinden. 

Der Pikkolo wird feslbcJi 
empfangen; die Feuerx'*!"’' 
kapelle strengt sich mächtig a" 
Stummcimaxe, das Sladtoriginal. der 
hei Peter, dem Pikkolo, zum Diener 
avanciert ist (Paul Rehkopf), 
seine Livree mit großem Stixlz. 

Carl Boese schafft nette Genre- 
hildchcn aus Her Kleinstadt, ohne. '*'*■ 
das in solchen Fällen oft geschic 
die Provinz zu verhöhnen. Karl Sa" 
der, der Aufnahmeleiter, dirigiert 
Massen mit großem Geschick. ■ ’ 
der Kamera: Karl Hans tJottschalK^ 
Die ausgezeichnet wirkenden Bau e 
hat Carl Machus nach Motiven au 
Dinkclsbühl erstellt. ln vrcilcrc" 
Hauptrollen: Maria Mindzenty. 
Kampers, Dina Gralla, Falckenstc"’’ 
Julius von Szöreghy. 




Nummer 1086 


Seile 21 




Der Reichsverband bei der Arbeit. 

In der letzl-^n VX'ochc hat der Reichs 
verband deul.-cher Lichlspiellheater- 
■Vfsiuer in Berlin )iemeinsam mit seinem 
\ orstand eine Dcicuiertens ersammlun'.; 
■ Htiehallen. die auUerordentlicli stark be- 
'Ucht war. Ks Murde über den Bestell- 
chein diskutiert, über den l.iistbarkcits- 
vteuerkampf gesprochen und die Stel- 
iini>nahme des Reichsverbandes zur Kon- 
invientrceeliini* klartlestcllt. 

Mit Knlrüstiinsi nahm war da\on 
'venntnis. dali die Stadl Fürth in Bayern 
teprcssalien \ersucht. «eil die Liistbar- 
eitssteuerfilme sorueführt «orden sind. 
Man «ar alli<emein der Ansicht. daU die 
\ni;elei<enheit nur ijenau so. «ie cs die 
'Pitzcnoriianisation vorüeschrieben hat. 
m Rahmen des Finanzausitlcichs liehist 


Der Reichskommissar für Fin- und 
vtisfuhr hat dann eine Kommission, he- 
ehend aus den Herrn Guttmann. Ted* 
' ihn und Dr. Rosner empfaniien und 
I nen die Zusicheruni> «fliehen. daU das 
I'cservekonliniient so »eit aus)>cnulzt 
V erden soll, als cs im Interesse einer «e- 
'«enden F'üilun« des Marktes not«en- 


ks wurde lesli<estellt. daU die Gcrüchte 
r eine Stcliuniinahme des Reichsier- 
r indes Heim Graf «eiienüber auf einem 
'' iliverständnis beruhen. 

'tan sprach dann einiiehend iiher pro- 
r nluale Verleihahschlüsse und beschloU. 

Metro daran zu erinnern, dali Hetz- 

• '■mc nach dem 31. Dezember niruend 
nt. hr laufen dürfen. Schließlich sprach 
nt in noch über die Miisiklanliemeaniie- 
I. .enheit. wobei Herr Gultmann über 
o« n Stand der Verhandlungen, wie sic 
'■ -1 der Spitzenori-anisalion geführt »er- 
dv II. referierte. 

Man war der .Meinunvi. daß man sich 
"!■; der Gema miiiilichst einiiien soll 

* r nur zu ar.iicmessenen Bedint<un|*en 
und dal) die Fraijc eines ciiienen Mu- 

sikverlaiies weiterhin cneri>isch zu ven¬ 
tilieren sei. 

Schließlich wurde noch der Beschluß 
«'■'aßt, den Zeniraiverhand der Filmvcr- 
lei^er zu ersuchen, seine .Mit(<li.dcr zu 
'vr.inlassen. der Devoli keinerlei Filme 

Die Sitzunii. die lormittaiis um zehn 
t-l'r betionnen hatte, konnte abends um 
-'•■tien Uhr licschlosscn werden. Sic 
»urde lediiihch durch eine kleine Mil- 
•»«'pausc unterbrochen, so daß die 


Dcleiiierten einen Tai* aniicstrcniitcr Ar¬ 
beit zu leisten hallen. 


Generalversammlung des Lichtspiel- 
Syndikats in Frankfurt a. Main. 

In der Dele)<iertcimrs.immlun.« des 
D. L. S. wurde beschlossen, die Gcncral- 
versammlunii des Deutschen Lichtspiel- 
Svndikats am 25. Januar nach Frankfurt 



JAMES M l R R A V 


einzuberufen. Hier wird auch d-e l..ii- 
scheidun« über den finanziellen Ausbau 
fallen, der allcrdtnas nach den vinmüti. 
Rcn Beschlüssn der Dcleiiiertenvcrsamm- 
lunif schon ziemlich klar ist. 

Die .Mitüliedcr sollen jeder für das D. 
L. S. den JooDeltcn Betrat! eti' -Anteil 
zeichnen, der für die fünf ersten D. L. S.- 
Filmc als Lcihmicic ifczahlt ist. 

M t Berlin erijabcn sich, wie wir er¬ 
fahr-n. weifen dieses Zahlungsmodus 
cini|>c Schwicri)>kciten. Das ist darauf 
zuruckzuführen. daß die Lcihmicten. die 
in Berlin i on den ifroßen Theatern ab- 
tfcluhrt wurden, besonders hoch sind. Fs 
scheint aber, als ob sich auch hier eine 
Fiini|<unt. vorbereitet. Jedenfalls darf 
man sich der erfolgten Fani|>ung freuen 
und den genauen Geschäftsbericht in 


F'rankfurt erwarten, der sicherlich zum 
Ausdruck bringen wird, daß das D. l. S 
sich jetzt endlich zu der festen Form 
durchgefunden hat. die die erste \or- 
aussetzung für ein gedeihliches Ar 

IX’ir werden zu allen schwebenden 
Fragen nach Frankfurt eingehend Met 
lung Pehmen. 

Gabriel tritt zurück. 

Carl Gabriel, der lanitiahrigc Leiter der 
Münchener Ufa-Theater, einer let alte 
ster. Fachleute und einer der angesehen¬ 
sten P.;rsönlichkcitcn des deutschen 
Films, ist \oi. der Leitung der Münche¬ 
ner LTa-Thcater zurückgetreten. F> le«. 
kurze Zeit nach seinem Jubiläum, da • 
iintei A itcilnahme der ganzen Industrie 
gefeiert wurde, sein Amt nieder, um 
seinen Lebensabend frei von der drücken¬ 
der. Last e.nes großen, v erantw ortiines 
vollen Postens zu genießen. 

In e-neir Fachblatt sein Loh zu singen, 
hieße Fialen nach Athen tragen. Du 
F'ilmvcrFände haben durch seine Flrnen- 
rung 'um FIhrenmitglied genau so w.v 
die Stadt Mürchen deutlich dokumen¬ 
tiert. vas er für den deutschen Film und 
für die deutsche Filmindustrie hedeiilel 
Wir hoffen, seinen Rr. und seire Ir 
fahrun-jen noch manchmal im Dienste 
unserer indusfrie zu verwerten. .-\n seine 
Stelle bei der Ufa tritt Direktor Kiew, 
der bisherige Leiter der Uta-Bcfriebc in 
Mannheim. 


Die richtige und die falsche Luise. 

Der Terra-Film schreibt uns: 

..Unsere beiden Luise-Filme .Die Ju¬ 
gend der Königin Luise' (Kronprinzessin 
Luise) und Königin Luise' haben nach 
der in der Filmindustrie allzu bekannten 
L'nfille den .Flhrgeiz' andeier geweckt, 
die es darauf absehen. aus der Gleich 
artigkeii eines Filmlifels ohr.e eigene 
Kosten Gewinne zu erzielen, indem sie 
sich urler Ausnulzung der Gleichartig¬ 
keit soicher Filmtitel an den Flrfolg 
anderer anhängen. Bekanntlich hat sich 
auf Ve-anlassung des Zentral-Verhandv s 
der Filmverleiher Deutschlands E. V. 
nunmel r auch die Srilzenorganisation 
mit diesem unlauteren Wetthewerh in¬ 
nerhalb d .-r Industrie befaßt. 

Kaum hatten wir im Mai d. J. die Her- 
slellung unserer Luise-Filme angekundigt. 
die wir nunmehr mit ganz erheblichen 


iSchluB des 

^ i'-lleicht ist das in einem oder anderem Fall richtig 
gewesen. Aber genau besehen, gehen alle diese Übel immer 
^eder auf einen Punkt zurück, nämlich auf die Tatsache, 
"•»ü man keine planmäßige Wirtschaft treiben kann, solange 
*ßes. wras mit dem Film zusammenhängt, so unentwickelt 
“•kJ so labil ist. 

Stabilisierung aber kann erst erfolgen, wenn wir 
fttiiau kalkulieren können, wenn wir die deutschen Theater 
'‘üsbauen, die bestehenden vergrößern und rentabel 
"•»chen. 

Voraussetzung dazu — die Aufhebung der Lustbarkeits- 
j “‘^r. Darum sagt man bei diesem Kampf mit Recht, 
cs ums Ganze gehl. 

Und die Entscheidtmg muß sehr schnell erfolgen. Wir 

-en schon vor Monaten an dieser Stelle bemerkt, daß 


Lcil.rlilicl.l 

es kurz vor zwölf ist, daß uns nur Minuten von der hot- 
scheidungsstunde trennen, in der über Sein und Nichtsein 
des deutschen Films entschieden wird. 

Aus den .Minuten sind Sekunden geworden. Es wird 
von den Miigliedem des Deutschen Reichstages abhängen. 
otv eine Industrie zugrunde gehen soll, die für Deutsch- 
li-nd von ungeheurer Wichtigkeit ist. i»b sic zugrund, 
gehen soll, weil die Herren vom deutschen Städtetag und 
die deutschen Stadtkämir.ercr cs nicht verstehen, cinhalb 
Prozent in ihrem Etat anderweitig auszubalanzie-re-n. 

Die Filmindustrie hat noch einmal alle Anstrengungen 
gemacht, um allen beteiligten Stellen die Situation kiar- 
zumachen. Hoffentlich sicht man es ein und hilit schnell 
und ganz. 




Nummer 108« 


Seite 22 


Kosten in zwei Tei'cn ferli|<|!estellt 
kaben. kaum war bekannt, daß in unse¬ 
ren Filmen die bekanntesten Darsteller 
iätif« sein werden, unttr der Regie eines 
unserer bekanntesten Regisseure, des 
Herrn Karl Grüne (Produktionsleitung 
Max dass, Manuskript Ludwig Bergerl. 
hat das Filmhaus V/ilhelm Feindl in 
Berlin cs für richtig, befunden, einen 
alten Mutoscop-Film aus dem Jahre 


Aktuelle Zcnsurlragcn. 

Der ..Kinematograph“ beginnt in der 
nächsten Nummer mit der Veröffent-t 
lichung einer Artikelserie ,,Aktuelle Zcn¬ 
surlragcn", die uns der Leiter der Film- 
oberprüfsftelle, Herr Dr. Seegei, Über¬ 
regierungsrat im Reichsministcr um des 
Innern, zur Verfügung gestellt hat. 


Franzosisebe AuBenhandclsstatLstik. 


Aus Paris wird gemeldet, daß voi 
September 1926 bis September 1927 i 
Frankreich 413 Filme vorgelührt word> 
sind. Davon entfallen; 

245 auf Amerika 
81 ,. Frankreich 

52 Deutschland 

10 Italien 

11 












































































1086 


Atnematograp^ 


D^S€höigf|eH^ihiiadifs2^^ 
derTerra Der Film von der kbniqin 
Luise. Der erste in sich abae- 


schlosseneTeil dieses aiössfenrilm 


Werkes der Terra fraaf den Titel: 



(Kronprinzessin Luise^ Der zweite 



UrauffUhruna des ersten Films 



TERRA VERLEIH 










Metm - 


,llnoH«nmng 


Ktnematograpl) 


!«;^,ia53if.sc^.=r*. 




wurde für eine 

fer traiicndcn Rol- Mich 

len in dem Phi.rix- 
Film „Die Hölle v, n 
"■lyenne“ verpflich- 

lel. _ Die Aufnahmen haben unter der 
Jeiiie von Dr. Asa|<aroff begonnen. Pro- 


1 



H ii?o Werner-Kahle spielt in dem llcge- 
.cald-Kilm .Freiwild" von Arthur 













































































































































Nummer 1086 


Rinematograp^ 


Seile 27 






EHESKÄNDÄL! 

IM HAUSE FROMONT JUNJ 
UMD RISLER SEhlOR 
REGIE: A. W. SANDBERG 

IM LIDOJSZUG 

NACH DEM LUSTSPIEL 
VON \BEL HERMANT 
REGIE: ERICH SCHÖNFELDER 

MILTON SILLS IN 

SPMSCHES BLUT 

MIT MARY ASTOR 
REGIE; JOHN FRANCIS DILLON 


* 2 ^ ^ 
URAUFFÜHRUNGEN IMl 
BERLINE R WE STENf 

vndseitjtjerständ/ich JDefina 


DER VERLEIH DER FILME VON QUALITÄT! 



Seile 28 


Rincmatogcap^ 


rt dte Sa.l^oi^t 

Bmflichc PrtK 10 Rtl4<pfknnfo 

(Dttomnlifte der S.^lolJe 

der 30.1)reußir(^=©udö£utrcJ)en (256.1)rcußifd)en) Rlaffenlotterie 

3icl)ung am 1.un6 2. HoDcmber 1026 

Ruf |t6( gtsogtnt nummtr llnO 3»» glcld) hohe ^ctoinnt gefallen, unö 3iDat ie einer ouf Aie £efc gleidjet nummec 
in (cn beiden Rbteilungen I und II 



Das Mäddien mU fOnf Nullen 


EIN FILM 


LOTTERIE 


SCHWINDEL 


Regtet Kurt Bernhardt 


Manuskript: Bela Balaz 




Jug^endfrei! 


Ein Rex-Film der Fox-Europa-Produktion 

im Verleih der Deutschen Vereinslilm A.-G. 













108b 


Rincmatogtapl^ 


Der Projekiionsiechniker 

Von Reinhold Dahlgreen. 


A rchitckt und Bauunternehmer, zwei ßeifriffe, die 
ciffentlich unabhari)<i$< voneinander, während ihrer 
ausübenden Tätigkeit aber ein Ganzes bilden, und von 
deren reibungsloser und verständnisvoller Zusammenarbeit 
das Gelingen des Werkes abhängig ist. Der Architekt der 
geistige Schöpfer des werdenden Baues, verantw'ortlich für 
Formen, Grundlagen und Zweckmäliigkeit. der Bauunter¬ 
nehmer das ausftihrende Organ, das Pläne und Berech¬ 
nungen in die brauchbare Wirklichkeit umsetzt. 

Auch für die besvvnderen Gebiete der Bautechnik. Lüf¬ 
tung, tieizung usw., finden wir diese Teilung in Aus- 
.irbeitung zweckentsprechender Projekte und Austiihrung 
der Anlagen, wenngleich hier in erhöhtem Maße beide 
Stellen in derselben Firma vereinigt sind. 

Nachdem nun in den letzten Jahren sici unsere Licht- 
'Picltheaterindustric von der Benutzung vorhandener, mehr 
•der weniger geeigneter Räume zur Herstellung besonderer. 

■ uch den technischen Voraussetriungen entsprechenden 
.Sauten aufgeschwungen hat, dürfte cs an der Zeit sein, 
larauf hinzuweiscn, daß auch das technische Zentrum des 
Theaters, der Vorführungsraum, genau der-ielben sachver- 
tändigen Projektierung bedarf wie der Bau selbst. Nicht 
laß wir hierbei lediglich auf die Unterbringung des Vor- 
tührungsraumes selbst zu sprechen ki mmen wollen. Auf 
esem Gebiet -st bereits s > viel Tinte und Druckerschwärze 
crbraucht worden, daß das Kontingent hierin sicher be- 

• cits erschöpft ist. Es kann auch festgcstellt werden, daß 

• 'er Kampf, an dem ich mich ebenfalls nach Kräften be¬ 
teiligt habe, glücklicherweise nicht umsonst gewesen ist. 
Wobei sich mit einem Male bei den Architekten ein hervor- 
’ 'gendes Verständnis hcrausgestellt hat. das zu sehr brauch¬ 
baren Lösungen führte. Wenngleich auch bedauernswerte 
Ausnahmen erwähnt werden müssen, unter denen der neue 
Mercedes-Palast in Neukölln das Höchstmaß erreicht. 

Es handelt sich also weniger um die äußere Anordnung 
als um die innere Gestaltung des Vorführungsraumes. Diese 
leidet fast immer unter einer vollkommenen Planlosigkeit. 
Eine Entscheidung über die zur Anschaffung kommenden 


Maschinen und Geräte wird meist erst wenige ochen vor 
der Eröffnung getroffen, die Herstellung der elektrischen 
Installation einer Firma übertragen, die in 90 Prozent aller 
Fälle von den besonderen Erfordernissen des Vorführungs¬ 
raumes keine blas.se Ahnung hat, und zum Schluß di ■ 
Gesamtaufsicht im günstigsten Falle dem zukünftigen \ .>r- 
führtr übertragen. Aber auch diese Maßnahme ist unvoll- 
krmmen, denn dem dauernd berufstätigen Vorführer fehlt 
fast stets die nötige befruchtende fortschrittliche Anregun-^. 
die notwendig ist. um aus der '.echnischen Einrichtung des 
\ orführungsraumes ein hochwertiges brauchbares Ganzes 
zu machen. 

Hier fehlt die Person, der dieselben Aufgaben obliegen 
wie dem Architekten beim Bau des Theaters. Der Fach¬ 
mann. der auf Grund reicher Erfahrung in der Lage ist, 
ohne selbst die praktische Ausführung zu übe*,nehmen, 
durch die verantwortliche Leitung der nach seinen Ent¬ 
würfen und V'orschlägen aiisgeführten Einrichtungsarbeiten 
dem Theater einen zeitgemäßen Vorführungsraum zu 
stellen. Diesen Techniker, dessen vornehmste Eigenschaft 
es sein müßte, von jeder Fabrikations- und Lieferfirma 
unabhängig zu sein, erwarten große Aufgaben. Zu seinem 
Bereich gehören alle Arbeiten innerhalb des Vorführungs¬ 
raumes. auch Verputz. Anstrich. Fliescnbelag. Ventilation, 
elektrische Installation und endlich Auswahl der not¬ 
wendigen Maschinen und Einrichtungsgegenstände. 

Seine Tätigkeit beginnt mit der Festlegung der Bau- 
zcichnung-jn. Bei der Unterbringung des Vorführungs¬ 
raumes ist sein Rat erstmalig, und zwar möglichst ent¬ 
scheidend einzuholen. In Verbindung mit dem Architekten 
sind die günstigsten Proiektionsbegrenzungslinien unter 
Berücksichtigung der Plätzeanordnung festzulegen. Größe 
und Aufstellungsart der Bildwand erfordern weiterhin die 
beratende Mitarbeit des Kirotechnikers. denn mehr oder 
weniger glückliche Lösungen in dieser Beziehung beein¬ 
flussen später in erheblichem Maße die Güte der erzielten 
Projektion. Die zukünftige Objektivbrennweite muß schon 
aus den Bauplänen zu ersehen sein. Das klingt etwas 


»Kodak« Rohfilm 

Positiv und Negativ 

Kodak Aktiengesellschaft Berlin SW 68, Markgrafenstr. 76 









Seile 30 


Rincmatogroplt 


Nummer 1086 


\veit}<ehend und so I auch nicht unbedin|<t wörtlich ge¬ 
nommen werden, al>er wer den Werdeßani« vieler jjroßei 
i.ichtspielhäuser dci letzten Jahre verfoljien konnte, wird 
zuf.<ebc-n müssen, daü die technischen Voraussetzuneen. 
denen der Bau doch spater dienen soll, stets erst in aller¬ 
letzter Linie, oft iher überhaupt nicht berücks:chti$<t 
wurden. Auch der Nei}<un|iswinkel der .Apparate ist so 
rtchtzeitifi icstzustellen. daB der Techniker auch hier 
Übertreibuniten verhindern kann. Zu all diesen Vor 
aibeiten ist natürlich ein verständnisvolles Enttteilen- 
kommen seitens der Architekten notwcndif{. leider aber, 
nicht imnie' vorhanden. In den meisten Fällen stößt der 
Techniker auf den \X' derstand eines Architekten, der be¬ 
reits ,,45". hm und weder auch noch mehr Theater )<ehaut 
hat und für den dan.T irftendwelche Vorschläiie in pro- 
jcktionstechnischer Hinsicht nach seiner Auffassunj« eine 
Kritik seiner Fähi)<keiten bedeuten. 

Hat sich hier also der Kinotechniker noch durchzu- 
setzen. so erlordert seine fernere Tätifikeit innerhalb des 
Vorführun{<sraumes das t<enü|tende Verständnis des Bau¬ 
herrn, das sich aber in letzter Zeit feststellen läßt. Der 
erste und wichtigste Punkt, wenigstens für den Auftrag¬ 
geber. ist die genaue Festlegung von Einrichtuiigsplänen 
und in Verbindung damit eine Kostenaufstellung. An Hand 
dieser Unterlagen sine dann in gegenseitigen Verhand- 
Itmgen die Richtlinien fes'.ziilegcn. unter denen die Fertig¬ 
stellung erfolgen soll. Innerhalb dieser Richtlinien müßte 
die Tätigkeit des Technikers dann unbeschränkt sein. Nie¬ 
mals wäre er natürlich der Lieferant irgendwelcher Gegen¬ 
stände oder der Vermittler auszuführender Arbeiten. Er 
ist lediglich der geistige und technische Urheber der Ge- 
scmlcinrichtung und als solcher für die spätere Leistung 
der Proiektionsanlagen verantwortlich. 

Welche Aufgaben warten seiner nun? Es war schon vor¬ 
her darauf hingewiesen worden, daß ein nicht zu unter¬ 
schätzender Teil seiner Tätigkeit darin besteht, bei der 
Anordnung des Vorführungsraumes beratend cinzugreifen. 
Darauf folgt die innere Einrichtung des Vorführungs¬ 
raumes selbst. Für die Au.-führung der elektrischen In¬ 
stallation sind im Einvernehmen mit dem ausführenden 
Inslal'.ateur die erforderlichen Pläne festzulegen. Dazu 
gehört zweckmäßige Unterbringung von Umformer oder 
Gleichrichter, Entwurf geeigneter Schaltungen, die eine 
steärungsfreie Arbeit im Betriebe ermöglichen, und sach¬ 
gemäße Zusammenstellung der Schalt- und Kedienungs- 
tafeln. 

Hier ist die Beratung des erfahrenen Praktikers be¬ 
sonders notwendig, denn von einer übersichtlichen zweck¬ 


entsprechenden Anlage ist der i>rdnungsmäßige Betrieb in 
hohem Maße abhängig. Es sind da zu erwähnen die An¬ 
bringung der Amperemeter über den Guckfenstern, die An- 
i'rdnung besonderer Bcdicnungstafeln am Stand des Vor¬ 
führers, die Verwendung von regulierbaren Widerständen 
mit Fcrnschaltung. der Einbau von Vielgelenkarmen für 
brauchbare Arbeitsplatzbeleuchlung und vieles andere 
Auch die Art der Leilungsverlegung selbst pflegt dem 
fertigen Vorführungsraum stets einen besi-nderen Cha¬ 
rakter zu geben. 

Die größte Bedeutung kommt natürlich der Auswahl 
und Aufstellung der Apparate zu. Sind die räumlicher 
Verhältnisse beschränkt, so wird man unbedingt zur 
Doppelmaschine greifen und sich damit über eine ganzi 
Reihe Sorgen hinweghelfen In den anderen Fällen ist di> 
günstigste Aufsleilungsart von zwei auch drei Apparatci 
feslzulegen. Wenn irgendwie genügend Platz vorhanden 
wird man einen besonderen Lichtbilderapparat vorseher 
Die Beschaffung einer großen Anzahl Hilfsgeräte und Eir 
richtungen. wie Kühlgcbläse, Überblendungsvorrichtungei 
elektromagnetische FallkL.ppcn usw.. ist zu erwägen. 

V::ntilation und Wasserleitung ist anzulegen, für Filn 
lage-ung und Umrollgelegenheil Sorge zu träger, einwanc 
fitie Signalanlagen zur.i Orchester hcrzustellen. Telepho 
Lauschanlage, Normaluhr, Schaltung zum Bühnenvorhan 
aufzug. Gong. Saalverdunklung. F'euerlöschvorrichtung» 
müssen vorhanden sein, und alles das in einer Form ur 
sinngemäßen Zusammr nstellung, jedes einzelne gleichzeit 
in der vollendetsten Liisung, daß wir uns wirklich wunde' 
niüs.sen. daß dieser ganze komplizierte Aufbau, von dess. 
Gelingen schließlich dis ganze Theater abhängig ist, inim 
w ieder in gänzlich unlogischer Zusammenhanglosigk* 
ausgeführt wird, ohne die sachverständige Leitung, die zv 
wirklichen Erfolg notwendig ist. 

Ich bin der Ansicht, daß diese Unterlassungssünde ■ 
dei Fehler, den Aufbau des Vorführungsraumes ein-, n 
Kollegium verschiedenster Handwerker ohne einheitlich' ' 
Plan und einheitliche Leitung zu überlassen, zum Unh 
schied von ähnlichen Sünden nicht die Folge ■ ■ 
angebrachter Sparsamkeit ist. sondern daß die immer n 
ül>crraschend schnelle Entwicklung unserer Lichlsp- 
theaterindustrie den G'jdanken des Vorführungslcchnik>^ - 
noch nicht aufkommen ließ. Und glaube, daß früher r 
später gerade Sparsamkeit und fortschrittliche Einsicht 
die Ausgestaltung der projektionstechnischen Grundla'.:-'n 
sowie den inneren Aufbau des wichtigsten Raumes 
Theaters genau so in die Hände erfahrener leitender h.> 
leute legen wird wie den Bau des ganzen Theaters scib'-t 


licrl i n SO .30 


m... 


FII.M-K.OPIER - WERK. 

PHOTO- TITEL-SCHMALFILM-BEARBEITUNG 
FILM. BEARBEITU NOS - IT ASCHIN EN 
SCHMALFILM-APPARATE 


gg n gRAL-Vtjü T mj T UNU ' ■ ■' ' - 

KARL GEVER'. VERTRIEBS-GES. M. B. H., BERLIN SW4S 

FRIEDRICHSTRASSE 2.31 z F E RN S P R E C H E R : H AS E N H EI D E 3010. 301'' 














Nummer 108t» 


Miiumotogropfl 


Aufnahmekinemato^raph für stereoskopische Filme 


Bekanntlich erzielt man stereoskopisch plastische Kine- 
matofjranime dadurch. daO ein Normalfilm zur An¬ 
wendung k<»mmt, auf dem die Links- und Rechtsbilder 
untereinander in abwechselnder Reihenfolge angeordnet 
sind und beide Bilder gleichzeitig aufgenommen werden. 
Bekannt ist auch ein .Aufnahmeapparat, bei welchem zwei 
()bjekti\c in gewöhnlicher Stercoskopanordnung und einer 
Lichtführung durch Spiegel «'der Prismen vor der Auf¬ 
nahmekamera so angeordnet sind. daO die von beiden 
wagcrecht vor der Aufnahmekamera befindlichen Objek¬ 
tiven entworfenen Bilder zwei unmittelbar aufeinander¬ 
folgende Bildfelder des Films bestreichen. Das Cildfcnster 
hat demgemäß die doppelte, d. h. zwei solche Bildfelder 
umfassende Größe, und der Transport des Films erfolgt 
ebenfalls jeweils um ein diesem vergrößerten Bildfenster 
entsprechendes Stück, so daß daher bei diesem bekannten 
.Aufnahmeapparat für stereoskopische Kinematographien 
die Teilbilder einer bewegten Szene untereinander auf 
einem zwei Bildfelder umfassenden Bildfenster angeordnet 
'ind. wobei innerhalb des letzteren in unmittelbarer Auf- 
.'inandertolge ein Links- und ein Rechtsbi'd entsteht und 
der Transport des Films jeweils um ein »fiesem doppelt 
.großen ßildfenster entsprechendes Stück erfolgt. 

Nach der vorliegenden Frfindung des Herrn Engelbert 
ubojanski. Oppeln. O.S., D.R.P. -147 331. werden die zu- 
-ammengehörigen Links- und Rechtsbilder zwar eher falls 
Jeichzeitig aufgemtmmen unter Anwendung eines Nor- 
nalfilms, doch werden nunmehr tatsächlici einwandfreie 
»lastische Bilder erzielt Wählend sich nämlich bei dem 
^kannten Autnahmeapparat die beiden Objektive in 
ewöhnlicher Stereoskopanordnung h »rizontal neben- 
inander und v-ir dem 
\ufnahmcapparat be- 
nden und deren Auf- 
.»hmen durch Spiegel 
' zw. Prismen auf da.s 
' "ppelt große Bild- 
' nsfer übertragen 
■ erden. besteht die 
I .'findung des Herrn 
I ubojanski darin, daß 
'■>r dem Aufnahmc- 
i'pparate beiderseitig 
horizontal nebenein¬ 
ander angeordnctc 
•'tereoskopspicgcl zur 
-'•■Wendung kommen 
und diese die Rechts¬ 
und Linksbilder auf zwei 
öhereinander und fest 
■in der Kamera liegende 
Objektive werfen, wo¬ 
bei unbeschadet der 
Entfernung der beiden 
Spiegel voneinander 
•nimer scharfe bzw. 

Itlare Bilder entstehen. 

Ferner unterscheidet 
»ich die Erfindung da¬ 
her vorteilhaft von 
einer ebenfalls be¬ 
kannten Vorrichtung 
eur Erzielung einer 
^eliefempfindung und 
allenfalls einer farbigen 
Wiedergabe des aufge¬ 


nommenen Gegenstandes hei der kincmatographi'v hvr. 
Projektion, bei der aufeinanderfolgend mittels zweier in 
regelbarem Abst inde von- und annähernd senkrecht 
cinanderstehender fester äußerer Reflektionsflächen und 
einer zwischen diesem befindlichen, zwangsläufig in \V 
bindung mit der Öffnung und Schließung des Objekt- i». 
weglichen. reflektierenden Fläche, die aus einem doppel¬ 
seitig versilberten drehbaren Spiegel besteht, l.ichtbündcl 
die von den äußeren Rcnektionsfläctien stammen, gege»- 
das Objektiv geworfen und auf einem Filmband nach 
einander Bilder erzeugt werden: denn mit dieser Wirrich- 
tung sind nur aufeinanderfolgende Aufnahmen m»'<.:ii<.) 
wobei die Bilder unscharf sind, bedingt d irch den \ .>r 
dem Objektiv beweglichen Spiegel. W ährend daher b-; 
dieser bekannten Vorrichtung die Bilder rechts und lint- 
aufeinanderfolgend sind und sich daher nicht zusammci - 
gehörig decken, werden beim Lrfindungsgegenstande J » 
Bilder gleichzeitig aufgenomme-; unj zeigen daher gic'c' - 
zeitige Bewegungsmomenlc- 

Befinden sich die beid .-r Objektive horizontal nebei' 
einander vor dem Aufnehmcapparat. wie es bei dem 
erst erwähnten bekannten Apparat zutrifft, so kann man 
wohl vorher die Objektic -• scharf einstcllc-n. aber, sobalc 
die Entfernung der beiden Objektive \»ineinander irgend¬ 
wie geändert wird, was sehr oft der Fall ist. werden die 
B ider unscharf, weil, wenn die beiden Objektice N>»n- 
einander weiter entfernt werden, die durch die Objekti.» 
gebrochenen Strahlen einen längeren Weg auf dem Film¬ 
streifen machen müssen. Da nunmehr im Sinne dc- 
Ertinders die beiden Ohjektive fest übereinander an der 
Kamera befindlich sind und die Stc-rc-oskopspiegel dic 
Bilder auf diese beiden 
Objektive werfen. 
ruht der Brennpunkt 
immer scharf auf den 
Filmstreifen, glcichgiil- 
tig. wie weit die bei¬ 
den Spiegel vonein¬ 
ander entfernt sind. 

.Man kann daher 
durch die Erfindun-.^ 
mit ein und demselben 
.Appa-al verschiedene 
Plastiken erzielen, m 
dem man einfach die 
beiden Spiegel weiter 
1 oneinanderbringt oder 
einander nähert, ohne 
daß die Einstellung der 
Objektive irgendwie 
geändert zu werden 
braucht 

Der Apparat der Er¬ 
findung läßt sich daher 
mit Vorteil auch zum 
Gcländcmcsscn ver¬ 
wenden. Der Unter¬ 
schied gegenüber dem 
alteren Aufnahmcappa- 
rat besteht also dann, 
daß nunmehr die Spie¬ 
gel beweglich neben¬ 
einander und die Ob¬ 
jektive überei.'iandcr 
fest an der Karner , ar- 
geordnet sind. 




NEG/ 






TIVE 


ORIGINAL 

für A-l-elierau-fnahmen 

PANCHROMA 

gelbgrün-urohempfindlich 


generalveptreter: 

BOLTEN-bAECKERS 
BERLIN SW 66 

LIN DE NSTR-32-34 



Seite 32 


fUmmatogcapft 


Nummer 108<» 


Staubsauf^evorridihmtf an Filmpcrforicrmascliiiicn 


Der beim Stanzen des Films an den Schnittkanten der 
Perforation haftende feine Bruchstaub becinträchti|{t die 
Lebensdauer der Film-Schnitt- und Transportwerkzeuife. 
Er bcschädiftt abei insbesondere die Oberfläche des 
Films selbst, wenn er beim Aufwickeln des tfelnchten 
Bandes zwischen dm Windun$<en einffeschlossen bleibt. 
Fs besteht daher die Aufgabe, den jfebildeten Staub zu- 
verlässifT und in zwcckmäBiffer Weise aus den Lochun|<en 
und von der Film- 
oberflächc zu ent¬ 
fernen. Man kann zu 
diesem Zweck etwa 
einen Luftstrom auf 
die Filmoberfläche 
blasen, wodurch der 
Staub jedoch nur von 
einer Stelle des Ban- 
de.-i oder der Ma¬ 
schine zu einer andern 
befördert, im besten 
Falle in den Arbeits¬ 
raum jfeblasen wirc, 
von wo er natürlich 
wieder auf Maseninen 
und Films t.'elaoj{'.. 

.Man hat auch auf 
beiden Seiten des 
Films rotierende Bür¬ 
sten anffehracht. die 
den Film reini)<en. 
und durch Sauf^- 
leitunjf die entfern¬ 
ten Fremdkörper ab- 
)<esau)<t; jedoch be¬ 
steht hier die Gefahr 
der Bildunif von Rei- 
bunifselektrizität mit ihren für den Film schädlichen Folgten. 
— Eine Vorrichtun{( nach der Erfindung des Dipl.-In)f. 
Wilh. Huhmann in Delitzsch, an!<emeldet im D. R. P. 
Nr. <48 337 von der 1. G. Farbc-nindustrie. Akt.-t'cs., 
Franafurt a. Main, saujjl den Staub ohne Verwendung 
von Bürsten unmittelbar von den Perforationsrändern ab, 
und zwar zunächst in bekannter Weise unterhalb der 
Schnittplatte und dann oberhalb des Führungstisches 
gegenüber der Endstellung der Greiferzähne. Durch das 
Absaugen von beiden Seiten werden Ober- und Unter¬ 
seite des Films ohne mechanische Beanspruchung (Rei¬ 
hung) gleichmäßig gesäubert und infolge der Führung des 
Luftstromes durch die Filmlochungen wird gerade der an 
den Lochkanten haftende Staub besonders wirksam weg¬ 
genommen. — In den Abbildungen ist die Vorrichtung an 


einer Vierlochperforiermaschine, wobei Ahb. 1 einen Ver¬ 
tikalschnitt. Abb. 2 den Grundriß und teilweise Horizon¬ 
talschnitt der Maschine zeigt, erläutert. Nicht zur Er- 
Hndung gahörendc Teile sind nur schematisch wieder¬ 
gegeben. Selbstverständlich kann die Vorrichtung auch 
mit den curch die .Maschinenkonstruktion bedingten Ab¬ 
weichungen in allen Systemen von Perforiermaschinen Ver¬ 
wendung finden. Der Film (a). der der Deutlichkeit hal¬ 
ber nur im Aufriß 
gezeichnet ist. durch¬ 
läuft die Maschine 
auf der Schnittplatte 
(b) und dem Füh- 
i'ungstisch (m) auf 
liegend, in der Pfeil 
richtung schrittweise 
fortbewegt durch di« 
Zähne der Greife 
ff und f'). die in de 
äußeren Endstellun 
gezeichnet sind. Übe- 
der Schnittplatte steh 
in der Hubendstei 
lung der Stößel (>. 
in den der Stemp« 
|d) und die Einhänge 
stifte fe) cingeset/ 
sind. Unterhalb de 
Schnittplaitc (b) ur 
gegenüber den St: 
ten je) an den beidcrse 
tigen Perforationen de - 
Films sind die Sau - 
kammern (g' und i i 
angebracht, die dure i 
eine Anzahl Öffnung« i 
den Staub durch die soeben geöffneten Löcher nach unte i 
abzichen. In gleicher Weise sind auf der Oberseite des Filir> 
über dem hinteren Führungstisch und gegenüber der En«' 
Stellung der Greifer Kammern die Saugkammern (g^ und g I 
vorhanden, durch welche die auf der Schichtseite etwa no«. i 
liegenden Staubteile durch entsprechende Öffnungen abg - 
saugt werden. Die Kammern (g', g-, g^ g') sind unter sich 
paarweise durch je eine Leitung fh' und h'J verbunden; d:«: 
beiden Leitungen vereinigen sich ungefähr an der Stirnse' «^' 
der Maschine zu einem gemeinsamen Saugstutzen (i). I m 
die Oberfläche des Films icderzeit frei zugänglich zu 
machen, ist der rechtwinklig abgebogene Arm der Saug- 
leitung (h'l um die Verlängerung des Rohrs (k) drehb. r. 
nachdem die zur Sicherung dienende Blattfeder (I) se-ß' 
wärts gedreht ist 



iMEeyer KLinon und Omin 



Die Itc^isiarken Ob/eRMIve für VorfUö^tng^-/tf>f>arate 
42,5 52.5 e2,5 mm 

Unenfbehrlidi bei Verwendung von 
Spiegellampen / Liebfsparend, feine 
Scbärle und Klarbeif der Bilder. 

Liste Nr. O Uber Kino-Optik kostenlos 

Optisch -MecfkanlscHe In<lustrle-A.nst£klt 

Hugpo & O?, Görlitz i.Sclil. 






Rintmatogcapii 



roi€. ?500.— 

Objekt: „Maxe" 

KINO-ZENTRALE BROCKHAOSEN 



, 600 ParHeffsessel 

eflnstiäer Kaltarflliii>Verkauf | ,oo Logcn-Stühle mit Polster 


Kotykiewicz 

Piano-Haus Ernst F. W. Müller 

Berlin \X . Polsdamcr Sir. 35> • I,.. .- 


Kleinsladi-Kino 



Sdula^erfllme 

n. LuM.pi... etc. u Vrrrlnc, Rc.t.kiiK» 
Mkr billig n vermlri«. Nur prm« C 
ratulcn .rLrh«. N.hcr.. uaU-r K. T. 


K. 1 £k|> p s t ii e 


Film-Sehr ä niL e 


K. T. Mihlsthlil A Siki / lukire-Waidskek 



CANADA 

Al£kSR£k 

Der Kulturfilm der Saison 19Z7 Z8 

Unsere bekannten Filmredner 

Obering. Diefr. W Dreyer KapiiSn Gotttried 
Speckmann Schrilfsleller Achim »on Winirr- 
feld Kapiifin Carl Held Schiflsin«enirur 
H. Goetschmann Dipl -Ing Horst Keferstein 
Obering. Heinz DIecker Ing. Olto Ludwig 
haben ihre Canadafilm-Toumge angelreten. und sie 


Vortragsorganisation Dreyer 

DÖRING'FIF’M -^FRKF 




























































Seite 34 


ftinemotogtapl^ 


lov. 


Pcrianfino > Projehf lonswände 

PERLÄNTINO-0. CE. PE. GES. M. B. H. / BERLIN S 42, RITTERSTR. 20 / TEL. MORITZPLATZ 11373 

SfirraKfini-Rfiii Rrp^ilpn UCHIREIflAME 

ELEITilSCIE LEIHBDCHSTKBEN D.H .6 M 

(.<.U.r Buhne, «b AnUnü t92M 

ZU •vermlelen. . ^ 

oun.-ende» obi< kl lur Kino i. Knn(r%. Leicht auswechselbdT ■ Buchstaben alle 
uirc-kiion SArraMuni. Lc^ifizifs. Art im Verleih oder Kauf ■ llluminations 
Leisten, auch bewegliche. 

NEON-LEUCHTRÖHREN 

IVicippSIillliC OZONAR-LUFTREINI6ERg:£ 

für Kino 1»>SU0 Slnck. Kcbrnucbl« ie<kKh noch üui 

crbnllen. n^ "««cbr'ÄVe FAUST 6ES. M. B. H 




Leicht auswechselbar ■ Buchstaben alle 
Art im Verleih oder Kaut • llluminations 
Leisten, auch bewegliche. 

NEON-LEUCHTRÖHREN 
OZONAR-LUFTREINI6ER g:£ 



Mexiko . . 

Rumänien 
Rußland . 

■ ra AWSEAMD Schweden 

, Schweiz . 

OIE BEZUGSPREISE GELTES FÜR ' , JAHR Spanien . 
ficsicllungcn beim Vertag Sthert, Berlin SILOS Ttchechoslo 



































PMA^CHINEN 


„SUCCESSOR• 

„LEHRMEISTER 

„KOFFERKINO“ 


Vorrichtung mit GlUhllcht 

MOTOREN'WERKEMANNHEIM A-G j iiy gam 7 AMn 

VORm. BENZ ABT. STATIONÄRER MOTORENBAU I 

BCRLiM BiiesLAj CHCMMiTZ OAHZi« utruRT HAMBUR« I «mtlich zugelasscn zu 

KÖLN KONIBBBeR« MANNHCH* MOMCHCM mORMBZRB 

K L A S S E B 




hm 


,,CIN£MA d ORIENT** l|| Cinimatographie Frangaise** 


E. ATHANASSOPOVLO JACQUES COHES-TOUSSIEH { 

-Ciataa d'Ortaat- M «* «iaag« FackiciUdtriH. 4i« im Otioi Trirhiiat l 
Mnmm : .CteteA d’Oriol'. ■ Rm E«IiM Dcbbrn. AkmAwiri« |E(]r 7 ««| | 


ARTE Y CINEMATOCRAFIA 

Almmm FmekUmH 

C«l mloimwrl / Vahrcrbrait*« / EU«m B«rklll«rsl<ttcr 
udra wickli(.tcaProd»rt.oB«c..trMid«W«M / XVL JU>r( 
R i dwWii « ■■ Vmtmt:CmU 4tAn fm i2ii. B m ml < u m SpmmimJ 
R>«<ta.r mmt L,il»r: f.FKEIXES SAURI 


CINEMA 



DMUcr RRd VtrUgtr: U. OtCOSOMOS 
m: I, Rm S optod *. P>aMa<« Pappoal. ATHEN |Criw*Mli 
u «MV* Md «irkMUta Orrmm /Sr dit V«J#«if>iA«Ar "M N 






































Eine Glanzleistung^ des Meist erref^isseurs Paul Leni 
Geheimnisvoller als der spannendste Kriminalroman 
Unübertroffen in der dramatischen Steif^erung der Crcii^nisse 
Ein zuverlässif^er Kassenschlager 

UraufflUlaramtf Olorla - ■»«■IcMtf 

UNIVERSUM-niM VERLEIH 644 B-H- 

^UEIHBETUEB OER UNIVERSUM-niM AKTIENGESELLSCHAFT BEItLIN SW68 KDCHSTRASSE 6-7 



» EIL : F R i E D E 
^•TEiL:AUSKLANG 


REGIE: 

Gerhard 

lamprecht 


URAUFFÜHRUNG IN DEN NÄCHSTEN WOCHEN UFA'PA LAST AM ZOO 


litlAG SCHERL * BERLIN Sli' 68. 
IDAHRGANG * NUMMER: 1087. 
18. Dezember ipz?. 








Die deutsche Filmindustrie 
hat seit ihrem Bestehen 
die größte Anzahl Films auf 
Agfa gedreht. — Vor Beginn 
der Aufnahmen ist sich daher 
jeder klar, daß nur 


NE< 


NEOATIVnLM 


„SPEZIAL" 

„EXTRARAPID" 

„PANKINE" 


Verwendung findet. — Für 
Nachtaufnahmen bringt die Agfa 
neuerdings ihren 


--^l^-SUPERPAN 

auf den Markt. 

Man verlange Einzelheiten. 





GENERAL-VERTRIEB: 

WALTER STREHLEg 

BERUN SW48, WILHELMSTRASSE 1 


% 7^^ 




21. .Jahr((an|(. Nr. 1087 


Berlin, den 18. Uezemher 1427 



Der Kassensdila^er der Promeiheus 

Dieser Wometheusfilm, eine Groleske. verursachte Lachen, Lachen und 
abermals Lachen. E ne der besten deutschen Grotesken, die jemals zu 
sehen waren. Man möchte dem Film einen riesenhatten Zusprudi wünschen. 

Jedes Publikum wird sich glänzend amüsieren. (Filin>Journal) 

Berlin — Hamburg - Dresden Königsberg - Danzig melden 


Rekorderfolge: 



PROMETHEUS -FILM 

RroduKtion Verleihi / Vertrieb 


BERLIN 










Rincmatogtapf^ 


Regie: Dr. Guter 


Werner Fuettcrer 
Alwin Neuss 


Vera Sdimiterlöw 
Carl W. Meyer 


Ein Sttmmriina, ein Sonnentag 
Lag übenn Rheinessirande. 

De» Kudfudts Ruf, des Finken Schlag 
Klang her vom Waldesrande. 

Wir beiae waren froh und jung. 

Das Glück ließ uns nicht ruhen. 

Wir taten zur Erinnerung, 

Was oft Verliebte tuen: 

Am Rüdesheimer Schloß steht eine Linde! 

Der Frühlingswind zieht durch der Blätter Grün, 
Ein Herz ist eingeschnitzt in hre Rinde, 

Und in dem Herzen steht ein Name drin! 

Am Rüdesheimer Schloß die alte Linde, 

Sie weiß, was du mir warst, was du mir bist. 
Sie weiß von einem Sommertag der Sünde, 
Und weiß sogar, was noch geschehen tat! 


Ein Sdilagerlllm! 


Ein Sdilagcriied! 


Ih.e Kasse wird sprechen 

WOHL FlÜHRY DIE SA 


Ein Fox-Europa-Film im Verleih der 

DEUTSCHEN VEREINSFILM A.-G. / BERLIN W8 




Nummer 1087 


Kincmotogtap^ 


Seite 3 



Heinrich Zilies 
köstliche Witztitel 

in unserem 
neuen lustigen 
Schlagerfilm 

Carl Boeses 


Schwere Jungen — 
leichte Mädchen 

erscheinen für Rheinland und Süddeutschland 

in einer neuen, originellen Bearbeitung mit Titeln in 

kölnischer 
oberbayrischer und 
Frankfurter Mundart 

und werden überall schallende Heiterkeit 
beim Publikum auslösen 

Terminieren Sie sofort bei der nächsten Filiale der 

Nationalfilm A.6. W 

BERLIN SW 48. FriedrichstraOe 10 




nach OEM BEKANNTEN 
ROMAN VON 

JAROSLAV hasek 


'N DER TITELRC 

KARL N O 



Nummer 1087 Rincmatopropfl Seite Ti 

URAUffÜHRUNG: 23. Dezember im IAUENIZIEN-PALAST 



nach dem ROMAN DER „BERLINER ILLUSTRIRTEN ZEITUNG“ 

VON LUDWIG WOLFF 

REGIE: D'*-JOHANNES GUTER 

ernst WOLFF TEÄg"®-ALBERT POMMER 

AN DER KAMERA: T HEODOR SPARKUHL 


IN DEN HAUPTROLLEN: 

J^AN AN6EL0. MARGARETHE SCHLEGEL. MARGIT BARNAY, ERNST DEUTSCH. 
CHARLOTTE SUSA. LEO PEUKERT. TRUDE HESTERBERG. ALBERT FLORATH. 


ITA RIN NA. JARO FÜRTH 



SPIElfllM PRODUKTION der KULTUR fllN A. G. 

BERLIN SW48, FRIEDRICHSTRASSE 13. DÖNHOFF 5600 und 5021 
VERLEIH FÜR DEUTSCHLAND: DEIT§CIIE§ LI€Hr§PiaSYNOIKAT BERLIN, FRIEDRICHSTR 238 
WELTVERTRIES: RICHARD HRSCHFELD. FRIEDRICH'TR:’3, DÖNHOFF 6674, TEL-ADR.: FILMCERVO 





Nummer I0'-'7 



^ Dcufsdi'Nordlsdie film'llnionG.iii.li.ll. 

Berlin SW 48, FricdriAstra^c 13 
Hamburg / München / Düsseldorf / Leipzig 




21. Jahrgang. Nr. 1087 y Berlin. 18. Dc/.cmhor 1927 



Von A r o s. 



s geschieht jedes Jahr um die nümliche Zeit, d.iß sich 
die deutschen Theaterbesitzer mit der Frage des 
..Hlind-booking" beschäftigen. Es erhebt sich dann ein 
lebhaftes Geschrei in allen Lagern, auf Versammlungen 
und in Kummissiiinen. mit dem Resultat, daß schließlich 
wieder alles beim alten bleibt. 

Dieser Vorgang ist, wenn man will, 'nternational, er 
w iederholt sich in 
allen f.agern und 
in allen l.ändern 
immer wieder mit 
dem gleichen Re¬ 
sultat. daß alles 
heim allen bleibt. 

Das ist eigent¬ 
lich selbslvcr- 
''ländlich. denn so 
wie die Dinge 
heute liegen, bei 
der ganzen Kon- 
--tellatiun des Ge¬ 
schäfts. wird es 
nun einmal nicht 
Inders gehen, als 
daß sich der Thc- 
jtcrbcsitzer zum 
Teil im voraus 
cindeckt. 

Die Dinge da- 
iiir brauchen hier 
im einzelnen nicht 
auseinanderge- 
setzl zu werden. 

^le sind allge¬ 
mein bekannt und 
werden weder 
'*>n einsichtigen 
Thealerbesitzern 
noch vom Ver¬ 
leiher bestritten. 

Allerdings heißt 
Prinzip des 
Blind - Buchens 
anerkennen, noch 
lange nicht die 
Verhältnisse mit- 
•nachen. wie sie 
au einem Teil bei 
j*ns in Deutsch¬ 
land eingerissen 
sind. 

Es gibt Thea- 
lerbesitzer. die 
was herrschende 


t'ystem für sich ausnutzen, indem sie hundert «>der sour 
anderthalbhundert Filme abschließen, lediglich, um ccr 
Konkurrenz den Einkauf zu erschweren. 

Es ist gerade an dieser Stelle schon häufig darauf h n- 
gewiesen worden, daß cs verhältnismäßig einfach g- • 
wesen wäre, diese Hcrischaften zur Raison zu bringen. 
Man hätte sie rücksich slos verklagen und zur Zahlung 
zwingen sollen. 
Aber ein bekann¬ 
tes Sprichwort 
sagt nicht mit lin- 
recht, daß da, wo 
nichts ist, sogar 
der Kaiser da-- 
Recht xerloren 
hat. 

Auf der anderer. 
Seite haben sich 
natürlich auch 
Verleiher da- 
Hlind-Buchen zu¬ 
nutze gemacht. 

Es gibt außeror¬ 
dentlich lehrreiche 
aufschlußgebende 
Statistiken. die 
die Zahl der Fil¬ 
me, die zu Be¬ 
ginn der Spielzeit 
angekündigt wur¬ 
den, mit den tat¬ 
sächlich erschie¬ 


nenen vergleichen. 

Hier würden 
sich streng 
nommen natürlich 
auch wieder Pro¬ 
zesse auf Lii 
ferung ergeben. 
Prozesse, wie 
sich zum Teil ja 
auch abgespielt 
haben. Allerdings 
wiederum aus 
Gründen, d.e mit 
der Sache an sich 
herzlich wenig zu 
tun hatten. 

Es zeigt sich al¬ 
so, genau gesehen, 
daß die tatsäch¬ 
lichen fjbelstände. 
die. sich beim 
Blind-Buchen er- 





Seite 10 


Nummer 1087 


({eben, gar nicht am S'-stem an sich liegen, sondern an der 
Art, wie es bisher ajsgenutzt und ausgeübt wurde. 

UaO diese Zustände nicht weiter gehen können, ist klar. 
Theaterbesitzer und Verleiher werden sich unseres Er¬ 
achtens also sehr bald zusammenfinden, wenn sie Richt¬ 
linien schaffen wollen, bei denen alle Teile unter Berück¬ 
sichtigung der Erfordernisse des .Marktes auf ihre Kosten 
kommen können. 

.Man möchte beinahe sagen, daß die erschreckend 
schlechte wirtschaftliche Situation auf dem Filmmarkt in 
erster Linie Besserung und Änderung schaffen wird. 

Je knapper der Markt ist, desto mehr wird jeder Be¬ 
teiligte von selbst ange¬ 
halten, mit dem Voraus, 
vermieten vorsichtige* zu 
sein, und je weniger Filme 
projektiert sind, desto 
leichter hat es der Thea¬ 
terbesitzer, seine Wahl zu 
treffen. 

Aus diesem Grunde ist 
auch eigentlich nicht recht 
zu erkennen, warum der 
Vorstand des Reicasver- 
bandes schon jetzt aui 
Freigabe des gesamten 
Kontingents besteht. Wir 
meinen, je sparsamer der 
Reichskummissar mit der 
Freigabe seines Quantums 
ist, desto besser reguliert 
sich der Markt. 

Außerdem scheint uns 
das Drängen auf Verwer¬ 
tung des Sonderkontin¬ 
gents schon jetzt auch 
aus dem Grunde nicht im 
Interesse der Theatei bc- 
sitzer zu liegen, weil ein 
allzu großes Angebot er¬ 
fahrungsgemäß auch zu 
großen Abschlüssen ver¬ 
leitet, zu Abschlüssen, die 
nachher nicht erfüllt we'- 
den können, weil man sich 
übereingedeckt hat. 

Aber das ist ein anderes 
Thema und kann hier in 
diesem Zusammenhang nur 
angedeutet werden. Es ist nur ein Beispiel dafür, daß 
man immer wieder bei der Beurteilung und Bearbeitung 
von Einzalfragen die großen Zusammenhänge übersieht, 
die sich jetzt immer klarer hcrausschälen, weil die ver- 
schiedenen Zusammenbrüche und Zahlungseinstellungen 
auch denen die Augen geöffnet haben, die sich zu der 
Politik der Konsolidierung, der an dieser Stelle schon 
seit Jahren das Wort geredet wird, nicht bekennen 
wollten. 

Es sei nur daran erinnert, welche Erörterungen unsere 
Behauptung vor einigen Monaten herbeiführte, daß letzten 
Endes überhaupt nur fünf oder sechs Firmen auf seife der 
Fabrikanten das Recht hätten, die Entscheidung bei den 
großen außenpolitischen Filmfragen zu beeinflussen. 

Heute hat uns die tatsächliche Entwicklung leider recht 
gegeben. Die Verhältnisse haben sich katastrophaler ent¬ 
wickelt. als vorher zu ahnen war. und führen nun — das 
ist das einzig Gute an ihnen — zu einer Gesundung, die 
allmählich auch den deutschen Film wieder zur Welt¬ 
geltung bringen kann. 

Auf dem Wege zur Ausbreitung des Films in der Welt 
spielt das Blind-booking. wenn man will, auch wieder eine 


große Rolle. —• Wir haben mit unseren .Verkaufsverträgen. 
wenn sie allzu loyal gehalten waren, keine guter, Er¬ 
fahrungen gemacht. Wo man irgendwem das Recht gab. 
die Bilder allzu freiheitlich auszuwählen, gab cs Schwierig¬ 
keiten. die heute um si* mehr zu bedauern sind, als die 
ideelle Seite bei diesen Verträgen mindestens so wichtig 
war wie die materielle. 

Bei Ncuabmachungen ist das glücklich vermieden wor¬ 
den. Eis >ci in diesem Zusammenhang auf die Verträge 
zwischen , Ufa" und „Britisch-Gaumonl" hingewiesen. Wir 
beschränk,‘n uns heute darauf, fcstzustellen, daß die großen 
englischen Tageszeitungen, die also in keiner Weise durch 
Filmindustrie oder persön¬ 
liche Beziehungen beein¬ 
flußt sind. übereinstim¬ 
mend in spaltenlangen Ar¬ 
tikeln erklären, daß hier 
zum erstenmal der Anfang 
de- europäischen Verstän¬ 
digung großen Stils ge¬ 
macht worden sei, die cs 
ermöglicht, nunmehr dem 
europäischen Film die 
Stelle auf dem Weltmarkt 
zu sichern, die ihm zu¬ 
kommt. 

D'esc Ausführungen wie¬ 
gen bei einem Blatt, wie e>- 
die „Times" in London 
darstellt, um so höher, ah 
dasselbe Blatt seinerzei' 
dem europäischen Syndi 
kal, wie es von dei 
..Westi" propagiert wurde 
mit einer gewissen Zurück 
haltung gegenüberslanJ. 

Man hat das Gefühl. aF 
ob in England erkannt 
worden ist, daß is sieh 
hier nicht um Utopien, um 
Luftschlösser handelt, son¬ 
dern um ein reelles kaul- 
männisches Gebilde, das 
vor allen Dingen gestützt 
wird durch die KapitaN- 
kraft der beteiligten Fak¬ 
turen hüben und drüben. 

Je mehr diese europäi¬ 
schen und außereuropäi¬ 
schen Kombinationen durchgeführt werden, die ganz natur¬ 
gemäß mit festen Bezugsverpilichtungen verbunden sind, 
um so mehr wird auch das Blind-Buchen bis zu einem ge¬ 
wisser Grade im Verkehr zwischen Verh ihcr und Theater- 
bcsitzer nicht zu vermeiden sein. 

Man muß den Verbänden der Abnehmer außerordent¬ 
lich dankbar sein, daß sic das Thema erneut ventilieren. 

Es sei übrigens darauf hingewiesen, daß mit dieseir 
System auch in den eigenen Reihen der Thcatcrbcsitzei 
gearbeitet wird. 

Das deutsche Lichtspiclsyndikat sicht die festeste 
Stütze seiner Organisation, außer in der Finanzierung 
durch die Mitglieder, in der Sicherung der festen Abnahme 

Das, W21S dem Syndikat recht ist, muß auch für die übrige 
Industrie billig sein. 

Wir sind überzeugt, daß die Verhandlungen in diesen 
Fragen, die in der nächsten Zeit zwischen den beteiligten 
Organisationen gepflogen werden, zu dem Resultat kom¬ 
men werden, daß im Prinzip alles beim alten bleiben muß 

Wenn im einzelnen etwas gebessert werden kann, so ist 
es selbstverständlich, daß jeder zu seinem Teil bereit i**- 
dazu beizutragen. 





Glück voranstellt, hat 
den Einsatz ffewaffi, 
der sie aus dem 
Meere der Unbe¬ 
kannten heraushob. 
und auch sie ist den 
VcrlockuniJcn des 
Mammons erlebten. 
Die Heldin, die das 
Glück hatte, auf dem 
halben Wege von 
einem rettenden 

Schiff auf)<enommen 
zu werden, wandelt 
den Weö st) vieler 


Iree in einem Vaude- EDMUND BURNS . 

ville-Akt zeiffen, der » „Der Chiaoenp» 

dem Film voranffeht. 

Löw, der Präsident von Mctro-Goldwyn, hat mit ihr 
einen VertrajJ f<emacht, nach dem sie für hundert Tage 
gegen ein Gesamthonorar von 100 000 Dollar auf den 
l.tiwschen Bühnen aufzutreten hat. Im „Capitol" in New 
^ ork wird sie den Anfang machen und neben dem 
schönen Beifall des Publikums noch den schöneren 
Dollarlohn einheimsen, nach dem große Talente und 
ebenso mutige Wagehalse vergebens streben 

Wahrscheinlich wird der mißlungene Non-Stop-Flug- 
vcrsuch den Ehrgeiz unzähliger anderer Mädchen und 
Frauen aufstacheln, die auf eine gleich glückliche Rettung 
und die noch glücklichere Lösung einer sorgenlosen Zu- 
l^unft hoffen. Es ist psychologisch begründet, daß jeder 
•»ehr oder weniger auf seinem Glückstern baut und von 
Vornherein annimmt, daß ihn nicht das traurige Schicksal 
anderer treffen werde, so daß von dem aufzubringenden 
Wüte immerhin fünfzig Prozent in Abzug gebr^cht werden 
'‘onnen. Man wird nicht erstaunt sein, wenn das Beispiel 
‘ler Miß Eider ansteckend wirkt und eine Reihe von ehr¬ 
geizigen Damen im nächsten Jahre den gleichen Weg 
einschlagen werden, der, wenn er gelingt, am sichersten 
zum Film führt. 

Die jungen Damen, die Glück haben, werten ihre Ver- 


rox ist wohl bereit. 
Miß Gaynor eine ent¬ 
sprechende Zulage zu 
geben, sträubt sich 
aber entschieden, sich 
den Bedingungen eine- 
Anwaltes unterzu¬ 
ordnen. indessen be- 

d MARION NIXON 

.aiici- PM.Uninrsl Walt. Miß Gaynor 

seine Pläne aufzu¬ 
drängen, wie sie das große Gehalt investieren könne. 

Weniger glücklich sind andere Filmdarstclier. die mit 
Bangen dem Ablauf ihres Vertrages entgegenschen und 
bei Nichterncuerung wenig Chancen haben. t>ei einer Kon¬ 
kurrenzgesellschaft unterzukommen Seitdem die Idee der 
Gehaltsverkürzung an Booten verloren hat, wenden die 
Produzenten eine andere Methode an. um die großen Aus¬ 
gaben, insbesondere die großen Gehälter, zu reduzieren, 
indem sie die ablaufenden Verträge entweder nicht oder 
nur zu den alten Bedingungen erneuern, und falls sich 
Differenzen ergeben, für den Darsteller, Regisseur oder 
Autor die Gefahr besteht, auf dem trockenen zu sitzen. 
Diese Methode der drohenden Beschäftigungslosigkeit, die 
wie ein Damoklesschwert über allen hängt, die nicht durch 
einen langjährigen Vertrag gesichert sind, hat eine ge¬ 
wisse Unsicherheit und ein begreifliches Unbehagen in 
der Filmkolonie hervorgerufen, deren Mitglieder durch 
Jahre hindurch gewöhnt waren, ihre Wünsche befriedigt 
zu sehen. Die unabhängigen Produzenten ziehen aus 
dieser Situation insofern Vorteil, da sie die an die Vl ind 
gedrückten Kräfte zu billigeren Bedingungen erlangen. 

Während fast aus allen Teilen des Landes Berichte über 
eine Überproduktion von Theatern einlaufen, scheint 






Seite 12 


Nummer 1087 


New York noch nicht vollstän- 
did ^csatti)lt zu sein. First kürz¬ 
lich wurde eine ßroUc Bühne 
der Universal Pictures Corpo¬ 
ration in Brooklyn eriffnet. und 
am Broadway kursiert eine Idee, 
die Löw mit dem Bau eines 
Theaters in Zusa nmenhanji 
hrin|{t. das an Größe und Aus- 
dehnun(< noch da> riesige 
..Roxy" übertreffen soll. Ein 
ganzer Block, in dem sich 
tle^enwärtiff Löws State Thea¬ 
ter und das Criterior. befindet, 
soll in ein Riesentheater mit 
einem Fassunjlsraum von 7000 
Sitzplätzen mit allem Luxus, 
wie ihn die Neuzeit jleschaffcn. 
um|fe wandelt werden. Vor¬ 
läufig handelt es sich nur um 
eine Absicht, man weiß jedoch, 
wie schnell in Amerika Ab¬ 
sichten verwirklicht werden, 
besonders wenn mächtige Ka¬ 
pitalkräfte dahinterst ,rhcn und 
wenn es sich darum handelt, 
ein Konkurrenzmamiver aus¬ 
zuführen. 

Die durch die Haltung der 
Produzenten in die Verteidi- 
)funi<slinie )<edrän|<ten Kunst¬ 
kräfte sind natürlich daraut 
bedacht, nach altem erprobten 
Grundsatz jeden Zuzujf von den 
kalifornischen Gefilden fernzu¬ 
halten. Die rührige Actors 
Equity Association die ir 
Hollywood einen Zweifj für 
Filmmitftliede.’’ (Jeilründet hat. 
will energisch der Einwande¬ 
rung von Konkurrenten ihrer 
•Mitglieder an den Leib rucken. 
Sie stellte in einer gestern ab¬ 
gehaltenen Versammlung das 
Verlangen, die Einwanderungs¬ 
gesetze gegen ausländische 
Filmkünstler streng durchzu¬ 
führen. Seit längerer Zeit 
wurde die Invasion von Film¬ 
schauspielern von Europa mit 
Mißbehagen betrachtet. da 
selbst viele mindere Rollen 
seitens der Produzenten an 
Ausländer zum Schaden der 
amerikanischen Schauspieler 
abgegeben werden. Früher 
war es möglich. Künstlern Ein¬ 
gang zu verschaffen, ohne daß 
diese erst eine Einwanderungs¬ 
erlaubnis mit vorgeschriebener 
Nummer benötigten. Die Equity 
will nun an die Regierung her¬ 
antreten. um auch die Film¬ 
künstler unter das Quoten¬ 
gesetz zu stellen, bzw. verlan¬ 
gen, daß sie nicht ohne Emi¬ 
grantenquote zugelassen wer¬ 
den. Es ist möglich, daß diese 
Aktion für viele in Hollywood 
lebende Ausländer, die nur auf 
ein Besuchsvisum nach Amerika 


gekommen sind, von bösen Konsequenzen be¬ 
gleitet sein wird, da deren Deportierung nicht 
ausgeschlossen erscheint. Es heißt, daß die 
Entfernung der ungesetzlich oder nur auf Be¬ 
suchsvisum weilenden Ausländer hinreichco 
würde, um der Stellenlosigkeit der amerikani¬ 
schen Schauspieler zu begegren. 

Jannings scheint einer jener wenigen zu sein, 
den die Amerikaner gelten lassen und dem sic 
auch keinen Widerstand entgegensetzen, teil¬ 
weise aus dem Grunde, weil er in Amerika ge¬ 
boren ist, wenn er auch im Alter von zehn 
Monaten mit seinen deutschen Eltern nach 
Deutschland übersicdclte. Inzwischen scheint 



sich Jannings in Amerika eingelebt zu haben. 
Was ihm besonders in der Filmproduktion ge¬ 
lallt, ist, daß die amerikanischen Filmproduzen¬ 
ten bis zur äußersten Grenze gehen und keine 
Kosten für die Herstellung eines Filmes scheuen. 
Er hat soeben das Bild „The Street of Sin" — 
Die Straße der Sünde — fertiggestclit, das ihm 
eine ungewöhnliche Gelegenheit zur Charakter¬ 
darstellung bot. Die Ri>lle ist ganz \erschieden 
von allen, die er bisher gespielt hat. und wie er 
sagt, war er von .Anfang an von dieser Rolle 
begeistert und hat sie auch mit Enthusiasmus zu 
Ende gespielt. 

Die große Novität in der letzten Woche war 
unstreitig ..Uncle Tom's Cabin“, die gegenwärtig 
im Central-Theater am Broadway läuft. Schon 
vor zwölf Jahren wurde von Carl Lammle und 
dem Regisseur Harry Pollard, der auch den 
neuen Film hergestellt hat, der Versuch ge¬ 
macht. die populäre Erzählung zu verfilmen. 
Den damaligen Verhältnissen und Mitteln ent¬ 
sprechend, konnte natürlich nichts Hervor¬ 
ragendes geschaffen werden. Die Idee schlum¬ 
merte fort, bis sie vor zwei Jahren an das 
Tageslicht gezerrt und in genau zweijähriger 


Arbeit mit einem Aufwand von 
l'.- Millionen Dollar \erwirk- 
licht wurde. Dem Regisseur 
Pollard ist es zweifellos gelun¬ 
gen, einige Szenen mit einer 
außerordentlichen Geschick¬ 
lichkeit zu behandeln, nament 
lieh diejenigen, in welchen da- 
Negcnnädchcn Topsy, di« 
übrigens sehr drollig und aus 
gezeichnet spielt. und di« 
kleine Eva, die nicht zurück 
steht, im Vordergrund de 
Handlung stehen. Die scnli 
mentale Seite der Erzählun 
kommt ziemlich stark zum 
Durchbruch, und gerade sie gc 
fiel den Zuschauern außer 
ordentlich. Anderseits sin>i 
die Leiden und Grausamkcitei 
die die Sklaven zu erdulden 
haben, in naiuralistischer Wei«-«. 
beschrieben worden, so daß ma«« 
dabc. das Gruseln lernen kan-i 
Ganz hervorragend ist de 
Szene, in der die kleine E\ i 
ihre Seele aushaucht, die ihren 
Weg zum Paradiese findet. D e 
Hauptrollen liegen durchw« : 
in guten Händen, der Darst« 1 - 
tor des Onkel Tom. Jam« ' 
K. Lowe, spielt recht sccIcm- 
voll. Margarete Fisher als Eli. .i 
hat viele d'-amatische Momcnl.- 
Edmund Carewe verkörp-.rt 
den aufbäumenden Sklaven, 
und George Siegman ist . 1' 
Sklavenhändler Simon Degroe 
die personifizierte Rriitalil.«) 
Ganz vorzüglich r.pie't Mona 
Ray die Rolle des kleinen Neg« r- 
mädchens Topsy und eniwicl-ell 
einen ausgezeichneten Sinn iiir 
Komik; ebenso zeigt die D.ir- 
stellerin der kleinen Eva. \ ir- 
ginia Gray, sympathisches Ta¬ 
lent. 

In dem Film ..Breakfast at 
Sunrise“, der nach einer fran¬ 
zösischen Posse gedreht ist« 
ha«le Conslance Talmadgc Ge¬ 
legenheit. in großartigen Toi¬ 
letten zu glänzen, worin der 
hauptsächliche Vorzug dieses 
Filmes besteht. Die Handlung 
ist nicht besonders geislroid' 
und beschränkt sich auf die Er¬ 
öffnung eines Hotels, dessen 
Besitzer viele Freigäste einladl 
um den Eindruck eines stark 
besuchten Platzes zu erwecken 
Bei diesem Anlaß komm! es 
zu einer Liebesszene. in der 
Constancc Talmadgc. die l*' 
gehrenswerte Madelainc. und 
ihr dunkelhaariger Gegenpad- 
von Don Alvarado gegeben- 
sich finden. 

„Sorrell & Son“ ist ein vo» 
Herbert Brennon verständig 
aufgebauter gutwirkender FilW- 




Niininifr 1087 


Mntmatogtopf^ 


Seite 1 3 


Viin l)r. S e e j{ c r , Leiter der Filmiiherprüfstellc. t)hcrre><icrunf<srat im Kcichsministeriiim des Innern. 

I. Zurücknahme des Antraiies nach Einlejiunii eines Rechtsmittels. 



ie Fümoherprüfstelle hat sich in letzter Zeit mit 
emijjen Frajien aus dem Zcnsurrccht zu heschäftificn 
)<ehaht, die von besonderer praktischer Bedeutun|( sind 
und deren Kenntnis der Industrie unnütze Anträge, Zeit. 
\rjjer und Unannehmlichkeiten erspart. FinitJe dieser 
FrajJen .sollen im lol)ienden kurz behandelt werden: 

Während vor einiger Zeit die Industrie noch den Stand¬ 
punkt vertrat, dali eiti „juflcndfrei" zensierter Bildstreifen 
des Anreizes für erwach¬ 
sene Zuschauer entbehrt 
scheint neuerdint<s eine 
Wandlunit dieser Anschau- 
un)< ciniictreten zu sein, 
da das Bestreben der An- 
trajjsttller unverkennbar 
ist, m<i)<lichst viele Bild¬ 
streifen auch zur Vorfüh- 
runjJ vor Jugendlichen 
frei zu bekommen. Es soll 
heute nicht auf die ma¬ 
teriellen Voraussetzungen 
ein|{e}(an|(en werden, die 
nach dem Lichtspiel}*csctz 
für die Zulassung; von 
Bildstreifen für Jii^iend- 
liche vorijcsthen sind, son 
dem auf die praktischen 
holjicn des zuizeit \on der 
Industrie beliebten Ver¬ 
fahrens. 

Der Antraifstiller bean- 
lra|<t zunächst jfrundsätz- 
lich und all|<emcin. häutig 
in den denkbar unifeeij*- 
netsten Fällen, die Zu- 
lassunjJ des von ihm zur 
l'rüfunjf cinifereichtcn Bild¬ 
streifens auch für Juijend- 
iichc. Die Kammer erkennt 
nach dem Antrag, und, 
was in Grenzfällen die 
Keßel bildet, die Beisitzer 

der Gruppe Volkswohl- ji,. ji,,, ,,__ 

fahrt, Vulksbildunti und 

fuilendwohlfahrt leften ifegcn die Zulassunji für Jugend¬ 
liche Beschwerde |<emäB § 12 Abs. 2 ein. Der AntrajJ- 
stellcr, über das Erifebnis aufs äuüerste betroffen, weil am 
Tag nach der Prüfung die Erstaufführung des Bildstreifens 
iitaitnnden soll und die Oberprüfstelle, der Akten und 
Entscheidungsgründe noch nicht vorliegen, Verhandlungs- 
fc-rmin nicht sogleich anberaumen kann, erklärt in seiner 
fledrängnis, daß er nunmehr den Antrag auf Zulassung für 
Jugendliche zurücknehme. Er stellt sich dabei auf den 
f'tandpunkt, daß mit der Zurücknahme dieses Antrages 
die Beschwerde der Beisitzer hinfällig und die zulassende 
Entscheidung der Prüfstelle „rechtskräftig" werde. Statt 
dessen legt die Prüfstelle die Akten der überprüfstellc 
ll^or und versagt dem Antragsteller die meist gleichzeitig 
^antragte Erteilung von Zulassungskarlen für Erwachsene. 
Ei ist verständlich, daß die Firma angesichts der für den 
u'lgendcn Tag angekündigten Premiere von ..Schikane". 
"Cchtsvcrwcigcrung oder ähnlichem spricht, wobei sie sich 
der gegebenen Rechtslage allerdings meist nicht be vußt ist. 

Die betroffene Firma geht dabei gewöhnlich von folgen¬ 
den Erwägungen aus: Das Lichtspielgesetz enthalte ein 


grundsätzliches Verbot des Inverkehrbringens und dvr 
öffentlichen Vorführung von Bildstreifen mit dem \t.r- 
behalt der Erlaubnis für den einzelnen Fall. Die vor- 
behaltcne Erlaubnis werde auf Antrag durch Zulassung 
des Bildstreifens erteilt. Ein solcher Antrag sei nach den 
allgemeinen Grund.sätzen des Verwaltungsrechts zurück- 
nehmbar. Mit der Zurücknahme werde das etwa ein¬ 
gelegte Rechtsmittel hinfällig, weil darin ein Verzicht aal 
die bereits ausgesprochene 
Zulassung enthalten sei. 
Die tatsächliche Rechts¬ 
lage ist aber folgende 
Eine Zurücknahme des An 
träges auf Prüfung eines 
Bildstreifens ist an sich 
zulässig. Sie kann jedoch 
nur bis zur Verkündi.ni; 
der Entscheidung d^r Prnl 
stelle erklärt werden und 
nicht mehr nach Einle¬ 
gung eines Rechtsmittels 

Ist die Beschwerde von 
dem Antragsteller einge 
legt worden, so kommt nur 
Zurücknahme der Be¬ 
schwerde in Frage (E 3 
Rcichsausf. V.). Habender 
Vorsitzende oder zwei Bei¬ 
sitzer Beschwerde erhoben, 
so ist dem AnlragstilL, 
jeder Einfluß auf dieses 
Verfahren, das den Ch.i 
rakler eines ..Offizial-v er- 
fahrens" hat. genommen. 
Kr ist mithin auch nicht 
in der Lage, den von ihm 
gestellten Prüfantrag zu- 
ruckzunchmen. Die gegen¬ 
teilige Auffassung wurde 
dazu führen, daß die mit 
der Einfügung des § 12. 
/•*w» ttnt-i Abs. 2. vom Gesetzgeber 

_ ___.ufnim»! verfolgte Absicht, die 

Nachprüfung einer von 
zwei Beisitzern oder dem V'orsilzenden abgelehnten Ent¬ 
scheidung durch die Oberprefstelle auch gegen den Willen 
des Antragstellers zu ermöglichen, von dem Antragsteller 
jederzeit illusorisch gemacht werden könnte. Dieses Er¬ 
gebnis wäre mit Sinn und Zweck der Vorschrift des § 12, 
Abs. 2, nicht vereinbar. Bestände di>ch sonst die .Möglich¬ 
keit, daß der Antrag auf Grund von § 7 des Lichtspiel- 
gesetzes wiederholt und in diesem Verfahren, an dem die 
Beschwerdeführer des früheren Verfahrens nicht mehr be¬ 
teiligt wären, ohne Rücksicht auf die von ihnen vi>t- 
gebrachten Einwendungen entschieden würde. Das Ergebnis 
wäre, daß der Einleger einer Amtsbeschwerde -- sei es nun 
der Versitzende oder seien es zwei an dem Verfahren be¬ 
teiligte Beisitzer — der Möglichkeit der Geltendmachung 
ihrer Einwendungen gegen die Zulassung des betreffenden 
Bildstreifens einfach beraubt würden. Die einmal ein¬ 
gelegte Amtsbeschwerde kann hiernach nur durch Zurück¬ 
nahme des Rechtsmittels, niemals at er durch Zurücknahme 
des Prüfantrages illusorisch gemacht werden. 

Gegen diese Rechtsauffassung wird nun ins Feld geführt, 
daß die Oberprüfstelle selbst sich insofern mit ihr in 



Seite 14 


Nummer 1087 


Widerspruch t<esetzl habe, als sie im Widerrufs verfahren 
es der darin hetrofie.icn Firma nachzulassen pflege, in 
dem Widerrufsantrail erhobene Anstände durch frei¬ 
willige Ausschnitte zu beseitigen, die alsdann ohne for¬ 
melle Durchführung ccs Vi’iderrufsverfahrens in der Zu- 
l^ssungskartc nach'.-äglich als verboten bezeichnet 

Ein Verfahren, cas durchaus im Interesse der 
Industrie gelegen unc von ihr bisher gern in Anspruch 
genommen worden ist. Denn hier handelt es sich um 
einen Verzicht auf dm konstititiven Verwaltungsakt der 
Zulassung (vgl. Görres § 1, Anm. I, S. 3), nicht aber um 
eine Aenderung des curch diesen Akt bereits konsumier¬ 
ten Prüfantrages. Bes.immend für das entgegenkommende 
Verfahren der Oberprüfstelle ist demnach nicht die 
spätere Aufgabe oder Einschränkung des Prüf¬ 


antrages, sondern der spätere Verzicht auf die Rechte 
aus der bereits ausgesprochenen Zulassung. Eine solche 
kann (edoch nicht mehr praktisch werden, wenn, wie in 
unserem Fall, bereits ein neues Verfahren auf Grund der 
erhobenen Amts- oder Bcisitzcrbeschwerde anhängig ist. 
Daß allein die hier vertretene Auffassung den Vergleich 
mit den allgemeinen Verfahrensgrundsätzen des Proze߬ 
rechtes aushält, sei nur nebenher erwähnt. Denn dort ist 
z. B. im StiafprozcB der Angeklagte zur Zurücknahme des 
.Antrages auf gerichtliche Entscheidung |^ 460 StPO.) in 
dem auf die Berufung des Staatsanwalts anhängigen 
Strafverfahren auch nicht mehr in der Lage. 

Eine Zurücknahme des Antrages und entsprechend auch 
der Beschwerde ist daher nur bis zur Verkündung einer 
Entscheidung und später nicht mehr angängig (vgl. ffell- 
wig, Anm 3 zu § 12, und Seeger, Anm. 2 a. a. O.V 


II. Wann sind Änderungen geprüfter Bildstreifen gebührenpflichtig? 


In der Praxis der Früfslellen ’ocreilet es häufig Schwie¬ 
rigkeiten. daß die mehr und mehr gebräuchlichen Ände¬ 
rungen bereits zugeljssener Bildstreifen mitunter nach 
dem Lichtspielgesetz und der dazu ergangenen Gebühren¬ 
ordnung mehr oder weniger einschneidende Gebühren- 
folgen heben. Grundsatz des Lichtspielgesetzes (§ 16) ist. 
daß für d'e Prüfung von Bildstreifen Gebühren erhoben 
werden. Über die Hi hc der für die Prüfung zu entrichten¬ 
den Gebühren trifft die von dem Reichsminister des Innern 
mit Zustimmung des Reichsrats erlassene Gebührenordnung 
vom 25. November 1921 (in der Fassung der Verordnung 
vom 16. November 1923 — Reichsministerialblatt S. 1033) 
Bestimmung. 

Nach § 2 dieser Verordnung „sind für ) e d c 

Prüfung sowohl hei den Prüfstellen als auch bei der Ober¬ 
prüfstelle" Gebühren in voller Höhe zu entrichten. Un¬ 
streitig dabei ist. daß Zulassungen auf Grund von § 7 des 
Gesetzes, die die Vorlage eines abgeänderten Bilostreifens 
zum Gegenstand haben, sich als neue Anträge darstellcn 
und deshalb ebenfalls gcbührenpflicbtig sind. 

Es ist ferner anerkannten Rechtens, daß einer ausnahms¬ 
weisen Beurteilung solche Anträge unterworfen werden, 
bei denen veranlassend nicht die Änderung des Bild¬ 
streifens selbst, sondern die seines Haupttitels, seiner 
Zwischentitel, seiner Akteinteilung usw. sind. Die Praxis 
hat sich hier zugunsten der Industrie auf den Standpunkt 
gestellt, daß nachträgliche Änderungen eines von der 
Prüfstelle zugelasscnen Bildstreifens, die eine neue Prü¬ 
fung seines Inhaltes nicht erforderlich machen, den 
Antragsteller lediglich mit den Kosten der neu zu erteilen¬ 
den Zulassungskarte belasten (Seeger, Anm. 4 zu § 7 
Geb -O., S. 127). 

Wann eine Neuprüfung des Bildstreifens erforderlich 
isi, ist Tatfrage und lediglich in das pflichtmäßige Er¬ 
messen des prüfenden Beamten gestellt. Streitigkeiten er¬ 
geben sich häufig insofern, als die Antragsteller leicht ge¬ 
neigt sind, anzunehmen, daß es eine ungerechtfertigte Be¬ 
nachteiligung für sie bedeute, wenn Anträge auf Titel¬ 
änderungen usw. einer genauen Nachprüfung unterworfen 
werden. 

Beantragt etwa, um ein praktisches Beispiel zu 
wählen, der Antragsteller des von der Prüfstelle zuge¬ 
lassenen Bildstreifens „Scebadnixe" nachträglich die Zu¬ 
lassung des Untertitels „Er wollt’ das Fräulein Nixchen 
baden sehn" und hält der Prüfbeamte eine nochmalige 
Prüfung des Bildstreifens durch die Prüfkammer für er¬ 
forderlich. so fühlt sich der Antragsteller durch die noch¬ 
malige Erhebung der Prüfgebühren beschwert. Er bean¬ 
tragt alsdann Freistellung von den Gebühren der zweiten 


Prüfung auf Grund von § 9 der Gebührenordnung, wonach 
„die Leiter der Prüfstelle und der Oherprüfstelle berech¬ 
tigt sind, auf Anträge in Fällen, in denen aus ganz beson¬ 
deren Gründen die Erhebung der vorgesehenen Gebühren 
zu außerordentlichen Härten führen würde 
eine Ermäßigung eintreten zu lassen" und wundert sich, 
wenn seinem Antrag nicht entsprochen werden kann. 

Wie ist nun die Rechtslage? Es ist zunächst unbestritten 
und Praxis der Prüfstellen, daß Titeländerungen nur dann 
nicht gebührenpflichtig sind, wenn sie ohne neue Prüfung 
des Bildstreifens genehmigt werden können. Darüber, ob 
eine solche neue Prüfung crf«>rderlich ist, entscheidet der 
Vorsitzende nach eigenem pflichtmäßigen Ermessen 
ebenso wie er nach dem Gesetz darüber allein zu befinder. 
hat, ob er einen Bildstreifen, anstatt ihn sogleich zuzu 
lassen, der vollbesetzten Kammer vorlegen will (§ ll 
Abs. 2, des Lichtspielgesetzes). Für die Gebührenfragv 
kommt es mithin viirliegend allein darauf an, ob eine 
solche neue gebührenpflichtige Prüfung stattgefunder. ha', 
oder nicht. Denn mit jeder Prüfung ist nach § 2 der Ge¬ 
bührenordnung auch die Prüfgebühr in der gesetzlichen 
Höhe verwirkt. 

Gleichgültig für die Kostentragung ist hierbei, ob der 
Vorsitzende über die Zulassung des geänderten Haupi- 
titels allein entschieden oder von der Befugnis des § U- 
Abs. 1, des Gesetzes Gebrauch gemacht hat. Maßgebend 
für die Kostenfrage 'st allein, ob eine nochmalige Prü¬ 
fung des Bildstreifens als reichen stattgefunden hat oder 
nicht. 

Denn „Prüfung ’ im Sinne des § 2 der Gebühren¬ 
ordnung ist jede Besichtigung des Bildstreifens mit dem 
Ergebnis einer Zulassung oder Nichtzulassung. Dabei 
ist es für die Anwendung der Gebührenvorschriften völlig 
belanglos, ob die Besichtigung erfolgt, um die Zulässigkeit 
des ganzen Bildstreifens nach dem Gesetz festzustcllen 
oder einzelner Bildfolgen oder, wie vorliegend, die Zu¬ 
lässigkeit nur des Haupt- oder eines Untertitels. Denn 
auch diese sind „Teile" des Bildstreifens im Sinne von 
§ 1, Abs. 2, des Gesetzes. 

Darum überlege es sich jeder Antragsteller genau, ob 
ihm die nachträgliche Einfügung eines Untertitels wie des 
vorliegenden so wichtig erscheint, daß er deswegen ein 
neues Prüfverfahren mit einem neuen Zensurrisiko i"* 
Falle der Nichtgenehmigung und den nun einmal gegebe¬ 
nen Gebührenfolgen auf sich nehmen will. Tut er dies, 
so kann er sich hinterher nicht auf den Standpunkt stelle". 
die dann unerläßliche Anwendung der Gebührenvor¬ 
schriften bedeute eine „außerordentliche Härle" im Sinne 
des § 9 der Gebührenordnung. 






Niimmcr 1087 


Seit«' 15 


Von Dr. W o 1 f ß 

ine Pressebesprcchunß, einherufen von der Deutschen 
Filmschule in München, unter Vorsitz des Herrn Mini¬ 
sterialrat Jan, mit Referaten der Herren Oberstleutnant 
Knoll, Rcß.-Rat Loew und Ingenieur Koch, war der An¬ 
laß, das Pri.blem einer deutschen F'ilmschule überhaupt 
aufzurollen. 

Ich habe damals versucht, als Diskussionsredner die 
von den Herren der Schule seihst aufßczeißten Probleme 
in das entscheidende Grundproblem zusammcnzudränßen. 
das sich in der skeptischen Fräße ausdrückt; Ist das „F'il- 
men" überhaupt lehrbar? Ich ßelanßte dabei — trotzdem 
die bisherißen F!r- 
ßebnissc unhe- 

kennharer Besse- 
runß immer 
weniß Hoffniinß 
ßaben — zur Bc- 
jahtinß dieser F'ra- 
ße unter bestimm¬ 
ten Bedinßunßen 
und deutete prak¬ 
tische Folßerun- 
ßen wenißstens 
an.— Diese konn¬ 
ten das Einsetzen 
der erforder¬ 
lichen Mittel sei¬ 
tens Staat und 
Industrie sehr 
wohl rcchtferti- 
tfen: denn sie 

wären imstande. 

.lus den ßeßen- 
wärtißen Halb¬ 
heiten ein für 
.illemal he'aus- 
zuführen. Das po¬ 
sitive Erßebnis 
crßab sich auch, weil Referate und Diskussion zeißten, 
daß sich bei den leitenden Herren zu den an sich vor¬ 
handenen hohen Verantwortunßsßcfühl mit der Zeit das 
Wesen der Sache treffende, zeitßemäße Anschauunßcn 
^on den Erfordernissen des Filmischen herausßebildet 
haben, deren Verwirklichunß nur zu oft von dem fatalen 
Mangel an Mitteln verhindert wird. 

Es muß aber in einer Zeit, in der das Wohl und Wehe 
einer deutschen Filmindustrie durch den Fortfall des 
Eontinßentschutzes auf dem Spiel steht, die Mobilisierung 
iiller Möglichkeiten versucht werden, die nur irgend mit- 
hclfen können, dem deutschen Film Weltmarktkonkur- 
renzfähigkeit zu sichern. Neben der Industrie ist hier vor 
allem der Staat — Reich wie Länder — aus weit- und 
kulturpolitischen Gründen verpflichtet, Opfer zu bringen, 
andererseits freilich auch jede überflüssige Vergeudung 
Von den bei uns nun einmal nur begrenzt vorhandenen 
Geldmitteln zu vermeiden. 

Was die Deutsche Filmschule bisher leistete, benötigt 
die deutsche Filmindustrie nur zum Teil. Sie benötigt die 
fachgemäße Vorbildung von Aufnahmeoperateuren und 
Vorführern. Für diese besteht wachsender Bedarf. Die 
hinotechnische Abteilung der Schule ist in der Lage, die- 
*«■0 Bedarf zu decken; es handelt sich überdies um eine 
•«chnischc Disziplin, deren Inhalte lehrbar sind und selbst 
Von den Begabtesten auch rein exakt gelernt v-erden 
müssen. 


, n g M a r t i n i. 

Die deutsche Filmindustrie würde außerdem ein stän¬ 
diges wohlvorb.?reitetes, den Anforderungen des Viel,- 
marktes genügendes Nachwtichsmatcri.al an Darstelle’-n 
und Regisseuren benötigen. Die Filmschule hat es bisher 
nicht geliefert. Andere Filmschulcn. von deren Griin- 
dunß man zum Beispiel aus den beiden andern noch für 
die Entwicklung des Films ernsthaft in Frage kommenden 
Ländern, aus Hollywood oder aus Moskau hörte, haben 
freilich lür ihre Industrien nicht mehr geleistet. F^s ergibt 
sich daraus, daß in den bisher angewandten Ausbiltiung-- 
methoden eine gewisse Unlösbarkeit der gestellten Ai I- 
ßabe zu ließ.-n 
.scheint. Alb r 
dinßs kann keine 
Schule der \XVIl 
Film-,.Stars' her 
anhilden wollen: 
denn zum Beßi i(f 
des Stars gehört 
neben einem 
glücklich veran¬ 
lagten natürlichen 
Typus oder aber 
einem phänome¬ 
nalen schauspie¬ 
lerischen Können, 
das seine \Xand- 
lungstypen bereit'- 
wieder als Natur¬ 
typen erscheinen 
lassen kann, ein 
imponderabiles 
Etwas, das Mas- 
senßunst erzeugt 
und festhalt. Star 
kann man nicht 
werden wollen. 
Star wird man 
durch die Neigung 
des Publikums. Man kann also den Star als einen Darsteller 
definieren, bei dem der Ruf und die Beliebtheit seines 
Namens (— der sich übrigens in der Tat objektiv aus der 
Zahl der Zuschriften von Seiten des Publikums mit an¬ 
nähernder Wahrscheinlichkeit errechnen läßt! —) der In¬ 
dustrie einen Sicherheitsfaktor der Besuchsfrequenz ihres 
Erzeugnisses und damit bes'immte Amortisationsaussicht 
gewährleistet. 

Also Stars kann man nicht machen, beim Fjlm noch 
weniger als auf der Bühne. Die Chancen sind vorläufig 
sogar für den unbefangenen, aus der Praxis erwachsenden 
Komparsen oder Edelkomparsen (Extra) viel größer, aU 
für den meist mit mehr W'issen als Können belasteten 
Filmschüler. Immerhin läßt sich eine günstig wirkende 
Vorbildung auch für den Filmdarstclier denken und darum 
diese auch für die Industrie wünschenswert erscheinen. 
Sie liegt jedoch nicht in der direkten Hinbildung auf ihren 
Zweck, sondern vielmehr in einem allseitigen gymnasti¬ 
schen und sportlichen Training, das eine gehobene natiir- 
lich-elegante Geschmeidigkeit, eine Lockerung und Bereit¬ 
stellung innewohnender Anlagen, nicht aber eine Be¬ 
wußtseinsbeugung aul angeeignetc Manieren verleiht. 

Die Ausbildungsgrundlage vermag also nur eine höhere 
F'achschule für Leibesübung mit ihren mannigfachen 
zweckdienlichen Einrichtungen zu geben, nicht ahei eine 
spezielle und darum gerade im Wichtigsten nu'’ mit be- 
.schränkten Mitteln arbeitende Filmschule. Die Darsteller- 




Seite 16 


Rmnnotegtapl^ 


Nummer 1087 


abteilung wäre einem solchen Institut anzugliedem, ähn¬ 
lich wie die kinotecinische Abteilung der Höheren Fach¬ 
schule für Phototechr.ik zugeordnet ist. Die so auf breiter 
Basis ruhende Ausbildung wäre lediglich dadurch zu er¬ 
gänzen, daB einmal nur zur harmonischen Ausrundung 
.‘prachlich-phonetisciie, eventuell sogar gesangliche Aus¬ 
bildung sich der äußeren Gymnastik als innere ziizugesel- 
len hätte, wie das heutzutage bereits einige Systeme er¬ 
folgreich versucht haben, um mit der Erfassung des gan¬ 
zen .Menschen die Produktivkräfte zu steigern. 

Es wäre weiterhin eine spezielle Filmschulung nach 
zwei Seiten anzustreben; Gewöhnung an den Apparat 
gleich praktischer Erfahrung — 
zunächst in natürlicher Übungs¬ 
funktion ohne darstellerische 
Aufgabe! — in Zusammenarbeit 
mit der kinotechnischen Abtei¬ 
lung und ausgedehntestes Film¬ 
schauen in- und ausländische! 

Produktion gleich einer mehr 
oder minder vom Überbewußl- 
sein her wirkenden Anregungs¬ 
erfahrung. Der Lehrer hätte 
hierbei — wir befinden uns 
immer noch in der vorprak¬ 
tischen Unterstufe — mit viel 
Takt die dabei selbstverständlich 
nicht vermeidbare analytische 
Wissenbereicherung so zu len¬ 
ken, daß sie den natürlich freien 
Ablauf darstellerischen Kräfte- 
spiels nicht hemmt, sondern be¬ 
schwingt. 

Wenn sich eine solche Anglie¬ 
derung der Darstellerabteilung an 
ein mit allen Einrichtungen mo¬ 
dern ausgestattetes Institut für 
Leibesübung in München bewerk¬ 
stelligen läßt, so bliebe von den 
beiden deutschen Filmproduk¬ 
tionsurten München auch weiter¬ 
hin cer idealere für Ausbildungs¬ 
zwecke, weil sich hier das Zu¬ 
sammenwirken mit der gut aus- 

gestatteten kinutechnischen Ab- MAE f 

teilung auch wegen der geringe- ^.O 

ren räumlichen Ausdehnung ohne 

viel Zeitverluste vollziehen kann, und weil der not¬ 
wendige Zusammenhang mit der schaffenden Industrie 
hier weniger Zersplitterung befürchten läßt. 

Es käme hinzu die Möglichkeit sofortiger Aufstellung 
einer dritten Abteilung für Filmmusiker an der Akademie 
der Tonkunst, die zum Beispiel an den dringend notwen¬ 
digen täglichen Filmvorführungen der Darstellerabteilung 
partizipieren, und innerhalb der kinotechnischen Abtei¬ 
lung in gewisse .auch für den Filmmusiker wissensnot¬ 
wendige Dinge eingeführt werden könnte. Diese Film¬ 
musik-Abteilung hätte nach zwei Seiten zu wirken. Ein¬ 
mal praktischen Kinomusikern in kurzen Kursen eine 
Möglichkeit der Vervollkommnung und Vertiefung zu 
geben, wie man sie früher ja auch den Militärmusikern 
gewährt hat. Sodann aber den musikalischen Nachwuchs 
der Kapellmeister und Komponisten für das Schaffens¬ 
gebiet des Films theoretisch und praktisch vorzuschulen. 
Für einen sehr erheblichen Teil des musikalischen Nach¬ 
wuchses kommt ohnehin nicht mehr das Opernhaus und 
der Konzertsaal, sondern das Lichtspielhaus als spätere 
Wirkungsstätte in Frage. Die Kinomusik ist außerdem 
längst einer der wichtigsten Faktoren des Musikgenusses 
der Massen und damit der musikalischen Volksbildung ge¬ 
worden. geht nicht an, sie weiterhin unbeachtet zu 



lassen, zumal sich aus ihr auch bereits Anregungen allge¬ 
meiner Natur ergaben. Allerdings müßte gerade die Mün¬ 
chener Akademie der Tonkunst nicht allzusehr auf hohem 
Roß sitzen, und sich wirklich aller Zweige neuzeitlicher 
.Musikpraxis, einschließlich der Jazz, annehmen. Sic wird 
dabei bald merken, daß cs überall Niveau gibt, und daß 
sie deshalb nicht die notwendige hohe Warte, die ein 
solches Institut einnchmen muß, aufzugeben braucht. 

Die bis'ier behandelten drei Abteilungen bezeichnete 
ich schon als die Unterstufe, die je nach Zweckmäßigkeit 
mit zwei bis vier Semestern Ausbildungsdauer anzusetzen 
ist. Danach sind sämtliche Schüler auf ein bis zwei Jahre 
unbedingt in die Praxis der Film¬ 
industrie zu werfen. Danach 
dürfte ihnen ihr Arbeitsgebiet so 
weit in Fleisch und Blut über¬ 
gegangen sein, daß sie sich ohne 
Schädigung der stets auf Inspira¬ 
tion und Intuition beruhenden 
.schöpferischen Produktionskraft 
in eigentlich akademischer und 
wissenschaftlicher Weise gründ¬ 
lich in das Wesen der Sache nach 
jeder Richtung hin einzuarbeiten 
und für die höhere Filmkarriere 
v<>rzubereitcn vermögen. Hier 
setzt auch die eigentliche Tätig¬ 
keit der Regieschülcr, angehen 
den Dramaturgen usw. ein, die 
darstellerisch, kinotechnisch unii 
bis zu gewissem Grade filmmusik- 
theoretisch vorgeschult, nunmeh' 
auch ihre Lehrzeit in den Atelier-; 
hinter sich haben. 

Die Oberstufe ist als Deutsche 
Filmakademie und Film-ho; 
schungsinstitut auszubauen, im 
Zusammenwirken sämtlicher 
Hochschulen; Universität. Tech¬ 
nische Hochschule, Hochschule 
der bildenden Künste, Akademie 
der Tonkunst, Handelshochschule 
und den Höheren Fachschulen 
für Phototechnik und Leibcs- 
RRAY Übungen. An diesen Anstalten 

1 Haiclabeaicucr" sind durch Erteilung von Lehr- 

-Parmfamtl ... .. . . „ 

auftragen die geeigneten Dozen¬ 
ten zu gewinnen. Es kommen natürlich nur Kralle 
mit jahrelanger Erfahrung und gründlichem Fachwissen m 
Frage. Da man sie kaum aus der Industriepraxis gewin¬ 
nen kann, wird man auf andere mit dem Film zusammen¬ 
hängende Kreise zurückgreifen, wie z. B. auch die Film- 
Fachjournalisten, die auf diesen Gebieten vielfach üher 
die veilseitigsten und umfassendsten Kenntnisse verfügen 
Außer der speziellen Ausbildung der Studierenden der 
Oberstufe und der allgemeinen Verbreitung des Wissens 
hätte diese Filmakademie für die Industrie notwendige 
Forschungsarbeit zu leisten auf allen Gebieten des Ästhe¬ 
tischen, einschließlich der Konjunktur von Moderichlun- 
gtn etc., wie Technischem, Wirtschaftlichem. 

Entsprechend wäre ihr organisatorischer Aufbau durch¬ 
zuführen. Neben dem Lehr- und Forschungskörper und 
den Studierenden hätte sich eine breite korrespondierende 

Mitgliedschaft anzugliedern aus der Industrie und der 
Künstlerschaft des Films. Es ist eine Aufgabe rein ver¬ 
waltungstechnischer Organisationskunst, die Verwirk¬ 
lichung dieser Vorschläge so auszugestalten, daß weder 
die Mittel des Reiches oder der Länder noch die Industrie 
in zu erheblicher Weise in Anspruch genommen zu werden 
brauchen, und daß der praktische Nutzen in seinem Er¬ 
gebnis den Aufwand an Mitteln rechtfertigt. 





4l5 fcliw*bft 


r DER 

grosse 


BEÖIE Dß-AßNOLOFANCK J 

(Pout ^raoi:) -I^nsJcSmeeboiy^- 

PHOTOQBAPHIE 1 

S,^ 

(,therf^'’'ti 

mehuii^ 


MiM,ch »tiMÜi X 

Ski Laufen 





&mit^anning6 

ßanJxlJjxy^d 


^DeilO(yjL/dp/i yieifdi 
Um f)iinim>(s 


MUa/i ijarve^ 
^ri^iUp^elm 




'U^ranc/ im O/hn^ 
'^^alymfiocfix eU 




Nummer 1087 


KintmatogtapQ 






Fabrikat: Eichberß-Film der Ufa 

Verleih: Parufamcl 

l.äoße : 2000 Meter. 6 Akte 

Uraufführunß: U. T. Kurfiir^lendamm 


ieser neue Eichberß-Film. der in dem 
bewährten Lustspielton der Firma 
von Vietor Jansun humorvidl inszeniert 
wurde, erranß mit Lilian Harsey und 
Harry Malm in den Hauptrollen vollen 
Krfolß. 

Es handelt sich in ihm um die Aben¬ 
teuer eines Geißen- 
künstlers. der sieh in 
seiner Ehe lanßweilt 
und einmal von sei¬ 
ner Gattin beurlaubt 
werden mochte, um 
als Künstler durch 
neue Erlebnisse neue 
Inspirationen zu 
empfanßen. Da es ein 
Lustspiel ist. das 
nicht nach den Pa- 
raßraphen des B.G.B. 
zu fraßen hat. so ist 
die junße Frau damit 
einverstanden und 
so wandern beide 
ßetrennt in die Fe¬ 
rien. die soßar l'r- 
laub von der Ehe be¬ 
deuten sollen. Aber 
da wir eben in einem 
Lustspiel sitzen und 
soßar in einem sol¬ 
chen. das auUeror- 
dentlich lustiß ist. so 
sind die Vorßänßc 
nicht traßiseh zu 
nehmen. Denn im 
Verlauf der unruhi- 
ßcn Handlunß. die an 
komischem Durch¬ 
einander das Men- 
schenmößlichste leistet, erßibt sich na¬ 
türlich, dali im Grunde kein Teil ohne 
.<en anderen leben kann und nur ewiß 
besorgt sein muß, das Ziel der Eheferien 
nicht zu erreichen. Denn im Gegenteil; 
es benehmen sich die beiden Gatten in 
den tollsten Situationen so brav, daß ihre 
Tugend schon beinahe unwahrscheinlich 
wirkt, zudem es gerade diese ängstliche 
Zurückhaltung ist, die sie vor die pein¬ 
lichsten Zufälle stellt. Es ist also kein 
frivoler Schwank von den Pariser Boule¬ 
vards, der hier abrollt, sondern das gute 
alle Provinzlustspiel, das im Film bewußt 
auf die breite Wirkung in der Provinz 
zugeschnitten wurde. 

In der führenden Rolle half Lilian Har- 
vey durch Jugend, Temperament und 
Schönheit über manche Plattheiten hin¬ 
weg. Diese Schauspielerin vervollkomm¬ 
net sich immer mehr und ist heute 
der beste deutsche Lustspielstar. 


Fabrikat: Paul lieidemann - Film 

Verleih: D. L. S. 

Länge: 2090 Meter, 6 Akte 

Ur.iufführung: Taucntzicnpalast 


uerst sicht man neue Blitzhildcr vom 
Tauentzien • Palast, eine nett zu- 
sammcnucstclltc Wochenschau. Dann 
freut man sich über Sonni, den kleinen 
amerikanischen Lausbuben. der das 
Weihnachtsfest dazu benutzt, allerhand 
dumme Streiche zu machen. Dann 


kommen als Zwischentakt Bilder von der 
Fabrikation der Jute, dann folgt der 
Schlager, das neue D. L. S.-Lustspiel mit 
Paul Heidemann. 

Der junße .Mediziner, der sich aus¬ 
gerechnet mit Veriüngungskünsten be¬ 
schäftigt, ist reichlich schüchtern. Das 
will sein Freund Blumberg dazu aus¬ 
nutzen, seine Freundin an ihn abzuschie¬ 
ben. Da sich die Assistentin Käthe 
Schlicht eine solche Geschichte nicht ge¬ 
fallen läßt, so endet die Sache für den 
guten Paul schließlich doch noch gut. 
Er heiratet die nette Käthe, überläßt Lo¬ 
lolt seinem Freund, während sich ein 
Box meister zu guter Letzt mit der eigenen 
Gattin zufriedenßeben muß. 

Neben Paul Heidemann, der recht lie¬ 
benswürdig und gefällig spielt, haben Ju¬ 
lius Falkenstein. Sigfried Arno. Charlotte 
Ander, Vera Schmiteröw und Ruth Wey¬ 
her Anteil am Erfolg. 


Fabrikat: Dein 

Verleih : Defina 

Länge; 2369 Meter, 6 Akt« 

Uraufführung; Marmorhauv 


cm neuen Defu - Defina - Film kann 
das erfreuliche Zeugnis ausgcstclii 
werden, daß er sich als außerordent ich 
publikumswirksam erweist. Es ist eine 
niedli«:he Geschichte, nach einem Livl- 
spiel von Abel Hcrmanl bcarbe.tel. 

Oie Erzählung von abgesetzten Pravi- 
denten und gest irr¬ 
ten Fürsten, die sich 
in Paris zusamnicn- 
finden. um vergan¬ 
genen Glanz durch 
Verschwörung und 
Gegenrevolution zu 

In diese Geschieht«- 
hinein spielt die Lie¬ 
besgeschichte der 
kleinen Prinzessin 
mit dem Präsiden¬ 
tensohn. die sich 
schließlich nach al¬ 
lerhand Komplikali««- 
nen im Luxuszug 
finden und dort 
durch ein Macht¬ 
wort der Mama ge¬ 
waltsam getraut wer¬ 
den, allerdings durch 
ein Mißverständnis, 
denn eben dieser 
Mama war die Lie¬ 
besheirat der iungen 
Prinzessin cinGreuel. 

Die Geschichte ist 
natürlich ganz im 
Stil der alten Ver- 
wicklungskomi'Jie 
gehalten. aber mit 
modernsten Mitteln 
durchgeführt und außerordentlich raffi¬ 
niert und geschmackvoll gespielt. 

Erich Schönfelder, der Regisseur, gibt 
dem Ganzen Tempo und setzt seine wirk¬ 
samen Schauspieler jedesmal richtig ein. 
Vor allen Dingen Dina Gralla kann, wie¬ 
so oft in letzter Zeit, einen Erfolg für 
sich verbuchen, in den sich mit ihr Ernst 
Verebes teilt, der hier zum erstcrnial 
einen richtigen jugendlichen Liebhaber 
resch und fesch spielt. 

Julius Falkenstein geht als vertrottel¬ 
ter Großfürst erfolgssicher und nett libvr 
die Bühne. Ida Wüst spielt eine licbcs- 
lollc. elegante Exlürstin und Adele 
Sandrock macht schließlich als Prin¬ 
zessin-Mama amüsant und routiniert in 
Sitte und Tugend. 

Die musikalirche Begleitung war erfreu¬ 
lich. so daß das Publikum wirklich seit 
langem einmal bei einem Defi.ia-Film rei¬ 
chen Beifall spendete. 



IWA WANJA. DINA GRALLA. ERNST VEREBES 
«n .Im Ls«u><<i|." Pkol.nrim 





Seite 20 


Nummer 1087 


Fabrikat: Universal 

Verleih: Ua 

Länge: 2237 Miter. 7 Akte 

Uraufführung: Gloria-^alast 


aul Leni. der sich in mer von der 
Schablone freihielt. und dessen 
Schaffen immer eine eigene Prägung 
hatte, hat sich nach scir ;m „Spuk im 
Schloff" dem Detektivstüc« zugewandt. 

Hier im ..Chinesenpapagei" handelt es 
sich um Perlen, die itie Unglück- 
bringende Eigenschaft, dia man 
diesen Juwelen nachsagt, schon 
des öfteren erwiesen haber. und 
immer wieder Verwirrung und 
Unheil stiften. 

Hinter diesen Perlen ist ein 
Verbrechertrio her. ein chinesi¬ 
scher Detektiv durchkreuzt ihre 
PUne. 

Der Roman, nach dem der Film 
geschrieben wurde, ist ein in¬ 
teressanter und aufferordentlich 
spannender Detektivroman. 

Dem Verfasser des Fi.m-.Ma- 
nuskriptes ist cs nicht gelungen, 
ein Drehbuch zu schreiben, das 
die Vorzüge des Ronans zur Gel¬ 
tung bringt. 

Uber die Dramsturg e des 
Detektivfilmes ist schon viel 
theoretisicrt worden. Die einen 
behaupten, daff Publikum müsse 
in die Irre geführt und von der 
Pointe überrascht werden; die 
anderen sagen, der Zuschauer 
müsse mit .. m Spiel" sein und 
wissen, wohin die Fahrt geht. 

Das mache ihm Freude. Nun es 
scheint doch, als ob das Publikum 
bei den Knminalstücken. bei 
denen es die Lösung nicht so 
schnell ahnt, williger mitginge. 

Der ..Chinesenpapagei". bei 
dessen Abrollen der Beschauer 
selbst die Zusammenhänge errat, 
zeigt, daff kombinatorische 
Fähigkeiten von dem Verfasser 
verlangt werden, die das Publi¬ 
kum nicht hat. 

Leni. durch das .Manuskript 
gehemmt, kann nicht so recht zu 
einer Pointe gelangen. 

Zweifellos, er bietet vieles, 
das bildmäfiig aufferordentlich interessant 
ist; aber das ist nicht imstande, den 
.Mangel des Stofflichen auszugleichen. 

Natürlich gibt es. wie immer bei Leni. 
Szenen, die reich sind an regietechnischen 
und photographischen Finessen; nur - 
das Publikum, soweit es sich an das 
Stoffliche hält, und das sind immer noch 
99 Prozent, übersieht diese Feinheiten, 
d. h., es bemerkt sie gar nicht. Das ist 
bedauerlich, aber wahr. 

Unter den Darstellerin interessiert vor 
allem der Chinese Hso-pn, dem starke 
Gestaltungskraft eignet. 

Das gut gezeichnete Verbrechertrio be¬ 
steht aus Hobart Bosworth, Albert Conti 
und Edward Kennedy. 

.Marion Nixon und Edmund Bums sind 
ein sympathisches Liebespaar. 


Fabrikat: Metro-Goldwyn-Maycr 

Verleih: Parufamet 

Länge : 2798 Meter. 11 Akte 

Uraufführung: Mozarlsaal 


ie Amerikaner sehen in den his ori- 
schen Filmen vor allen Dingen das 
dekorative Prinzip. Deshalb bevorzugen 
sie Europas farbigste Vergangenheit und 
hauen Bilder in buntem Revucstil auf. 
Der erfolgreiche Regisseur King Vidor 


arbeitete auch diesmal in dem bewährten 
Stil und schuf eines der dekorativreich¬ 
sten. bewegtesten und hinreiffendsten 
Bilder der letzten Zeit, dessen kostümliche 
Anmut von den Zuschauern mit lebhaltem 
Beifall aufgenommen wurde. Er konnte 
sich außerdem auf bewährte und beim 
deutschen Publikum inzwischen einge- 
führte Schauspieler, wie John Gilbert, 
Eleanor Boardmann und Roy d'Arcy. 
stützen, die sich seinen Anregungen voll 
hingaben. Die Handlung ist natürlich 
sehr amerikanisch gesehen, aber dem 
durchschnittlichen Weltgeschmack sehr 
geschickt angepaßt worden. 

Die Vorgänge umrahmen ein aben¬ 
teuerliches Spiel, dessen einzelne span¬ 
nende Etappen das Parkett in Atem hiel¬ 
ten und Beifall fanden. 


Fabrikat: Metro-Goldw yn-.Mayvr 

Verleih: Parufamet 

Länge: 2811 Meter, 10 Akte 

Uraufführung; Ufa-Palast am Zoo 


hinesisvhe Piraten ziehen in Anicrik.i 
immer. Und wenn .sie nun gar in 
einem so scschickt inszenierten mit den 
Effekten eines Abenteuerromans belade¬ 
nen Film erscheinen, muff die Handlung 
ihres Erfolges im Vornherein ganz ge- 
wiff sein. — Daneben wird noch 
dem neuesten amerikanischen Ehr¬ 
geiz geschmeichelt, das beste .Mili¬ 
tär der Well zu besitzen. Bei uns 
macht man dergleichen Dinge na¬ 
türlich auch, aber last nie so ge¬ 
schickt. so abgewogen in der 
menschlichen und militärischen 
Wirkung. \us der Verteilung der 
1 crschiedenen Empfindungen ist 
zu lernen, wie derartige Propa¬ 
ganda für das Filmpublikum der 
Welt schmackhaft gemacht wer¬ 
den kann. 

Denn dieser Film ist nichts an¬ 
deres. als die Erziehung eines 
Zivilisten zum Soldaten, der alle 
Etappen der militärischen Ausbil¬ 
dung zu durchlaufen hat. ehe er 
durch die Disziplin zu einem 
..wahren .Menschen" wird, wie wir 
früher sagten. In der rauhen 
Wirklichkeit geht e.s ia ein b:D- 
chen anders zu. Aber im Film, 
der ja bei allem nur unterhalten 
will, kann man es sich schon ge¬ 
fallen lassen, wenn l.iebesdii ge 
breit in den Vordergrund gerücsi 
werden und sogar da' dank¬ 
bare .Motiv von der Rivalität zwi¬ 
schen Vorgesetzten und Unterge¬ 
benen wieder auftaucht. Freilich 
haben wir es schon ein wenig 
häufig in der Filmdramalik ge¬ 
sehen und wären einmal froh, 
wenn cs durch etwas anderes er¬ 
setzt würde. Wozu cs den Dra¬ 
maturgen und noch viel mehr den 
auf br.iven Durchschnitt bedach¬ 
ten Produktionsleitern einstweilen 
an .Mut zu fehlen scheint. Un¬ 
nötig zu sagen, daff die Suppe, 
die am Brand im Osten gekocht 
wird, natürlich nicht so hciO ausgelölfelt 
werden muß. Sondern daß schließlich alles 
in Wohlgefallen aufgelöst wird. Daß sich 
dies ohne groben Zwang vollzieht, dafüi 
sorgt ein natürlicher Humor, der gleich 
eingangs die seriösen Vorgänge begleite, 
und ihnen im Verlauf der Handlung 
immer trcubleibt. 

George Hill, der bei uns noch nicht 
bekannt ist. zeigte sich als ein umsich¬ 
tiger Regisseur, der hübsche Bilder auf- 
zubaucn verstand, seine Schauspieler 
meistern wußte und vor allen Dinge" 
für ein vortreffliches Tempo sorgte- 
Seine Kasemenhofszenen waren ebenso 
bildsicher gesehen wie die Vorgänge i"’ 
exotischen Milieu. 

Von den Schauspielern seien Lon 
Chaney und Eleanor Boardman (jenannl- 





1087 





Seile 21 

E'abrikat : 

United Artist» 




Fabrikat: 

Metro-Gold wyn-May er 

Verleih: 

United Artist» 




Verleih: 

Parufaroet 

Manuskript; 

Hope Loring 




Regie. 

Christy Cabannc 

Regie : 

Sam Taylor 




Hauptiollen: 

Mae Murray, Conway Tearle. 

ll.iuptrollen: 

Mary Pickford, Charles Rogers 




Maude George, Robert Edeson 

Länge: 

2235 Meter. 7 Akte 




Länge: 

1809 Meter, 7 Akte 

Uraufführung: 

Capitol 




Uraufführung: 

U. T. Friedrichstraßc 

ol zeigt United .Artist» einen neuen 

.Mary-Pickford- 

ae 

Murray soll in Hollywood kein Engagement mehr finden 

ine etwas komplizierte Geschichte v 

on dem 

kleinen 

In 

1 der deutschen 

Provinz hat sie noch eine große An- 


Iv 




Vj 


er ihr aber i<c 
daß er bereit 
nd flichl, in dem GU 


»ich bei der Premiere im Capitol eine au»||ezeichnctc Stimmung 
bemerkbar machte und daß zu dem Spiel der Pitkford ein 
ausgezeichnetes Ensemble kommt, das von Sam Taylor als 
Spielleiter gut geführt ist. 

Es gibt noch ein paar hübsche Szenenbildcr aus dem Waren¬ 
haus. ein paar interessante Nachtaufnahmen bei strömendem 
Regen, und. wenn man will, sogar ein paar kleine Sensationen. 

Neben Mary Pickford ist in erster Linie der jugendliche 
Liebhaber Charles Rogers zu erwähnen, dann die kleinbürger¬ 
lichen Eltern (Sunshine Hart und Lccien Littlefield). schließlich 
die zweite jugendliche Liebhaberin Camiclita Geraghly und 
eine zweckentsprechende Beherrschung der Komparserie in den 
ersten Szenen. 

Bei der Uraufführung starker Beifall. 


sic den Vicomte zwar verwundet, aber nicht ermordet hat. 
Worauf sie, ohne erst vorher ins Gefängnis zu müssen, den ge¬ 
liebten FIrod heiraten kann. Im Film geschieht das alles 
weniger gewaltsam, als es sich in der knappen Inhaltswieder. 
gäbe liest, sondern mit einer bestrickenden Schnelligkeit, die 
den Zuschauer zwingt, den Vorgängen atemlos zu folgen. Mae 
Murray hat hier eine Paradcrolle, die ihr gestaltet, ihr Talent 
der mordänen Darstellung von der besten Seite zu zeigen. Sie 
ist ausgezeichnet photographiert, in der Wahl der Toiletten \ ..n 
raffinierter Gewandtheit und weiß in jeder Szene die Aufmerk¬ 
samkeit auf sich zu lenken. Der gewissen Starre ihrer Schau¬ 
spielkunst kommt die Darstellung einer kalten Kokette ge¬ 
schickt entgegen. Conway Tearle konnte sich cbenburtn; 
neben Mac Murray behaupten. 



















Seite 22 


fUnttnotogtopfy 


Nummer 1087 


Fabrikat: Sonja-Film der National 

Verleih: National-Fi'm 

Länge: 3160 Meter 9 Akte 

Uraufführung: Primus-Pala*t 


Is einstens die Ermordung eines 
schwedischen Königs durch Ankar- 
ström auf die Bühne gebracht wurde, da 
gab es erhebliche Zensurschwierigkeiten, 
und aus dem Schwedenk mig wurde ein 
..Cous'erncur s-on Boston". -- Dieses Vor¬ 
bild scheint den Ausweg 
aus den Zensurschwierigke - 
'.en gewiesen zu haben, deren 
die filmische Darstellung der 
Ermordung des Keiuig' 

Alexander von Serbien i nd 
der Draga Maschin ausge¬ 
setzt waren. 

Aus König Milan von Ser¬ 
bien wurde ein Gouverneur, 
der nach einem Attentat zu¬ 
gunsten seines Sohnes ab¬ 
dankt. woraus zu ersehen ist. 
daß die Gouvemeursposlen 
unter Umständen erblich 

Die nicht unbedin.!! nötige 
Wahl des Stoffes, die der 
Herstellerfirma solche Zen- 
surschwicrigkeiten bereitete, 
geschah offenbar aus der 
Absicht, für .Magda Sonja 
eine sogenannte ..Bomben¬ 
rolle" zu schaffen 

Friedrich Feher. der Re¬ 
gisseur. hat die Geschichte 
von der Verschwörung gegen 
den ..Gouverneur" und sei¬ 
ne Geliebte als Kolporta¬ 
geromantik aufgezogen, die 
vielleicht von immerhin star¬ 
ker Wirkung wäre, wenn 
nicht immer Hemmungen zu 
verspüren wären. Ob diese 
an der Regie oder an der 
Zensur liegen, läßt sich vom 
Zuschauer aus nicht ent¬ 
scheiden. 

Feher bringt manche star¬ 
ken Szenen, aber sein Sinn 
für Ausgewogenheit der Szenen zuein¬ 
ander scheint nicht stark entwickelt zu 
sein; das Tempo zumal ist oft sehr ver¬ 
schleppt. 

.Manche schöne Motive in AuBenauf- 
nahmen. sind dem Anschein nach zum 
Teil in dem malerischen Prag gedreht. 

Kortner gab die Charakterstudie eines 
pathologisch Belasteten, Magda Sonja, 
als Geliebte des Gouverneurs, zeigte 
neben manchen leeren Szenen echte 
Empfindung. 

Es gab eine Reihe guter Episoden¬ 
rollen, von denen Alexander Murcki. 
Werner Pittschau, Wolfgang Zilzer, Paul 
Rehkopf, Otto Walburg genannt seien. 

Das Photographische war durchweg 
guL wie es sich bei einem Könner wie 
Ha s sel m ann von selbst versteht. 

Die Aufnahme des Films war nicht 
ohne Widerspruch. 


Pleite breitet sich nicht aus 
Jonny der Mädchenjäger 
Achtung, er stinkt! 

Beba-Palast Atrium 


ie Fox-Film bringt im Beba-Palast 
drei Grotesken, um die man ein 
buntes Programm von Tänzerinnen und 
Brettlstars gewunden hat. 

Der Kilrotcil siegte haushoch. 

Alle drei Bilder sind ausgezeichnet 


und wirkungsvoll. Da ist zuerst die Ge¬ 
schichte vom Varietedircktor. der bei¬ 
nahe pleite macht, dem schlieBLch die 
engagierten Girls eigentlich gegen ihren 
Willen die Besucher scharenweis ins 
Haus bringen. Dann läuft ein Film von 
Jonny, dem Mädchenjäger, der erst von 
seinem Schwiegerpapa in spe verhaftet 
wrird, bis ihn ein unglücklicher Zufall 
zum glücklichsten Bräutigam macht. 
Schließlich sieht man noch eine ent¬ 
zückende Kinderkomödie, bei dem ein 
Stinktier die treibende Feder der Hand¬ 
lung wird. Wenn in diesem Film die 
künstlichen Löwen. Leoparden und Ur- 
welttiere durch die Stadt rasen, kennt 
die Heiterkeit keine Grenzen mehr. 

Kapellmeister Ulfig musiziert vorher 
und im Zwischenakt. Er begleitet die 
Grotesken mit netten, entsprechenden 
Weisen. 


Fabrikat: Goron-Film der Nordisk 

Verleih: Deutsch-Nord. Film-Union 

Länge : ca. 2500 Meter, 7 Akte 

Uraufführung; Emcika-Palast 


er Regisseur Cunstantin J. David, der 
von seinem ersten Film ah den Wil¬ 
len bewies, in seinen Inszenierungen 
auf Qualität und Niveau zu halten, hat 
diesen Willen auch im „Brennenden 
Schiff" dokumentiert. 

An sich ist die Handlung 
des Films nicht neu. 

Armand, der Sohn eines 
Glashutlenbesitzers, will 
nicht so recht wie der Herr 
Papa. Der Sohn bricht aus 
der umfriedeten Sicherheit 
seiner Lebensverhältnisse 
aus, er will seinem Vater 
zeigen, daß er auf eigenen 
Füßen stehen kann. Er geht 
zur Ser. läßt sich auf dem 
Segler ..Kerroek" anheurrn. 
den die Seeleute im allge¬ 
meinen meiden. aeil auf 
diesem Schiff ein ob sei¬ 
ner Bnilalität gefürchteter 
Steuermann das Regiment 
führt. Dort verliebt sich 
Armand in die anmutige 
Anni. die die Kombüse des 
Seglers betreut. Eifersuchts¬ 
szenen des Steuermanns, der 
wie die ganze Schiffsmann¬ 
schaft, in Anni verschossen 
ist. Schiffsbrand und schlie߬ 
lich glückliches Ende. Der 
Vater Glashüttenhesitzer 
sicht ein. daß Anni. und 
nicht, wie vorgesehen, eine 
verschuldete Schloßbesitze¬ 
rin. die richtige Frau für 
seinen Sohn ist. 

Das Konstruierte des 
Manuskriptes von Ruth Götz 
und Milliets wird durch die 
lebendige. immer inter¬ 
essante. dem Detail liebe¬ 
voll nachspürende Regie- 
arbeit Davids ausgeglichen: 
so sind die Schiffsszenen und das 
Volkfest in einer kleinen Hafenstadt 
ausgezeichnet herausgearbeitet. 

Sehr gut Käthe von Nagy als die lieb¬ 
reizende Schiffsköchin. 

Sic ist zwar kein bretonisches Land- 
mädehen, aber sic ist anmutig, frisch und 
natürlich; in den Liebesszcnen ist sie 
ganz reizend. 

Eric Barclay ist ein sympathischer 
Liebhaber, Arthur Duarte, der einen jun¬ 
gen Seemann spielt, ist ein außerordent¬ 
lich befähigter junger Darsteller, den man 
gern in einer größeren Aufgabe sehen 

Ein wirkungssicherer, kultivierter Dar¬ 
steller ist Andrä Nox, der den Glas- 
hüttenbesitzer eindrucksvoll gab. 

Bei der Uraufführung im Emcika- 
Palast konnten die Hauptdarsteller für 
lebhaften Beifall danken. 



FRITZ KORTNER Pkat. Sttintal 

ifi mDic Geliebte de* GottVs'rocur«* 



Nummer 1087 


Rincmotoßrapiy 


Seile 23 


, j:._^ ^ 



Das österreichische Kontingent wird 
erweitert. 

Der l'ilinhcirat hat in seiner letztei 
.''it/.unfi beschlossen, die Knn(in|ientquot< 
'■•n I zu 14 auf 1 zu 16 zu erhiihen. d; 
l’oSi iür ieden inländischen Film 
I infiihriTlaubnis für 
'«chzihn aiisländi- 
'I he Filme i<e|leben. 

Die ICrhöhunfi 
dieser Ttahl ist mit 
Rücksicht darauf 
beschlossen wor- 


Man spricht so¬ 
ll >r dasnn. daR für 
das .I.shr 1628 das 
Kontingent auf 1 
zu 20 erhöht werden 
soll. .Man will aber 
l!leichzciti(< eine 
n.ue ßestimmuri! 
«■inführen daß auf 
t «und eines Kon- 
1' (lenlscheines nur 
r"«i Kopien eines 
I ilms ein|<eführt 
"irden dürfen. 
" iltrcnd bisher die 
Zahl der Kopien 
urlwschranki war. 

^ Vt'ir vermföf^n im 
'cenblick den 
Alleren Sinn dieser 
Hesiimmuni; nicht 
•c'lzusfellcn. Wir 
summen in der 
nächsten Nummer 
darauf ein|(ehend 
«irück. 


Zweihundert 
Charakterrollen in 
einem Film. 

Der droBe Cer- 
hard - Lamprccht- 
Film vom „Alten 
rritz“ mit Otto 
Cebühr. der dem- 
"»chsl im Ufa- 
“alast am Zoo 


•'* zweihundert 
Charakterrollen 
"ithalten. Man hat 
•|> dem Film rund 
Jahr allein mit 
den Vorbereitungen 
^ tun gehabt und 
^n beinahe fünf 
''nnatc an den 
^“•nahmen gear- 
Witet. 

j^e Besetzung 
^ einzelnen Rol- 
'«"arnicht leicht. 

i"*®" 

j auch außer dem großen König, 

natürlich mit Otto Gebühr ausge- 
'C6nel besetzt ist. diese porträtähnlich 
die M ***'"• lehnte sich dabei an 

„ j^®"*el»chen Bilder an und suchte in 
•Afbeit geeignete Schauspie- 
det» Personen, die sonst nichts mit 

dsB j-'™ haben. Es ist bekannt, 

!ich»Jr'e ''^®>^“ltung der ehemals könig- 
ochlüsscr und Gärten unter volT- 


■ iandiger Verkennung der Bedeutung des 
Films überhaupt die Aufnahmegenehmi¬ 
gung an Ort und Stelle ablehnte. Die 
National ließ deshalb kurz entschlossen 
von Otto Moldenhauer beinah ganz Sans¬ 
souci und die l’runkräume des Berliner 


und Potsdamer Stadlschlosses naturgetreu 
teils draußen, teils im Atelier nachbilden. 
Für die FIchtheit der Kostüme und für 
die historische Treue bei den einzelnen 
Figuren war Herbert Knötel verantwort¬ 
lich, der Sohn des bekannten Historien- 
maleis. Am Kurbelkasten stand Kart 
Hasselmann, dessen Name Gewähr dafür 
bietet, daß auch in dieser Beziehung alles 
Mögliche erreicht wurde. 


•Man darf der Premiere dieses Films mit 
besonderem Interesse entgegensehen, da 
sie wahrscheinlich in der Geschichte des 
deutschen Films dieses Jahres ein wich¬ 
tiges, bedeuiiingss olles Flreignis darsli ll- 

Ein deutsches 
Lichtspielhaus in 
Rio de Janeiro. 


F^nde Oktober 
(and in Rio de .l.i 
neiro die Firöffnung 
des „Cinc Tcairo 

seine F!ntslehung 
der Initiative des 
Generalvertreters 
der Ufa. l.uizGren- 
lener. des Leii-rs 
der ..Urania-Film 
\erdankt. 

Dureh Umbau des 
ehemaligen Teatro 


Lyri« 


schönes 


Lichtspielhaus 
standen, das mit 
seinen nahezu 2500 
Plätzen den Ul.i- 
Palast von Rio de 
Janeiro repräsen¬ 
tiert und das lur 
die Vorführung 
deutscher Großfilme 
einen würdigen ge¬ 
schmackvollen Käh¬ 
men abgibl 

Bei der Besichti¬ 
gung machte die 
vollendet künstleri¬ 
sche Ausstattung 
und die mit 2500 
Lampen beleuchtete 
Fassade starken 
Eindruck. Großes 
Interesse fand auch 
die Vorführungs- 
kabinc. die mit 
Doppel vorführun gs. 
apparat, der mi‘ 
Ufa - Feuchtlull- 
ktihlung arbeitet, 
ausgerüstet ist und 
die Regens orrich- 
'ung und alle er¬ 
denklichen Sicher- 
heilseinrichtungen 


Zur Eriöffnungs- 
vorslellung. die ein 
gescIlKhaftliches 

der viele offizielle 
Pers<rnlichkeiten 
leilnahmen. war der 
Andrang so riesig, 
daß Polizei zur 
Aufrechterhaltur.g 
der Ordnung ange- 
fordert werden 
mußte. 

Zur Aufführung gelangte der l'fa-Film 
...Manon Lescaut" mit Lya de Putti in der 
Titelrolle: der Film fand begeisterte Auf¬ 
nahme, die Besprechungen in der ganzen 
Presse sind glänzenJ. 

Wie freudig die Eröffnung dieses Schön¬ 
nen deutschen Lichtspielhauses begrüßt 
wird, zeigt die ungeheure Besu-herzahl 
des ersten Tages; das Theater hat. - am 
Eröffnungstage über 10 000 Besucher. 



sp-echendcn Kommission des D. L. S. 
voriieführt worden sind u.id für die ein 
Gutachten eben dieser Kommission vor- 
lieüt. * 

Die Spitzcnor|(anisalion protestiert. 

.Die Spitzenorganisation der Deutschen 
Filmindustrie wiederhole den in Genf s'on 
ihren Vertretern erhobenen Protest ge¬ 
gen das Fallen des Einfuhrverbotes für 
belichtete Filme. Sie sieht unter der 
Auswirkung der in Genf trotzdem ge¬ 
faßten Beschlüsse eine schwere Gefähr- 
dt-ng, ia, die Unmöglichkeit des Fortbe- 


Die Besucher der deutschen Lichtspiel¬ 
theater setz -n sich aus allen Volksschich¬ 
ten und auch aus allen Parteien zusam¬ 
men, so daß es nicht angängig und darum 
auch nicht empfehlenswert erscheint, dal! 
sieh die deutschen Theaterbesitzer durch 
Unterstützung einer parteipolitisch ein¬ 
gestellten Wahlpropaganda nach irgend¬ 
einer Seite hin festlegen. 

* 

Frau Minister filmt. 

Natalie Rosenclli. die Gattin des rusM* 
sehen Ministers für Volksbildung Lu- 
natscharsky. wird unter der Regie Kudolf 


Neues Kino in Rochlitz. 

Die Stadtverordneten > on Rotiili-j 
stimmten dem Verkauf von 8.1111»“® 
zwecks Errichtung eines Lichtspielh.iu»e‘ 
zu. das 500 Plätze aufweisen nnd ra't 
einem Bühneneinbau versehen sein soll 
Das Haus soll zugleich den Vorlühningc” 
der Sächsischen Landesbühne dienen. 

* 

Todesfall. 

Vor einigen Tagen verstarb der Inha¬ 
ber der Schillergartcn-Lichtspielc 
Dresdcn-Bli'sewitz. Herr Robert Lindncr. 
im Alter von 57 Jahren. 


Die Stadt Cottbus, bisher nur bekannt als eine der Grenz¬ 
stationen bei Spreewaldfahrtcn, ist durch die denkwürdige 
Landung der amerikanischen Ozeanflieger in weiten Kreisen 
bekannt geworden. 

Die rührigen Stadtväter sagten sich nicht mit Unrecht, daß 
irgend etwas getan werden müsse, diese Kenntnis von Cottbus 
intensiver zu gestalten. Sie ließen deshalb zwei kleine Werbe¬ 
filme von der Emelka drehen, die sie im Esplanade Vertretern 
der Reichs- und Landesbehörden, der Presse und sonstigen 
Interessenten vorführten. 

Es handelt sich dabei um eine nette Geschichte, die vor 
hundert Jahren anfängt und in der Neuzeit endet, um die 
Streifzüge eines Engländers durch die Cottbuser Industrie, 
wobei die Tuchfabrikation, die Teppichknüpferei und schlie߬ 
lich Korn, Schokolade und Baumwolle zu ihrem Recht kommen. 

Im Saal des Esplanade trafen sich nachher prominente Per¬ 
sönlichkeiten aus den Kreisen der Verwaltung, Politik, Lite¬ 


ratur Handel. Kunst und Presse bei einem kleinen ImbiU “ ^ 
hörten vor allem die Rede des Oberbürgermeisters Dr. 1^®“! ' 
der darauf hinwies, daß Cottbus zwar eine junge, aufstreben 
unternehmungslustige Stadt sei. Hie es aber stets 
habe, ihre Interessen mit den Anforderungen anderer Nf* 


Es sprachen dann noch Vertreter der verschiedenen 
sterien, cs sprach Dr. Beyfus für die deutsche bchrfilminau» 
es kam die Presse zu Wort und man übernahm schlicBhcn 
freundlich dankend aus den Händen von hübschen^ 
derinnen Kostproben der wichtigsten Cottbuser Erzeugn 
als da sind Branntwein, Baumkuchen und Schokolade. 

Die Hauptdarstellerin des Films. Fräulein FIcmminv. . ^ 
persönlich anwesend. Man sah mit Interesse an den w 
Gemälde des Malers Alfred Janigk und hörte aus 
denen Gründen mit lebhaftem Interesse, daß *1'“ .^V* k..reil> 
des Films im Februar im Camco-Thcatcr in New York 
gesichert sei. 
















































Nummer 1087 


Rincmatograpfi 


Seile 25 




Von Ur. iur. 11 c i n r. ! 

ie Bcdculunj« der Kcklame ist jiröBer denn je. Es 
steht außer jedem Zweifel, daü eine ins Außc 
sprinjjcnde, ({eschmackvolle und treffende Reklame außer¬ 
ordentlich viel zur flebunj* des Geschäftes bciträjft. Bei 
der Fräße nach der Art der Reklame wjird der Geschäfts¬ 
mann in erster Linie daran denken, am Hause seines Ge- 
sihäftslokalcs Keklameschilder anzubrinßen. Ist er, wie 
es in den meisten Städten die Rcßel ist, nicht selbst 
Eißentiimer des Hauses, in dem sich sein Laden oder sein 
Kontor befindet, so dränßt sich unwtillkürlich die Fräße 
auf, inwieweit er bcrechtißt ist, als Mieter die Außen¬ 
wände der ßemieteten Geschäftsräume zur Reklame für 
sein Geschäft zu benutzen. 

Bei der Bcantwortunß dieser Fräße muß man von den 
allßemeinen Bestimmunßen über die Miete im burßer- 
licncn Gesetzbuch ausßchen. ..Durch den Mietvertraß 
wird der Vermieter verpflichtet, dem Miete- den Ge¬ 
brauch der vermieteten Sache wählend der Mietzeit zu 
gewähren.". So lautet der § 535 des Bürßerlichen Geselz- 
auihcs und ßiht damit nur eine unbestimmte Umgrenzung 
der soßenannten Verschaffunßspflicht des Vermieters. Die 
Ktßelunß des Umfanßcs dieser Pflicht bleibt dem abzu- 
schließendcn .Mietvertrag überlassen. Versaßt bei Zwei- 
lelsfraßen auch dieser, weil die Fräße nient mit geregelt 
Worden ist, was ja sooft der Fall ist, so ist zur Feststel¬ 
lung der Rechte und Pflichten des Veimietcrs und des 
Mieters die herrschende Verkehrssitte ausschlaggebend. 
Sellen wird nun bei Abschluß des Mietvertrages über Ge- 
*ch; ftsräume die E'raßc der Benutzung der A tßenwände 
*u Keklamezwecken einer Regelung unterworfen, so daß 
''cßelmäBiß über deren Zulässigkeit allein die Verkehrs- 
sillc zu entscheiden hat. Das Reichsgericht hat sich nun 
'u Erkenntnis der Bedeutung und Notwendigkeit der Re¬ 
klame für den Kaufmann unter Berücksichtigung der Ver¬ 
kehrssitte auf den Standpunkt gestellt, daß die Miete 
Von Geschäftsräumen beim Mangel besonderer Vertrags¬ 
bestimmungen regelmäßig auch die Außenwände betref¬ 
fenden Räume mit umfaßt. Der Mieter kann sie also zu 
f^eklamezw ecken für seinen Geschäftsbetrieb benutzen, 
mshesondere die Mieträume durch Schilder als seine Gc- 
'vbältsräume kennzeichnen. Gleichgültig ist dabei, ob die 
f^iume im Erdgeschoß oder in den oberen Stockwerken 
begen. Die Befugnis der Benutzung zu Reklamezwecken 
‘vstrcckt sich, soweit die Wände den gemieteten Räumen 
‘»tsprechen und sich zu Rcklamezwecken eignen, in den 
'•beren Stockwerken in einer Erstreckung von der L'ntcr- 
*nte der Fenster bis zur Unterkante der darüber be- 
'"dlichen Fenster. 

wie schon hervorgehoben, die Verkehrssitte aiis- 
vchlaggebend ist. gelten diese Ausführungen nicht unbe- 

bränkt für alle Geschäftsräume. Es kommt dabei noch 
»nf die Art und Lage des Hauses an. In der Großstadt 
‘*1 es anders wie in der Kleinstadt, beim Geschäftshaus 
*»ders wie beim Privathaus, das nur im Erdgeschoß einen 
■* *n enthält. Unbeschränkt ist im Zweifel dem Mieter 


die Benutzung der Außenwände zu Reklamczwecken bei 
einem Geschäftshause in der Großstadt gestattet. Allge¬ 
mein läßt sich aber weiter sagen, daß in jedem Falle der 
Mieter das Recht hat, in den gewühnlichen Grenzen des 
Verkehrs und der herkömmlichen Sitte die Hauswändc 
für sein Geschäft zur Reklame zu verwenden. Am besten 
ist cs natürlich, es wird von vornherein in den Miet¬ 
vertrag eine Bestimmung etwa des Inhaltes aufgcm»mmcn: 
..Der Mieter ist berechtigt, die Außenwände der Ge¬ 
schäftsräume zu Rcklamezwecken für sein Geschäft zu 
benutzen." Damit ist jeder Zweifel beseitigt. Daß auch 
dann der Mieter keine markischreierischc. aufreizende 
oder den Gesamteindruck der Straße verschandelnde 
Reklame machen und durch cic Reklame die guten Sitten 
nicht verletzen darf, ist selbstverständlich. 

Die Erlaubnis zur Benutzung der Außenwände gilt aber 
nur für den Mieter persönlich, nicht auch für Dritte. Nur 
fiir sein Geschäft darf er Rcklamcschilder usw. anbrin¬ 
gen. Er hat nicht das Recht, die Außenwände des Hauses 
als Rzklamctafel für andere Geschäfte zu benutzen oder 
etwa gar weiter zu vermieten. Hausfremde Reklame 
kann nur der Hauseigentümer gestatten. Das ist im Biir- 
gcrlichen Gesetzbuche im § 549 ausdrücklich gesagt: ..Der 
Mieter ist ohne die Erlaubnis des Vermieters nicht be¬ 
rechtigt, den Gebrauch de*- gemieteten Sache einem 
Dritten zu überlassen, insbesondere die Sache weiter zu 
vermieten." 

Daß der Mieter die Befugnis zur Benutzung der Außen¬ 
wände zu Reklamczwecken hat, kann unter Umständen 
besondere Bedeutung gewinnen, und zwar dann, wenn 
etwa ein anderer Mieter im Lause die fraglichen Flächen, 
die dem Geschäftsinhaber zustehen, in irgendeiner Weise 
benutzt. Der andere Mieter bringt z. B. eine Reklame an, 
die die Reklame des Inhabers beeinträchtigt. Dann hat 
der Inhaber persönlich das Recht, zur Selbsthilfe zu 
greifen oder gegen den Mieter auf Unterlassung der Be¬ 
einträchtigung seiner Reklame zu klagen, ohne daß er 
sich vorher an den Hauseigentümer zu wenden braucht. 
Der Geschäftsinhaber hat nämlich — und das ist die 
juristische Erklärung — durch die Anbringung seiner Re¬ 
klame den Besitz an der betreffenden Wand erlangt. Die 
Anbringung des Reklameschildes an dieser Wand durch 
einen anderen stellt deshalb eine Störung seines Besitzes 
dar. Gegen diese sog. verbotene Eigenmacht des anderen 
Mieters kann der Geschäftsinhaber in der oben ange¬ 
gebenen Art und Weise Vorgehen. 

Zusammenfassend ist also zu sagen, daß sich die Miete 
von Geschäftsräumen, wenn der Mietvertrag nichts Ge¬ 
genteiliges ergibt, im Zweifel auch auf die Außenwände 
der gemieteten Räume erstreckt. Damit ist der Kaufmann 
in die Lage versetzt, die im Interesse seines Geschäftes 
erforderliche Reklame an der nutzbringenderen Stelle, 
nämlich seinem Geschäfte selbst, in Erscheinung treten 
zu lassen. 





nOUCLAS FflIRBAHKS 


HER fiAUCHD 


Uraufführung 

Donnerstag, 22. Dezember 1927 

im 

CAPITOL 


Ainited\ 

\rrtistS/ 

UNITED ARTISTS FILMVERLEIH G.M.B.H. 

Berlin SW 48, Friedrichstr. 19 

Dönhoff 80te/t7. 8S90/91 / Telegrammadr.: Unitedfilm 

Filialen: Berlin / Düsseldorf Frankfurt a. M. 
Hamburg / Leipzig 





























































Sfitc 28 fUncmotoqrapf) Nuinmer 1087 

man fpritht 


Ossi Oswald« im Sensationslilm. 

1 ,'iir den zweiten Kddie-P do-Film der 
Filmprnduktion Lilw & Co. „Mi! 
Pferd und Lasso" ist (7ssi '.)swalda für 
die weibliche liaiiptrolle verpflichtet 


Uiaproiektc in Hamburif. 

1 .,''ntüc|<en den in den letzten Tatfen 
durch die Presse i<et!an|<enen Nach¬ 
richten über eine Beteili)>uni> der Ufa in 
dem Film-Bauprojekt Drehbahn Damm- 
tor-StraBe und Vallentinskamp in Han- 


Der erste Film vom deutschen Handwerk. 
I \.iv Barmer Handwerksamt unter Füh- 
*■' runß seines Vorsitzenden, Bäckerober- 
nieisters Rahmann, und Syndikus Boeker 
hat soeben in VerbinduniJ mit dem Be¬ 
rufsamt der Stadt Barmen unter üroUen 











































































Nuninitr 1087 


Kinemotograpn 


Zur Technik der Winteraufnahmen 


O hw<ihl ncucrcint<s immur mehr die künstlich errichtete 
Landschaft iin Atelier an die Stelle wirklicher 
Natur tritt (inwiefern das von Vorteil ist. sei heute nicht 
näher erilrlertl, so jiiht cs doch noch iinzähli)<e Kcj{is- 
seurc, die den hohen Reiz schiincr oder cijjcnartiijer 
echter Landschaft in ihren Filmen nicht missen möchten. 
Ziemlich am wirksamsten können Kildcr von tief winter¬ 
licher Natur werden. Eis und Schnee in ihrer reinen 
WciHc. ihrem leuchtenden Glanz und im reichen Wcch.-el 
\on Licht und Schatten sind Dinjie. die man im Film 
nicht mehr missen miichte. Allcrdinifs nur unter der 
Voraussetzuntf. dali auch eine meisterliche Technik die 
immerhin nicht so jjanz einfachen Verhältnisse zu he- 
rücksichtitfen versteht, die lieiadc hei Aufnahmen dieser 
•Art sich dem Kameramann in den Vt'ej« stellen. 

Viele .lahrc lani< hatte man cif<cntlich nur rocht mälLtfc 
Wintcrbildcr zu sehen bekommen. Der Schnee bildete 
eine öde. von keinem Schatten unterbrochene, tote weiUe 
Fläche, auf der die Personen, rintfs in den Konturen total 
überstrahlt, hart und dctaillos sich herumhev.'ef<ten. Ls 
ist das Verdienst Arnold F'ancks. hier revolutionierend 
cinjJejSriffen zu haben. F> erst war es, d-.*r -insertm 
Publikum den rechten Bci«riff von den w’indervollen 
Schönheiten des XX'inters zu >;eben vermochte. Dabei ist 
seine eiifentliche Technik höchst einfach. Sie beruht in 
der tJcwajitesten Ausnutzung des GeiJenlichts, wie sic 
lortschrittliche Amateure der Standphoto}(r:iphie s.-it 
lantJem anwandten 

Durch das GejJenlicht nämlich bekam er endlich Einzel¬ 
heiten auch in die sonst so öde Schneefläche. Die 
Schlagschatten auch der kleinsten Erhebungen fielen nicht 
mehr hinter diese, so daß sic d;.s Objektiv rieht mehr 
sehen" konnte, sondern davor oder zum mindesten doch 
seitlich davon. Dadurch aber wurde das einföimigc >X'ciß 
mgenchm für das Auge und wundervoll für die Bild¬ 
wirkung unterbrochen. Der Schnee bekam Struktur, ja, 
er bekam auch eine ganz eigene Leuchtkraft. Denn die 


zahllosen feinen Kristalle, aus denen er doch bestel l, 
leuchteten in diesem Gegenlicht derart auf. daß su- die 
von ihnen reflektierten und tausendfach noch gebroche¬ 
nen Lichtstrahlen direkt ins Objektiv lenkten. Vt'ir be¬ 
kamen endlicb sein Glitzern zu seben. das einen der beri 
liebsten Reize der Schneelandschaft ausmacht. 

So einfach nun aber diese Anweisung klingen mac 
Wintcrbilder nur mit Gegenlicht aufnehmen!, so knifflich 
wird ihre Durchführung doch in der Praxis. Zunächst 
einmal müssen wir zwei grundlegende Gesichtspunkte in 
der ßclichtung unterscheiden. W ■ rauf kommt cs un- 
denn jeweils an? Auf die Personen oder auf die Land¬ 
schaft? Oder, eigentlich mü.ssen wir uns noch korrekter 
atisdrücken: Auf die Gesichter oder auf die Bewegung’’ 
Beides nämlich kann der F: II sein und beide F’älL 
bedingen eine durchaus abweichende Behandlung. 
Zumeist wird natürlich die Bewegung wichtig sein, \i.r 
allem dort, wo es sich um mehr oder weniger sportliche 
Momente handelt. Hier aber ^ind die Gesichter wirklich 
durchaus Nebensache. Im Gegenteil: jede Bewegung 
kommt reiner zur Anschauung, wenn nicht mehr die Aui- 
mcrk:amkeit von dieser Bewegung de.s Körpers abgelenkt 
wird .iiif das hier unwichtige Gesicht. Es ist die klare 
Silhouette, die bei solchen Ai fnahmen von starker Be¬ 
wegung wahre Triumphe feicit. First sie macht die d.ir- 
zustcllende Bewegung frei von allem überflüssigen Bei¬ 
werk: erst sie zeigt das Edle oder auch Sensation.-ll.- 
in herber Klarheit. 

Neben der ästhetischen Wirkung solcher Silhoucllcn- 
■hildcr hat dieses Verfahren das Gute, die Verwendung 
kleiner Abb.endung zu gestatten. Die Licht- und 
Schattenkont-aste können gerügend betont werden, w;; 
ja gerade bei Schneelandsch. ften immens wichtig ist. 
Denn im allgemeinen besteht die Gefahr, daß bei uii 
genügender Abblendung die ungeheure Reflexw irkung der 
weißen Flächen jeden Halbschatten fast restlos über¬ 
strahlt. ja. daß sogar die eigentlichen Kernschatten -r- 



Der Wunsch 

eines jeden fortschriiÜichen Theaierbesiizers 
isf ein Bildwerfer mH optisdtem Ausgleich. 

Der 

Mledtau'jltvjektar 


erfüll! Ihnen als einziger in der ganzen Well 
diesen Wunsch. 

€rptst<£eit$-3CmciO€rk S.m.b.je. 
• Stasiait • 

Prospt-kU- und'Anprkf.tr ko^it-n/af und um-rrhintHUh. 







Seile 30 


lUntmatogcapfy 


Niiiiiiiier I0S7 


lieMiih in ihrer Wirkung verkinnmert viertlen. Damit 
aher wäre das l indsehafi ii he Mnmenl wieder verniehlel. 
AiilJerdem lafit die restlo.i Ausniit/iin<.( aller l.ieltles leer 
den Gehraueh starker t'e'lrseheihen zu, die man hei 
\X intcraufnahmen besonders iin‘4ern missen möchte. 

Dämpfen sie doch das f.ist impertinente Weiß so weil, 
daß auch noch Wolken und I laihschatten feiner Alt zu 
KcnüiJender Geltung kommen. Wer die Fanckschen 
Filme und ähnliche mit liebe betrachtet hat. wird sich 
noch der prächlitfen Kffeklc erinnern, die just die lebhaft 
bewerten, ja jjeradezu ..mitspielenden" Wolkenphäno- 
inene erzeugten. Sie ab<-r. und mit ihnen die dunkle 
ffläue winterlichen lloch|<ebir)4shimmcls. sind doch tat¬ 
sächlich nur mittels kräftiger Gelbscheiben hervor- 
zuzauhern. Wobei allerd nits zuiSeiSehen sein majJ, daß 
auch allerkleinsle Abhlendunif bei jjlcichzeititfer Ver¬ 
wendung tjul orthochromatischen Filmmaterials schon 
ähnliche F'ffekte zu erzielen vermag, wenn auch nicht in 
jenam Maße wie bei den Celbscheihcm. 

Völliji anders ließt der F'all bei den Nahaufnahmen, 
wo cs eben auf das Miencnspic! der Gesichter ankommt. 
Hier wäre die Silhouette wohl in den meisten F'ällen 
ßrundverkchrt. Hier müssen ähnliche Hedinßunßcn platz- 
ßreifen, wie bei jeder anc.eren normalen Großaufnahme. 
Hier dürfte mehr oder wenißer vorderes Scitcnlicht das 
Gcßcbenc sein. Da cs dann aber bestimmt nicht so sehr 
auf die umßcbendc f.andschaft ankommt, die ja ohnehin 
unscharf wird, so brauchen wir hier auch nicht mehr 
so extrem abzuhle-iden. Natürlich müssen wir den 
starken Unterreflex des Schnees milherücksichtißen, der 
eine oft vielleicht soßar unerwünschte Aiifhcliunß von 
untenher bewirkt. Dem k;inn man entßcßenarhcilcn durch 
Aiishrciten eines dunklen Tuches auf der Schnecflächc. 

Aber auch in anderer Art kann der Üntcrrcflcx recht 
störend auftreten. besonders dann, wenn die Schnec- 
fläche in der Nähe der Kamera von Sonne bestrahlt wird. 


Fs könnten ctann Sonnenstr.ihlen derart ins Objektiv 
hineinreflekliert werden, daß die ßin/e Aiilnahme von 
häßlichem Schleier ßrau ßem.uht wird, M.in wird de- 
halb ßerade bei Schneeaufnahmen niemals auf eine seht 
ßut wirkende Sonnenblende verzichten können. \X obei 
darauf zu achten ist. daß diese nicht nur die direkt von 
der Sonne kommenden Oberslrahlen ablänßt. somiein 
auch jene vom Schnee oder Fis zurückßeworfenen. von 
unten oder vor den Seiten. Gerade bei den meist an 
ßewandten Geßenlichtaufnahmen ließt solche Gelahr am 

Wie weit man ßerade bei ii"r Geßenlii hltei hnik ßehen 
kann, hat uns F'anck in einißen seiner schönsten Hildci 
bewiesen. F> bat da manchmal nur noch einen schmalen 
ttaiimstamm oder einen F'elszinken, der ihm das direkl 
von vorn kommende Sonnenlicht vom Objektiv abhäll. 
Solche Bilder mußten selbstredend zu ßenau vorher be¬ 
rechneter Sekunde ßemacht werden, weil ja schon weniße 
Außenblicke später diese Abdeckiinß nicht mehr ße- 
stimmt hätte. Auch hier durfte wuhl nur mit kleinster 
Blende ßcarheitet werden, schon um störende ..lleilißeii- 
scheine" um jene Abdeckunß herum ausziischalten. 
Anderenfalls hätte nämlich die Sonne ..um die Fckc 
herum", um den Stamm ßeschienen: hätte ihn beinahe 
mitten durchßeschnitten. 

Gänzlich verfehlt wären nun ßar erst Aufnahmen von 
Eis in Vorderlicht. Hier nämlich kommt alles darauf an. 
dessen Durchsichtißkeit und eißenartißen Schimmer zu 
betonen. Das aber ist eben nur durch Gcßenlicht odci 
wenißstens scharfes Scitcnlicht zu erreichen. Aber aiuli 
hier ßibt cs unliebsame Zwischenfälle. Gar zu leichl 
kann eine schräßc Schichtunß oder eine vorsprinßendi 
Kante des Eises direkte Swmnenstrahlen in das Objektiv 
lenken. Generelle Anwcisunßcn zu ßeben. vie das ver 
mieden werden kann, ist aber kaum mößlich. Hier dürfli 
im allßemeincn nur sorßfältißste Wahl des Standpunkte 


Ohne gures LicM Keine guie ProJeKiion! 

1 'as wird immer noch viel zu weniß beachtet. Oft werden 
völliß unßeeißnete Kuhlenstifte für die Lampen der 
IVojektionsapparatc benutzt, Kohlcnstifte, die in 
ihrer Zusammensetzunß den zu stellenden Anfordc- 
runßen bei weitem nicht ent.'prcchcn, deren Licht 
deshalb nicht den ßeeißneten F'arbtun hat, ja, die 
soßar oft nicht einmal ruhi^ brennen. Es ist dann 
kein Wunder, daß auch ßutc Filme, von denen man 
sich besonders viel versprach, beim Publikum keinen 
Anklanß finden. 

Verwenden Sie daher nur 

die hesien Ifohlensfifle! 

Wir stellen Kinokohle auf Grund lanßjährißer Kr- 
fahrunßcn her, prüfen sie vor dem Verlassen unserer 
Werke laufend auf ihre Güte und GIcichmäßißkeit 
und arbeiten in unseren Laboratorien ständiß an 
ihrer Vcrbcsscrunß. Unsere Krzeußnisse erfüllen 
alle Anforderunßen, die man an Kohlcnstifte stellen 
muß, auf das beste. Unter den vielen Arten, die 
wir Ihnen zur Auswahl bieten können, finden 
Sic bestimmt die für Ihre Zwecke ßeeißnetsten. 
Auskunft unverbindlich und kostenlos 



GEBRtJDBR SIEMENS & Co. 

BERLIN-LICHTENBERG 









für dir 

Kino-'Pro/cMion 
^o^Isplecrel- 
RoQGnlamf^Gn und 
HctlbtvaMt-jC€Minf3cn 


^tT€tmrri brauch. 

jtncrUannt als Spllycnlctslung In der 
1*ro/clfllons-Oplll< ! 

Sprzial-Pntsprkt und Lhtr übrr »tm»tigr Proßektittm- 
Optik kttsirnlox.' 


NEG/ 


ORIGINAL 

■für A-^elierairfnaKimert 

PANCHROMAl 

gelbgrun-u.rofempfindlich F 


TIVE 


GENERALVERTRETER: 

BOLTEN-BAECKERS 
BERLIN SW 66 

LINDENSTR-32-3A 


Emil Rus€: 0 HatOenon) 































Seite 32 


fUnemotogtoiiiy 


Nummer 1087 


Tra^siänder für Filmvorfübruiit^sappAratc 


Bekanntlich werden in Kinothrjtern sowohl Vorfüh- 
rundsapparate mit Bedienun|f von rechts, als auch solche 
mit Redienun)! v<in links benö'.i)«!. je nachdem die viel¬ 
fach heschra.ikten Kaumv erhältnisse in den Vorführunf<s- 
kabinen die eine oder andere 
AusftihrunftsCorm bediniicr. 

Vorwiefjend werden auch hei 
sogenannten Doppelpro ekto- 
ren, d. h. Vorführun)<scppa- 
raten, hei denen zwei Projek- 
tionseinrichtun)<en zu einer Ein¬ 
heit zusammen(<ehaut sird, je 
ein Rechts- ond I.inksprojcktor 
benötigt, d. h. ein Vorfühlcnifs- 
apparat, der von rechts und 
einer, der von links zu bedienen 
ist. — Es ist nun üblich, in Kino¬ 
theatern einen Ersatzprojektor 
in Bereitschaft zu halten. Wenn 
sowohl Rechts- als auch I.inks- 
projektoren in Betrieb sind. z. ß. 
insbesondere Doppelproiekto- 
ren, wäre es erforderlich, zwei 
Ersatzprojektoren verfti|<bar zu 
haben, nämlicf einen für Rechts¬ 
betrieb und einen für den Links- 
hetrieb. — Dieser Nachteil wird 
l<cmäB einer Erfindung der üni- 
versum-Film A.-G. in Berlin (D. 

R. P. 450 256) durch die Wahl 
einer sulchen Bauart des Pro¬ 
jektors beseitigt, daB bei Drehen 
des Ständers um seine senk¬ 
rechte Achse um 180 und i 
Vornahme geringfügiger MaB- 
nahmen derselbe Projektor so¬ 
wohl für Rechtsbedienung als 
auch für Linksbedienung ver¬ 
wendbar ist. 

Ein weiterer Vorteil der Er¬ 
findung besteht darin, daß für 
die Herstellung des Trägerstän¬ 
ders die .Möglichkeit gegeben 
ist. einen einheitlichen Ständer¬ 
typ zu bauen und. je nachdem 
Rechts- oder Linksprojektore.*! 
benötigt werden, diese Einheitsständer entsprechend zu 
montieren. — Oie Erfindung ist in der Zeichnung näher 
veranschaulicht. 

Abb. 1 ist die Vorderansicht des Ständers eines Vor¬ 
führungsapparates (Projektors) für Rechtsbedienung. 


Abb. 2. Dieselbe Vorderansicht bei Linksbedienung. 
Abb. 3. Draufsicht zu Abb. 1. Abb. 4. Draufsicht zu Abb. 2. 

Der mit einer FuOplattc (1) versehene Ständer (2) trägt 
mittels zweier Augen (3) die Führungen (4) für den Film- 
.slreifen. Mittels einer Muffe (8) 
ist das Objektiv (5) in der Mitte 
zwischen den Führungsrollen (4) 
gelagert. Eine durchgehende 
We'le (6) trägt an ihrem an¬ 
deren Ende den Verschluß (7). 
An einer Seitenwand des Stän¬ 
ders (2) sitzt schließlich das 
Bildfcnster (9). 

Die Abb. I und 3 lassen er¬ 
sehen. daß. in Richtung der 
Lichtstrahlen betrachtet. die 
Filmführungsr dien (4). das Ob¬ 
jektiv (5) und das Bddfenster (9) 
mit Feuerschutzklappen auf der 
rechten Seite des Fensters (2| 
liegen. Die Welle (6) ist derart 
durchgeführt (siehe Abb. 3), daß 
sie beträchtlich vor und hintei 
dem Ständer herv<»rragt. Dei 
nach vorn gerichtete Teil dci 
Welle (6) trägt den Verschluß (7) 
In dieser Lage ist die Einrich 
tung für einen Rcchtsprojektoi 
montiert. — Scdl der gleicht 
Ständer (2) für einen Linkspro 
jektor Verwendung finden, danr 
wird er um seine senkrecht' 
Achse im 180' gedreht. De 
Objektivkörper (5) wird abgc 
nommen und aus der in vollen 
Linien ersichtlichen Stellung i' 
die gestrichelt veranschaulichte 
Stellung der Abb. (3) gebrach: 
Ferner ist es erforderlich, d- 
Vcrschlußschcibe (7) auf das eni 
gegengesetzte Ende der Welle (* 
aufzusetzen, wie die Abb. 3 u ■ 
ersehen lassen.'Abb. 4 zeigt, w ■ 
nach Drehung um 180 d< : 
Pechtsprojektor in einen l.ink 
nrojektor verwandelt ist. H •' 
optische Achse der Lamp.; muß in jedem Fall mit dt i 
optischen Achse des Obiektivs in Ub‘ .'einstimmung ge¬ 
bracht werden. 

Die Führungsrollen (4) und das Bildfrnster (9) brauche i 
bei der Umwandlung nicht abgcntimmen zu werden. 



Kinematographische Apparate 



sämtlicher Fabrikate wie 

ERNEMANN 4c |CA HAHN-60ERZ 

liefert zu günstigen Bedingungen 

GRASS & WORFF W. VOLLMANN, BERLIN SW68 



Cc<rüad<l 1M7 MARKGRAFENSTRASSE 18 Tclcgr.-Adr.t Ktaopbol 












Niiiiinicr 1087 


llinemaiograpl) 





Kino. : 


Kino.:*:::"';.,::' 




KINOWERNCR. 

'..r.,Ls„.U. J,.. 

1 . k >tion H* rfmanit id .t 


KINOS 

I'hi Gcoiii iui>«.%kin.. . .35li(K'' 

Emil w-slcn 7SiN>> 

Anna Norden . IhiKHij 

Kurl Vorort Do, pcleKislen/ IStH O 
Wohnunii tau-ichlos 
Flolle Westen . . .11 iKHI 

Charles Norden Ziifallssache . . 4 500 I 
sino in Poniiiiern mil Grundstück. : 

i<estaurant urd \Xohniini< . . 4«: IHM) 

' n m B^ ran und Prosinr nocu Kinos d. r Gr. U. | 

Kinoexpreß, Berlin C 2. j 

hInoS;:: 


^ I “al‘^ **** 

FIEI*I • VERKAUF 

EINAKIER UNO SROSSFILME 

L Deutsch. Berlin W 57. Potsdamerstr. 63 

Verlt^buf 
I bezw.TailSCl\ 

. I. Kino-Voriahruii4t-Mat<bine 


Hamburg Hopfingcr 


Ksl^ppsttil^le 


I Verkaufe billiit: 


Gele^eobeils 

kaui. 


Nihlschlii i Sehn / Hanborfi-WiHdsbek 

Ttlttria» .ItMsiaKi aaSiM • Tdesk« «ladUEk itio 

lICHfREKLAME 

ELEkf IICHE LEIBBDCaSTABEN D.R.6.I>I. 

Leicht auswechselbar • Buchstaben aller 
Art im Verlen oder Kauf • Illuminations- 
Leisten, auch bewegliche. 

NEON-LEUCHTRÖHREN 
OZONAR-LUFTREINI6ER g S 

FAUST GES. M. B. H. 


Kaufe 

KINO 


FILME 


Kulturfilme 

tEjn»ktcr| ot Zcoftürkarlc u 

Lampe-Schein 


Hlappstflhic 

■ iSjahriSE ErtEhrvnS. 

■ modersE Auilahnind 

■ noch EiBEcIncr T«l< 
Otto PrOfer H Co. 

ZettE 

WaDderkiDO 

; j komplcll. I'O Mk . schu.r. 
„ Kino-Mnsrh m Din. 2S0 S\ 
so» rin konpl Pro.! SO .M 

; j Willi Seotebnscii 

' I Waren-Müriiz 

I Eicl.hoU.lr.lic 4 


Berlin. R idcnhsrcslr P.. a W VT e J n ■ WW I ' Wien 

KODSlSPlBl-PiaflO, Piano-Haus Ernst F. W. Müller 

IJM-t|^TTn\^^nr^^^ | Berlin W. Potsdamer Str. 3S> • Lutzow AbbA 


Vorhansr- 

MObei • und Dekoration»- 

Samtc.Plfisdi€ 

Manchester 



■CDKO« 


Eintritiskarien 11 E. Findciscn 

. Boch«^. Block.. RiA.. I Leipzig-W31,Zscho<herschestr. 25 


N. Kessler, Berlii 0.34. Ultiier Strebe 3. 




























Seite 34 


Kincinato0tap(^ 


1087 
















































































1ERLAG $CHBR.L 
\1. JAHRGANG ♦ NUMMER: 1066 


DEN 

DEUTSCHEN 
THEATER- . J 
BESITZER« . 

d^röhtithe 
Veifina-cht^h ! 











Die deutsche Filmindustrie 
hat seit ihrem Bestehen 
die größte Anzahl Films auf 
Ag^a gedreht. — Vor Beginn 
der Aufnahmen ist sich daher 
jeder klar, daß nur 


NE< 


NEGATIVnLM 


,SPEZIAL" 

,EXTRARAPID‘ 

.PANKINE" 


Verwendung findet. — Für 
Nachtaufriahmen bringt die Agfa 
neuerdings ihren 




-SUPERPAN 


auf den Markt. 

Man verlange Einzelheiten. 



GENERAL-VERTRIEB: 

WALTER STREHLEg^S 

BERUN SW48, WILHELMSTRASSE 106 




21. .1ahr|<ang. Nr. >088 


Berlin, den 25. Dezemhtr 1027 


WIRKLICHE 

FRÖHLICHE WEIHNACHTEN 

WERDEN SIE HABEN, WENN SIE 



DIE BERLINER PRESSE SAGT: 


Berliner T»«eb'atl. 1». 12 l«!: Am6. 
siert m.in sieh herzlich. . . . Vor jllcm 
.-her erlrcul das trclWchere (.UBn.r 
Gesicht der quciliunKcn Dina CraMa. die 
Krollende Donnerniasshine Adele SanJrocEs 
und auch Ledebours Präsiderlenkorl mit 
a-frescu-Mienen. Die RcKie Erich Schö.i- 






Die Hell am Abend. 14. 12. 1*2;: D 

Ser toildumme Fiim ist Hott Kcm.ic 
briHKi ELlK..s(>K'llc Tviien. Adele .sje 


K I hr Abcndblall. IS. 12. H27: 0 ejet 
Im ... verdankt seinen lauten E iols 
r recht suten DarsicIluiiK und den bun- 
1 Einlallen. . . . Julius Falkensicin . . . 
I einen GmSfurslen Nik ta zaubert, «ic 
•r einsamer und dämlicher nicniils über 
den Schnee RuBiands cew.-ndelt sein 
k kann, nie trntlelhalter über die Kue 
de la Pais in Paris, nie possier- 
lieber durch einen deutschen Film. 

^k Neue PrB. IKreuz.l2lt.. I*- 12.: 
^ . . voller i’ublikunis-ErfolE. 

''^k t lull. spannend, amüsant 


Dcnischc Zeitnnc. 17. 12. in27: l>.r-er 
Püni ist .ine höchst crireuhche An- 
CeleEenlieit i . . einen deutschen Lust, 
spicliilm zu Schäften, bei dem man wirk, 
bch lachen kann. . . . Und Ericb Sch -n. 
.'eldcr bewies. daB er der richlice Re. 
Kisscur iilr den lustiKcn Film ist. Er hat 
den nntiEcn Takt, das vorauszusetzende 
Gesell ck und das Hera am rechten Fleck. 
Die Zwisc lentilcl. die oii unaoEcnehme 
Unicrbrech jncen des Kildsirciiens sind. 
Insten indilichcs Gelächter aus und seien 


Berliner MiirKcnzcIlunc. IS. 12. I«27: 
Eilillit alle licJineunEcn. die man an ein 
bilmlnstspie! zu stellen hat. Er ist harm. 
los. wil/iE. unkompliziert nisd untrrhatt 
vom Anfarc dr's zum Ende. Dem lindicen 
Regisseur Schnnicldcr Kcbiihrt der Erfolg 


\ ... UND 

SELBSTVERSTÄNDLICH 


DER VERLEIH DER FILME VON QUALITÄT! 







fUncmotogropiy 


Nummer 


2 liaiteil iirtists filme 


% Erfolge? 


ICUHHlER 








/UNITED\ 

\BmSTS/ 

UNITED ARTISTS FILNUERLEIH 0. H. B. H. 

Berlin SW 48, Friedrichstr. 19 

OOnhoH SOS6/S7, 8tBO/B1 Telegrammadr.: Unitedtilm 

Filialen: Berlin / Düsseldorf / Frankfurt a. M. / Hamburg / Leipzig 











rr 1038 


Rincnatogtopiy 


Seite 3 


Unsere 
anerkannte 
Produktion l 

Oer Messterfilm der Orplid- 
Produktion 

Die Sandgräfin 


Der Jacoby-Film 

Die Hölle von Rio 

Regie; Hans Steinhoff 
Nach dem Roman von 
Norbert Jaques 

Der Orp|id-Film 

Das Mädchen aus 
Frisco 


Der gröBte Lustspielschlager 

Das K. u. K. 
Ball ettmädel 

Regie Max Neufeld 

Einbruch 


Weihnachtsfest 


Jahreswechsel 

wünschen 

den j 

i Theaterbesitzern / 

\ MESSTRO- / 

\ ORPLID / 


Beste! 


MESSTRO 

garantiert 

Erfoig! 

Ein lustige Eilm der Oiplid- 
Produ.-tion 

Die Geliebte 
Sr. Hoheit 

Nach der Operette von Jean Gilboi. 
Regie: J. u. L. Fleck 

Ledige Mütter 


WerdasScheiden 
hat erfunden 

Ein großer Spielfilm nach dem 


Das Feldgericht 
von Gorlice 

Ein groBes, starkes Charakterspie 


Yi Sie 


Fragen Sie 
Ihre Kollegen! 




messtro-film 

VERLEIH 


ORPLID-FILM 

PRODUKTION 


MESSTROLICHT 


BERLIN SW 68 

Zimmerstraße 79/80 


TELEPHON 

DÖNHOFF 2923-26 






iiMhM'' 

if™ n 


fSpHHjl 


TTI ]■ 11' 1 f nnfTflL 























RmrmntoarnDfi 


1088 



© So küßt nur eine Wienerin 

Rcsic ARTHUR BKRCEN. 


© Wenn die SthwaWen 

heintwäris zieh’n 


fDer rremdGnIeoionar) 


Die Emelka bringt zum Weihnachtsfest 


0 das ßeheimais uoa Beat 

KüiiMl. ObcrirituniS: FRANZ SEITZ. Rcük WILLY RKIBKR. 

Mil 

Chrivla Tordy Alfrtd Abel Ktic Barclay Carmen 

CarUllieti Olly Orska Ber. Bloem Luif>i Sersenli — 
Krnsl Reicher Gerü Henrich u a. m. 

Photographie : Willy Winlers'.ein. 

VrauffUOrunQz /infang Januar! 



















1(>88 


RinrmatogtapQ 



ANITA DOßßlS ■ FRED DDDECLEIN ■ LOTTE LOßßING 
HANS MlECENDORFF-HAv.SCHLETTCW ADELE SAMPßO* 
HEDWIG WANGEL ■ MATHIAS WIEMANN IDA WÜST 


TTlaftuskript: Reöije • Produfctbri 

lUDWIö BERGER K^RLORUNE MAX ölASS 


Photographie: Arpad Viragh Bauten: Hans Jacoby 


l>er QraßG ErfalQ 
im 'RGba-'Palasi „Jlirium** 






Der gro^e SüdOim- ^ Schlager 


Der köstliche Film aus dem Zille-Viertel New Yorks 
mit Mary Carr, Ruth Miller, Monte Blue, Max Davidson 
Täglich mit gleichem Erfolg in 

^mdlca' l^alasi und S c I« o u b u 


$üdfilin'A.G. im Emelha'Konzern 







21. Jahrganji. Nr. 1088 




J Bcriir 


in. 25. Dezember 1927 


DAS 

VI M.Si'FACH'BU.TT 




Von A r o s. 



enn du- \X eihnathts(«lockcn läuten, spricht man aller¬ 
orts auf der NX'elt %<>n dem Frieden, der nun aut 
n cinkehren soll. W ir vom Film können leider die.s- 
selbst wenn man libcr dies und das hinwejisehen 
weder von (riedüchen. noch von fröihlichcn Weih¬ 
ten sprechen. Im GeUenteil. cs scheint, als ob die 
'•chste Zeit fiir den deutschen Film hereinijebrochen 


menhruch stehen, 
aus dem dann ein 
paar Auserwählte 
üeläutert, »Serei- 
nn«t. jieUstiat 

stehen. 

\Xer aufmerk¬ 
sam das durih- 
liest. was m den 
letzten .lahren 
hier an dieser 
Stelle iScsvhrie- 
ben wurde, w ir J 
sii h über die F.n.- 
W'icklunif nicht 
wundern. Sie war 
v orauszuschen. 
weil der Indu¬ 
strie immer an 
den entscheiden¬ 
den Stellen der 
Mut zur entschei¬ 
denden Tat fehl¬ 
te. Wir haben 
das Kind richlij« 
in den Brunnen 
lallen lassen und 
ziehen cs her¬ 
zu spät ist. 

Es hätte kei¬ 
nen Zweck, aul 
diese Dinge noch 
zurückzukommen. 
wenn nicht bc- 
mdere Um- 
stände dazu zwin- 
gcn. die leider 
dazu angetan 
sind, die weni¬ 
gen Reste von in¬ 
dustriellen Kom¬ 
plexen chcnfalis 
zerstören. 


Wer heute die b.ibrikanten und Verleiher -in sich vor 
überziehen lädt, wird nur wenige (iruppen und Griipp 
chen finden, die wirklich Virtrauen verdienen. 

Es gibt ein paar Lciitt. die klug sind, vorsic'nüe i*"' 
Filme machen, und es sind '.-In paar Konzerne, di. 
hcwiidf im V erleih und V zrti 
Risiken auf sich nehmen, acü i 


.Augenblick n<nli 
n. daU es anders 
licht geht. V\ .1 
tigsten 


Verhall 
ntssc. Es muü so 

Regelung de- 
Marktes kommen 
Die i.eihmieten 
müssen stabilisiert 
werden. wobei 
man wahrschein¬ 
lich 


kommen 
legen das 
erkw iirdi- 
gcrwcisc immer 
noch eine Reihe 
von Theaterhe- 
sitzern sträubt 


einmal daraul 
hingewiesen, daü 
das l.icbtspiel- 
Syndikat als eine 
V'ereinigung der 
Theaterbesitzer, 
die sicherlich 
nicht im Inter¬ 
esse von Fabri¬ 
kanten und Wvr- 
leihcrn arbeitet, 
die prozentuale 
i.eihmiete zur 
Grundlage seines 
Geschäfts ge¬ 
macht hat. 

\Xir glauben 
daß allein die-- ■ 
Hinweis auf eine 
Geschäftsform, 
der sich über 
000 Theater in 
Deutschland un¬ 
terworfen haben. 




Seite 10 


fUncmotostopQ 


Nummer 1088 



schon i<entitlcn wird, die ’iX'idcrständc verstummen zu 

Denn man wird keinen trifti'ten Grund anführen können, 
der etwa der National, der Oefu oder der Ufa das ver- 
weijtcrn will, was man m eigenen Betrieb als allein 
richtig anerkannt hat. 

•Mit diesem prozentuale- Spiel wird man auch das 
Zwci-Schlatier-Systcm am e testen und besten bekämpfen. 
\X ir rationalisieren die Ein! ihr. schränken den .Markt ein. 
Alles absolut richtiile .Maßnihmen. die aber nur dann den 
wirklich ^roBcn ErloljJ haben, wenn der Verleiher-Verband 
((rundsätzlich für zwei Schlaffer das Doppelte von dem 
vcrlanijt. was er für einen Schlager in Kcchnunf< stellt. 

Dann mö)<cn die Theaterbcsitzer, die die Riesenpro- 
lirammc spielen, auch für Kiesenleihmieten sorgen. Jeder 
raajt dann vor¬ 
führen. soviel er 
will aber zu 
einem anijemes- 
senen Preise, ge- 
iJen eine Bezah- 
lunil. die dem 
Verleiher und 
dem Fabrikanten 
zu seinem Recht 
verhilft. 

>X'o unhedinöt 
noch ein t'brijjes 
jjet.m Werder 
muß. kann das 
durch das Bei- 
pro)tramm ge¬ 
schehen. Wir sind 
überzeugt. daß 
eine \X'ochcn- 
schau. ein Kul¬ 
turfilm und das 
große Bild zur 
Befriedigung des 
Publikums aus- 
reichen. 

Skirinncn in dem Uii 

Wo Bedenken ..Der * r o o 

bestehen. mag 

man noch ein Lustspiel hinzul.igen, einen kleinen Ein¬ 
oder Zweiakter, de: natürlich dann besonders zu ver¬ 
güten ist. 

Die Art, wie die Theaterbesitzer heute ihr Programm 
zusammenstellen, ist. was die I.änge angeht, einfach unver¬ 
ständlich. Sie disponieren ohne Rücksicht auf die Ge¬ 
stehungskosten ihres Lieferanten, und der Lieferant folgt 
ihnen, man möchte fast sagen, willenlos, wie gewisse 
Tiere dem Leithammel. 

Damit kam man die Reorganisation einer Industrie nicht 
weiterbringen. Es darf nicht die Frage sein, ob Herr X. 
oder Herr Y. ein Zwei-Schlager-Programm für seine 
Kundschaft bringen muß. sondern es muß zunächst ein¬ 
mal klargestellt werden, ob der Theaterbcsitzer bereit ist, 
das Zwei-Schlager-Programm auch doppelt so hoch zu 
bezahlen, wie einen einzigen Schlager. 

Diese Frage wird jetzt besonders brennend, wo die 
Einschränkung des Marktes eine Steigerung der Qualität 
bringen soll. Es darf einfach nicht mehr unterschieden 
werden zwischen guten und schlechten Bildern, sondern 
lediglich zwischen Einaktern und Mehraktern. 

Neben dieser Frage ist das Prinzip des ßlind-booking 
zunächst von untergeordneter Bedeutung. Wenn es in 
diesem Zusammenhang erwähnt wird, so geschieht das 
deshalb, um darzulegen, daß man in diesen Fällen auf 
Theaterbesitzerseite glaubt, daß sich eine grundlegende 
Änderung der Vertriebsform einfach durch Beschlüsse 
erreichen ließe. 


Eine Organisation, die nicht imstande ist, in ihren 
eigenen Reihen in wirtschaftlicher Beziehung für Ordnung 
zu sorgen, die bei der Frage des Zwci-Schlagcr-Systems 
beinah tatenlos zur Seite steht, kann vom Vcrlcihcrvcr- 
band nicht verlangen, daß er mit ihr da beraten 
-soll, wo sic Vorteile sicht, ohne daß sie auch ihrerseits 
energisch bei ihren .Mitgliedern für Abhilfe sorgt, wo der 
andere Teil stark im Hintertreffen ist. 

Uns scheint, a.s ob der Zentral verband gerade augen¬ 
blicklich nicht die Gelegenheit versäumen sollte, einmal 
energisch mit dem Rcichsverhand der deutschen Licht- 
spiclthcaterbesit'.er die Frage des Zwei-Scblagcr-Pro- 
gramms in die Hand zu nehmen. 

Die neue Kontingentregclung wird sicherlich den inner¬ 
deutschen Markt entlasten und dadurch die Grundlage 
schaffen, auf dem 
der gesunde Wie¬ 
deraufbau diirch- 
peführt werden 
kann. Die Ab¬ 
schaffung des 
Zwei - Schlager- 
Programms und 
eine Regelung 
Ics Blind-bouking 
werden mit die 
ersten positiven 
Maßnahmen sein, 
die zu treffen 

Wir haben in 
der vorigen Wo¬ 
che auseinander- 
gesclzt, daß e' 
mit dem Blind 
booking im Prin¬ 
zip genau so 
.liegt. wie mit 
'dem Zwei-Scbla- 

_ - .ger-Svstem. Es 

-Kilm der Parulanct .läßt sicb Wahr 

-hcinlich. schon 
! wegen der Dis 
Positionen für die kommende Zeit, nicht von heute au' 
morgen abschaffen. Aber cs wird sich vieles einschrän¬ 
ken lassen, und zwar nur dann, wenn beide Teile sich zu 
gesunden Gcschäftsprinzipicn bekehren. 

Es muß aber in diesem Zusammenhang wieder beton: 
werden, daß diese wirtschaftliche Maßnahme nicht aus 
reicht, solange nicht die gesunde Regelung der Lustbar 
keitssteuer hinzukommt. 

Es muß das hinzugefügt werden, weil sonst die Dar¬ 
legungen in diesem Artikel wieder von irgendeiner Seite 
zum Anlaß genommen werden, festzusteilen. daß die kata¬ 
strophale Situation des deutschen F'ilms an allem krankt, 
nur nicht an der hohen Steuer. 

Wir halten eine Änderung der Lustbarkeitsstcuer für 
selbstverständlich. Wenn gemeinsam mit dieser Erleich¬ 
terung, die uns der Reichstag verschaffen muß, eine ge¬ 
sunde Eigenwirtschaft verbunden ist, werden wir weiter¬ 
kommen. 

Diese Regelung muß bald erfolgen. Heute noch haben 
wir den Markt in unserer Hand. Was in ein oder zwei 
Jahren wird, kann niemand absehen. Wir müssen die 
Übergangszeit der Kontingentierung als eine Schonfrist 
betrachten, als die entscheidende Zeit der Reorganisation. 
Wird diese letzte Gelegenheit verpaßt, ist es mit der 
deutschen Industrie vorbei. In diesem Sinne werden die 
Weihnachtsglocken zu Sturmsignalen, die aufrufen zum 
letzten entscheidenden Kampf, zum Kampf mit uns selbst 
zum Kampf um den deutschen Film. 





Nummer 1088 


Seile 


R u h 1 a i- F 1 ! m c X p o r i 

Von Dr. A. .1 a s o n 


Tabrilc I. 

Exportländer der verbreitetsten 8 langen Spieliilme RnBland; 
Februar 192b bis Februar 1927 


ie Kniwicklunt< der Kilmpruduklion in Sowjel-Kuü- 
I ■ land bejjinnl mit den Jahren 1922 23. üie ersten 
Sowjet-Filme hallen übcrwic>{end aifitatorischen und pro- 
pa|<andisiischen Charakter, sic waren dazu technisch 
durchaus nicht auf der Höhe, so daU sie seihst im ciifenen 
Lande keinen Hrfo!|i zu verzeichnen hatten, und (tir das 
Ausland so |<.il 
wie ;<ar nicht m 
Betracht kamen. 

Allmählich wur¬ 
den die Filme 
technisch besser, 
insbesondere 
durch Beschaf- 
tunj« der neuesten 
ausländischen 
Apparate. Die 
Filmproduzenten 
sahen ein, daU sie 
andere Sujets be¬ 
nutzen mußten, 
um Frfolfic zu er¬ 
zielen und so be- 
tlannen bereits im 
Jahre 1924 23 die 
russischen F'ilme 
die Aufmerksam¬ 
keit auf sich zu 

Von einem plan¬ 
mäßigen und sy¬ 
stematischen Aus¬ 
bau des russi¬ 
schen F'ilmexports 
kann allcrdinjis 
erst seit dein 
Jahre 1926 mit 
der Bej<ründun!< 
des Sow’kino ge¬ 
sprochen werden 
fv^il. meine Aus- 
fiihrun(<en in der 
.Nummer 1060 und 
l061dies.Blattes). 

Seil 1926 be¬ 
stehen in Ru߬ 
land (ohne 
Ukraine) drei Or- 
Jtanisationen; 


Die zehn bedeutendsten hiervon sind: 
Deutschland . . 19 Filme Polen. 


Baltiku 
ün)<arn 
Österreich . 
Südamerika 


14 


Tschechoslowakei 
F'innland 
Griechenland 
Fn|i|and 


2. „Meschrabpoi! 
„Gosvoen-Kino" 


- Ruß 
Mili- 


Sowjelkino; 

internationale Arbeitshilfe. 3. 
tärkino. 

Die Produktion hat se't dieser Zeit beachtliche Fort- 
schrille sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hin¬ 
sicht {(emacht. 

Es wurden im Jahre 1926 denn auch 51 Filme her- 
aus|<ebracht, von denen 11C9 Kopien hcr)«eslellt 
Wurden; von jedem Film wurden durchschnittlich also 
20 Kopien herf<estellt. 

Gleichzeitig mit der Begründung des Sowkino im Jahre 
1926 sowie der Hebung der eigenen Produktion wurde 
eine Export-Abteilung eingerichtet. Während der Zeit 
'om 1. Februar 1926 bis 1. Februar 1927 sind 38 Filme 
von Rußland ausgeführl worden und zwar wurden sie 
»ach 34 verschiedenen Ländern vei kauft. 


Nach ihrem In¬ 
halt können die 
russischen Filme 
wie folgt einge- 
tcilt werden: So¬ 
ziale Stoffe 64 
Historisch revo¬ 
lutionäre Stoffe 
23"..; Rein histo¬ 
rische Stoffe I r , 
Klassische Lite¬ 
ratur 2'... 

Ganz besonde¬ 
res Interesse 
schenkt Sowjet- 
Rußland der Itc- 
arbeilung desF'er- 
nen und Nahen 
Ostens, so wur¬ 
den z. B. nach 
China besonders 
viel F'ilme expor¬ 
tiert und fanden 
auch eine große 
\ erbreitung. 
FIbenso wird auch 
die Türkei, Per¬ 
sien und der Bal¬ 
kan sehr gut be¬ 
arbeitet. 

Die acht ver¬ 
breitetsten Filme, 
welche auch nach 
Deutschland ver¬ 
kauft waren, sind 
in 33 verschiede¬ 
nen Ländern ge¬ 
laufen. 

Es ist Sowjet- 
Rußland gelun¬ 
gen. in dieser 
kurzen Zeit sich 
ein überaus um¬ 
fangreiches Absatzgebiet im Auslande zu sichern, wie 
aus vorstehender Tabelle über die acht verbreitetsten 
Filme ersichtlich ist. Auf dem europäischen Kontinent 
sind von insgesamt 35 Staaten 21, d. s. 60 '.., und zwar 
überaus ertragreich bezüglich der acht in Rede stehen¬ 
den Filme bearbeitet. Nordamerika scheidet in diesem 
Falle völlig aus. Südamerika aber ist ausschließlich der 
Außenbesitzungen zu lOO','» bearbeitet, d. ii. von zehn 
Staaten in Südamerika sind zehn ganz ausgezeichnet von 
Sowjet-Rußland bezüglich der acht F'ilme bearbeitet 
worden. .Asien kommt für diese Filme weniger in Be¬ 
tracht. 

Außerordentlich aufschlußreich ist auch die Beobach¬ 
tung. wie die Verteilung der acht Filme im Hinblick auf 
die einzelnen Staaten erfolgte. „Der Postmeister", „Die 
Bärenhochzeit" und ..Potemkin" erfreuten sich auf dem 
europäischen Kontinent einer außerordentlichen Ver- 













Seite 12 


Nummer 1088 


hreitunt<; in Südamerika da^ej^cn nur die beiden ersleren. 
während ..Putemkin" dort von den acht Filmen am 
weni)<sten verbreitet werden konnte. 

I^aileßen haben ..Aelita' und ..De'" Sohn der Berjie" 
sowie insbesondere die s.ark a)<itatoriseh einjfestellten 
Filme ..Der schwarze Sonnta|<", „Die Bucht des Todes" 
und „Streik" eine überaus !<ünsti)te \'erbreitun|< in Süd¬ 
amerika )(efunden. W3$ in Finsicht auf den europäischen 
Kontinent nicht der Fall i.it. ..Streik" wurde von den 
europäischen Staaten nur in Deutschland und Österreich 

heraus|<ebracht: 

..Die Bucht des — -- - 

Todes" ist in I T.bc 

Deutschland ver- Russisch* Filme in De 

boten wurden und losch Zen»! 

erscheint nur in - 

Österreich sowie Spiclhlmc 

der Schweiz (vgl. K.Knd.r|shr *“ 

Tabelle Nr. 1). 2shl Meter 

Die vorliegenden- 

acht Filme wurden 
insgesamt nach 33 

verschiedenen hä ;o i? im 

Staaten verkauft i«!? it i«i isi 

und zwar hat die .Moujui 

grüBte Verbreitung 

gefunden: ..Der Tabd 

Postmeister", der Russische lange Spicliilme i 

nach 28 verschie-_ 

denen Staaten ver- | | . 

kauft wurde; das | "^"1 irmä"' 

entspricht im Hin- —'- ' - 

blick auf die 33 

bearbeiteten Staa- i ... k»- 

ten 85"». Hierzu * >•'<• iinr<-iih<>riii<-it M<-i-iir.ihpi>ni-Ku- 

muß bemerkt wer- ^ UiMa. ■l•■lll t-uli.-1:.. i..- iir.-ihponi iiu. 

den, daß dieser 4 Kmo 

Film zu den bis * is-r \i. ..■iir.iii|M.ii,-Ku. 

jetzt verschwin- J ^1“" 

dend wenigen ge- i h i>!!'r'-.-ii«.rr«<- s.>iiiii.h 5 «;<>»■ Km. 

hört, welche ihren 1927 

Stoff der klassi- • . . 

sehen Literatur ver- 2 ün.i's.V:. ' ' s..'».Ki'no 

dankt (Novelle von i /.«.Mh. ... 

A. Puschkin) und l«.•.l. •I.t Srlir.-.-hli.-l..- S.m-Kin.> 

nicht lediglich zu * 

politisch-propagan- 6 i>„ Mi.iht ... K.i- 

distischen Zwecken ’’ s..«> -Kino 

hergestclit wurde. * [l]"' 

Nach dem Maß lu i..,. T.Hi.-.i.arkc Soh-Kii.» 

ihrer Verbreitung 

ergibt sich für die ■ i . 

restlichen sieben 

Filme folgendes Bild: ..Die Bärenhuchzeit" ist nach 23 
Staaten oder 76".. der 33 bearbeiteten. „Potemkin" nach 
22 Staaten oder 67".., „Aelita" nach 20 Staaten oder 61”<>, 
..Der Sohn der Berge" nach 19 Staaten i>der 58"», „Der 
schwarze Sonntag" nach 17 Staaten oder 32"», und die 
beiden letzten „Die Bucht des Todes" und „Streik" je 
nach 12 Staaten oder 36"» verkauft worden. 

Eine derartige Zusammenstellung liefert für den Film¬ 
fachmann außerordentlich aufschlußreiches Material, aus 
welchem weitgehendste Schlußfolgerungen bezüglich der 
vom Export bearbeiteten Länder als auch der exportier¬ 
ten Filme gezogen werden können. 

In Deutschland sind von den erwähnten acht Filmen 
sieben gelaufen: „Die Bucht des Todes" ist. wie bereits 
erwähnt, verboten worden. Alle acht Filme sind in drei 
Ländern gelaufen: Österreich. Argentinien und Uruguay, 
sieben davon sind in acht verschiedenen Ländern gelaufen, 
und zwar kommt in Wegfall auf dem europäischen Kon¬ 


tinent (Deutschland) „Die Bucht des Todes" und in Süd¬ 
amerika Potemkin: sechs Filme wurden nach vier ver¬ 
schiedenen Ländern Europas verkauft, d. s. Estland. Lett¬ 
land. Litauen (Baltikum) und Polen: in Verbindung hier¬ 
mit ist es interessant, zu beobachten, daß für diese Länder 
die stark politisch-propagandistischen russischen Filme in 
Wegfall kamen. 

Die Verbreitung russischer Spielfilme in Deutschland 
ist seit 1923 aus der Tabelle 2 zu ersehen (nach Zensur- 
ergehnissen). — Die Anteilnahme russischer F'ilme am 
deutschen .Absatz- 

- - —- — — - markt nach der 

i,. n. Tabelle 2 ist ein 

tschland 1923 bis 1927 Spiegelbild der 

r«ibni»ro| Entwicklung der 

- F'ilmindustrie in 

d«v..n SpicKiim. I Rußland. Während 

nr.nitc Kur,, der Jahre 1923 

Zahl M.U-r Zahl .M»u-r ^ 1924. als von 

— . .. j der sehr schwa- 

I chen russischen 
_ Filmindustrie in 

6 H I6C78 2 1 236 ' Hauptsache 

6 10 issss I 2«: I politische Propa- 

I gandafilmc gedreht 

wurden, welche 

llc III. mehr für den cige- 

in Deutschland 1926 bis 1927 Markt be- 

_ . stimmt waren. 

kann kaum von 

v.Tlrilirr I rni.'if.ihroi e einem Auslandsge- 

-- schüft gesprocher. 

*26 werden. 

|.|..>.| K...» Kii... \i. /.un...ai lo Juni Er.7t mit der Be 

i.l••^•^Kln■• Film < apiiui Juli gründu.ng des„So'. 

i.i..,.i.Kin..F.in, ' ' kinos" 1926 be 

l•r•>ln•■ll>•■u^ ... .Mai | ginnt dei russisch 

U..>.t-Kin.> Film Tain-nizi.-n. ■‘ul. F. l.r. | Film im Auslan i 

i;;;™;''. LnMria'^'iV.1";'"' 1 «f- 

. ... s,.|,„„i,urit lä. N,.,. ' winnen, und ZV- 

» Monate) | sind auf dem den 

rrru.nuiin I ... . I irhi<pi,-i,. schen Absatzipark' 

sii.i Film li. Kmi.ih«-rai. okiMii -r im Jahre 1926 zeh:’ 

l•rl>l>lrlllal■s ■??? und im Jahre 1927 

|■a|..l.,l F,.i>ruar pif russische Filme 

•■/ari*aa erschienen. — D i- 

llir«li.-l-s..rar l•ll.M•llu».|•a^..-, Febr. von sind im Jahre 

Ih-ut^rh-Xur.l. F. F. Kmrlka-I‘al. N. pirmb \92b acht und ij» 

" K.m'ikaXl. M Jui.i ‘^^7 (neun 

I‘ruiiii-Ilifua IC. o«walil U. April Monate) zehn lange 

Spielfilme gewesen. 

■ . ■ . wie aus Tabelle 3 

hervorgeht. 

Gos-Kino ist seit 1926 mit seinem ganzen Bestand .'f* 
Sow-Kino übergegangen, so daß als Produktionsfirmen für 
die vorgenannten Filme nur Sow-Kino und Meschrabpoui- 
Ruß in Frage kommen. 

Bezüglich der deutschen Verleiher von russischen 
Filmen (1926 bis Oktober 1927) kommen neun Firmen iü 
Frage, und zwar steht in dieser Beziehung an erster Stelle 
Prometheus, welche fünf russische Filme verliehen hat. cs 
folgen Lloyd-Kino mit vier Filmen, an dritter Stelle steht 
Treumann-Larsen mit drei, und sechs Firmen. Dacap>’. 
Deutsch-Nordische Film-Union, Hirschel-Sofar, L«'‘‘w 
& Co., Süd-Film und Ufa, mit je einem Film. 

Es ist ganz erstaunlich, was- Sowjet-Rußland inncrh.ilh 
von zwei Jahren bezüglich seines Filmexportes geschaffen 
hat: im Jahre 1924 stand es unter den 17 Filmländcrn. 
welche den deutschen Markt belieferten, an letzter Stelle: 
im Jahre 1927 steht es unter elf Filmländcrn an vierter 
Stelle. 







Xiimmir I()88 


fUnemotograp4 


Siiti IJ 


Von l)r. S e e j» e r , Leiter dei Filmoberpriifstclle, Oberrcjiierunjisral im RcicI.sministcrium des Irnern. 
III. Die Wiedervorlaile zuffelassener Bildstreifen. 



n Literatur und Rechtsprechung ist der Grundsatz an¬ 
erkannt worden, dali die Lntscheidungen der Filmprüf¬ 
stellen nach Mallgahe des Lichtspiclgesetzcs im Gegen- 
sal/ zu den Kntscheidungen der Zivil- und Strafgerichte 
einer materiellen Rechtskraft nicht fähig (liellwig in 
.für Wochenschr. 1923 S. 431) und sonach auch nicht un¬ 
wandelbar sind. Das folgt aus tj 7. wunach der \on einer 
l'riifstelle abgelehntc Bildstreifen dieser zur nochmali'ijen 
Prüfung und Entscheidung 
wieder vorgelcgt werden 
darf. Hs ist das eine Folge 
der Rechtsnatur der Zu¬ 
lassung als einer polizci- 
mäUigen Erlaubnis zur 
Vorführung des zugelas- 
senen Bildstreifens (Gor- 
res, Komment. Anm. 1 zu 
S 1 und zu § 7). Gleich¬ 
wohl hat die Ohcrprtif- 
stelle in ihrer Entschei¬ 
dung vom 21 August 1926 
- Nr. 839 ' - eine gewisse 
Rechtskraft wenigstens 
insoweit als bestehend an¬ 
erkannt. als sic cs für un¬ 
statthaft erklärt hat. dali 
eine Prüfkammer die von 
einer anderen Kammer 
ausgesprochene Zulassung 
eines Bildstreifens ihrer¬ 
seits aufhebt und den 
Bildstreifen im Gegensatz 
zu jener gänzlich verbie¬ 
tet. Es ist z, B. vorge¬ 
kommen, dali eine Prüf¬ 
kammer einen bereits für 
Erwachsene zugclassencn 
Bildstreifen, der ihr mit 
dem Antrag auf Zulassung 
für Jugendliche gemäß § 7 
erneut vorgelcgt worden 
war. nun gar für Erwach- CA.MILLa Horn u. 

sene verboten hat. Dieses m dem D.L.S.-Kilm .De 

Verfahren ist von der 

Obcrprülstellc für unzulässig erklärt und insoweit eine 
Art Rechtskraft der Prüfentscheidungcn anerkannt 
Worden. 

Daß § 7 sich auch auf die Wicdervi.rlage zugelassencr 
Bildstreifen bezieht, steht außer Zweifel und wird in 
diesem Sinn ständig so gehandhabt. Über die Folgen 
dieser Bestimmung und über das Verhältnis, in dem die 
auf Grund von § 7 ergangenen mehrfachen hntschei- 
dtingen stehen, darüber besteht in der Industrie erheb¬ 
liche Unklarheit. Das zeigt folgender praktische F'all, 
der unlängst die Oberprüfstelle beschäftigt und zu einer 
grundlegenden Entscheidung über die Folgen wieder¬ 
holter Vorlegung zugelassener Bildstreifen durch die 
Oberprüfstelle geführt hat, deren allgemeine Kenntnis 
erforderlich ist, um vor Überraschungen und Ent¬ 
täuschungen im Prüfverfahren bewahrt zu bleiben. 

Der Bildstreifen ..Man ohne Kopf ist von der F'ilm- 
prüfstellc Berlin unter dem 21. Oktober 1927 mit Aus¬ 
schnitten zugelassen und am 27. Oktober von derselben 
Prüfkammer verboten worden, nachdem der Artrag¬ 
steller die am 21. Oktober 1927 verbotenen Teile in den 


Bildstreifen wieder cingcklebt und ihn alsdann .ml 
Grund von § 7 wieder vorgelcgt hatte. Gegen das \ er¬ 
bot vom 27. Okt«ibcr 1927 hatte der Antragsteller Be¬ 
schwerde eingelegt. Während die Akten sich hei der 
Filmoberprüfstellc befanden, beantragte der Antrag¬ 
steller mit Rücksicht auf die bevorstehende Firstaul¬ 
führung auf Grund der zulassenden Entscheidung vom 
21. Oktober 1927 die Ausstellung von Zulassungskarten 
Diese ist ihm auf Anord¬ 
nung der Oberprüfstelle 
unter Hinweis auf das 
spätere V^?rhot vom 27. 
Oktober verweigert wor¬ 
den. so daß die Firma, 
wenn die Oberpriifstclle 
nicht umgehend cntsehic- 
d< n, das spätere Verbot 
aufgehoben und damit die 
frühere Zulassung bestä¬ 
tigt hätte, an der Mög¬ 
lichkeit. den Bildstreifen 
zum anberaumten Termin 
zu spielen, gehindert wäre 
und erheblichen Schaden 
erlitten hätte. 

Die durch Anwendung 
tlcs § 7 gegebene Rechts¬ 
lage ist nämlich folgende; 
Der Antragsteller hat da¬ 
durch. daß er von der 
ihm durch die zulassende 
Entscheidung der Prüf¬ 
stelle vom 21. Oktober 
verliehenen Vorführiings- 
erlaubnis keinen Gebrauch 
gemacht, sondern den zu¬ 
gclassencn Bildstreifen er¬ 
neut zum Gegenstand 
eines Prüfverfahrens ge¬ 
macht hat, die ihm cr- 

--- teilte Vorführungserlaub- 

1.01 Tt NEU.MANN nis SO lange verwirkt, als 

r iri.hiicbs wciabri< ' nicht in dcr.i neuen von 

ihm anhängig gemachten 
V«’rfahrcn gleichfalls eine Zulassung ausgesprochen wurde. 
Oder anders ausgedrückt: er hat. solange der zugclasscne 
Bildstreifen in einem neuen Verfahren befangen ist, das. 
wie es in obigem Beispiel der Fall gewesen ist, mit einem 
Verbot des vordem zugclassencn Bildstreifens geendet hat. 
nicht mehr das Recht, sich gegenüber der späteren Ent¬ 
scheidung vom 27. Oktober auf die ihm günstige vom 
27. Oktober auf die ihm günstige vom 21. Oktober zu 
berufen. 

Wird ein zugelassener Bildstreifen nochmals vorgelcgt, 
so begibt sich der Antragsteller mit der Stellung des 
neuen Antrags der ihm durch die Zulassung verliehenen 
Vorführungshefugnis und verwirkt damit zugleich den 
Anspruch auf Erteilung einer Zulassungskarte gemäß 
§ 14 des Lichtspiclgesetzcs. Indem er den Bildstreifen 
nochmals zum Gegenstand eines Prüfverfahrens macht, 
geht der Antragsteller ein neues Zensurrisiko ein und 
muß damit rechnen, daß das neue Prüfverfahren einen 
für ihn ungünstigen Ausgang nimmt, und diese Folgen 
als bindend hinnchmen. Könnte doch sonst da.' Ergebnis 
der Nachprüfung, in letzter Folge sogar eine im Rechts- 


Seite 14 


Kfncmatogt^iy 


Nummer 1088 



prüften Bildstrcifci 
handelt, der sich a 


n Südbayern und jedenfalls w<ihl auch 
len Deutschlands zeigen Vereine der 
Art, auch Gewerkschaften und Schulen, 

Interesse für den Film, aber nicht, inde 
(•iieder den \urhandcncn Kinos zuführen oder in deren 
Räumen Sondcrverai.staHunjien nach ihren Bedürfnissen 
arranjjieren, sondern indem sie in verschiedensten Sälen 
zum Teil durch öffentlici an^ek'indigten Kartenverkauf 
direkt in Konkurrenz zu den Lichtspieltheatern treten. 
Die Pro),frammc setzen sich zwar der hiauptsache nach 
aus Kulturfilmen zusammen, jedoch werden ihnen auch 
reine L'nterhaltun^sfilme. wie z. B. Pat und Patachon, 
cin|^cfü|<t. Der Brauch hat sich bereits soweit einj^ebür- 
gert, daß für die Kinos selbst bei den V'erleihfirmen, ja 
sogar beim Verleih des eigenen Konzerns Kulturfilme für 
Sonntagsmatineen oft nicht erhältilch sind, weil sie an 
Vereine verliehen sind. 

.Mit diesem MiBstande beschäftigte sich der Verein 
bayerischer Lichtspieltheaterbesitzer in seiner letzten 
Sitzung. Man beschloß, zunächst Erhebungen darüber 
anzustellcn, inwieweit bei solch“n Schul- oder Vereins¬ 
vorführungen die Sicherheitsbesiimmungen eingehalten 
werden, ob die Vorführungen in Sälen immer nur mit der 
lassenen Maschine Ernemann Kinohox 
rden. und i h die oft als Vorführer die- 
irstände und Lehrer od“r Geistlichen 
les vorgeschriehenen Voriührungszcug- 


an die Spitzenorganisation und an 
hcrangetrelcn werden, um Abhilfe 

Anschließend beschäftigte sich 
den in Bayern und .München gc 
stimniiingen über .lugcndvorstelli 
die entsprechenden Bestimmiinger 

holen und mit entsprechend abgefaßten .4ndcrungsv< 
Schlägen an die maligebenJen Stellen heranzetreten. 

Aus der übrigen Tagesordnung sei noch hervorgehobe 
daß in Behinderung des Herrn Sensburg nunmehr d 
2. Vorsitzende, Herr .lohann Stingl, den geschäitsführe 
den Vorsitz bis zur nächsten Ger 
nominell hat. Der vom Verein gegen den Schiedsspruel 
in Sachen der .Musikertarife beim Landesschlichter er 
hobene Einspruch hatte Erfolg, so daß nunmehr übe 
den gekündigten Mantel- und Lohntarif neu verhandel 
werden muß. — .Mit Befriedigung nahm man davoi 
Kenntnis, daß in einer Sitzung der I.andesaufsichtshehördi 
iibcr zu weitgehende Forderungen der Filmgewerkschaft 
die als Ersatz für die n itwendige Sonntagsarbeit zwe 
freie Tage pro Woche und '* Stunde Pause nach jeden 
Programmablauf verlangt»*n, zur Tagesordnung über 
gegangen wurde. 


miltelverfahren ergangene Entscheidung der Überprüf¬ 
stelle, einfach dadurch außer Geltung gesetzt werden, 
daß der Antragsteller nunmehr auf die erste ziilassendc 
Plntscheidung zurückgreifi und ungeachtet des späteren 
V^erhots den verbotenen Bi dstrcifen vorführt. Das wider¬ 
spricht nicht nur dem Sinr und Zweck des § 7, der für 
eine Anwendung die Identität des erstmalig- und des wie- 
dervorgelegten Bildstreifers zur Voraussetzung hat, son¬ 
dern es folgt auch aus der Vorschrift des § 18 a. a. U., 
der die Vorführung verbotener Bildstreifen unter Strafe 
stellt. .,Ein geordnetes Filmprüfverfahren wäre nicht mehr 
denkbar, wenn es dem Belieben des Antragstellers über¬ 
lassen bliebe, von mehreren widersprechenden Zensui- 
entscheidungen sich die jeweils günstigere herauszu¬ 
suchen und unter Nichtachtung der ihm ungünstigen 
(Verbote) von ihr Gebraich zu machen“ (Entscheidung 
der Oberprüfslelle vom 9. November 1927 — Nr. 1001 — |. 


.Man prüfe deshalb, ehe man einen bereits zugelas.se- 
nen Bildstreifen nochmals zur Zensur vorlegt, ob Zeit 
und Umstände es gestatten, bis zum Ablauf des neuen 
Verfahrens, das gegebenenfalls erst in zweiter Instanz 
von der Oberprüfstellc seinen Abschluß findet, von der 
Zulassung keinen Gebrauch zu machen. 

Nicht getroffev werden, das hat die Oberprüfstelic in 
ihrer Entscheidi ng vom 9. November 1927 ausdrücklich 













Nummer 1088 


Rinetnotogtopi) 


Seite 13 


B. C. P. - K o r r e s p o n d e n l e n. 



eil der Kinfühnm^ des Filmkontin^ents ist eine Inler- 

essennahmc des breiten Publikums und insbesondere 
der Finanzkreise an allen Filmuntemehmun^en zu bemer¬ 
ken, die selbst die erbittertsten Gegner des Kontingentie- 
rungsgesetzes versöb.nen müssen. Zunächst zeigte sich von 
dieser Anteilnahme des Publikums nur wenig, und wie wir 
seinerzeit herichtelen. w ir die Aktienauflage \on GaumonI 
British Pictures Ltd. (zweieinhalb .Millionen Pfund Ster¬ 
ling) ein ausgesprochener .MiUcrfelg. H!s war damal.> deut¬ 
lich. daß das Publikum der Produktionsfähigkeit der enK- 
lischen Ateliers 
nicht so recht 
traute, und cs be¬ 
durfte erst einiger 
bircignissc der 
letzten Zeit, um 
dieses Vertrauen 

Fs ist jedem 
Finsichligen klar, 
daß die In¬ 
dustrie nicht über 
Nacht groß und 
erstklassig wer¬ 
den kann. .Merk¬ 
würdigerweise 
waren cs daher 
nicht die in letz¬ 
ter Zeit herge 
stellten britischen 
Filme, die mit ein 
bis zwei Ausnah¬ 
men noch auf 
recht niedriger 

Stufe standen, 

sondern gerade 
die ungeheuren 
Ausgaben und XKNIA DE.SNI und 

Anstrengungen. in dm Cmmitiancc-Fiin 

die seitens der 

britischen Iferstellergesellschaften gemacht werden, die das 
Publikum bekehrten. Der Engländer sagt sich, daß etwas 
dahinter sein muß. wenn die Companien Honoiarc wie 
16 500 Pfund St. jährlich an Mitchcock 16 000 Pfund St. 
lährlich an Graham Cutis zahlen, wenn sie zu Phantasie- 
Honoraren deutsche Regisseure nach F'ngland kommen 

lassen, wenn sie Filmsujels. wie Feuchlwangers ...lud 

Süss", um 8000 Pfund St. erwerben (eine deutsche Pro¬ 
duktionsfirma bereitet eben denselben Stoff nach der 
gleichnamigen Novelle von Wilhelm Hauff vor. Die Red.) 
und fferm Feuchlwanger selbst zur Überwachung der Her¬ 
stellung nach Manchester berufen, wenn des weiteren erste 
Schauspielerinnen der tragischen Bühne, wie Tallulah 
Bankhead und Evelyn Laye. zu wöchentlichen Honoraren 
von tausend und fünfhundert Pfund St. zum englischen 
Film übergehen. Das Publikum schließt richtig, daß unter 
solchen Bedingungen der hauptsächlichste und wichtigste 
Anreiz Hollywoods verschwindet, daß nicht nur mit vielen 
••Heimkehrern" zu rechnen ist — auch wenn Charlie 
Chaplin nicht heimkehrt —. und daß in der kulturell so 
viel gün'*igeren Atmosphäre Eiuropas, bei finanziell glei¬ 
chen Möglichkeiten, mindest so Gutes geschaffen werden 
Ivann, wie in Kalifornien. 

So ist cs gekommen, daß von den Bankkonti der Großen 
Und von den Sparpfennigen der Kleinen Kapital in die eng¬ 
lische Filmindustrie im vollsten Sinne des Wortes zu strö¬ 


men begonnen hat. Nicht nur notier, n heule die Gau- 
mont-British-Aktien. die seinerzeit nicht aufgenomnien 

wurden, das Doppelte des Ausgabepreises, sondern noch 
weitere Millionen wurden in neue E'ilmgesellschaften in¬ 
vestiert. Dem Wembley Film Syndicat (Aktienkapital 

600 000 Pfund St.), das Optionen auf Werke von Arnold 
Benett, Sir Hai Caine, Conan Doyle und Galsworlhy hat. 
folgte die Gründung von folgenden Companien: Die Bri¬ 
tish International Pictures. denen die besten Ateliers in 
Europa zur Verfügung stehen sollen: die British Instructio- 
nal & Pro Palr a 
Company. die 

schon ..Shootin.g 
Stars" mit An¬ 
thony Asquith 
herausgehracht 
hat; die Whitchal! 


deren Elslri 
Ateliers wir de-, 
öfteren berichte¬ 
ten; und di.1 fun¬ 
kelnagelneuen 
British Controlied 
F’ilms Ltd. 
(Aktienkapital 
von 500000). Bri¬ 
tish Lion Ltd. 

I Aktienkapital 
v.m 210000 Pfund 
Sterling), die un¬ 
ter der Präsident¬ 
schaft von Edgar 
Wallace steht 
und der auch 
Sydney Olcolt. 
der Regisseur von 
„Monsieur Bcau- 
caire" angehörl. 
und schließlich 

die Imperial Pictures Corporation. in die mittels 
Fusion auch die Neo-Art Ltd. und die Alliance Studios 
aufgegangen sind. Eine andere Gesellschaft, die noch 
unter die neugegründeten zu zählen wäre, ist die 
British Filmcrafl Ltd., die Ateliers in Waldhamslows er¬ 
richtet hat. Es ist nur zu hoffen, daß der Goldrausch, der 
j«;lzt zum Gründungsficber führt, nicht von einer allzu¬ 
starken Enttäuschung gefolgt sein wird. Denn daß eine 
Enttäuschung kommen muß, ist klar. Kein Geschäft ist 
so schwer, wie gerade das Filmgeschäft, und Erfahrung, 
schwere Arbeit und tüchtigste Organisation sind notwen¬ 
dig. wenn die erwarteten Milionen verdient werden sollen 
Große Namen und Kapital allein werden es nicht schaffen. 

V«>n gegenwärtig vorbereiteten Produktionen wäre ..Die 
junge Generation" zu erwähnen. Angeblich soll Betty 
Nuthall, der englische Tennisliebling. ein Honorar von 
5000 Pfund St. für ihre Mitwirkung in diesem Film er¬ 
halten. Dies zum Beispiel wäre ein typischer Fall, der 
zeigen würde, worin man die Amerikaner nicht nachahmen 
soll. Die Fähigkeiten von Miß Nuthall auf dem Tennisfeld 
mögen noch so großartig sein, es bleibt dennoch verfehlt, 
ihre filmschauspielcrischen Fähigkeiten deshalb ebenso 
hoch zu bewerten, und eine sonst gute Produktion durch 
eine derartige Reklameausgabe zu stark zu belasten. 

Die New-Era ist schon wieder an einem Kricgsfilm. d-r 
den Untcrscebootkampf in 1914 18 zum Thema hal. Nach 




Seite 16 


Kinctitotogtopl) 


Nummer 108« 


dreimonatlicher Vorbereitung begann letzte Woche das 
..Shooting" der Szenen, fü' die von der englischen Admira¬ 
lität ein wirkliches L'nte •. eeboot. II 52. gekauit wurde. 
Dieses Unterseeboot, eberso wie zwei andere Fahrzeuge. 
st»ll tatsächlich versenkt v.'erden. uni durch grausamsten 
Realismus alle bisherigen Untergänge von bloUen .Modell¬ 
schiften auszustechen. Die Regie liegt in den Händen von 
Geoffrey Barkas. ein engli eher Oberrleutnant Authen kon¬ 
trolliert die marinete-chnischen Finzelheiten auf der eng¬ 


lischen ind ein Kapitän Kolline. der nach der Keklame- 
nuchricl.t während des Krieges Befehlshaber, eines deut¬ 
schen Unterseebootes gewesen sein soll, auf der deutschen 
Seite. (Die deutsche Rangliste weist keinen Offizier dieses 
Namens auf. Die Red.) Die gleiche Gesellschaft kündigt 
übrigens die Krstaufführung ihres in den Antipoden ge¬ 
drehten Filmes ..Perlen der Südsee " für den 12. Dezember 
an. Wir haben schon darauf hingewiesen. daU dieses Werk 
prächtige Aufnahmen vom Meeresgründe bringt. 


\ o n unserem F. A. - K o r r e s p o n d e n t e n. 



ie verschiedenen Kont r gent-V erhanditingen haben bis 
heute noch zu keinem Ergebnis geführt. Sicher aller¬ 
dings ist es, dali ein Kontingent nicht zustande kommt. 
Die Filmhranche hat auch diese Forderung mehr oder 
minder fallengclassen und will nur einen gesetzlichen 
Schulz der einheimischen 
Filmindustrie, ganz gleich _ 
in welcher Form, er¬ 
wirken. Vorschläge gab es 
eine ganze Reihe, m.an ha', 
sich aber noch für keinen 
endgültig entschieder: je¬ 
denfalls kann man mit 
voller Sicherheit damit 
rechnen, daß schon zu 
Beginn des nächsten Jah¬ 
res die diesbezüglichen 
Verhandlungen zu kon¬ 
kreten Ergebnissen fuhren 

Was die Produktion an- 
bclangt, so ist sie auch 
nicht gerade in einem 
Stadium, das besondere 
Beachtung verdienen wür¬ 
de. Die abwartende Stel¬ 
lung der Fabrikanten, die 
vor allem eine gesetzliche 
Entscheidung über den 
Schutz der heimischen 
Filmindustrie erwarten, 
wirkt sich in einer über¬ 
aus spärlichen Filmhcr- 
stellung aus. Der Regis¬ 
seur Josef Rovensky hat 
für die Gehrüder Degl den 
Film ..Das Haus des ver¬ 
lorenen Glücks" nach dem- 

Roman von Bohumil Zah- RAY MONO GRIFF IT 

radnik - Brodsky fertigge- F>*o». Paramtm 

stellt und ist mit dem 

Schnitt beschäftigt. ln den tragenden Rollen sind be¬ 
schäftigt: Suzannc Marville, die sich nach zweijähriger 
Unterbrechung wieder voll dem Film zuwendet. J. W. 
Speerger, bekannt durch die .Kreutzersonate". Josef 
Rovensky. der die Regie inne hat. Anita Janova, die Hel¬ 
din des Filmes „Die Sextanerin" unter der Regie von 
Medeotti. den die Boston-Film für Deutschland erworben 
hat. Karl Noll, der Schwejk-Darsteller, und ,Max Fric. 

Der seit .Monaten in Prag weilen le russische Regisseur 
Nikolai Larin hat den Film ..Hanna, was wird aus dir?" 
nach eigenem Manuskript gedreht. An der Kamera stand 
Rudolf Schlesinger, in der Titelrolle ist Alexandra Sorina. 
auch in Deutschland bekannt, beschäftigt. Herr Larin 
will in Prag bleiben und noch einige Filme hersteilen. 

Der Regisseur Vaclav Kubäsek dreht den Film „Das 
Mädchen aus der Tabakfabrik" nach dem Roman von 


O. Schäffer mit .Maria Cernä in der Hauptrolle. Vor¬ 
geführt wurden in der letzten Zeit drei neue Filme; 
..Der Sumpf von Prag" (Regie M .1. Krnansky mit Bro- 
nislava Livia), ..Die Sextanerin" (Regie Josef Medeotti 
mit Anita .lanova und J. W. Speerger) und ..Der Henker 
von Prag" (Regie Rudoll 
.Mestäk mit dem bekann¬ 
ten Meisten ingkäinpfer 
Gjstav Fristensky in der 
Titelrolle). Dieser letzt-• 
Film ist inhaltlich ebenso 
schwach wie technisch 
verunglückt. 

Von ausländischen F ilm- 
werken war eine Reihe 
bemerkenswerter zu sehen 
Cccil B. de Milles ..Korne 
der Könige" füllte wo¬ 
chenlang das Liicerna 
Kino, während der Napo 
leon-Film von Abel Ganci 
nur einen .Ach’.ungserfoli; 
aufweisen konnte. Bes>. . 
schnitten schon ..Die Ka¬ 
meliendame" mit Norm. 
Talmadge und .S»inne'. 
aufgang" von .Vfurnau al’ 
Außerdem sah man nocF 
..Die rote Stunde" mi 
Iwan Mosiukin und M.irv 
Philhin und ..Die Dame iiv 
Hermelin" mit Corinr.i 
Griffith. -— Für die näch¬ 
ste Zeit sind zu erwarten 
..Die Weber". „Die ir 
di.schc Prinzessin" mi' 
Bernhard Goetzke, ..Glan/ 

_ - - und Elend der Kurtisanen 

1 in Nur tur Prob.- mit Wegener lind ..Chang" 

I (Parmlameti Weiter wäre noch fol¬ 

gendes ZU berichten: 

Im Bio Adria in Prag kam der Phonofilm von Lee de 
Forest zur Aufführung. Die Neuigkeit lockte natürlich 
\ icl Publikum ins Theater, aber die Eindrücke sind ge¬ 
mischt. und die Darbietungen können nicht befriedigen- 
Man nimmt es als einen beachtenswerten Versuch hin. 
einen sprechenden Film überhaupt herzustellen. 

ln Prager Filmkreisen befestigt sich immer mehr und 
mehr die Meinung, daß die wirksamste Unterstützung der 
heimischen Filmindustrie die Gemeinschaftsproduktion 

mit den Nachbarländern wäre. . ln erster Linie denkt ma» 
natürlich an Deutschland und etwa an jene Form, wie sic 
zurzeit Karl Lamac mit dem Wengeroff-Film tätigt. Viel¬ 
leicht bringt das neue Jahr auch in dieser Hinsicht eine 
Besserung, wodurch sich automatisch die monatelangc 
Krise des tschechischen Films zum Guten wenden würde. 
Voraussetzung: Anpassung an den Weltfilmmarkt 







NOM i Kiii.K /I M Mi:\s(:m:N 

Manuskiipl: 

I)r. Nicholas Kaufniann 

I)r. llrich K. T. Schulz 

lMu)t()^r;iphic‘: 

Carl HofTmann 
V. K r i e n 
V. A. Waj^ner 
Ad a Holl ni a ii n 

UNIVERSUM-FILM-VERLEIH C.M.B.H. 

verleimbetrieb der UNIVERSUM-FILM-AKTIENGESELLSCHAFT BERLIN SW 68 KOCHSTR 6*7 





Nummer 1088 


Rincmatogcap5 


Seite IQ 





Fabrikat: 

Tcrra-Filni 

Manuskript; 

Ludwig Berger 

Verleih; 

Tcrra-Filrti 

Regie ; 
Hauptrollen : 

Kart Grüne 

.Mady Christians. Schlettow-, Sandrock 


Länge- ca. 3150 Meter, 7 AUlc 

Uraufführung; Beba-Palast ..Atrium" 



ni Beba-Palast sah man im Kähmen einer Feslvorslelltmj; 
den ersten Teil des neuen Films von der Ki nigin Luise, 
sali ihn im festlichen Kähmen mit musikalischer Finleitiine. 

Hemerkenswert die prächtige Ausstattung ces ll.iuses. 
wahrscheinlich nach Ideen der Terra. Die .'ackige Krune. 
das Wahrzeichen des Hildes, lichtumstrah t lilierall am 
Hause und in den Foyer«. Auf der Hiihne tanzte \orhe*- 
das Ballett Egon Molkow. Kupellmeiste;- HIfig sjiel! vorher 
die Oaverturc zu Figaros Hochzeit und gibt dem Bild iin 
Stil der Zeit und dem Charakter des Bildes entsprechend 
c ne wirkungsvolle Musik, die den Erfolg noch steigert. 

Man hat genau so wie das erste Mal aucii jetzt wieder 
die traurig-froheüeschichte 
der groUen Frau in zwei 
F'ilmc geteilt. Was jetzt 
ahrollt, ist die Jugend von 
Preußens großer Königin, 
oder genauer gesagt, die 
Geschichte der kleinen 
Prinzessin bis zu dem 
Augenblick, wo ihr Mann 
den Thron besteigen muß. 

Es lag die Gefahr nahe, 
daß man sich in Episoden 
verzettelte, daß man ein 
Bilderbuch schuf: diesen 
Schwierigkeiten ist man ge¬ 
schickt aus dem Wege ge¬ 
gangen, und der Regisseur 
hat alles dazu getan, um 
in das Ganze Fluß zu 
bringen. 

So steht zunächst die 
Liebesgeschichte der beiden 
preußisohen Prinzen und 
die der beiden Prinzessin¬ 
nen im Mittelpunkt. 

Dann kommt naturge¬ 
mäß Luise mehr in den 
Vordergrund. Sie findet 
sich zwar in die Etikette 
des preußischen Hofes, sie 
erregt unliebsames Auf¬ 
sehen teils mit teils ohne 
Absicht, und schließlich 
kommt noch das Unglück 
hei der Geburt des ersten 
Kindes hinzu. 


Aller noch einmal leuchtet genau so wie in der Ge¬ 
schichte auch im F'ilm die Sonne. Als der Kronprinz 
seinem Vater auf den Thron f-ilgt, leuchtet die Sonne über 
einer gl'icklichen preußischen Königin. 

Schwierig, dieses FilmspicI zu gestalten. 

Nicht glückt cs, alles den historischen Stätten anzu- 
p,-.sscn, weil leider Kurzsicht gkeit der Behörden heute 
meistens die Filmicutc zwingt, historische Dinge, wie das 
Brand,.nburger Tor und das Stadtschloß, im Atelier auf- 
zuliauen. 

Grüne zieht sich geschickt aus der Affäre. Er baut zwar 
äußerlich rem historisch nach, gibt aber dem Unechten 
ein besonderes Relief da¬ 
durch. daß er zum Bei¬ 
spiel Wolken andcutet. 
die in ihrer Malerei dem 
Bilde etwas geben, das 
halb an alte Kupferstiche, 
halb an Schüftan erinnert. 

Ausgezeichnet Mady 
Christians in der Haupt¬ 
rolle. Eine königlicht 
Luise, künstlerisch reifer 
als bisher und voll per¬ 
sönlichen Liebreizes. Da¬ 
reben Anita Doris als 
Friederike. 

Daneben Mierendorf 
ein ausgezeichneter König 
Friedrich Wilhelm, Hans- 
Adalbert von Schlettow 
ein vollendeter Prinz Louis 
F'crdinand. Drumherum in 
kleinen Rollen Lotte Lor- 
ring und Adele Sandrock 
Die ausgezeichnete Pho- 
todraphie stammt von Ar- 
pad Viragh. 

Der Regisseur mit sei¬ 
nen Darstellern (.Madv 
Christians, Anita Dorris. 
I.otle Lorring) konnten 
sich immer wieder für den 
Beifall bedanken, der sich 
noch liesonders steigerte 
als sich schließlich Mady 
allein vor dem Vorhang 
zeigte. 



fUntmatograpfJ 


Nummer 1088 


Fabrikat; Ufa 

Verleih: Ufa 

Länge: 2661 Meter. 7 Akte 

Uraufführung: Gloria-Palast 


Fabrikat: Orplid-Film 

Verleih: Messtro-Film 

Länge; 2150 Meter. 6 Akte 

Uraufführung: Piccadilly. Chartottenburg 


Fabrikat: Warner Brothers 

Verleih; Südfilm A.-G. 

Länge; 1902 Meter. 7 Akts 

Uraufführung: Kmelka-Palast 



a« in dem neuen deul;ch-franrösi- 
schen Gemeinschaftsfilm gezeigt wird, 
ist unstreitig das beste, was aus der ge¬ 
meinsamen Arbeit zwischen Berlin und 
Paris bis jetzt hervorge <angen ist. 
wenigstens, soweit Werke in -'rage kom¬ 
men. die sowohl hier wie 
drüben gedreht worden sind. 

Die Geschichte selbst ist 
bereits amüsant und lustig. 

Da ziehen drei .Menschen von 
Amerika nach dem Sünden¬ 
babel an der Seine, um 
Seelen zu retten, die der Al¬ 
kohol und die damit zusam¬ 
menhängenden Laster bereits 
an sich gerissen haben 

Natürlich ret'et es sich am 
grünen Tisch leichter als in 
der Praxis. Im Gegenteil, 
der Alkohol zieht Herrn 
John Rumple in den Bann. 

Winnie verliebt sich in einen 
Edelapachen und auch die 
Tante Gertrude findet 
schlieBlich Gefallen an den 
Freuden von Paris. 

Eine hübsche Frau vom 
Montmartre, ein paar Ver¬ 
brecher. ein Detektiv. Mou- 
lin Rouge mit seinem En¬ 

semble bilden die Kompar¬ 
serie. so daß sine Wirkung 
erzielt wird, wie man sie sich 

nicht besser wünschen kann. 

Das Manuskript schrieb Ro¬ 

bert Reinert nach einem 
französischen Roman. Die 
Regie führte Nikolai Mali- 
koff. der auch den englischen 
Alkoholapostel übernahm, so 

gut. daß es schwer wird, zu 

entscheiden, wer mehr Lob 
verdient, der Spielleiter oder m; 1 - 

der Schauspieler. 

Die Photographie ist gut. 
ln den Hauptrollen gefallen Ruth Wey¬ 
her. Lia Eibenschütz. Jaque Catelain und 
der amüsante Charles Vanel. Die Pre¬ 
miere im Uta-Palast war ein voller 
Erfolg. 

Ausgezeichnet auch die Episoden- 
spieler. deutsche und französische Dar¬ 
steller. die zum Erfolg beitrugen. 

Dieser Erfolg ist neben dem inter¬ 
essanten Milieu, der geschickten Verwen¬ 
dung eines in der ganzen Welt als inter¬ 
essant bekannten Stadtteils (des Mont¬ 
martre und seiner schauerlichen Neben¬ 
gassen) auch dem Humor zu verdanken. 
Seine Verbrecherfilme oder pariserischen 
Apachenfilme, die nach dem Hollywood¬ 
rezept gedreht wurden, ziehen nicht mehr. 
Dagegen erwies sich die obige Mischung 
als durchschlagend, zumal der Humor 
nicht aufdringlich, sondern diskret cin- 
gestreut war. 


in spannender Film, der in einem 
Zweischlager - Programm lief, ater 
wohl das Zeug hätte, auch als flauptstück 
eines Abends zu interessieren. Ein sau¬ 
berer. bewußt auf breite Wirkungen an¬ 
gelegter Film, dem es daher auch nicht 


er Titel läßt vermuten, daß es sich 
um ein Sittenbild handeln werde 
in dem gezeigt würde, wie es in dei 
Gasse, in der die Fremden ihrem Ver¬ 
gnügen leben wollen, zugeht. Aber v 
handelt sich um eine Gasse in dem 
Viertel, in dem die Einwan¬ 
derer fremder Nationen 
leben. 

Die Geschichte ist ganz ii 
gebräuchlicher amerikani 
scher Art aufgemacht. 

Fs ist alles da. was i. 
einen amerikanischen Filn 
fürs Vo'k hineingchört. 

Da is das brave Mädchci 
das gegen den Willen d> 
V'aters den armen Boxer he; 
raten will. Da sind natürlic 

auch die üblichen Hemn- 

nisse: Der Boxer schlägt ein 

m.tl zu kräftig zu. was ih 

mit dem Gesetz in Knnflü 
brirgt. 

Dann ist der reiche .Mai 
da. dem der Vater natürlic' 
seine Tochter gerne geb' 
will. Dann gibt cs noch ein 
E'ntführung mit toller \ •-; 

folgung und den entspreche: 

den Sensationen. BoxLamp 

Wechsel der Passage '■ 
Flugzeug auf den Expr. 




er. All 


an Beifall fehlte. Wolfgang Raff hat die 
populäre Linie beibehalten. die bisher 
seinen Filmen in der Prosinz guten Ab¬ 
satz verschaffte. Er gibt die Geschichte 
einer jungen Tänzerin, die auf eine ver¬ 
rufene Dschunke gerät und nach allerlei 
.Abenteuern schlieBlich doch von dem 
feschen Seeoffizier geheiratet wird. Der 
Wun.schtraum aller kleinen .Mädchen, die 
der treueste Stamm der Kinobesucher 
sind, geht somit in Erfüllung. Es mangelt 
in dem Film nicht an aufregenden Aben¬ 
teuern. grellen Effekten und knallig hin- 
gesetzten. hundertmal dagewesenen, aber 
immer wieder wirksamen Pointen. Raff 
kennt sein Publikum und weiß, was es 
sehen will, ln dem umfangreichen Per¬ 
sonenverzeichnis findet man Namen wie 
Erna Morena. Rudolf Klein-Roggc Louis 
Ralph. Egon von Jordan. Helga Thomas, 
alle mit dankbaren Rollen bedacht. 


und Eisenbahnzug. ein« 
Bergrutsch usw. 

Nichts ist vergessen ur.i 
vieles von dein Regi>'> 
manchmal mit Geschick m 

Palsy Ruth Miller komi. 
urs sehr drollig etwas 
Stile der Picklord in cir> r 
Kindcrslraßcnschlacht. dio 

manche recht nette Episnai 
enthält. 

Monte Blue als der Boxer-Liebhab. 
Irisch und gewandt. ^ 

Willard Louis und Max Davidson si ’ 
drastische Komiker im Sinne des 
: tadlstückes. 

Über sie wird sehr gelacht, besonder* 
beim Essen: in einem Kreise ..besserer 
Leute findet der Kampf um die ..feinen 
Lebensformen" auch hier wieder se"> 
Publikum. 

Es scheint, daß der Film durch die 
deutsche Bearbeitung in vielem sein Ge¬ 
sicht geändert hat. 

Aber die Grundzüge bleiben. Sicher, 
daß ein Film mit dem Ragout, das i" 
mannigfacher ■ Art schon oft serviert 
wurde, immer noch einen Zuschauerkreis 
findet. 

Aber, wenn wir schon Filme impot' 
tieren. dann sollen es solche sein, die im 

Herstellungsland Qualität repräsentieren 



































































Seite 22 


Nummer 1088 


Fabnkat: Deutsches LichUp.-Syrd. 

Verleih: DeutschesLichtsp.-Synd. 

Länge ; 2573 Meter. 7 Akte 

Uraufführung: .Marmorhaus 


Fabrikat: KulturBIm A. G. 

Verleih; Deutsches Lichlspiel-Syndikat 

Länge: 2580 Meter. 7 Akte 

Uraufführung: Tauentzien-Palast 


Fabrikat: Paramount 

Verleih: Parufamet 

Länge: 1800 Meter, 6 Akte 

Uraufführung: U. T. Kurfürstendamm 


elbstverständlich. daß in der heuti¬ 
gen Zeit ein zugkräftiges Stück 
»ie der „fröhliche \Xeinberg" nicht 
unverfilmt bleibt. Besonders, wenn 
der Rhein, der Vi'ein. die Mädchen 
und die Liebe darin vor s .immen. 
Dinge, die heute in der Erfolgs-tatistik 
trotz allem immer uieder in der ersten 
Reihe stehen. Sn amüsiert man sich 
auch im Kino, wenn Clärchen schlie߬ 
lich doch ihren Jochen bekomm*., wenn 
der Herr Knuzius — herrlicher Klang 
für rheinische Ohren -— mit einer 
langen Nase abzieht, und auch der 
Papa Gundvrinch die dralle, rundliche 
.Annemarie heimführt. 

Das deutsche Lichtspieisyndikat hat 
mit diesem Film einen Treffer gezo¬ 
gen. der den 'I heaterbe.sitze-n hes-z- 
lieh willkommen sein wird. 

Dieses Durcheinander von Wein, 
wahrer Liebe und Vertührungskünsten 
von nächtlichen Lagern im Heustall 
und in den lauschigen Rebcngäi gen am 
Rhein haben 1. und L. Fleck geschickt 
inszeniert und trotz aller kleiner Pi- 
kantciien durch die Fährnisse der 
Zensur hindurchgebracht. 

Das .Manuskript hat der Dichter 
des Theaterstücks. Karl Zuckmayer, 
mit Adolf Lantz. dem routinierten 
Drehbuchautor, geschrieben, der in 
der letzten Zeit nicht genügend be¬ 
schäftigt wurde, hier aber wieder seine 
sorgfältige Hand verrät. 

Kein geringerer als Rudolf Rillner 
spielt den lebensfrohen GroOwinzer. 
Camilla Horn, schon halb nach 
Amerika er gagiert. gibt dem Clärchen 
ihre Schönheit und ihr Können, wäh¬ 
rend Lotte Neumann die Annemarie 
bildhaft urd schauspielerisch ausge¬ 
zeichnet renräsentiert. 

ln einer nicht allzu großen, aber 
ausgezeichneten Rolle gefällt Camilla 
von Hollay besser als je in einem der 
letzten Filme, ln einer Charge glänzt 
Paul Morgan. Ueber allem aber steht 
schauspielerisch Carl de Vogt, der 
endlich einmal etwas fand, an das er 
sein ganzes Können setzen konnte. 
Sein Jochen isL künstlerisch gesehen, 
die große Überraschung. Kanturek 
hat das Ganze ausgezeichnet photo¬ 
graphiert. so daß ein guter Gesamt- 
eiodruck entsteht. 

Vielleicht hätte man gewünscht, die 
Weinberge und die fröhliche Gegend 
am Rhein noch öfter im Bilde zu 
sehen. Manche Szene schmeckte doch 
etwas nach Atelier, aber daran trägt 
in erster Linie unser unbeständiges 
Klima Schuld: denn eine Regenwoche 
kann die gesamte Kalkulation eines 
Filmes über den Haufen werfen. Trotz 
dieser kleinen Umstände ist aber eine 
Arbeit entstanden, deren saubere 
Ausführung auch dem Fachmann viel 
Freude machte. 


ach dem Roman von Ludwig \X olff ist das 
.Manuskript geformt. 

Es ist die Geschichte von dem iiingen 
Deutsch-Amer'kaner Thomas Thurneisen. dessen 
verschwenderische, launenhafte Frau von einen* 
Gigolo in Paris erwürgt wird, und der Berliner 
Bankierstochter Gina Stroband, die sich als 
..Zwei unterm Himmelszelt" an der Riviera 



treffen (wo jeder Gesellschaftsroman. der halb¬ 
wegs etwas auf sich hält, spielen muß) und sich 
als durch das Schicksal für einander Bestimmte 

Der .Manuskriptverfasser klebt zu sehr am 
Roman; es ist ihm nicht gelungen, die Vorgänge 
zusammenzufas.sen und ins Bildhafte zu über¬ 
setzen. Dadurch war der Regisseur Dr. Guter, 
der manchen hübschen Einfall beisteuerte, 
einigermaßen gehemmt. 

Manches, wie z. B. die Erzählung der Baronin 
Siewers, wickelt sich ganz in Titeln anstatt in 
Bildern ab. 

Sehr gut gelungen die Einschiffung der Sträf¬ 
linge in La Rochelle. Da gibt es Momente, die 
ans Herz greifen. 

Margarete Schlegel als Gina Stroband gut. 
vornehm und kultiviert: aber etwas mehr 
Mousseux hätte nicht geschadet. 

Jean Angelo ist Thomas Thumeisen: es ist 
ihm nicht viel Gelegenheit gegeben, sich zu ent¬ 
wickeln. 

Ausgezeichnet Emst Deutsch als Eintänzer, 
den ein so schweres Schicksal trifft. 


aymond Griffith ist in diesem Film 
ein .Mann mit einem merkwürdi¬ 
gen Beruf- Er ist ira Hauptamt Trau¬ 
zeuge. In diesem Film aber ist er 
noch mehr. Kr soll seinem Freund 
der heiratet, die frühere Geliebte ab¬ 
wimmeln. wozu ein Brülantencol'ier 
gebraucht wird. 

Griffith als guter Freund leiht sich 
ein solches Brillar.'encollier aus, denn 
zwanziglausend Dollar kann der 
Bräu.igam für die „Liquidierung" 
früherer Verhältnisse nicht anlegen 
Das Collier wird also „nur zur Probe" 
genommen. 

Und natürlich jassierer mit diesem 
Brillar'.ercollier allerhand tolle Dinge 

Die p. t. Interessenten klauen sich 
diesis Schmuckstück wechselseitig, der 
arme Raymond kommt vor lauter Jagd 
nach dem Schmuck nicht zu Atem, es 
gibt eine tolle Jagd, und Griffith, der 
eine Taube, die den Schmuck entführt 
im Auto verf.ilgt und zuletzt auf einer. 
Wolkenkratzer klettern muß. siegt 
endlich durch seinen vielbcwährten 
Zylinder, der auf die Taube fällt und 
sie festhält 

Aber, der Inhalt dieses jmerikani 
sehen Schwankes ist unwesentlich 
Wie durch Griffith die einzelner. Situ.i 
tionen Leben. Tempo und Charme er 
halten, darauf kommt es an. 

Es dauert verhältnismäßig lange, b.- 
die „Handlung" in Schwung kommt 
Das liegt am .Manuskript und woh. 
auch an dem in den späteren Szene: 
recht geschickt arbeitenden Regisseur 

Aber dann. — dann ist jede Szen* 
sprühend, einzig durch den famose- 
R.aymond Griffith. der als Filmdar¬ 
steller eine „Nummer für sich ist' 
Wern man ihn einen Komiker nenn' 
trifft Plan nicht ganz das richtige. 

Gewiß, er ist komisch, in viele:. 
Situationen sogar unglaublich komisci 
aber die Wirkung gehl nie von beab¬ 
sichtigter Komik aus. 

Und, wa.s er macht, macht er iromv: 
mit einer entzückenden leichten EK- 
ganz. 

Er und sein Zylinder, das sind die 
Nummern dieses Films. 

Das Filmspiel selbst ist in d-:' 
Situationen reichlich konstruiert. Ab-r 
der Regisseur (dieser, nachdem er 
eine anfängliche Lahmheit überwunden 
hat) und seine Darsteller machen eine 
vergnügliche Sache daraus. 

Es ist trotz allen Unsinns kein Ab¬ 
gleiten in Albcm-Poxsenhaftcs, es 
werden nicht, wie es bei vielen unse¬ 
rer Schwanklabrikate der Fall >*• 
und wäre, der Geist des selig c''*' 
schlafenen „Professor Rehbein“ b*' 
schworen. Womit nicht gesagt sei« 
soll, daß dieses amerikanische Manu¬ 
skript nun etwas Herrliches wäre. 




>Ocn SprunU' einen neuen JroBen 
ne fernere Spezialität, die II.ktH- 


Kinemotogtopiy 


Fabrikat: Ufa 

Verleih: Parufamet 

Manuskript: Dr. Arnold Fanck 

Regie: Dr. Arnold Fanck 

Hauptrollen: Riefenstahl. Schneeberger, Ci 
Länge: 2931 Meter. 7 Akte 

Uraufführung: Ufa-Palast am Zoo 


it einem Winlersporlfilm führte sieh Dr. Ai 


Betonte Dr. i'ai 
abermals für .Mai 
und Regie \eranti 
zeichnet, im ..Bs 
Schicksals“ und i 
heilige Berg" den I 


Fabrikat: Reinhold Schünzel-Film der Ufa 

Verleih: Ufa 

Manuskript: Gordon und Stein 

Regie : Reinhold Schünzel 

Hauptrollen : Schünzel, Hechy. Naghy 

Länge: 2412 Meter, 6 Akte- 

Uraufführung: Mozartsaal 


ilhandli-ng zu venseben und 
kühnen Sport le 
nicht lehrhaft, 
unterhaltend er 
zu lassen. Auch 
hat er um alpii 

Meisterleistungen 
Rahmen gelegt, di 
abwechselnder F 
den Vordergrund 
ohne daB dabei .i 

Spielhandlung i 
lässigt wird. 


ieser Gustav .Mond, der angeblich so stille gehen soll, ist 
eigentlich doch ein ganz - erfuchter Kerl. Kr geht in den 
Athletenkluh. weil seine Geliehte Frieda, di 
Vierhiindert-.Mcter-l.auf. nur einen Reknrdbi 
will. Kr mimt mit viel Glück i nd zum Vergni 
knms für vierundzwanzig 

Stunden den l-'kem.vnn 


einer mondänen Frau, lin¬ 
de t aber schlicBlich doch 
zur Frieda zurück, die 
zwar das Rennen über 
die vierhundert .Meter 
verliert, dafür aber an 
den Mann kommt, der 
schlicBlich doch noch bei 
der Gelegenheit ein paar 
hundert .Mark extra ver¬ 
dient. 

Gustav Mond selbst¬ 
verständlich Reinhold 
Schünzel. eine Rolle, die 
ihm von Heinz Gordon 
und Friedrich Stein, wie 
man so zu sagen pflegt, 
auf den Leih geschrieben 
wurde. Man kennt zwar 
diese Art schon aus Irü- 
heren Filmen, aber sic 
wirkt immer wieder wie 
hei Harold Lloyd oder 
Bustcr Kcaton. Sie wirkt 
besonders, wenn sie in 
e-inen so geschickten 
Rahmen gestellt ist. 
wenn ein paar Sensatio¬ 
nen nach amerikanischer 
.Manier hinzukommen und 
wenn die Spieler drum 
herum so gut ausgesucht 
sind wie diesmal. 

Neben Yvettc Darnys. 
die schon aus früheren 
Schünzel-Filmcn bekannt 


hinter verschlossenen Türen Gesellschaft leistet. 

Es gibt ein paar nette Gcsellschaftsszencn. Ausschnitte aus 
einem Sportfest, man sieht Reinhold bei einem \X^ettrcnnen 
auf der Avus, hat also zum Vergnügen auch die notwendige 
Abwechslung, so daB cs selbstverständlich war, daB der Film 
ein Erfolg wurde. 

Vorher sah man im Beiprogramm eine der beliebten Trick- 
reichnungen von Sullivan. 

Dieses Genre, so aiisgebaut und vervollständigt, diese 
Mischung von Trick und Normalaufnahmcn ist außerordentlich 
gefällig und brachte dem kleinen Bild gena lU so wie dem Haupt- 
vchlager Beifall auf offener Szene. 

Das Manuskript stammt von Heinz Gordon und Friedrich 
Stein. Für die Photographie zeichnet Ludwig Lippert. 


uori ooen noen in oer nuiic c.rioig unu muo sich mit dem 
Gedanken trösten. daB auch der Toni, ein Aelpler. ebenso 
wenig wie er vor der sprivden Schönen erhört wird. Das hindert 
ihn nicht, die Dolomiten im Winter wieder aufzusuchen, als 
gerade eines der großen Skirennen im Gange ist. Auf dieses 
Schneeschuhrennen steuert die Regie als Sensation los. und 
man muß ihr gestehen, daß sic es besser als iemals verstanden 
hat. in Bildern, die ähnlich schon im Film zu sehen waren 
etwas ganz Neues, Überwältigendes geschaffen zu haben. Denn 
dieses Rennen um den Preis, der diesmal die Braut ist. wird 
mit einer Verve und mit einer Fülle kostbarer Einfälle aus¬ 
gesponnen. wie in den Harold-Lloyd-Filmen. zumal es sehr 
geschickt als Abschluß der zweiten Hälfte erscheint. 

Die Sportbilder fanden begeisterten Beifall Ein großer Erfolg 
für Regisseur und Darsteller. 













Seite 24 


JuncmatoBtop^ 


Nummer 1088 


Ein Film der William Kahn Film 6. m. b. H. 


im Rahmen der 

Fox Europa Produktion 


Die Gestalt des veiführten und 
betrogenen Mädchens stirbt in 
keiner Generation ausl 


Nach dem bekannten BähnenstOck 

„Die Kindesmörderin“ 

frei bearbeitet von 

Hans Tintner 


Wenn auch die „Schmach“ viel¬ 
leicht heute nicht mehr so ins 
Gewicht fällt, so sind doch alle 
anderen Folgen für die Mutter 
und das Kind unendlich schwere I 


Künstlerische Oberleitung: 

William Kahn 


Die fortwährenden Nachrichten 
von der Ermordung unehelicher 
Kinder durch die eigene Mutter 
sprechen eine klare und furcht¬ 
bare Sprache. 


Regie: 

Valy Arnheim 

Photographie: E. Hamm 
Bauten: A. Rinaldi 


Ein Warnungsruf soll dieser Film 
sein — ein Ruf, der immer wieder 
erschallen muB - weil immer neue 
Generationen heranwachsen, die 
vor unendlichem Leid bewahrt 
werden sollen I 


■r: Hauptdarsteller: 

•* Gritta Ley, Iwa Wanja 

Olga Engel, Tony Ebärg 
Rudolf Lettinger 
Eugen Burg, Egon v. 
Jordan, Valy Arnheim 



Nummer 1088 


Rfnematoarnpl) 


Seite 25 




MaioritiiHwechsel bei der Emcike. 

ßclianntlich ist die Majorität der 
Kmclka in andere Hände über|<e|ian|ten. 
l-'e Müncliner Lirhtspielkunst jlibt nun 
darüber folgendes Kommunique: 

..Der .Majoritäts-A'echsel der Kmelka be- 
ruht wie wir von maOgebender Stelle 
erfahren — auf Vereinbarungen, die Kom.- 
Ral Kraus in Verbindung mit einer Fi- 
ranzgruppe unter F'ührung des Bank¬ 
hauses iiardy & Co. getroffen hat. I>cr 
Aktienpool ist innerlich so gestaltet, dali 
Kom.-Rat Kraus unter VX'ahriin? seines 
Rcsitzstandes mit der vorerwähnten 
Gruppe Vereinbarungen getroffen hat. die 
an der derzeitigen Zusammensetzung und 
der inneren Beschaffenheit der Fmelka 
nichts ändern. 

Tatsache ist. daO das im Besitz der 
Siidhim-A.-G. behndlichc Aktienpaket 
von 25 des gesamten Aktienkapitals 

sich nunmehr in festem Besitz der Posil- 
partner befindet. Dies weist darauf hin. 
daß die Südnim-A.-G. und die F'melka 
sieh im Beginn einer freundschaftlich ge¬ 
dachten Loslösung bermden. 

Die Mitteilung, daß mit der unter der 
f uhrung der Bayerischen Vereinsbank 
stehenden Bankgruppe Verhandlungen 
wegen Krwerbung eines PakeUs von weite- 
len 25 Kmelka-Aktien schweben, ist 
onziitreffend. Ls haben vielmehr unver¬ 
bindliche Besprechungen statlgefunden. 
deren Ziel nicht auf Krwerbung des Pa¬ 
kets gerichtet ist, sondern ein engeres 
Zusammenarbeiten der Poolpartner mit 
der genannten Bankengruppe, die die 
Bayerische Vereinsbank, die Mypotheken- 
und \X echselbank. die L. Feuentwanger 
Bank. Süddeutsche Disconto-Gescllschafl 
und Deutsche Vereinsbank Franklurt um¬ 
faßt, zum Gegenstand hatten.’’ 

Soweit die Fmelk i. — Hierzu sei be¬ 
merkt. daß in der neuen Konstellation 
neben Kom.-Rat Kraus Herr von Lustig 
eine maßgebende Rolle spielt, der be¬ 
kanntlich auch größeren Fanfluß auf die 
Defu-Defina hat. 

Es erscheint also nicht ausgeschlossen, 
daß besonders mit Rücksicht auf die 
schwebenden Kontingentfragen hier noch 
ein näheres Zusammenarbeiten stattfinden 
wird. 


-Aus Kreisen der Bayerischen Vereins¬ 
bank selbst wird nach wie vor erklärt, daß 
sic ebenfalls beabsichtige, ihre Flmclka- 
antcilc weiterzugeben. F!s wird sogar zu¬ 
gegeben. daß aussichtsreiche Verhand¬ 
lungen schweben. Es könne aber über 
diese Dinge im Augenblick Positives nicht 
gesagt werden. 

Im übrigen erscheint die ganze Trans¬ 
aktion nicht so wichtiu. als daß man 
daraus eine große Angelegenheit macht. 
F's scheinen in der Hauptsache freund¬ 
schaftliche Auseinandersetzungen unter 
den Beteiligten zu sein, die bei der 
F'melka zu einer anderweitigen Regelun g 
drängten, während umgekehrt bei der 
Defu-Defina bzw. bei Herrn von Lustig 
wahrscheinlich der Wunsch v irhcrrschcnd 
v<ar. seine imerikanischen Interessen mit 
der neuen deutschen Konlingentsgesctz- 
gebung in Einklang zu bringen. Außer¬ 
dem spricht man von Piänen. die von 
einem großen Thealerpark sprechen, der 
um die^ F.melka herum aufgezogen wer- 


Joc May wieder bei der Dia. 

■loe Mav. einer u.iscier rni.tinierlcslen 
und bester Filmregisseure, ist von Firich 
Pommer für seine L’fa-Produktion ver¬ 
pflichtet worden. Ls i-.t sclbstverständ 
lieh, daß Filme, bei denen Joe May die 
Spielleitung hat, mit großem Interesse 
CI wartet werden, h-.-sondc-rs wo er mit 
eirem so genauen Kenner des internatio¬ 
nalen Marktes wie Erich P< mmer zu- 
rair.Tvenarbcitet. 


1. G. Farben A.-G. und Lignose Film 
G. m. b. H. 

Die seit einiger Zeit schwebenden Ver¬ 
handlungen zwischen der Gruppe der 
A.-G. Lignose in Berlin und der I G. 
Farbcniidustric A.-G. haben, wie wir 
hören, r unmehr zu dem FIrgebnis gef ihrt. 
daß die Mehrheit der S'ammanteile der 
Lignose Film G. m. b. Ff. auf die 1. C. 
Farheni.idustrie übergeht. Wie bekannt, 
betreibt die Lignose F Im G. m. b. H.. 
die ihren Sitz in Berlin hat. eine Film¬ 
fabrik in Büchen. Die FIrwerhung der 
Mchrhc t ihrer Anteile durch die I. C. 


bedeutet 
Interessen 
biete der 


sonach eine Erweiterung d- : 

der letzteren auf dem t- 
F'ilmfahrikation. 


Deutsch-Französische Filragemeinschaft. 

ladimir Wengeroff hat mit dir ' 
Delac und Vandal in P.iris eirten V.nr. 
abgeschlossen^ wonath diese i-r-!-■■ 
Firmen cne Gcmvinsch'illvprodiikliun ein 
richten die in Frankreich von Aul.n 
und in Deutschland sowii'nl wi- iiii 
deren Zcntral-Europa von VXtngiroff \er- 
liieben wird. Der ers e F'ilm heillt Im 
Taumel vor Pari.", er ist nach dem vie'- 
gclcscnen Roman , l.a Sarasine ’ geschrie¬ 
ben und wird in der Hauptrolle von I 1 
Dagover vc'korpcrt. Die Aufnahmen b - 
gmnen in den allernach-len T.igtn 


Der französische „Alte Frifz". 
Die ..S.-hauourg" m Brieg hat 
merkwürd ge Art. Reklame zu mae 
Sie zeigt den Napoleon-Film von - 
C-ance au Plakaten an. auf denen i 
zu lesen i-.l . Der französisdie Alle Lri 
WahrscF.e nlich hat die Konkurrenz 
die nächste Zeit den Ollo-Geoühr-l 
der Natii-nal in ihr Programm 
genommen gegen den sich diese 
nehme" \rl der M'erbiing richtet 
Die Nalitnal hat das einzig Rieh 
getan, sie hat die Angelegenheit . 
Sl.-ialsanw-all übergeben. 

Der rithlige ..Alle Fritz" mit ( 
Gebühr ist übrigers inzwischen für f 
der freigegeaen. 


Die May-Film-Atelicrs werden frei. 
Wie uns die May-Film-Akt.-Ges. mil- 
leilt, gehl der Vertrag mit der Phoebiis- 
Film am 31. Dezember zu Ende. Die 
Ateliers werden von die*er Zeit ab abo 
auch anderen Industriefirmen wieder zur 
Verfügung stehen. 

★ 

Der wichtige Stichtag. » 

Der Auße.-ihandelsausschuß F'ilme weist 
darauf hir. daß diejenigen Bilder, die 
zwar im Herbst 1927 bereits im Verleih- 































































































































ms-taiht 


Jiipoml - Frisehr ^••rki 
«•MT in M'iiKT Art •■iiizi)' 

.'!* iK'Urn Ufa-Films 


DER GROSSE SPRUNG 


i-iii l{ii-f<>nstalil kli't 
ixirtfiliii mit 
itiaiif iiml läuft Ski 
IT Skikuiist, llaiis 


Jhr erfolg ist unser erfolg 







^uib 


JHD ERFOLG IST UNSER ERFOLG 


U I K S K 3 (; E S T A L T E N 

Hans Schneeberger 
Louis Trenker Paul Graetz 

Wenn Sie Ilirem Piiblikiiin «liese oripnellen Kipuren 
iu lieiii uciK'ti Ski-(•^<>te^kfilIll der Cfa 

„Der groDe Sprung" 

viirführeu, wird Ihr Theater eiii< ii I^i-Ii- und Kasüeti 











Nummer l(>8H 


Kincmatogtapiy 


Seite 2*) 


.Shta Jk«r 



I I ‘ nny P<irl.:n ist mit den Aufnahmen 
• • /II ilir-.m neuesten Film, der niin- 
nie'ir endeiiltiii den 1 itel ..Liehe und 
Ivul.e•" fuhrt |iirs|irun-.;lie !■ ..Die llnteL 
r itte I. Ml eeeit e .>r-.;esehntten. dati die 
Aulnahnien nneh \ „r Vi eihnaeh'en be¬ 
endet sind. 


V-.ehdem die .Autienaiilnahmen zu dem 
^ l - S.-I ilm .. frayodie im Zirkus 

Kijy»"»! . die im /irkus Hu^ch zu llamnur'^ 
statttande-n. hee'nelet sind, hat aaeh die- 
Ateherarhi-it nunmehr ihren .Ahselit.itl "e 
liindeii. iJei Film diirtle im Januar I‘t28 
bereits erseheinen. \X le veir fn.ren. ist 
das Interesse tiir das neue Vierh I^mil 
I.ir>'lts .-il'<'nih--<Ihen uriiU. insbesondere 
■■lieh im -Viisland. 

Der film ist in 
i'urooa bereils far 
die folgenden [.an¬ 
der blind verkaufI: 

Fnt'land Osten. 

Holland. Italien 
Frankreich. liel- 
Ifien Spanien Por- 
iii|<al. Balkan Dä¬ 
nemark. Arijenii- 
nien Paraiiuay. 

IlruiJuay. Schweiz. 


I y r in Deutsch- 
* I;ind aus dem 
I iiiii-\ artete be- 
l-annte rniflisehc 
F ilmschauspieler 
Warwiek Ward 
wurde für die 
männliche llaiipt- 
rolle in dem Phö- 
"ix - F'ilni ..\X’era 
'tir/ewa '. der aii- 
eenblicklieh unter 
ler ReiSic von Ru¬ 
dolf .Meincrt ifc- 
dreht wird. \er- 
uflii htet. 


I^m Millverständniscen v orzubcui<en. 
' teilt das D. I.. S. mit. dali die ab 
2**. d. M. in seinem Verleih erscheinende 
Aoehensthau nicht von der Trianoii-Film 
O. m. b. Ii., sondern von der l'rianon- 
Wochenschau |C. Boenisch| ühernom- 


von Fiermann Kalisch sind für 
l'landine Ebinifer für den Film bearbeitet 
■' Orden. 

|m Rahmen ihrer nächsttahriiien Pro- 
duktion uird die AaTa-Filni* A.-G. 
Robert und Bertram", die bekannte 
I osse von Kaeder. verfilmen. 

^\^erner F'ütterer und Lydia Polechina 
, spielen in dem Urplid-.Messlro- 
'■'Im „Lediife Mütter". 

Fery-GroUfilm der lUa ..Die 
Miille der Junifiraucn". Rei>ie: Ro- 
"••rl Dinessen. erlebt Januar IV28 seine 
berliner LVaufführuni!. Der Film, in den 
luplrollen mit: Werner KrauO. Daiiny 
•>ervaes. Elizza la Porta. Andre Nox 
*’*'*•• lauft seit mehreren Monaten mit 
i;roUem Erfoliie in alten Teilen des Rei- 
fhes und wurde in verschiedenen 
Städten wiederholt pmlonifiert. 


..Wie TV du Sl.itl' 

meiner rr.iiiiuc- .n;. 
gekiindiiilen lir.-.-i 
baiimrilni der M.i- 
lad.>r nebei Li..n. 
Haid für 
Hauptioüe vit- 
pllu hlel. Die R. . 
Iiibrt \ikl.ir .l.i'n- 
son Das 
skripi stammt von 
F.ddy Bussche >.iij 
Jane Bess. 


warb 


IVe anstichrannten Luna-LichtspicIc 
in Frankfurt am Main werden im 
Laufe des Jahres I*»28 wieder eröffnet 
werden, und zwar nach v ni;slandi|>em 
c mbaii und moiilichsler \ erüriifJeriini;. 
Das I heater wird nicht mehr von der 
hisheruien Besitzerin, der Witwe Wind, 
iihernommen. sondern von dem Hausbe¬ 
sitzer Herrn Rohr. Frau Wnd hat 
die Leitunvi der Kammer-Lic htspiele in 
Wiesbaden üoernummen. 

IVe Marlin Beriicr-Prodiiklion bereitet 
Raspulin-Film vor unter dem 
litcl: ..Der heilige Teufel.“ 

I y 1 Widerrufsanlra)> Bayerns lieifen 
die Reichszensiir des I:melha-Filmes 
.l'.rinneriinifcn einer Nonne", vertreten 
durch den bayerischen .Ministerialrat 
Dr. von Imhoff, wurde von der Filmober- 
prufstelle nach 3slündi|fer Sitzunif unter 
Norsitz von OheiTeifierun|<srat Dr. 
Becker und cen Herren Sleinkopf M. d 
R.. Lichlspicllhcalerbesitzer Schüller 
Zimmermann und Maler Riema zurück- 
tfewiesen. Als Sachs erstandii-er fun- 
»fiertc Kuralus Wienken. der mit aller 
sSchärfe das Verhol des Filmes belur 
vsoDete. Die Xerlrelunji der Südfilm 
A.-G. Iai< in H.xnde.i des Herrn Dr. Fried- 


Gosewish ur.d .\d..lf 
Laniz das Filmbiiiii 
. Rutschbahn", frei 
nach -Motiven des 
T . Romans ..Das Be- 

k.-nnlnis- vonCIa,., 
Ralzka. Die Haupt¬ 
rollen spielen: Li- 

lian Harvey und Heinrich George. ReSis 
Ri^hj^d F.iihbcrj;. Pholni<raphic: Hein- 

|\ie Oberprüfslellc hat auf die Be 
*' schwerdc der Sudfilm A.-G. das 
\ erhol des Fiimes ..Macisle. der Held 
der BeriJe" auf|>ehnhen und den Film 
ohne Ausschnitt und I itelanderiinc 
reichszensierl. Die V'ertretunif der 
Sudfilm A-G. iait in Händen des Herrn 
Dr. Fhedmann. 

I..'Jr den neuen Lya Mara Film der Dein 
■ ..Heul' tanzt Marielle" haben F 
Carlsen und W'illy Haas das .^\anuskrl|<l 
ifeschrieben. Die RejJie fuhrt Friedrich 
Zelnik. An der Kamera: Arthur Marli 
nelli und Herbert Korner. Die Deko 
Mlionen sind von Andrei Andreiew und 
Erich Zander. Aufnahmeleiluni;' Alfred 

I der Deutschen Vereins Film 

.A- G. erscheint soeben ein neuer l..m 
Mix-Film: „Die Panzerpnst." 

I)‘ hat das Wells erfilmuncs 

recht des neuesten Romans ..tjuarlur 
Latin" von Maurice Dekobra im Manu 
skripi erworben und bei>innl in uen 
nächsten Tai>cn unter der Re-.;ie von f'.- 
Iix Basch mit den Aiitnahme'n. 


Einsendunifen aus der Industrie. 

I \ IS Alhambra-Theater. Ilamhiirii. wird 
nach gänzlicher Renov leriini- und 
Modernisier.ini: Weihnachten -eine Plor- 
ten wieder offnen. Zur .-Xiilstelliinii tie- 
laniien der .Neuzeit entsprechend zwei 
moderre S\ Stahlproiektoren durch die 
Generalverlrelunu für Norddeulschland 
f.mil rrilz. 

A ‘'Jfvr Ge-iri; Alexander spielen Ernst 
Verebes. Aribert \X ascher uni‘ Paul 
liorniticr tragende Rollen in dem ersten 
Felsom Film der rox-FJurupa-Prodiiklion: 
..Sechs Mädchen suchen -Nachtquartier" 
nach dem Bühnenstück ..Gretcl.en 


I \ic Poelic-Film ha*, die .\ufnnhmcn lur 
* ' Jiren neuesten Film . Fräulein LU. 
nach der Novelle von Arthur Schnil/I. r 
beiionnen. Die I itelrolle spielt I lis ihele 
Berliner. Rv.ie Paul Czinncr. Phot . 
liraphische l.eiliini;. Karl Freund. In d. n 
anderen Hauptrollen sind hesihäflii;l M 
berl Bassermann. Ilse Heller '\dil. 
Sandrock. Albert Steinruck und Ju' 


IJiv Roc-kett. der Produktionsleiter d< i 
-lesamlen First Nation il Prodiikti.ui 
in l.uropa. hat soeben einen \ei|r...- .i 
lieschlossen mit Anny Ondra. die in den 
nächsten Taiien nach l.niiland reovn 
wird, im dort in mehreren Filmen .1. r 
britischen First \.. 
tion.il Produklf.ii 
zu wirken. 




Seite 30 


Rincmatogcapl^ 


Niiiiiiiier I08S 


man ÜMvithi 


Kod ik oreanisici I. 

W'ic »ir erlahren. i"i| lUri Kc"leniii'i' 
'' rat z. D. I.any»eld. d.-r in Fach¬ 
kreisen aus seiner Tätigkeit bei der 
Goerji A.-G. bekannt ist. «' er die l.ei- 
liintS der Rohfilmahteilime iiir ln- und 
Ausland innehalte, zur K<»dak ■ \klien”e 
seilschalt iiber-Jetreten und nimmt durt 
die Stellun-4 des \ erkauisl« ters in i'er 
Kohlilmahteilun-^ dieser Firm i ein. 


Neue Uia-Kullurfilaie. 

I\i. Kulturabteilun'4 der l I. 'i.il eil i'.;e 
• neue Filme heraiisi;ebracht. die als 
iui.endlrei und v olksbilden J anerkannt 
wurden. Die Titel lauten: ..\ olksheltis'i- 
i-uniien in .Ia\a ". ..Allerlei inselindiscbes 
Tierleben" und .. -üt,...; des Rennpi-rd-.- ' 
li.ehrfilml. Diese Kulturlilnie »erden 
iiherall "crn im Heiproi,ramm "c-sehen. 


Die beendete „Geheime Macht". 

n . r neue ITa F ilm im \ erleih der Paru- 
iamet ..Die geheime Mic'it" ist eun 
t.rich ^X aschneck beendet. Ilau|.trollen: 
Michael Bohnen. Sit/y \trnin. Henry 
Stuart. Paul ()t..>, I riitis ...n Aalten. 
Ferd. von Alten Max Maxim.hin. 


Neue Alber ini-Filme. 

H ins Rameau ist aucenblicklich mit der 
Abfasetina eweicr Oriainalmanu- 
skripte bcschäfti|<l. die von der Aafa- 
Film A.-G. im Rahmen ihrer nächst- 
lähriiicn Albertini-Produktion -dedreht 
»erden. Sie führen die Titel ..Tausend 
Diamanten" und .L'nüberwindlicb". 

„Der Präsident." 

\fille Dezember begann Grecnb.ium- 
Film mit den Atelieraulnahmen im 
FTa-Atelier za den. GroUlilm des tri 
•.ersal-.Matador-Sonderverleibs .Der Prä¬ 
sident". .Manuskript: F'ranz Schulz und 
.Joseph T tan. I»an Mosiukin. Stizy V er- 
non. Nikolai Maliko». I.iiiv;i Servinti und 
Heinrich Schroth »urden \ erpllis htet. 
Hauten: Robert Ncpiiach. Kami ra: Mutz 
Greenbauro. 


„Liebe im Schnee." 

Im Rahmen ihrer Produktion 1427-28 be- 
* reitet die Aala einen Wintersportlilm 
vor unter dem Titel ..l.iebe im Schnee"- 
Der Liedtke-F'ilm ..Wien, die Sladt der 
I-ieder" beilll jetzt: ..Drajionerliebchen' . 

Immer wieder „Casanova", 
i n die .Mcldunt-cn von Rckordeinnah- 
men mit ..Casanova", dem unver- 
ijleichlich prächti|>en. mit heiliem Atem 
und tollen, wirbelnden Liebesabenteuern 
crtüllten Ufa-Film (Cinealliance-Film der 
Uuropa-Produktion der Deuliij im Üfa- 
Lcih| schlieut sich nun Breslau an. Der 
Fmfolit ist untieheucr. der Andran|< un¬ 
beschreiblich. aber nicht unerwartet! 
Denn ..Casanova" muU sie)>cn, wohin er 
auch kommt! 

„Der Orlow" reist weiter. 

D r überall erfol|irciche He-iewald-FTIm 
„Der Orlow" hat jetzt innerhalb 
Furnpas nur noch wenitfe Länacr zu be¬ 
suchen. M^ie wir erfahren, ist neuer- 
dintfs ..Der Orlow" nach Pnrtui<al und 
Spanien verkauft worden, so dall er in 
Kürze auch hier zur L raiifführuni- tfe- 
laniJen wird. 


Neues Lichlspiellhcaler. 

I n -Nhenhcim bei Worms wurde ein neu.- 
I 1 lilspieltheater eriiffnet. Du lii.i 
nische Fnnrichtuni; lielerte die F'irna 
Banyel K- Co.. F'rankfurt ;.m Main. 

Aufnahmen für „Alraune" beendet 

\ ma-F'i!ni G. m b. M. hat ihien Fil.ii 
\!i..iine". .Manuskript und Retjie 
Heniik Galeen. rhotot-raphie Franz 
Planer. Bauten W'alter Reimann Max 
Heilbronner. Standphotos Atelier Ri-m 
hrandt und W'alter l.ichtenstein. I ili I 
Raffaello Biisoni. lertii-üestellt. Ilaupt- 
• ollen: Brii-itte Heim. Paul W'ei-ener. 
Ivan Pelrovul,. Wolf-.;anü /ilzer. I.oiiis 
Ralph. \ aleska Ger!. Mi i Pankaii. .'ohn 
l.oder. Heinrich Schroth. Geort; .lohn. 


..Die Sandgralin" jutfcndirei. 

D er Messter-Film der Orplid-Prinliik- 
tion ..Die Sand!.:rälin". den Reyisseiii 
Hins Steiuhoff nach dem heruhmten Ro¬ 
man von Gustav l'renssen vor kurzem 
lertiiilicslellt hat. wurde von de- Film- 
priifstelle ohne Ausschnitte für die Jil- 
-.iend lreitjei;eben. Der Film erscheinl 
ini Messlro-\erleih und wird in aller¬ 
nächster /eil seine Berliner t raiilliih- 
riiiitt erleben. 

.Saxophoii-Susi". 

I lans H. /erlett und F'ritz Oppenheimer. 
* * die erfoliireichcn Autoren des Hom- 
F'ilmcs ..Höhere Töchter", schreiben das 
Manuskript für den erstin F'ilm der 
..Ondra-Sc-rie" der Hom-F'lm-G. m. h. II.. 
..Saxophon-Si.si". mit -Vnni Ondra in der 
Hauptrolle. 


Dr. Beda-Löhner schreibt iiir Fox. 
IXr Beda-Löhner, der bekannte Wiener 
lextdichter n oderner Schlajier. ist 
von der Fox-F.uropa-Produklion als 
Autor Iiir ihren ersten Film verpflichtet 
worden. F> schrieb das Manuskript zu 
dem ersten Fclsom-F'ilm der B. Fl. F. 
..Sechs Mädchen suchen ein Nachtquar¬ 
tier". eine Vcrfilmunt* des hekannlen 
Biihnenstückes ..Grelchen". Mit den 
Aufnahmen hat der Reijisseur Hans Beh¬ 
rendt bereits beiionnen- 


Film und Fluifwescn. 

I -i Krasnoiarsk (Sibirien! haben drei 
Lichtspieltheater die Kasseneinnahmen 
von mehreren Abenden zum Bau eines 
Fluttzeuus ijespendet, das den Namen 
..Der Kino-Arbeiter Sibiriens" fiihren 
wird. 


Der Ti^er als Filmstar. 

n irry Piel spielt in seinem neuen Film 
.Panik", den er für die Ufa dreht, 
mit einem Tiijcr. Wi'ohl kein Zuschauer 
kann sich einen ßc)<rilf von den Schwie¬ 
rigkeiten machen, die das Arbeiten mit 
Raubtieren im Filmatelier bereitet. I'ls 
ist bekannt, wie sehr wilde Tiere auf die 
l.inwirkuneen von Liebt und Lärm rea¬ 
gieren. und dies trifft natürlich in ver¬ 
stärkten Ausmallcn bei Filmaufnahmen 
zu. Trotz des Unfalls, den Harry Piel 
kürzlich durch den Titier erlitt, bat er 
die Aufnahmen in den May-Filmatelicrs 
WeiOensee in vollem Umfanü wiederaiif- 
l-enommen. 


Ein neuer Ufa-Kulturfilm. 

I \i l Inch K. r. Schul/, hat mit seim ii 
* Milarnc-itern Wolfram Jiini-hans und 
Paul Krien für die l fa einen Kultiiriilm 
..Schutz der Schwachen" Ic-rtieuestelll 
der die v-irtreiflichen Schutzei-.irichtiin 
■..i-n schild--rt mit denen die Tierwelt liir 
den mit unerbittlicher Grausamkeit iintei 
allen I ehewesen herrsche-nden Kamp' 
um' Dasi-in aiisaerüstet ist. 


Das Wiener Säniterbundesfest. 

0 . r Bilderreichtum des in Arbeit be 
lindlichen Kiiltiirlilms ..Das deutsch' 
Lied" '.-ipfelt in de: W leder-aabe de: 
-^rollen Cjeschehnissc aiilälilcti des W le 
ner Säliverbiindesles es 1428. Mehr al- 
Worte und /ahlen werden diese Bilde i 
."US den Wiener Festtaiien dartiin. dal 
das deutsche Lied hei den deutschei 
Sän'.;ern in bester P(lei>v ist. Bereit 
heute mac'it sich c-n seht starkes Inter 
esse für iii ses F'iln.werk bemerkbar, um 
bc-'onde'.s das deutsche Ausland bejjinn 
ihm SC-..1 Au'.:enmcrk zu widmen. Di- 
llaiiplschriftleiter i.er Deutschen Sän'.;er 
biindesze.tiin'a Dr. phil. Dr. jur. Fran 
.loset l'wens ist der .\usluhrun'..'skoni 
missioii ncuerdin''s als joiirnalistisclu 
Beirat heiuetre-tc-n. Du- Rc-'^ie liihi 
Kiiiistm.ilcr Piiidl von den Diirin-.;-Film 
Werken. Hannover. 


Ufa-Woche. 

\ficiael Bohnen, der tvekaniite tl' 
Filmstar, reist iihcr das i;rol' 
Wasser nach New York. Ferner Zc. 
d'e neue Ufa-W'oehe No. 32 wie uni' 
dem Wasserspietic-I. 'jiit '.lesicherl ni 
-Stall drähten. das neue Kabel Paris 
New York lielei'l wird. Fan Paris 
Chauffeur hat seine Taxi m.t BL 
rollen zu einem Molorh lot um'.;eha' 
Fane n.isse" .I.V'^d zc-ipen Bilder " ■ 
«-incr F.ntc-nia'.:d in Irland, aus St. ^tor::' 
sieht man packende las- und Schni • 
sporthilder. Die l'la-WocFe brini'l ni- 
Weihnachlsspielzeii'je. schöne Fi.i>" 
heine mit Sc-idc-nstrümplen bc-kli-"l' 
ein Luft-Bus aus U. S. A. für HK» Pas- 
ijicre und schlicUlich ernste Szem 
von M-iitercien in Mexiko und T.i'*-- 
zerst-iriinjen in Bombay. -Mso ein llbi: 
blick, der d"n l.rdball umlafit und ul" 
all Inleressan'es (libl. 

„Der Alte Fritz" zwei abendfülIcmH' 
Protframmc. 

I eder der beider. Tc-ilc des Gerh.o ' 
I.amprecht-F'ilm' ..Der Alte Fril 
stellt ein abendfüllendes Pro'^ramm d't 
Auch hei der l'raufführiintf im l'l.iT ' 
last am Zoo läuft der zweite Teil i"' 
im AnschliiU an die Spielzeit des ersl'ii 
Teils. Der erste Teil (4 Akte und 3!8-8 
Meter) führt den Untertitel: . F'ricdi n 
Der zweite Teil mit dem Unterl'i‘1 
...-Yiisklanif" umfaßt 10 .Akte mit 3JI^ 
.Meter. 


„Hütet euch, Mädchen!" 

\1 William Kahn hat in «einem Film li'f 
die Fäiropa-Produktion der F"' 
diesen Gedanken aufs neue aiifiieiiriHi" 
Der Film fuhrt den Titel ..Mädchen, 
hütet euch!" und zeipt eindrini-lich und 
erschütternd die F'oljicn unehclishcf 
Mutterschaft mit all ihren entselzliihen 
Beitleilerscheinuni-en. F> erscheint hc' 
reits in allernächster Zeit im Rahmen 
der F'ox-Furopa-Produktiun. 



Niiiiinicr |(WH 


Kinemntonraph 


Seile 3t 


Herstellung und Wiedergabe von Reihenbildern 


Inffl ein \etl.ihren /.ir Ilers'elliini; und \\ iei!eri;.ihe 
\.»n Keihenhildern. dessen /lel dar^iuf hinuiisläiill den 
IV-lrieh der dahei verwendeten ''.inriehtuniien selhslt.itu- 
/■ii in.ichen. Dies wird (l.iiil I). K. 1’ -l^tl 23S| dadiiiih er- 
leielil, d.ilt zur Ke”eliini; uder Sleiieriini; der nutli.mi- 
seher Hewe^imv oder l.atieandenint' unlerworlenen Teile 
dieser liinrie hliinv;en wie- beispielsweise- KiirbeUs elle- 
Antrieb. Antriebsmolor. Selialtwerk. V'erseliliilt und 
l’-lenden diinh in der Tilmle-e hnik tie-bräue hliehe. natur¬ 
liehen ode-r kiins|lie'he-n !.iehle-ne-ri;ie-n enlspreehe-nde-, an 
sich bekannte, lichte-lek Irisch wirksame Mittel Iphoto 
e-ickIrische Zellen. Kathodenröhrenl he-rani;e-/ojie-n werden, 
derart, dalt eleklrisihe T.ne-ri;ie-lorm als W'.ii dliini-spr i- 
diikl der Ze-lle-narbe-il darauf zur l-.inw irkiini- uetir.ieht 
wird. Die l.iehtstärke von Kinoprojeklionslampen in ähn¬ 
licher NX’cisc mit lichleleklrische-n Zellen .'U regeln, ist 
he-reils be-kannl 

.le-de-s Sehobjekt e-rsehe-inl dem .\uv;e bekanntlich als 
aus mehr ode-r weniger leuehtenden f’iinkten zusamme-n- 
ijcselzl. deren Mosaik es ist. Der IlePiiike-Iswerl dieses 
Mosaiks wechselt mit den Arheitsla-b-n fSeh.itle-nspiell 
und |>ibt in |<e-w i-.seni Sinn ein Malt der das Itild be- eben¬ 
den Gesehw indijikeile-n. W echseln diese wiederum in 
der Fol-ie der Arhe-itslai*en. si- schwankt au* h eie He-Ili';- 
ke-il des Mildes und deren photome-lrisehe-r W e-rt in .Ab- 
hänei)>ke-it von der verwendeten l.iehique-l e- 

Diese Krke-nnlnis enthalt die Grundlaije- tür dii- He-süm 
munt* der richlii<e-n l.auf|<L‘sehw inditike-it des ichtemp- 
findliihen Ik-nde-s fie-miilt di-r lle-lli|>keit des Sehobjekls 
l>e-i den v e-rsehie-de-ne-n Arbeilsl.ii5e-n der Ge-iienstande- 
vvährend der Aufnahme, «ill aber auch in Abh.inj<ufke it 
davon fiir die- .Abwalzunj* des M indes beim Mildvve-rfen 
und Kopie-re-n. wenn m.in die- Me-traehlun(- auf die- oplische- 
Diehle- der in der Aufnahme- gewonnenen Teillolder 

Die Ausfuhruni*sweise- des Verfahrens ist fol|ieiide 

Was die- l.auf)<ese hw indit<ke-il des Films betrifft. st> wird 
der e-leklromolorische He-lrie-b der Kmoapparate als 
näch; llie-üe-ndes Me-ispie-l ^Jenommen. 

Ifei der Aufnahme-kanimer wird die Anlriehsre^clunti 
derart durchUefiihrt. daU je nach GröUenwert der das ()b- 
iektiv passierenden l.ichtenerijie die- Umdrehunjiszahl des 
Motors und damit die- Fortse haltun<;si;esehw indijfke-il des 


Ul htem|ifindlii he-n Ii.indes in besliiiiniti i W i i-. 
dert wird. Zu diesem Zvveikv wird eine pholoelekti o. 'u 
Ze-Ile- der l'.inw irkunt< e-ine-r l.iv hte-nei-c - eset/t. indem 

das lichleleklrisch wirksame Mittel beispielsweise eiil 
weder im oplisehen Mere-ieh dc' Kammerobjekliv s selbst 
.mue-ordne-t ist oder hinte-r eine-m mit die-sem in bezuvi 
Mildebene und Perspektive opti-ih e-leiehwertii> arbeiten- 
ilen Doope-1 

I)ic e-le-klr-sehe F.neri;ie-forin . |s W .mdliin-^sprodiikt dei 
/elle-narbeit tritt bekanntlich veiieniibe-r den weiliseln- 
den l.ichtcneri-ie-n in adäquaten Ohmsehe-n W iderstands- 
;inele-run><e-n in I-lrsche-inun^. so uafJ beispielsweise ein 
Gleichstromnebensehlufimotor. bestimmte Spannuna uiul 
Stromstärke v oraiisi;esetzt. 'o-.vohl in seinem Ankei 
ström . Is am h in seinem Feldsln.m regelbar ist. we-nn die 
Zelle im ele-ktri'ehen Kraft-e iluli dieser Stromkr-ci--.- 
Iie4l. Die l'mdrehiini<szahlcn des Motor- werden so be 
messen, dali sic innerhalb der Cher- und l nterheliehlunes 
ji'ien.'en hinsichtlich der pholm he-misi he-n Fiiae-nse haften 
dos liehte-mpfindiiehe-n Fiand.s lieijen F.ntspre-v he-nd 
werden auch die elektrischen (jr.'IJen ae-wählt. mit denen 
die -Xmleriinit de-r l mdrehiinaszihl erreicht we-rde-n s.,11 

D.i lichteicktrische Zellen in der F?cije-I nur i‘e-rinas 
F!ne-ri;ien verarbeiten, so wercen sic crfahriini;si;e-mäU in 
V'erbindunit mit F<clais ijce-ii'ne-le-'- Art (zum F3e-ispie-l F)re-h- 
spule-n-Kinrichtunite-n und \ e sl irker-Kathoden-Kiihrenl 
V e-rw ende l. 

Werden andere als F-ilektromotoren zi.m Antrieb be 
nutzt, so bleibt die- KeiteluntJ j«riindsätzlieh die- ök-iihe Fis 
wird nur der e-le-ktrisehe- KralfsihliiU durch ijee-ijinete 
t liertraaer auf die Sle-ue-run;;sleile de-r anije-w e-ndeli "• 
Mot ir|iatluni> .rur Fünw irkum* iJ.-F>racht. 

Was von der Anlriebssleuer .n*« der Kammer t-es.iiji 
wurde-, ijill auch fiir die .Abwabunt; des Ke-ihenbildbande-s 
beim F^ildwerfen und Kopierer, flie-rbe-i befehligt die op¬ 
tische Milddiihte als Frße-bnis der aufitewendeten l.iiht- 
eneri>ie- in der IFildaufnahme das Ausmali der Ti ie-bw e-Hen- 
Ck-schw indiitkcit. 

Zu diesem Zwecke wird d.is l.chtelektriseh wirks.une 
Mittel von einer konstanten l.ichtquclle sieeiiineler und 
regelbarer Stärke durchleuehleten photoiiraphischen Mil 
de-rn aiisijcsctzt. Das Mildband p issie-rt beispielswe-ise- in 
de-r Abwalziinii die‘sc konstanten l.ichiqiiellen. so dali die 
Zelle diejenitfen F.ichfene-rijie-n empfänjit, die d.is Mild- 


^illl|i|lllllllllllllllllllllilllll!IIIIIIIIIIMI!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM'll 


»Kodak« Rohfilm 

Positiv und Negatix^ 

Kodak Aktiengesellschaft Berlin SW 68, Markgrafenstr. 76 






Seite 32 


Ainemotogropl) 


N’umnicr 1088 


l>and je\\cils hincJurchläU.. Zelle und Liehlwclle sind in 
einem lichtdicht schlieUcnden Raum unteri>ehracht. der 
sich /. B. an die obere VcrlanjJerunji des Bildfensters an- 
schlielit. Das Durchleiichtunjisfeld kann auch durch 
Spic(■elun^ oder sonst }(cci|incte optische Mittel auf die 
Zellen zur Einwirkuntf jjehracht werden. 

In tjleicher Weise werden lichteicktrisch wirksame 
Milte! erfinduntfsitemäß z ir Steueruntf der Kammerhlcn- 
den benutzt, wodurch der '3lendenapparat (Iris, Verschluß. 
Flatlcrhlendc) selbsttälit* wird. I)ic elektrische Energie¬ 
form als W'andlungsprodiikt der Zellenarbeit wird durch 
eine beliebige elektromechanische Zug- oder Drehe or- 
richtung zur regelnden Einwirkung auf die Steüung der 
Blenden gebracht. 

Weiterhin sind für di:; einwandfreie Aufnahme von 
Reihenbildern die Belichtungsgren/en von Bedeutung. Die 
l.aufgeschw indigkeit des Randes darf gewisse Grenzen 
weder unter- noch überschreiten. Zu diesem Zwecke 
wird die der wechselnden l.ichtencrgie bei der Aufnahme 
ausgesetzte Zelle dazu fenutzl, diese Grenzen sichtbar 
anzuzeigen und den Antri.-b der Kammer in beiden Gren.r. 
fällen selbsttätig festzusetzen. Dies kann auf verschie¬ 
dene Art geschehen: 

V'erwendet man z. B. ein Tachometer in dem Antrieb, 
welches je nach Eichung Bildfrequenz oder Umdrehungs¬ 
zahl der Anlricbswel c anzjigt. so werden die Grenzwerte 
durch elektrische Kontakte am Schwingwerk des Tacho¬ 
meters festge'egl. Diese Kontakte betätigen z. B. je 


ein aus der Fernsprechtechnik bekanntes Springwerk, das 
in der ..Beselzf-Stellung ein farbiges Plättchen glatt 
hervorholt. Die Kontakte können auch hörbare Signale 
auslösen oder den Antrieb der Kammer gänzlich still- 
setzen. 

Die lichtelektrische Zelle, insbesondere die Selen¬ 
zelle, weist bekanntlich gewisse Trägheitserscheinungen 
auf einen .Mangel, dem erfahrungsgemäß dadurch abge- 
l'.olfen wird, daß die l.ichtwcchsc!. wie sie die in der Kam¬ 
mer umlaufend.' V'erschlußscheibc bewirkt, auch auf den 
Betrieb der Zelle übertragen werden kann. Dies wird 
durch eine vor der Zelle umlaufende Verschliißscheibe 
nach Art der bei Aufnahmekinos gebräuchlichen er.-eicht 
Dadurch wird gemäß der Zahl der Licht Wechsel in der 
Zeiteinheit und je nach der Umdrehungszahl in der licht- 
eiektrischen Zelle eine entsprechende Anzahl von Strom- 
stöißen erzeugt. Die photoeleklrische Arbeit in der Zelle 
findet dann unter Bedingungen statt. Jie die Charakte¬ 
ristik ihrer Wirksamkeit derart beeinflussen, daß die 
Ohmschen Widerstände ohne Kompcnsalionskorrcklur den 
ankommenden Lichtenergien dauernd proportional sind 
Die Anordnung ist auch umkehrbar, indem man die Zelle 
\or der Lichtöffnung umlaufen oder s.hwingcn läßt. Die 
Periodiz tat der Lichtwechsel läßt sich, kinematisch genom¬ 
men. einfach, quotentiell oder potentiell ln Abhängigkeit 
von den Bclichtungszeiten in der Kammer bringen. Zur 
Verstärkung der Stromsliiße v tiden Kathoden-Verstär 
ker-Röhren angewendet. 


Obfekt» Subjekt und Filmbildgröl^e 

Von Gg. Otto Stindt. 


A llzu häufig ist in Filmen selbst neuester Herstellung 
ein Fehler der Kameraarbeit festzustcllcn: das 
..Stottern” der Objekte bei Querbewegungen, also das 
gleichzeitige Erscheinen von drei oder fünf Umrissen des 
aufgenommcnen Objektes. .Man sollte von einem m ider- 
nen Kameramann verlangen, daß so etwas nicht vor¬ 
kommt. denn seine Arbeit zeigt so das typisch amateur¬ 
hafte Gepräge: alles im Bild ist scharf, koste es. was cs 
wolle! Das beste .Mittel zur Vermeidung des ..Stotterps' 
ist nati'rlich dieses: nie genau Querbewegungen aul 
nehmen, sondern miiglichst sich der Linie der Ohjckl- 
bewegung nähern, also von vorn oder hinten schräg atif- 
nehmen! Aber dieses .Mittel ist natürlich nicht immer 
anwendbar, wenn z. B. der Regisseur irgendeine be¬ 
stimmte Einstellung als Que.-bewegung haben will, so kann 
man nic.its machen. Da heißt es eben: Nachdenken und 
berechnen. Nehmen wir an. ein Drehbuch verlangte eine 
Aufnahme von einem .Motorradfahrer, der möglichst 
groß, aber auch möglichst lange im Bilde sein soll, damit 
das Bild nicht zu kurz ist und eine wichtige Nummer am 
Fahrer erkannt werden kann. Da ist zuerst die Sekunden¬ 


geschwindigkeit des Fahrers zu ermitleln. dalür gibt - 
Tabellen. Hier einige Daten: 

Fußgänger . 

Traberpferd 
Ruderboot 

Segelboot 
Galopp (PferdI 
Dampfer 
Schnelläufer 
Schlittschuh 
Personenzug 
Motorradfahrer 
Automobil 

Unter ...Motorradfahrer” sehen wir die Zahl 25.00 m pi ■ 
Sekunde. Nun nehmen wir an. 's ir könnten nicht w eil' ' 
abgehen als 4 m. weil wir (beim Gebrauch des kur. 
brennweitigen Objektives \on 35 mn schon ein Bild - 
17. 5 mm vom Fahrer haben. Das ergibt nämlich eine 
einfache Formel; sic lautet: 


1.40 m Sekunde 
2.00 

2.50 
2.‘)0 
4,00 

4.50 
5.00 

7.50 
9.00 

18.00 

25.00 

40.00 .. usw. 


Rekord ln Llcklslärke Rekord in Ronn^dorstellung 


KINO-PLASMAT F:1,5 



'cUtarfe Zeiclrnung, vollkommene Plasfik, beste 
i^ultperspeKlive sowie zwingende Tiefer.vorsfeliung 

_^ ^ unenlberkrlicAic ObfeKll'v lUr feden 

foriftcrkrllllicrken Kino - Operateur 

Liste Nr. O Uber Kino-OpflK kostenlos 


Opiisctk-I^ecl^Aniscl-ke» Industrie'' 

Huqo Meyer Co., Oörlils^ 







Nummer 1088 


jUncmotoQrapli 


Seile 3J 


HiiditroUe in m m 

\X irkl. Griiiic (m Meiern) Ohjeklivbrennweile (in ni m) 
Dbieklcntfernunj; (in Metern) 
alM. in unserem Fall. 2 m 35 m m 17.3 m m. 

4 m 

Der Falii'cr wäre also mil etwa 1'flacher Lan(<c quer 
übers Hild liinwcd und vorbei. Da er aber 23 m pro Se¬ 
kunde (ährt, wie wir schon sahen, hat er in einer Sekunde 
8 75 Hildmillimeier zurückitelejil. man sähe also im ^ün- 
s*ijtslen Falle (bei normalem Drehen mit Ib Bildern) 
r. 16 24 Einzelbilder. Da diese 24 Einzelbilder 

sich quer über das Bild verte-len. läjje zwischen jedem 
I m m. das wäre bei einer Projektionswand von j ' 4 Me¬ 
ter aber schon 16 cm. bei 4.3 6 Meter schon 25 cm. 

Hätte der Kameramann nun mit 13 Grad öffniin(< einen 
sehr enjicn Hellscktor )<ewählt. wie der PhotojJraph cs 
macht, so würde man deutlich eine )fanze Reihe son 
Einzelbildern sehen, die scheinbar von mehreren hinter¬ 
einander herfahrenden .Motoristen herrühren. Denn in 
etwa ' ,, Sekunde macht das Motorrad so wcni(( hahrt. 

daU cs praktisch auf dem Filmbild scharf ahf<cbildet 
wird. Zwischen diesen Einzelbildern steht also je ein 
Eiittraiim. weil der Körper des Fahrers ja (nach der 
obiijen F'ormel) nur 0.2 m m breit wird. Es bleibt alst) 
nichts anderes iihritf. als einen breiteren lleli.scktor zu 
wählen, z. B. 120 Grad, danach selbstverständlich die 
Iris zu verengern, um den Lichtcinfall auszujjlcichen. unc 
so zu drehen. Dann erhält man eine Belichtung von 
' . Sekunde, und die Einzelbilder rücken zusammen, 

weil der Fahrer in dieser Zeit 50 cm fährt, also sich 
schon um Körperbreite vorschiebl. F'in Amateur oder 
auch ein l’hoto(iraph würde nun zum NcjJa^iv sajjen: F.s 
ist unscharf und darum unbrauchbar. Aber das Unscharfe 
mulf beim F'iliiibild sein, ist sferadezii erwi nscht, damit 
die Überdeckun)! der Einzelbilder statlfindvt! In unserem 


F'allc übriijens verschöbe sich der F'ahrer m der Diinkel- 
pause des Verschlusses um 1 Meter, bei oer Belichtung 
um 50 cm. also wir hätten immer noch 50 cm zwischen 
der Vorderkante der einen Bildfläche (so mi.ll man schon 
sajJen zu dem crzrcllen unscharfen Bild) und der Hinter¬ 
kante des anderen. Es bleibt un.« nun nichts e.adere- 
über, als den iJröLten Hellsektor zu nehmen, den wir 
haben; 180 Grad oder (im Bell and Howell z B I 
220 Grad. Bei 180 Grad würden sich die Bilder berühren, 
bei 220 Grad schon in unserem Fall überdecken, was nur 
erwünscht sein kann. 

Nun kiinnte ja ein tfanz Gerissener und Aiifiieklart' r 
kommen und satfen; ...la. hört mal. habt ihr denn f 
nichts \vn der .entfesselten Kamera' gehiirt? Man sel/l 
sich auf ein Auto, fährt nebenher und hat den Vorteil 
den Fahrer stets ifenau in der Bildmitte zu haben!" Aber 
darauf ist fol(<cndes zu sagten; Ausgerechnet uns. ,il- 
ersten VertcidiiJern der „entfesse'ten Kamera" Unkennt¬ 
nis ihrer Vorteile vorzewerfen. zcujjt von großer Unaiit 
merksamkeit. Dann aber bleibt es doch beim alten, denn 
wenn der Fahrer im Bild (des Subjektes, nämlich der 
Kamera) bleibt, verschieben sich eben die Chaussee 
bäume oder t>ersonen und fange i an ..stotternd“ über da- 
Bild zu hüpfen. Und das sieht noch häßlicher aus. Außer¬ 
dem. bei allen Vorteilen der ..entfesselten Karner.i" 
hat auch in unserem Fall den Nachteil, daß der Zuschauer 
nichr so das Gefühl der rasenden Fahrt hat. wie beim 
Durchrasen des Filmh 'des. 

Man sieht, jedes zu seiner Zeit angewendet, ist das 
beste Mittel, um die besten Bilder zu erzielen. Gedanken¬ 
loses Urauflosarbeiten ist niemals richtig: nicht die H.in l 
soll allein arbeiten (das m.icht ein Motor viel sch<iner 
und unbeeinflußter!), sondern das Gehirn soll sie kontrol¬ 
lieren. soll der Oberaufseher .sein, dem alles logischer- 
weisc folgen muß. 


KINOMASCHINEN 


..SUCCESSOR • 

..LEHRMEISTER 

..KOFFERKINO“ 

mit und ohne Stillstands¬ 
vorrichtung mit GlUhlicht 

IN GANZ DEUTSCHLAND 

amtlich zugelassen zu 

KLASSE B 


pl)o(oNu031lemel0tiDrf 


lin-in gröP .'S T: lo'.' ■ 

Siim-Kprianippiiotos 
BngrdfiPtungpii nod) SiimonBidinüipn, 
'illbums Idt ginoplioios. Reprodutttonen 
sipnpnne aefprseitü 


Die un^erbre(()bare Xaaei$liAtMafoiie 






























1U88 


Rincmatogroplt 





KINO! 


^'‘'kTnÖ •*'"o-P*a'‘a*«. 

ATELIER HOFFMANN. 
Jotcl Stern iL Sohn Berlin ■ Steglitz, FichleslraBe •. 

Wieibadcn. Steglitz 4140 . 

Kinos — Kotykiewicz 2 ,*;;;:°"*“' 


Piano-Haus Ernst F. W. Müller 

Hirlin Vs. l’olsdjmi-r Sir. 35 ' • I . 


600 Parheftsessel Kiappstut^ie 

lOOLogcn-SHihlemttPoliIrr FIlmrs^'räZlKe. 


I rncnmrtn- und 1« a- .IpiMtrnl«- 

N. Kessler. Berlis 0.34. Littaeer Sinke 3 


.. .e« er. nenin u.«. uniaer srnee i. „ , s.fc» . HimbDre-Wnisbek 

(n Lanlnn iSnDnrhl. ^ k lO iTl C - ’ltlllMMlt •ie4t»f> . T n nZw ■■Mltrtlx 


































Seite 36 


lUnematogtop^ 


1088 


Film-Verkauf Mg|ore, AollSSer kmtrittskarien |r 
E.ukler»d Gr.tni.e. ^ | 


Band I der Bücherei des „Kinematograph" 




Die 111. verbesserte Aullaßc liejit > 


Hilfsbuch für die Prüfung 


VORFÜHRER “ I des Kinovorführers 


> «triülirungsmasc'hi 


zwei Vorfflhrer, 

/. Zt. in den itröOlen Kinn der Oberlpusi'r in undekündiftlcr 
Stellung tätig, an sauberes, pausenloses Vurfühien gewohnt, 
suchen Stellung. 

Uiiiiir. 2.Mhi. 

gelernter Mechaniker, gelernter Elektriker, 

staatlich geprüll, firm in l.ichtreklame, 

4' . Jahre im Fach. 2 Jahre im Fach 


von Dr. Walter Meinel 


V>rmifljll in Form von Frage und Antwort 
al.e Kenntnisse, die zur Bedienung einer 
Vortührungsmasfhine und der elekirisiben 
Anlagen erforderliih sinJ und die bei der 
amtlidien Prüfung vorausgesetzt werden 

Preis: Kartoniert 4. Mark.; Halbleinen 5. ■ Mark. 


VERLAG SCHERL. BERLIN SW68 



DIE BEZUaSPREJSE GELTES FÜR ", JAHR S^aHier 
BesieUungen beim VcHag Sdierl, Berlin 3lke<S Tschect